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Wird meine Tochter (27) "seltsam"?

U;.W. hat die Diskussion gestartet


Guten Abend,

Ich hoffe, ich bin hier quasi im richtigen Forum gelandet, wenn nicht entschuldige ich mich schon einmal im Vorhinein.

Momentan bereiten mir die Sorge um meine Älteste schlaflose Nächte und ich scheue mich, mich meinem Mann oder unseren Freunden und der Verwandtschaft mitzuteilen aus Angst, es könnten böse Gerüchte entstehen.

Die Situation gestaltet sich folgendermaßen:

Meine Tochter ist eben im Begriff, ihr Studium abzuschließen, allerding sschon im Juni 2012 überraschend wieder aus ihrer StudentinnenWG zu uns nach Hause gezogen.

Begründet hatte sie dies mit dem Wunsch nach einem "Tapetenwechsel" (wie wohnen im Umland) obwohl es für sie bis jetzt nur die Stadt gab. Das war soweit auch kein Problem.

Kurz darauf hat sie kundgetan, sie möchte gerne das Dachgeschoss ausbauen – wieder völlig überraschend für uns, insbesondere da sie vorher nie sowetwas angesprochen hatte und auch keinen handwerklich geschickten Partner hat, der ihr helfen kann. Es war immer für uns klar, dass unser Sohn "oben ausbaut". Es kam deswegen zu ersten großen Streitigkeiten, bei denen sie uns wieder vorwarf, den Bruder "immer schon!" bevorzuzugen (diese Vorwürfe kamen, muss ich hinzufügen, schon öfters), ihm sowieso das Haus "hinter ihrem Rücken überschreiben zu wollen, etc... UNTER ANDEREM auch Dinge, die so trivila sind und schon derart lange zurückliegen, dass es einfach lächerlich ist, die uns vorzuwerfen. Wie zum Beispiel wir hätten sie nicht auf die gewünschte Schule gehen lassen und sie zu einer angeblich furchtbaren Ausbildung "gezwungen"!

Hier ist der wahre Sachverhalt, dass unsere Tochter immer eher zurückgezogen und "hintan" war und wir dachten eine Ausbildung gäbe ihr im Gegensatz zu einer Schule das nötige Rüstzeug um sich selbst versorgen zu können – den folgenden 3jährigen Kampf damit sie ihre Abschlussprüfung macht und die Ausbildung nicht hinwirft, den wünsche ich nicht einmal meinem ärgsten Feinde! Zu bemitleiden waren da höchstens mein Gatte und ich!

Heute ist das aber wie gesagt hinfällig, da sie danach eine Zeitlang arbeitete und das Abitur nachholte um studieren zu können. Wenn auch ein leider nicht sehr gefragtes Studium. Auch habe ich mittlerweile den Verdacht, sie hat ohnehin nur studiert um uns zu zeigen, dass sie ihren Trotzkopf durchsetzen kann.

Unser Sohn, hat sich dann bereiterklärt, auf die bereits von ihm gebaute im Garten bestehende Garage hintan und obenauf ein Häuschen zu bauen und die Tochter könne dann eben das Dachgeschoss ausbauen. Soweit, so gut.

Nun benimmt sich unsere Tochter völlig paranoid und hat zB schon Anwaltsausünfte bezüglich Erbrecht, Eigentumsanteil , Überschreibungen pipapo... ohne unsere Zustimmung eingeholt, da sie uns, Zitat, "keine 3 Meter über den Weg traut", wieder verursacht durch eine völlig triviale Begebenheit, die sie als "wir drei (Sohn, Gatte, ich) würden immer gegen sie mauern und uns geradezu diebisch freuen, wenn wir ihr irgendwie schaden könnten" auslegte.

Nun kommt der eigentliche Teil, der mir Sorgen bereitet:

Ich möchte hier nicht unnötig schlecht über meine Tochter sprechen, wenn sie will kann sie sehr liebenswürdig sein. Besonders mit Kindern wie ihren kleinen Cousinen kann sie sehr gut umgehen und bei ihnen beliebt wie ansonsten niemand.

