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Die Suche nach dem Zu Hause

Arpfelkvuchexn007 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe stets das Gefühl , dass mir etwas fehlt und ich bin auf der Suche nach einem Ort, der sich für mich wie ein Zu Hause anfühlt. Ich habe so eine Sehnsucht in mir, die immer da ist und nie schwächer wird. Was ist das und wie kann man sowas wegkriegen?? Geht das überhaupt?? Früher habe ich gedacht, das legt sich später, aber das tut es nicht. Dann habe ich gedacht, dass ich wirklich einen Ort finden muss, der sich für mich wie ein Zu Hause anfühlt, ich überlegte und suchte. Aber dann dämmerte es mir langsam: Du musst gar nichts finden, es ist nur dieses verdammte Gefühl, das nicht weggehen will und im schlimmsten Fall suche ich mein Leben lang nach etwas, das ich nie bekommen werde, weil dieses Gefühl nach mehr schreit! Was meint ihr, woher das kommt?? Ich bin Scheidungskind, eine richtige Familie habe ich nicht bzw. die Familienangehörigen sind alle(!!) stark psychisch krank und seit meiner frühester Kindheit hatte ich eben keine (normale/gesunde) Familie, war auf mich allein gestellt. Also so betrachtet bin ich alleine. Kommt dieses Gefühl ( der Schrei der Seele nach einem Heim) daher?? Und wie kann ich es loskriegen??

Antworten
A.pfel\kuchenp00x7


Hat niemand einen Tip oder was ähnliches erlebt?? ???

a ug;233


Ob Dir meine Erläuterung hilft, das kann ich nicht voraussehen. Das Zuhause verbinde ich seit vielen Jahren nicht mehr mit der Familie und einem intakten Geburtshaus und vielen Jahren darin. Das Haus hätte das klassiche Zuhause sein können. Ging dann verloren.

Danach war ein Zuhause der Ort, an dem ich eine handvoll Menschen kannte und in dem ich auch in Gartenarbeitskleidung in den nächsten Lebensmittelladen gegangen bin um etwas zu holen. Das hat sich einige Male wiederholt. Das Zuhause verbinde ich überwiegend mit Gegenständen und der von mir selbst geschaffenen Umgebung; in einer Mietwohnung ist das zumindest die Einrichtung. An Menschen knüpfe ich das Zuhause nicht sehr eng, denn die kann man am ehesten verlieren.

L3adyxM


Hast du denn einen Partner? Wie wohnst du? Hast du Freunde in der Nähe?

Ich kenne das ein wenig, aber aus anderen Gründen. Ich habe Migrationshintergrund, lebe aber schon fast mein ganzes Leben in Deutschland, wo ich aber so oft umgezogen bin, dass ich auf die Frage "Woher kommst du?" nie wirklich eine Antwort weiß.

Jetzt leben ich aber schon lange in einer Wohnung mit meinem Partner und betrachte diese als Zuhause. Dabei ist mir auch die Stadt egal. In der aktuellen fühle ich mich fremd, in der nächsten wird es auch so sein. Ab und zu bin ich irgendwo durch die Straßen gelaufen, wo ich mich richtig wohl gefühlt habe. Aber da gibt es auch nicht DIE Stadt.

Ich glaube, wenn man anerkennt, dass man keine "Wurzeln" hat und diese Sehnsucht als Bereicherung ansieht (man lernt so viele Gegenden kennen!), dann geht es einem besser ;-)

A!p/fe:lkuch#en0x07


Hallo aug233,

Danke für deine Antwort! Das ist eben diese üble Sehnsucht bei mir. In meinem Alter reden auch viele davon, dass sie am Wochenende oder sonstwann nach Hause fahren und sprechen immer von zu Hause und der Familie . Ich werde auch gefragt, ob ich denn mein Zu Hause oder Familie vermisse ( wohne in eigener Wohnung). Das fühlt sich dann alles seltsam an und ich fühle mich heimatlos.

