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Das Gefühl, allein auf der Welt zu sein

KLleinXesrmuckchxen hat die Diskussion gestartet


Kennt jemand das Gefühl, plötzlich ganz allein auf der Welt zu sein ?

Nach Verlust beider Eltern und auch der Arbeit vor mehreren Jahren, entwickelt sich ein seltsames Verhalten.

Keinerlei Antrieb, Kontaktscheue, Freudlosigkeit, Weinkrämpfe, Angstzustände.

Aufgrund der Arbeitslosigkeit ziehen sich bisher gute Bekannte zurück und schauen weg, wenn es jemanden nicht gut geht.

Mir ist klar, dass man um solche Menschen nicht trauern muss, denn sie sind es nicht wert.

Man erwartet auch nicht, dass man von jemand behütet wird.

Aber es ist einfach mal an den anderen denken und mal "horchen", wie es geht.

Eigene Kinder gibt es nicht, nur ein Geschwisterteil, das lebenslang nur gedemütigt hat und dies bis heute in der Öffentlichkeit fortsetzt.

Vielleicht hat sich diese Belastung der lebenslangen Demütigung nun zu einem Problem entwickelt ???

Kontakt zu dem einzigen Geschwisterteil besteht nicht.

Ist ein Mensch nichts mehr wert, nur weil er nicht mehr arbeitet ? Ich bin kurz vor der Rente.

Hat man erst als Rentner wieder einen normalen Status ???

Mit einem Arzt habe ich noch nicht über diese Probleme gesprochen.

Aber die zunehmende Verschlechterung des eigenen Verhaltens macht schon Ängste.

Kein Mensch kann ohne Kontakte und isoliert leben.

Wäre in meinem Fall eine sozialpsychiatrische Beratungsstelle sinnvoll ???

Über Erfahrungen und Ratschläge würde ich mich freuen.

MfG

Antworten
m`ond+xsterne


ich hatte auch einmal dieses Gefühl, allein auf der Welt zu sein. Ich war ein junger Erwachsener, nachts allein in freier Natur. Und ich spürte, ich bin nicht nur allein in der Natur, ich bin allein auf dieser Welt. Da ist niemand mehr über mehr, nur noch die Sterne. Da ist niemand, der für mich sorgt, ich muss von jetzt an für mich selber sorgen. Und wenn ich nicht auf mich selbst aufpasse, passt niemand auf mich auf. Es war ein unheimliches Gefühl, ein beängstigendes Gefühl. Der Wunsch nach einem sicheren Halt, den es nicht wirklich gibt. Auch wenn dieses Gefühl jetzt im Alltagsgetrubel meistens untergeht, es ist im Grunde immer da. Ich finde es schöner mit diesem Gefühl zu leben, versuchen es auszuhalten, als vor ihm davonzulaufen. Weg bekommt man es wohl kaum, denn es ist in einem gewissen Sinne einfach nur die Wahrheit.

Wäre in meinem Fall eine sozialpsychiatrische Beratungsstelle sinnvoll ???

Ja, ich glaube, in Deiner Situation ist jede Initiative gut. Hast Du noch weitere Ideen?

SwirTe>lemark


Wenn du keinen neuen Arbeitsplatz findest, gäbe es vielleicht die Möglichkeit, etwas Ehrenamtliches zu machen? Dann hättest du wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen und wärst ausgeglichener, weil du etwas Konstruktives bewirkst.

K)lein<esmuvckchexn


Um Arbeit finden geht es hier weniger.

Mit Anfang 60 auch sehr schwer.

Klar, wären durch Arbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit wieder Kontakte möglich.

Diese beschränken sich aber dann auf die Zeit während der Tätigkeit.

Es entwickeln sich aber zunehmend wie schon im Eingangsbeitrag genannt, psychische Probleme und neuer Stress durch Arbeit o.ä. wäre nicht gut.

Es sind ja nicht umsonst viele arbeitsunfähig, wegen psychischer Probleme.