Wenn sie allerdings jemanden nicht mag, dann hält sich dieser Groll – wie ich nun über eine längere Zeit hinweg beobachtet habe – anscheinend jahrelang!

Die schlimmsten Ereignisse möchte ich aufzählen: Die Nachbarn haben Schwarzarbeiter zur Renovierung ihres Hauses beschäftigt und wurden angezeigt. Ich habe meine Tochter schwer in Verdacht, dass sie das war. Die Informationen hätte sie an sich bringen können (durch verschiedene Umstände) und gegen diese Nachbarin hegt sie einen großen Groll weil diese sie im Kindergarten! getriezt hatte. Sie verbreitet über ein mit uns befreundetes Paar böse Gerüchte, weil sie diese anscheinend nicht sympathisch findet, sie hat die Beziehung ihrer älteren Cousine – mit dieser kam sie ebenfalls in ihrer Kindheit nicht gut zurecht – sabotiert. Einer Exfreundin meines Sohnes, mit der sich meine Tochter nicht verstand, wurden alle 4 Reifen zerstochen. Es gab noch einige Vorfälle, bei denen ich mir nicht sicher bin und die ich hier nicht aufzählen möchte.

Und kürzlich meinte sie zu ihrer Patentante, wenn wir sie "Über den Tisch ziehen wollten, würde sie uns das heimzahlen!"

Kurzum, ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Mädchen machen soll. Dass sie zur "Dorfhexe" wird, das möchte ich natürlich auch nicht. aber ich muss zugeben, manchmal macht mir meine eigene Tochter richtiggehend Angst.

Ich weiß mir keinen Rat mehr!

Ulrike W.

Antworten
S). wOallisixi


Hallo U.W.

UNTER ANDEREM auch Dinge, die so trivila sind und schon derart lange zurückliegen, dass es einfach lächerlich ist, die uns vorzuwerfen.

Sie fühlt offensichtlich schon länger so und das wird mit "stimmt doch gar nicht" oder "lächerlich" sicher nicht behoben.

Wie zum Beispiel wir hätten sie nicht auf die gewünschte Schule gehen lassen und sie zu einer angeblich furchtbaren Ausbildung "gezwungen"!

Für sie war's furchtbar und ihr habt sie gezwungen (du nennst es weiter unten ja selbst "Kampf"), insofern kann man ihr da keine Tatsachenverdrehung vorwerfen.

Auch habe ich mittlerweile den Verdacht, sie hat ohnehin nur studiert um uns zu zeigen, dass sie ihren Trotzkopf durchsetzen kann.

und wenn? So kann Trotz auch mal sein Gutes haben ;-) ... so oder so und ob du das ihr gegenüber unterschwellig durchblicken lässt oder nicht, es ist mindestens wahrscheinlich dass sie das entweder so spürt oder sogar sicher weiß wie du das siehst.

Du merkst ich würde jetzt durch das gelesene einfach mal spontan eher erstmal für deine Tochter Partei ergreifen. Es klingt wenn ich ganz ehrlich und direkt bin mehr Lieblosigkeit durch deinen Text als Liebe für sie. (ein Satz klingt gerade eben mal nett und das war's)

Wäre ich sie und würde deinen Text hier lesen würde mir das vermutlich ziemlich weh tun und mich ziemlich wütend machen.

Bevor du dich jetzt vielleicht verteidigen möchtest, frag dich erstens warum das notwendig sein sollte, warum geht's dabei? Um dich, deine Tochter, darum was ich, ein Fremder (dem das egal ist), von dir halte oder um was anderes. (keine Ahnung!)

Frag dich außerdem und ehrlich, ob Gefühle deiner Tochter von Benachteiligung oder Ungeliebtheit wirklich unberechtigt sind. (Ich weiß das ist eine ziemliche Frechheit die ich dir hier auftische ;-D aber es würde sehr für dich sprechen wenn du dich anstatt zu verteidigen entweder ehrlich drüber nachdenkst, oder dir bedarfsweise einfach denkst, der hat doch keine Ahnung, hab ich auch nicht, das ist nur mein Empfinden beim Lesen den ich dir schildere, ich meine es, ob du's glaubst oder nicht, nicht mal böse.)