ANpfe6lkuc[hen0x07


Hallo LadyM,

nein, habe keinen Partner, weiß ehrlich gesagt nicht, ob sich damit diese Sehnsucht legen würde und ich fürchte wahrscheinlich nicht, denn ein Partner ist auch nicht "sicher" oder für immer. Mit Freunden ist es auch schwierig, da ich wie du oft umgezogen bin ( schon während der Kindheit) und dauernd Freundschaften abgerissen sind... . Habe mir immer neue aufbauen müssen und dann waren sie wieder weg. Naja und so deht sich das, lerne neue Leute kennen usw. . Also habe ich wohl keine Wurzeln... . Traurig.

a1ugT233


Also ist es wichtig, die eigene Wohnung mit ihrem Umfeld zu einem "Zuhause" zu entwickeln. Dazu gibt es viele Möglichkeiten, die hängen von den jeweiligen Einzelheiten ab.

S[plitRtersexele


Das ist ein ganz schwieriges Thema, Apfelkuchen.

Ein bekanntes Sprichwort sagt: "Zu Hause ist, wo es am schönsten ist."

Ich war damals zum ersten Mal bei meiner Partnerin, bin nach 350km aus dem Auto geklettert, bin das Haus rein und habe mich sofort zu Hause gefühlt. 4 Wochen später bin ich mit Sack und Pack umgezogen. Ich habe mich nie "kompletter" und "mehr zu Hause" gefühlt.

Da du nach einem Tip gefragt hast... Du solltest dein Leben einmal kritisch aunschauen. Oft hilft ein Zettel, den man in zwei Spalten unterteilt. In "gefällt mir" und "gefällt mir nicht". Das kannst du natürlich auch noch unterteilen in Job, Wohnort, Beziehung etc. Mir hat immer geholfen (sag ich nicht gerne, aber ist so) wenn ich solche Zettel gemacht habe und mir einen gebechert habe. Da war ich meistens ehrlicher zu mir selber und die Punkte die ich in meinem Alltag übergangen habe, kamen eher zum Vorschein.

AJpCfelGkucThenx007


Danke für die netten PNs! :-)

Was mir noch zu dem Thema eingefallen ist( hört sich viell. etwas komisch an..): Wenn ich ein Mann wäre, würde ich einfach ein paar Zeugs einpacken und um die Welt trampen, so per Anhalter, Zug , zu Fuß usw. . Was mir das geben würde? Ich weiß nicht, vielleicht eine Art Frieden?? Aber als Frau traue ich mich das nicht, ich denke, ich werde da überfallen oder beklaut, nachts im Zelt übernachten wäre mir auch zu riskant . Bewunderwert finde ich die Menschen, die man ab und an sieht, die solche individuellen Reisen machen.

s`chne'ck0e19Z85


Ich kenne diesen Schmerz und die Sehnsucht nur allzu gut – weil ich auch eine problematische Kindheit hatte und bis heute der größte Teil meiner Familie selbst psychisch mehr oder weniger geschädigt ist. Dadurch bekommt man einfach weniger Rückhalt, auch im Alltag. Ich war emotional und praktisch schon sehr früh auf mich alleine gestellt.

Was mir geholfen hat: Ich habe mir mein eigenes Nest gebaut, und so gestaltet, wie ich es wollte (warme Farben, etwas Deko, nach und nach ein paar Möbel angeschafft). Wirklich Wunder gewirkt hat bei mir die Anschaffung eines Haustieres – in meinem Fall ein Hamster.

Seitdem habe ich sehr, sehr viel weniger mit dieser Sehnsucht nach einem Zuhause zu kämpfen – einfach weil mein Tier die Familie ist, die auf mich wartet, sich über meine Zuwendung freut, und ganz einfach auch das Gefühl nicht alleine zu sein, vor allem abends. Irgendwo auch gebraucht zu werden.

Ich bin mittlerweile an dem Punkt, wo ich mich versuche, mit dem aufkommenden Schmerz abzufinden. Das heißt nicht, dass man bis ans Lebensende akut leidet (dagegen habe ich auch psychotherapeutisch angekämpft), sondern dass man die eigene Heimatlosigkeit auch wieder etwas relativ sehen kann – andere Leute haben andere Probleme, die Wunden der Kindheit sind lange her, man ist mittlerweile erwachsen und kann an der Vergangenheit auch nichts mehr ändern. Will heißen: Horch in dich hinein, was für dich "Zuhause" bedeutet und wie du deine Lebensumstände so einrichten kannst, dass du dich nicht mehr so entwurzelt fühlst.

