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Soziale Phobie und Ausbildung

UFndixsc8loseudDesinrexs hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich bin momentan ziemlich verzweifelt und würde mich sehr freuen, wenn jemand von euch Ratschläge für mich hätte.

Erst mal ein bisschen etwas über meine Vergangenheit. Im Jahr 2010 habe ich das Abitur gemacht. War allerdings nicht gerade eine Glanzleistung. Meine letzten Schuljahre waren nicht gerade leicht, ich hatte zu der Zeit schlimme Ängste und Panikattacken und konnte kaum aus dem Haus gehen, daher habe ich auch sehr oft in der Schule gefehlt. Dazu kamen noch Depressionen.

Ich hatte bis nach dem Abitur keine Ahnung, was ich beruflich machen wollte. Da ich sowieso mehr über meinen Tod als über meine Zukunft nachdachte, machte ich mir darüber kaum Gedanken. In dieser Zeit fing ich eine Psychotherapie an, in der Hoffnung mein Leben vielleicht doch noch in den Griff zu kriegen. Mit dem Therapeuten verstand ich mich aber überhaupt nicht und bereits nach ein paar Sitzungen meinte er, er könne mir nicht weiterhelfen und ich solle doch in eine Klinik gehen. Das wollte ich nicht und daraufhin brach ich die Therapie ab.

Auf Druck meiner Eltern hin bewarb ich mich für verschiedene Ausbildungen im kaufmännischen Bereich. Nach unzähligen Bewerbungen bekam ich tatsächlich eine Zusage. Im September 2011 fing ich schließlich an mit der Ausbildung. Der Anfang war sehr schwierig, ich kam mir so dumm vor, weil ich teilweise richtig lange brauchte, bis ich etwas verstand. Das größte Problem, das ich bis heute habe, stellt jedoch meine soziale Phobie dar. Ich rede nur das Allernötigste mit meinen Kollegen und schäme mich, wenn ich etwas fragen muss. Außerdem habe ich große Probleme damit zu telefonieren, was in dem Beruf aber unumgänglich ist. Fachlich habe ich inzwischen gar keine Probleme mehr und schreibe sehr gute Noten in der Berufsschule. Mir fehlt nur diese soziale Kompetenz und ohne die geht eben gar nichts. Ich habe schon oft darüber nachgedacht, ob ich vielleicht den falschen Beruf gewählt habe. Aber gibt es denn überhaupt Berufe, bei denen man gar keinen Kontakt zu anderen Menschen hat?

Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Jeden Tag fühle ich mich so dumm, weil ich einfach nicht fähig dazu bin, mit den Leuten zu sprechen, dabei will ich meine Arbeit doch gut machen. Ich habe keine Ahnung, wie ich so überhaupt eine Zukunft in der Berufswelt haben soll.

Würde mich sehr freuen, wenn jemand Tipps für mich hätte, wie ich an meiner Situation etwas ändern kann.

Antworten
MYollHi-enchexn


Ich kann mich zu 100% in Dich reinversetzen. Meine Ausbildung (auch kaufmännisch) war die Hölle, vor allem eben das Telefonieren. Besonders schön, wenn die Ausbilderin auch noch daneben saß und zuhörte und bei Falschauskünften theatralisch die Hände über dem Kopf zusammenschlug, mir das Telefon umgekehrt aber auch nicht abnehmen wollte… Blöde Kuh

Wie ich diese drei Jahre überlebt habe, weiß ich nicht.

Bei mir lief es so, dass ich mir später einen Job gesucht habe, bei dem ich nicht telefonieren musste Schreibdienst – ich fürchte aber, das ist eher ein aussterbender Job; außerdem für jemanden mit Abitur nicht unbedingt das Richtige….. Während dieser Zeit wuchs mein Selbstbewusstsein ein wenig, weil ich mehr von der Materie verstand, als es für den Job nötig gewesen wäre, und dann habe ich mich todesmutig intern auf einen anderen Job Sachbearbeitung beworben – bei dem ich dann wieder telefonieren musste. (Den Job habe ich heute noch.)

Also erst mal wieder Alptraum. Aber auch noch ein selbst gewählter. Hier half mir nichts weiter als: Abhärtung. Konfrontationstherapie. Es einfach immer wieder machen. Die Angst wurde im Laufe der Zeit immer weniger. Zumal ich in der Arbeit, die ich auszuführen hatte, auch immer sicherer wurde, einfach aufgrund von Erfahrung.

Also das einzige an Tipp, was ich Dir spontan liefern kann, ist: Nicht weglaufen, sondern abhärten durch Wiederholung. Es tun, es schaffen wollen. Und Dich nicht als Versager sehen, wenn es mal nicht so gut hingehauen hat, sondern draus lernen.

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