Wenn ja, also wenn ihre Gefühle wirklich keine Grund hätten, frag dich weiterhin ob das für den Umgang mit ihr eigentlich eine so große Rolle spielt, schätzungsweise (ziemlich sicher sogar) wirst du ihr das nicht weg-argumentieren können, allerhöchstens wegbeweisen was sicher auch schwer ist.

Das ist natürlich noch umso schwieriger, wenn du dich z.B. um Reputation im Dorf sorgst oder Angst vor ihr hast.

Bedenke auch dass auch wenn ihre Gefühle keinen realen von dir gegebenen Grund haben, die Gefühle an sich sind real, sie fühlt sie ja offenbar.


Vielleicht ist deine Tochter psychisch krank und ich sag das echt ungern weil es das natürlich einfach für dich machen würde alles allein da drauf zu schieben, aber naja. Ich bin mir da auch ganz und gar nicht sicher, aber es klingt teilweise schon recht paranoid.

Sollte das der Fall sein und sich da tatsächlich was in Richtung Psychose anbahnen kannst du ohne ihre Selbsteinsicht/Mithilfe leider nicht sehr viel tun bevor es richtig deftig wird.

Mit sehr geringer Chance würde es besser werden je besser es ihr allgemein geht. Also auch da wär's von Vorteil wenn du, anstatt dich ihr gegenüber zu verteigen, was so oder so eh nichts bringt, ihr einfach jede Liebe gibst die du ihr geben kannst. Streit und Stress sind da äußerst ungünstig. Und ja, vllt geht das alles in ein nicht zu füllendes Schwarzes Loch.

Einen Psychiater oder Psychologen zu konsultieren wird vermutlich nicht so viel bringen da es noch nicht sehr schlimm ist (ja wenn da ne Psyschose dahinter steht geht's noch deutlich schlimmer) und ihr gegenüber auch nur anzudeuten einen aufzusuchen ist wahrscheinlich das falscheste was du tun könntest. Du kannst natürlich mal alleine zu einem hingehen und ihm das alles schildern, aber vermutlich ist es noch zu unschlimm. Aber vielleicht hilft es dir selbst, wie damit umzugehen und sowas.

Der Teil ist (wie alles ander auch natürlich^^) nur meine persönliche Meinung, ich bin auch kein Arzt der das beurteilen kann, ich hab nur leider schon ein psychotisches Familienmitglied hautnah miterlebt.


Aus allein deiner Sichtweise: Wenn es dir hier nur um dich alleine geht, oder wenn wirklich ne psychische Krankheit dahinter steckt, du in diesem oder jenem Fall einfach nicht mehr kannst ist das auch nicht verwerflich. Die Lösung hier wäre schlicht und einfach Abgrenzung, im drastischsten Fall darin gipfelnd dass ihr sie eben nicht bei euch wohnen lasst. Ich persönlich seh da jedenfalls keine andere Möglichkeiten.

Entweder du kannst noch und probierst es hinzubiegen mit ihr oder du bist am Ende deiner Kräfte und Möglichkeiten und grenzt dich ab. Üblicherweise muss man allerdings ersteres wirklich durchziehen bis es kräftemäßig nimmer geht weil einem sonst die wahrscheinlichen auftauchenden Schuldgefühle zu sehr in den Arsch treten.

Ich hoffe ich vertreibe dich mit dem Beitrag nicht gleich wieder aus dem Forum, an dem ist wie gesagt nichts böse gemeint, und sicher schreiben dir auch noch andere.

Lpyxl


@ s.wallisii

Sehr guter Beitrag, ich schließe mich an.

MHollNiencxhen


Mich hat vor allem dieser Satz stutzig gemacht:

Zu bemitleiden waren da höchstens mein Gatte und ich!

Ich kenne das von meinen eigenen Eltern, die sehr unter einem meiner Geschwister "leiden" und jede Möglichkeit, an seiner Entwicklung Anteil zu haben, ausschließen. Und zwar kategorisch.

