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Olanzapin / Zyprexa ausschleichen / absetzen

DNiscretTiatxus hat die Diskussion gestartet


Hallo erstmal,

ich habe eine Frage zu meinen Medikamenten. Nehme seit 2 Monaten in relativ schwankenden Dosen Olanzapin + seit ca. 3 Wochen Sertralin / Tresleen. Anfangs 5mg/Tag , jedoch relativ schnell reduziert auf 1,25 mg/Tag – innerhalb von 3 Wochen.

Nachdem ich mich aber absolut nicht wohl fühlte dachte ich es vlt ganz absetzen zu können – es war immerhin in den ersten 2 Tagen eine Besserung wahrzunehmen. Fühlte mich einfach wieder wie ich selbst. Viel authenthischer und realer. Dachte schon, ok das wars. Dann der Rückfall > Panikattacke, Krankenhaus und auf Empfehlung vom Psychiater wieder 5mg/Tag.

Zur Geschichte:

Hatte vor 2 Monaten eine Panikattacke mit psychotischen Begleiterscheinungen aufgrund übermäßigem Cannabiskonsum.

War über 5 Jahre starker Konsument von Cannabis – im Schnitt 1 Gr. pro Tag. Zuvor 5 Jahre regelmäßig aber nicht so intensiv gekifft.

Seit der Attacke im Jänner absolut weg vom Cannabis, dafür jetzt Olanzapin – das mir Sorgen macht.

Derzeit nehme ich 2.5mg/Tag – verteilt auf jeweils 1,25 nach dem Aufstehen und 1,25 am Abend. Tresleen soll zur Stimmungsaufhellung mit 50mg am Morgen genommen werden. Wird auch konsequent gemacht – Erfolg bisher eher minimal bis gar nichts.

Ich frage mich jetzt wie ich am besten das Olanzapin ausschleichen kann. Hat da jemand Erfahrung damit? Bitte keine Horror-Geschichten, davon liest man genug im Netz. Eine Erfolgsgeschichte wäre hilfreich :-)

Merke schon dass ich durch die geringere Dosis wieder mehr ich selbst bin, aber es machen sich auch NW breit – mehr Gedankenkreisen und Unsicherheit ob mein Vorgehen das richtige ist. Wenn ich aber höhere Dosen nehme bin ich eher wie ein Zombie. Vor allem wenn ich alleine bin, in Gesellschaft bzw. wenn ich beschäftigt bin geht alles relativ gut.

Schlaf ist noch immer viel mit ca. 10 Stunden am Tag, wobei ich manchmal wach werde und dann komische Gedanken hab die ich aber fast nicht fassen kann. Träume ziemlich viel – was wahrscheinlich normal ist nach solange Kiffen wo ich nie geträumt habe.

Hatte vor 3 Wochen den Versuch gemacht es von 1,25mg/Tag ganz abzusetzen was mit einer weiteren Panikattacke "belohnt" wurde. Daher bin ich jetzt vorsichtig mit dem Absetzen. Vielleicht ein paar Tips?

Wie lange soll ich jetzt auf 2.5mg bleiben bis ich runtergehe? Bitte schreibt ein paar Erfahrungen und Ratschläge.

Vielen Dank schon mal, beste Grüße Sebastian

Antworten
Oupt4imi}sm(us


Discretiatus

Zunächst einmal möchte ich wirklich keine Horrorszenarien herauf beschwören, aber ich würde Dir ganz DRINGEND davon abraten, sowas in Eigenregie zu machen. Besprich Dich mit Deinem Psychiater, erkläre ihm Deine Beweggründe. Aber mach nicht selber solche Übungen. Die können echt ins Auge gehen.

:)*

Deisc[rettiatxus


Danke mal für die Antwort.

Das war nicht Eigenregie – meine Psychiaterin hat gemeint wir könnens absetzen.

Und die Informationen von ihr sind seeehr dürftig.

O2ptimiEsmus


Warum hast Du denn nicht nachgefragt?

D_iscre"tiaxtus


Schon nachgefragt aber die ist sehr gut im Ausweichen. Was ich entnehmen konnte war, dass es sein kann dass ich es länger nehmen muss, aber jedesmal wenn ich eine höhere Dosis nehme bin ich halt total antriebslos, und ich kann und will es mir nicht leisten jetzt 6 Monate oder so nichts zu tun. Sollte für Prüfungen lernen, aber bin einfach nicht konzentrationsfähig.

Jetzt hab ich quasi schon 2 Monate Auszeit aber keine Besserung in Sicht, das ist was mir ein wenig Druck/Angst macht.

O ptiKmisxmus


Das kann ich verstehen. Du möchtest Deine Prüfungen nicht vergeigen. Bleibt die Frage, wie hoch Deine Psychiaterin das Rückfallrisiko einschätzt. Das wäre eine mögliche Erklärung. Da Du ja schon sehr lange Cannabis konsumiert hattest, ist dies durchaus möglich, selbst wenn Du es jetzt nicht mehr nimmst.

Du schreibst, Du hattest schon einen Panikrückfall bei einem Absetzversuch. Damit kannst Du natürlich auch keine Prüfungen bestehen.

Über welchen Zeitraum hattet Ihr damals runter dosiert, vor dem kompletten Absetzen?

D@is_cre3tixatus


Danke für die Antwort.

Eine Woche ungefähr auf 1.25mg/d. Dann 2 Tage gar nix und am 2. Tag am Abend dann der Rückfall – wobei ich sagen muss dass das ein anderes Gefühl war als beim ersten Mal. Darum befürcht ich jetzt dass es sich dabei einfach um eine Absetzerscheinung gehandelt hat und nicht um einen Rückfall an sich.