Alles Gute! :)*

sychnec7ke1,9x85


Wenn ich ein Mann wäre, würde ich einfach ein paar Zeugs einpacken und um die Welt trampen, so per Anhalter, Zug , zu Fuß usw. . Was mir das geben würde? Ich weiß nicht, vielleicht eine Art Frieden??

Steckt dahinter vielleicht auch ein bisschen der Wunsch, einfach vor deinen Gefühlen "davonzulaufen"?

Falls ja: Das klappt nicht, selbst wenn du in Tibet oder Bolivien bist, wird es immer wieder Trigger-Situationen geben (die liebevolle Familie im Stadtpark oder so), die dir weh tun. Das Heil liegt nicht alleine in der Ferne, finde ich, denn die eigenen Gedanken nimmt man immer mit.

AApfe_lkuchEenn00x7


Hm , ja, das kann gut möglich sein, dass es eine Art Flucht wäre... . Wäre doch mal toll, sich nicht mehr mit diesem inneren Chaos beschäftigen zu müssen. Aber das kommt erstmal ja nicht in Frage.

Die Idee mit den Haustieren finde ich gut und hatte ich auch schon mal. Nur ich denke mir, wenn dann sollten es zwei Haustiere sein, da sich ein Haustier einsam fühlen könnte, wenn niemand da ist. Und naja bei zwei Haustieren muss man ja schon mehr überlegen, was das alles kostet usw. .

a_ug2x33


Ich werdet jetzt lachen, wir haben 7 "Haustiere"; wo die sind, da fühlen wir uns wohl; ohne die geht es nirgends hin. Wenn wir mal einen Tag unterwegs sein müssen, dann freuen wir uns auf diese Truppe in unserem Zuhause. Ohne diese Truppe wäre das Zuhause ohne "Seele". Dass wir selbst dieser "Seele" ein Leben geben, das ist dabei unwesentlich. Für mich ist ein Zuhause auch dort, wo ein Aluminiumtöpfchen mit Deckel (Alu von Flugzeug aus 2. Weltkrieg) steht oder die Kartoffelhacke meiner Großmutter. Es sind Kleinigkeiten an denen die Seele hängt, die aber lebenswichtig sind. Manche Dinge muss man sich auch selbst schaffen; eine Sitzbank zum Beispiel. Das eigene aktive Tun ist dabei wichtig.

Aypfe'lkucdhenx007


Hallo aug233,

als ich früher Haustiere gehabt habe, da habe ich mich auch sehr wohl und zu Hause gefühlt, nur leider leider haben meine Eltern diese entweder weggegeben oder sonst irgendwie abgeschafft. Naja, nach dieser Erfahrung ist mir schon als Kind (!) dieses zu Hause Gefühl komplett abhanden gekommen. Ich fühlte mich wohl schon als Kind heimatlos und ohne zu Hause. Auf die Eltern war kein Verlass, wenigstens waren die Tiere da und dann waren auch sie weg... . Irgendwie hatten sie es wohl nicht so mit dem Verantwortungsgefühl egal ob Kindern oder Tieren gegenüber... :|N

Deinen Beitrag mit der Katroffelhacke und dem Töpfchen hat mich erheitert :-) .

a\ug2A33


Du verstehst, dass Kartoffelhacke und Töpfchen einen Symbolcharakter haben; sie stehen beide für die Summe an positiven Erfahrungen mit Menschen und Situationen, diese Erfahrungen kann man nicht verlieren.

Ich kenne eine 91jährige alleinstehende Frau in einem Altenheim in einer ostdeutschen Großstadt. Sie hat nur wenige Dinge in das Zimmer mitnehmen können, dazu gehören ihre Spielgefährten aus der Kindheit, zwei davon weit über 100 Jahre alt, weil noch von ihrer Mutter stammend. Die kleine Gesellschaft sitzt in einem Korb an einem von mir gebastelten Tisch. Wo diese Gesellschaft sich befindet, da ist ihr Zuhause. Sie ist alleinstehend und hat nur einige Bekannte, die meisten Gleichaltrigen sind längst verstorben.

Ich vermute mal, dir wird schon etwas einfallen, was ein "Zuhause-Gefühl" fördert.

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