Ich kann mir schon vorstellen, dass Deine Tochter einige Dinge vielleicht übertrieben sieht bzw. sie sich aus ihrer Sicht anders darstellen als aus Deiner, und dass sie hinter manchem mehr (schlechtes?) sieht als wirklich ist oder als Ihr (Eltern) es beabsichtigt hattet.

Ich denke allerdings auch, dass es wichtig ist, das eigene Verhalten zu hinterfragen und mal zu versuchen, es von außen zu beleuchten. Ein klärendes Gespräch mit der Tochter fände ich ratsam. Wenn es dazu kommt, bitte auf keinen Fall gleich in Verteidigungsposition begeben ("wir wollten doch nur… aber du hast doch auch…"), sondern erstmal einfach alles, was die Tochter zu sagen hat, zur Kenntnis nehmen und später drüber nachdenken.

COharrl`ie.x3


Ich wollte erst nicht schreiben weil mein Beitrag zu vorwurfsvoll rüberkommen könnte. Und auch ich finde den Beitrag von S. wallissi sehr gut :)^

Dennoch muß ich zusätzlich ehrlich sagen, dass ich beim Lesen schon sehr schnell ein Bild vor Augen hatte. Von Eltern, die ihrem -erwachsenen- Kind ihre eigenen Ziele und Wünsche aufdrücken aber nicht fragen was das Kind eigentlich will.

Ich bin da auch über Aussagen gestolpert wie Mollienchen:

Zu bemitleiden waren da höchstens mein Gatte und ich!

oder auch hier

Kurzum, ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Mädchen machen soll.

Das "Mädchen" ist 27 ! :-o

Ebenfalls verstehe ich die ganzen Unterstellungen nicht. So wie ich es Deinem Text entnehme, weißt Du doch gar nicht wirklich ob Deine Tochter diese ganzen Untaten begangen hat von denen Du sprichst, oder?

i"sabyellchxen600


Was soll die TE dort denn nicht verstehen?

Wenn das Mädchen doch 27 ist und alle immer schlechtes wollen kann man mit 27 sicherlich auch ausziehen und ein eigenes Leben aufbauen, anstatt die ganze Familie zu tyrannisieren.

Ich will mir hier kein Urteil fällen aber man hört ja oft solche Storys.... Und mit 27 sollte man rational genug denken können... Anstatt wie ein kleines Kind, was sein Recht durchsetzen will ???

Alleine, wenn man seiner Tochter sowas zutrauen muss, dann wird sie auch zu schlimmeren Sachen in der Lage sein?

S\telFla80


Ich find den Beitrag von S. Wallisii auch sehr gut. Ich bin aber auch über ein paar Sachen gestolpert...

Es war immer für uns klar, dass unser Sohn "oben ausbaut". Es kam deswegen zu ersten großen Streitigkeiten, bei denen sie uns wieder vorwarf, den Bruder "immer schon!" bevorzuzugen (diese Vorwürfe kamen, muss ich hinzufügen, schon öfters)

Offensichtlich fühlt sich eure Tochter ungeliebt oder zumindest weniger geliebt als ihr Bruder. Würdest du denn sagen, dass du sie liebst und dass du dich genauso freust, dass sie jetzt bei dir wohnt, wie du dich über einen Einzug deines Sohnes gefreut hättest? Kannst du also sagen, dass ihre Vorwürfe ganz und gar ungerechtfertigt sind?

Auch habe ich mittlerweile den Verdacht, sie hat ohnehin nur studiert um uns zu zeigen, dass sie ihren Trotzkopf durchsetzen kann.

Vielleicht hoffte sie ja, dadurch auch mal etwas Anerkennung von Euch zu bekommen?? Wobei ihr das nicht mal so direkt bewußt sein muss. Aber Kinder tun alles mögliche, für die Anerkennung ihrer Eltern. V.a. diese Aussage

Hier ist der wahre Sachverhalt, dass unsere Tochter immer eher zurückgezogen und "hintan" war und wir dachten eine Ausbildung gäbe ihr im Gegensatz zu einer Schule das nötige Rüstzeug um sich selbst versorgen zu können

lässt ja darauf schließen, dass ihr ihr im Grunde noch nie besonders viel zugetraut habt (vielleicht wart ihr auch etwas enttäuscht von ihr?), oder? Sowas schmerzt natürlich von den eigenen Eltern...