Meine Psychiaterin nickt meistens nur zustimmend bei dem was ich sage und meint jetzt, ja dann verfahren wir mal so weiter. Wahnsinnig aussagekräftig und informativ :-(

Gur:eo_xl


Also, ich habe Erfahrungen mit dem Absetzen von Olanzapin gemacht. Erst waren es 40 mg/Tag, wobei ich mich als Zombie gefühlt habe, dann auf 20mg runtergeschraubt, anschlie0end 10, 5 und 0, alles auf eigene Regie, dem Arzt habe ich aber Bescheid gesagt und er musste zustimmen – er kann ja mich nicht persönlich mit diesem Gift füttern, was bleibt ihm denn...

Ich habe viele Entzugserscheinungen gehabt, vor Allem motorische Störungen – ich hatte einen Trieb nach dem Bewegen von Zehen, Fingern, habe meine Zunge irgendwie komisch im Munde gefühlt. Das hat eine Woche gedauert, die bizarre Gefühle in den Füßen und Händen dauerten noch eine Weile lang. An meinen psychischen Zustand kann ich nicht erinnern, ich habe während dieser Zeit sehr viele Bücher gelesen, so kamen auch keine störende Gedanken in meinen Kopf :)

Ich möchte sagen, dass deine Panikanfälle wohl die Entzugserscheinungen sein mögen. Versuch mal dich zu beruhigen, verliere nicht die Verbindung zur Realität, sprich die Menschen häufiger an, besuche deine Bekannten, Stammtische und was weiß ich noch.

Neuroleptika sind nicht gut, gar nicht gut. Lieber nicht-medikamentöse Therapien ausprobieren, oder pflänzliche Beruhigungsmittel(keine Homöopathie!) zu schlucken – Tee, Extrakte und so weiter.

DCis1cretxiatus


hallo greo_l

sehr ausführliche schilderung danke!

40mg ist ja wohl der hammer! aus welchem grund musstest du olanzapin nehmen?

und in welchem zeitrahmen hast du es abgesetzt?

Bücher lesen geht halt auch nicht den ganzen Tag – vor allem wenn man gedanklich ganz woanders ist :-/

MMn waren das – rückblickend – auch Entzugserscheinungen. Ist halt die Gretchenfrage.

Was für pflanzliche Beruhigungsmittel könntest du da empfehlen?

GFreo_|l


ich war einen Monat lang in Ochsenzoll mit der Psychose(keine Drogen oder Alkohol – ich weiss nicht, was es war), dann habe ich noch sechs Monate lang Tableten genommen, und einmal schien mir das Ganze genug zu sein.

Welcher tee? Mensch, geh mal im Reformhaus und schau dir die Packungen an :) Ich habe schon vergessen, es war drei Jahre zuvor. Seitdem keine Ruckfälle.

Vergiss nicht, mit den Menschen zu sprechen – das ist seeehr wichtig. Wenn du sprichst, denkst du weniger an unnötige Sachen. Und mit dem Schlafen, das war bei mir genauso wie bei dir, ich schlief 12 Stunden lang.

G9reKo_l


Ah ja, die Zeitrahmen – ich kann es nicht genau sagen, April-Oktober von 40mg bis auf 0. Ich hatte akute Psychose gehabt und im Stazionar war es mehr drin, als nur Olanzapin, "im Freien" nahm ich aber ausschließlich Olanzapin. Die letzte Phase mit dem Absetzen von 10 auf 5 bis 0 – 2 Wochen ungefähr, und danach während der weiteren wyei Wochen habe ich mich sehr ungemütlich gefühlt, der Kopf wurde dagegen immer klarer geworden.

Dhiscre[tiatxus


Geht mir ähnlich, ich habe auch das Gefühl dass das ganze genug ist.

Jedoch halte ich davor zurück es komplett abzusetzen, weil eben Angst vor den Entzugssymptomen da ist.

Dass es Kopfsache ist kann mir niemand erzählen da ich beim ersten mal komplett naiv davon ausgegangen bin, es geht nur mehr bergauf. Jetzt beim 2.Mal sieht die Sache natürlich anders aus. Da könnte schon der Kopf auch mitspielen.

Bei mir waren das Hitzewallungen, sehr hoher Blutdruck, wirre Gedanken, dezente Panik aufgrund der körperlichen Zustände. Wenn ich in Bewegung war oder unter Gesellschaft war alles nur halb so wild (halb ist stark untertrieben). Nur alleine ist der Zustand nich auszuhalten.

Hab schon überlegt meine "Notfalltabletten" – hab noch 3 Stk. Lorazepam – zum Ausschleichen zu verwenden, um das gröbste gar nicht mitzukriegen... weiß nicht ob das ratsam wäre?

Aber gut zu hören, dass du das überstanden hast ohne Rückfälle!

G/reyo_l


Ja, ich kenne das auch... Schade, dass es nicht so leicht weggeht. Ich kann dir sagen, dass mit dem Angst es ist so eine Sache, wie mit Asthma – man kann die Anfälle unter kontrolle bringen, ist zwar nicht so leicht, aber immer noch machbar. Und dann kommt man durch.

Man muss es können, mit dem Angst umgzugehen. Das ist sehr schwierig und grausam, aber... Nur du kannst es schaffen. Meine zwei Tablette von Tavor(Lorazepam) liegen unberührt, ich habe sie nicht gebraucht, weil sie halt "die letzte Rettung" gedient haben – und ich habe mich immer gefragt, ob es wirklich das Schlimmste ist, was ich gerade gefühlt hatte, und die Antwort war immer "nein".

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