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Kontrollsucht?

N8o'ireLoouxve hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich bin seit ein paar Monaten beruflich in einer neuen Situation: aus dem Studium ins Referendariat. Dass diese Zeit sehr anstrengend und intensiv werden würde, dass war mir vorher auch schon klar. Allerdings gibt es seit dem doch recht viele Tage, an denen es mir psychisch deutlich schlechter geht, als ich mir das zu Beginn des Referendariats vorgestellt hatte.

Gestern ist so ein Paradebeispiel dafür: Der Tag war eigentlich ganz ok. Es gab keine wirklichen Schwierigkeiten, aber es lief nicht wirklich rund und ich hatte das Gefühl, dass ich meine Arbeit einfach nicht gut genug gemacht habe. Selbst solche eher normalen Tage können dann dazu führen, dass ich völlig in Selbstmitleid versinke und an meinen Fähigkeiten total zweifle. Ich habe schon oft mit anderen Referendaren und Kollegen geredet – die mich soweit kennen, dass sie schon einschätzen können, ob ich für den Beruf geeignet bin oder eher gar nicht. Jedesmal wurden meine Selbstzweifel versucht zu zerstreuen, aber an Tagen wie gestern kommen sie mit so einer Wucht zurück, dass ich es nicht schaffe mich dagegen zu wehren.

Mein Partner hat mich gestern versucht aufzufangen – teilweise ist es ihm schon gelungen, aber die Angst und das schwere Herz konnte er mir nicht nehmen. Ich habe so einen Schiss vor dieser Angst... Ich habe gestern so viel geweint, dass es die Situation überhaupt nicht wert ist.

Wir haben dann überlegt, in welchen Situationen ich sonst so reagiere und auch vor dem Referendariat reagiert habe. Letztendlich ist es immer dann so, dass ich in Panik verfalle, wenn ich das Gefühl habe die Kontrolle über eine Situation zu verlieren – wenn ich das Gefühl habe keinen Einfluss mehr zu haben.

Ich komm dann alleine aus diesem Gedankenteufelskreis nicht mehr heraus – hole mir oft Hilfe, aber auch das führt dazu, dass ich immer mehr an mir zweifle: für andere nicht gut zu sein, meinem Partner nicht gut zu tun, hilflos zu sein. Ich würde es so gern allein schaffen.

Vielleicht hat jemand einen Rat für mich?

Antworten
Drie Sejhelrxin


Letztendlich ist es immer dann so, dass ich in Panik verfalle, wenn ich das Gefühl habe die Kontrolle über eine Situation zu verlieren – wenn ich das Gefühl habe keinen Einfluss mehr zu haben.

bist du denn mal einen schritt weitergegangen (in gedanken), was dann passieren könnte – eben wenn du die kontrolle verlierst?

ich habe für mich nämlich eine "technik" gefunden, dass ich nicht stehenbleibe beim gedanklichen angstmoment, sondern das mal weiterspinne... und dann überlege, wo ich immer noch gelegenheit habe zu steuern... oder mir tatsächlich mal den schlimmsten enzunehmenden fall durchspiele.

das klingt zwar ein wenig strange, hilft mir aber sehr gut :)z

N}oir4eLouxve


Hallo Seherin,

ja, den Tipp habe ich von einer Freundin auch schon bekommen. Ich weiß also was du meinst.

Ich glaube, dass dieses stehenbleiben auch tatsächlich eines meiner "Hauptprobleme" ist. Die Gedanken drehen sich dann wie wild im Kreis und verursachen dadurch Körperliche Symptome, die zu keiner Besserung der Situation beitragen.

Teilweise versuche ich diese Technik einzusetzen und überlege was jetzt das schlimmste anzunehmende wäre... In der Regel klingt das dann auch schon weniger Besorgniserregend – nur irgendwie schaff ich es nicht diesen Gedanken dann wie eine Felswand vor dem Angst-Monster stehen zu lassen... weißt du was ich meine? Sobald ich mich nicht mehr darauf konzentriere, dass es nicht so schlimm werden kann – wie es die Angst mir einredet – kommen die negativen Gedanken wieder.

Ich werde es mal noch gezielter versuchen... Danke für den Hinweis....

DNie Sehberixn


Ich werde es mal noch gezielter versuchen...

das kannst du aktiv trainieren! mach da für dich ein ritual draus... auch, wenn du dir am anfang ein wenig bescheuert vorkommst ;-)

die alternative wäre doch, dass du irgendwann sonst tatsächlich die angst gewinnen lässt und dann erst die wirklichen drohszenarien eintreffen!

N=oir2ebLCouxve


Vielen Dank, dass du so schnell schon wieder geantwortet hast. :-)

Wie könnte so ein Ritual aussehen ??? Ich habe da echt gerade zu wenig Fantasie für.... weil ja die Ursachen auch immer etwas anders sind. Einfach so eine Art Spruch für mich, den ich jeden Morgen laut sage...und ein schönes Lied dabei höre??

Weißt du, ich habe halt manchmal das Gefühl, dass es einfacher wäre die Angst gewinnt einfach... der andere Weg scheint mir gerade sehr mühselig... Aber ich weiß, dass ich das irgendwann bereuen würde

DPie WSehexrin


ach, so mühselig ist das gar nicht, wenn du dir dein ritual erst mal verinnerlicht hast!

das bestimmte lied und darüber nachdenken, vor was man heute angst haben könnte, ist ein gutes beispiel (wobei ich ja dann irgendeinen schwungvollen song netter fände)

wie fährst du denn zum job? ich darf jeden morgen bis zu einer bestimmten u-bahn-station an daheim denken und dann muss ich micht der arbeit stellen... auf dem rückweg ist es anders rum.

du kannst dir auch jeden morgen einen bestimmten satz im spiegel sagen...

... was auch immer... es sollte einfach dir entsprechen!

N\oiWrteLxouve


Das kingt machbar... schön, dass du da aus dem Nähkästchen geplaudert hast.

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