Ich will damit nicht sagen, dass du und dein Mann allein verantwortlich für das alles seid. Aber wenn sich deine Tochter heute so verhält, dann hat das sicherlich Gründe, die auch in eurem Verhalten zu suchen sein könnten.

eFlamxar


Kurzum, ich weiß nicht mehr, was ich [...] machen soll.

nun, um sich anwaltsauskünfte zu holen, braucht deine tochter doch keine zustimmung von irgendwem, schließlich ist sie doch volljährig? was ihr tun könntet, wenn sie sich diesbezüglich ungerecht behandelt fühlt: schon jetzt mit beiden kindern zusammen eine regelung finden, die diese erbfragen fair löst.

was das restliche zwischenmenschliche angeht, ist hier ja schon viel gutes gesagt worden.

a1nnarcettxo


ich finde den Beitrag von s.wallisii auch super!!!

Ich kenne einen Haufen Beispiele von Eltern, die meinen, ach so schlimme Kinder zu haben. In den Fällen die ich kenne sind es immer die Eltern, die problematisch sind, nicht auf das Kind eingehen und kein Verständnis für deren Individualität haben.

Für die Tochter war es bestimmt sehr schlimm, auf die falsche Schule zu gehen, eine ungeliebte Ausbildung machen zu müssen, das Abitur mühsam nachzumachen - was ja immer viel schwerer ist, als es gleich zu machen.


Und nein, ich bin kein verzogener Teenager - ich bin 45 Jahre alt und Mutter eines Teenagers

@:)

Lrad2ySue


Ich frage mich, warum man in dem Alter wieder ins Elternhaus zurück zieht, obwohl man den Eltern "keine 3 Meter über den Weg traut".

Ebenso finde ich dies hier:" Anwaltsausünfte bezüglich Erbrecht, Eigentumsanteil , Überschreibungen pipapo"... auch ziemlich happig, ebenso den Ausbau des Dachbodens einfach mal so zu verkünden.

Das Haus gehört Euch und sie hat gefälligst erst zu fragen.

Grundsätzlich bin ich nicht bereit, den Eltern immer alle Schuld aufzubürden – eine 27-jährige sollte genügend Potential zur Selbstreflektion haben und man muß sich als Eltern von seinen erwachsenen Kindern durchaus nicht alles bieten lassen.

Bei Deiner Tochter bzw. in Eurer Eltern-Kind Beziehung scheint aber schon recht früh etwas ziemlich schief gelaufen zu sein, da sie sich ja nicht erst seit heute – sondern schon immer als Benachteiligte in der Familie empfindet.

Warum?

Wieso sie gegenüber Menschen, die sie nicht mag oder von denen sie sich in ihrer Vergangenheit schlecht behandelt fühlt, so nachtragend, unversöhnlich oder neidisch ist, vermag ich nicht zu sagen.

Ich kann auch nicht beurteilen, ob Euch beiden vlt. mal eine gemeinsame Therapie (Mutter/Kind) gut täte, um eben die Vergangenheit aufzuarbeiten oder die Tochter alleine.

Ich kann mir allerdings vorstellen, dass eine Gesprächsbegleitung durch eine unparteiische fremde Person hilfreich wäre, um die jeweiligen festgefahrenen Sichtweisen zu verändern bei euch beiden – oder auch auch gleich die ganze Familie mit ins Boot zu holen, denn ihr seid ja nicht glücklich miteinander – im Gegenteil, die Situation ist recht belastend für Dich.

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Ich bin sehr zwiegespalten:

Einerseits fallen schon Aspekte auf wo ich denke, dass einige Vorwürfe Eurer Tochter berechtigt sind. Wo ich dann aber eben mehr Distanz ihrerseits für eine "gesunde" Reaktion halten würde. Wo – zumindest basierend auf Deiner Schilderung – ihr Misstrauen aber auch schon ungesunde Ausmaße annimmt.

Und:

Auffällig ist dieser extreme und weit zurückreichende Groll. Und sollte sie wirklich hinter best. Dingen (Anzeige, zerstochene Reifen) stecken, ist das ein echtes Warnsignal.