Es geht mehr um das wegschauen vom bisherigen Umfeld, was eigentlich immer sehr gut war.

Nachbarn u.ä.

Aber wie sagt man immer:

In der Not erkennt man die besten Freunde !

Ob Selbsthilfegruppen o.ä. hilfreich sind, dafür fehlt mir die Erfahrung.

Anderen ihre Probleme anhören, sehe ich nicht als Hilfe ?

Es fehlt einfach der Halt und mal mit jemand zu reden, der Überblick hat und Verständnis für Krisen hat und nicht wegschaut.

m7oPn)d+s|t<erne


Ob Selbsthilfegruppen o.ä. hilfreich sind, dafür fehlt mir die Erfahrung.

Ich find's hilfreich. Hängt natürlich vom Einzelfall ab, ob Du mit den Leuten klarkommst.

E7leoxnora


Klar, wären durch Arbeit oder ehrenamtliche Tätigkeit wieder Kontakte möglich.

Diese beschränken sich aber dann auf die Zeit während der Tätigkeit.

Das ist nicht gesagt. Durch gemeinsame Interessen und gemeinsames Engagement kann sich tiefe Freundschaft entwickeln. Man muss es nur versuchen. :)z

kzeepsHmyilNingx1


Was machst du in deiner Freizeit, hast du Hobbies?

Ich finde die Idee gar nicht schlecht sich ehrenamtlich zu betätigen, da lernt man viele neue Leute kennen und vielleicht ist auch jemand dabei, mit dem man auf einer Wellenlänge ist.

Wie sieht es mit Freunden aus?

In Selbsthilfegruppen werden nicht nur Probleme gewälzt. Es hat auch dort Raum und Zeit für andere Gespräche.

Ich glaube, du mußt nur den inneren Schweinehund überwinden und versuchen, aus deinem Schneckenhaus zu kommen @:)

k!amik"aze


Kleinesmuckelchen

Nach Verlust beider Eltern und auch der Arbeit vor mehreren Jahren, entwickelt sich ein seltsames Verhalten.

Keinerlei Antrieb, Kontaktscheue, Freudlosigkeit, Weinkrämpfe, Angstzustände.

Aufgrund der Arbeitslosigkeit ziehen sich bisher gute Bekannte zurück und schauen weg, wenn es jemanden nicht gut geht.

Mir ist klar, dass man um solche Menschen nicht trauern muss, denn sie sind es nicht wert.

Ich dachte nach dem ersten Lesen erst, Du bist in meinem Alter. Aber Du bist Anfang 60, da ist es der Gang des Lebens, dass die Eltern irgendwann sterben bzw. vor ein paar Jahren gestorben sind. Der Verlust schmerzt trotzdem, allerdings klingt Dein Text nach meinem Geschmack nach einer gewissen Abhängigkeit, die über die Trauer hinausgeht. Auch der Arbeitsplatz: Klar ist das hart, aber Du schreibst, dass das auch schon mehrere Jahre her ist und sich die Bekannten nun "aufgrund der Arbeitslosigkeit" zurückziehen. Das klingt für mich, als ob das ein akutes Problem ist, was Dir zu schaffen macht. Ich habe insoweit dann Zweifel, dass der Rückzug an Deiner schön länger währenden Arbeitslosigkeit liegt und nicht vielmehr daran, dass Du seit Jahren so bist: Keinerlei Antrieb, Kontaktscheue, Freudlosigkeit, Weinkrämpfe, Angstzustände.

Falls ich Deinen Beitrag richtig verstanden habe, kann ich schon nachvollziehen, dass auch gute Freunde irgendwann aufgeben. Dann zu sagen "Die sind es nicht wert" halte ich für einseitig und ungerecht – ich würde Dir ans Herz legen, Dir therapeutische Hilfe zu suchen und Deine Bekannten nicht so schnell abzuschreiben. Freunde sind rar gesät, vielleicht möchtest Du Dir auch einmal deren Seite anhören, bevor Du sie fallenlässt.

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