Letztlich kann man Dir nur raten:

In guter Gesprächsatmosphäre vielleicht auch mal Einsicht zeigen (bzgl. Ausbildung). Da – wenn ruhiges Gespräch möglich – durchaus mal DEINE Perspektive schildern, aber eben auch IHRE anhören und ggf. signalisieren, dass es Eurerseits nicht so gemeint war. Sowas Klärendes halt.

Aber auf irgendwie emotional geladene und suspekte Anschuldigungen gar nicht weiter einsteigen. Da muss man halt die Balance finden, irgendwie.

Und sollte sie sich zunehmend auffällig verhalten, bleibt leider wohl nur noch mehr Distanz, dne Kontakt zum zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienst.

Denn so ganz tief in meinem Hinterkopf klingelt ein Warnsignal was sagt, dass es allererste Anzeichen einer wahnhaften Entwicklung sein KÖNNTEN. Diese Veränderungen & das Alter sind halt mögliche (nicht eindeutige!) Hinweise... Aber da bleibt nur abwarten...

Cnha@rliex.3


@ LadySue

Ich frage mich, warum man in dem Alter wieder ins Elternhaus zurück zieht, obwohl man den Eltern "keine 3 Meter über den Weg traut".

Ebenso finde ich dies hier:" Anwaltsausünfte bezüglich Erbrecht, Eigentumsanteil , Überschreibungen pipapo"... auch ziemlich happig, ebenso den Ausbau des Dachbodens einfach mal so zu verkünden.

Das stimmt schon...

Doch wenn die Tochter bisher so an ihre Eltern gekettet war, dass sie die Abnabelung nicht geschafft hat ist es wiederum erklärbar. Und ein nicht abnabeln können der Kinder liegt meistens an den Eltern. Aber ich will mich nicht zu tief in Spekulationen ergeben.

K*le9ixo


U.W.

Für mich sind das hier zwei Probleme: die Erziehung Deiner Tochter und ihre Behandlung damals und ihr jetziges Benehmen.

Bezüglich ihrer Wahrnehmung, gibt es zwei -, drei oder je nachdem wie viele Beteiligte – Wahrheiten. Es ist absolut kein Widerspruch Dir zu glauben, dass Du immer das Beste für Deine Tochter wolltest und nach Deinem Ansinnen auch sie dorthin unterstützt hast, damit sie lernt selbständig zu überleben. Genauso ist es aber so, dass sie schon als Kind das Gefühl hatte immer die zweite Geige zu spielen und dass ihr der Bruder immer vorgezogen wurde. Da sehe ich es auch so, dass es hier doch gar nicht darum geht zu argumentieren, dass sie doch alles falsch aufgefasst hat, denn so etwas gibt es nicht. Das, was Du und Dein Mann erreichen wolltet ist nicht angekommen. Das ist für manche Eltern manchmal sehr überraschend und bitter, aber es ändert nichts an dem Gefühl, dass dieses Kind gehabt hat. Es ist bei ihr angekommen, dass es da eine Dreiertruppe gibt, die sich gut versteht und sie ausgeschlossen wird/ist. Ich kenne solche Situationen sehr gut – wahrscheinlich die meisten. Es ist sogar möglich, dass Du nichts hättest tun können, damit es bei ihr so ankommt, aber auch das ändert einmal nichts an diesen beiden Wahrheiten.

Durch Interesse, Zuhören und gegenseitige Auseinandersetzung könnten zumindest mal alle Beteiligten dorthin kommen, die anderen zu verstehen und zu akzeptieren: Ja, ich verstehe, dass Du Dich allein gelassen gefühlt hast, dass Du Dich nicht geliebt gefühlt hast, etc. etc.. Da geht es zuerst mal nicht um gut oder schlecht, sondern einfach auch zu akzeptieren, dass sich Deine Tochter so gefühlt hat. Was jetzt noch hinzukommt ist scheinbar, dass sie mit ihren 27Jahren noch immer in diesem Kindverhalten ist und diese Enttäuschung noch nicht verarbeitet oder aufgearbeitet hat. Sie hat noch nicht gelernt zu differenzieren, auch wenn Ihr Euer Verhalten mittlerweile geändert haben solltet, denn so habe ich Dich verstanden. Obwohl, es klingt schon auch, dass Du sie immer noch als Kind ansiehst und nicht wie eine Erwachsene, der Du auch vertraust, dass sie ihr Leben im Griff hat.

Das andere ist ihr Benehmen jetzt – denn wer jetzt in Eurem Haus wohnt, wem ihr welche Rechte überträgt, das ist nun wirklich Eure Sache. Umgekehrt ist sie ja nicht einfach mal wieder eingezogen, sondern ihr habt sie einziehen lassen. Finde ich jetzt auch etwas komisch, dass das nicht irgendwie vorher besprochen wurde. Aber nun gut. Ob sie sich nun von einem Anwalt beraten lässt oder nicht, dass ist ja ihre Sache. Umgekehrt werdet Ihr Euch ja hoffentlich auch beraten haben lassen bzw. Gedanken gemacht haben, ob und was ihr Euren Kinder vermachen werdet und was eben die Pflichtteile sind. Denn sonst scheinen ja die Ausbaumöglichkeiten für beiden ja jetzt klar zu sein, wobei ich mich frage, wie das gut gehen soll, wenn Eure Tochter eigentlich niemandem in dem Haus wirklich wohlgesonnen ist. Also das würde ich mir vorerst einmal sehr überlegen. Nicht, um keine Lösung zu suchen, sondern weil ich mir diese Lösung alle in einem Haus recht schwierig, wenn nicht unmöglich vorstelle, wenn sie solche Aggressionen gegen Euch und auch ihren Bruder hegt.

Vor allem aber hieße es aus meiner Sicht loslassen:

Kurzum, ich weiß nicht mehr, was ich mit dem Mädchen machen soll. Dass sie zur "Dorfhexe" wird, das möchte ich natürlich auch nicht. aber ich muss zugeben, manchmal macht mir meine eigene Tochter richtiggehend Angst.

ihr mit Respekt begegnen und Vertrauen, dass sie weiß, was sie tut, denn dass ist ja etwas, was sie nicht bekommen hat. Du brauchst also mit "dem Mädchen" nichts in dem Sinne zu tun, denn entweder ist sie schon eine "Dorfhexe", wird eine oder wird nie eine. Darauf hast Du keinen Einfluss mehr und ich an Deiner Stelle würde mir auch um solche Dinge keinen Kopf mehr machen. Hingegen um Eure Beziehung schon, denn man kann die schon noch – natürlich wenn alle Beteiligten wollen – verbessern. Allerdings nicht über das schlechte Gewissen, was nun damals war.

S#arah^_Mc


Auch ich bin zwiegespalten.

Finde es äußerst problematisch, wie die Eltern hier gleich als lieblos bzw. als halbe Diktatoren abgestempelt werden.

Bspw. die Entscheidung für eine Schule - die treffen Eltern eben, wenn Kinder 9, 10 Jahre alt sind. Auch meine Eltern haben damals eine falsche Entscheidung getroffen, so dass ich trotz Gymnasialempfehlung mein Abitur erst mit nem Umweg über die Realschule machen konnte. Aber sowas muss man den Eltern nicht ewig vorhalten! Sie wollten das Beste für mich.....

Auch diese Angst um das Erbe ist mir nicht sympathisch. Die Eltern können erstmal mit ihrem Eigentum machen was sie wollen und müssen sich nicht rechtfertigen! Sie LEBEN ja......

Auf der anderen Seite finde ich es sehr traurig, weil sich die Tochter offensichtlich sehr ungeliebt und zurückgestoßen fühlt......

SGhodxai


Aber sowas muss man den Eltern nicht ewig vorhalten! Sie wollten das Beste für mich.....

Wenn man als "hintan" von dem eigenen Elternteil bezeichnet wird, liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass das Kind diese unterschwelligen (oder offensichtlichen) Botschaften mitbekommen hat. Die Vorwürfe der Tochter kommen wahrscheinlich nicht von ungefähr.

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