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Sich dem "bösen" Ex stellen?

LUadxyM hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mir schwirrt jetzt schon seit Wochen ein Gedanke durch den Kopf, für den ich mal Feedback bräuchte. Es gibt derzeit niemand anderen, den ich fragen kann, deshalb hoffe ich, dass mir vielleicht hier jemand von seinen Erfahrungen erzählen und Tipps geben könnte.

Vor nun schon 5 Jahren habe ich mich von meinem Exfreund getrennt. Die Trennung verlief für mich sehr schlimm, da ich große Angst vor ihm hatte, auch noch Monate danach. Er hatte damals gedroht, sich umzubringen, hatte mit Messern rumgefuchtelt, mir das Handy weggenommen und mich zeitweise eingesperrt, damit ich keine Hilfe holen kann usw. Beim zweiten Mal war ich vorbereitet, rief den Notruf und verließ noch am selben Tag die gemeinsame Wohnung.

Danach kehrte ich noch wenige Male zurück, um meine Sachen zu packen und zu holen, einmal war er da und drohte wieder mit allem Möglichen, es war wieder Horror für mich, ich möchte auf die Einzelheiten gar nicht eingehen.

Am liebsten wäre ich damals sehr sehr weit weg gezogen, das ging aber aufgrund meines Studiums nicht, es wurden nur wenige Kilometer, eine Stadt weiter. Ich hatte immer Angst, dass er mir eines Tages auflauert und sich rächt (auch wenn er das nie angedroht hat) oder wieder ausflippt. Ich hatte Angst, an Orte zu gehen, an denen er sich aufhalten könnte und hielt immer Ausschau, ob er da ist. Ich hatte Angst, mit dem Zug durch "seine" Ortschaft zu fahren, denn er könnte in den Zug zusteigen. Ich hatte Angst, irgendwo meine neue Adresse anzugeben (z.B. im Impressum meiner Website), denn er könnte ja irgendwann vor meiner Tür stehen. Ich wurde richtig paranoid, erschrak manchmal richtig, wenn mir jemand begegnete, der ihm ähnlich sah.

Ich habe ihn in den letzten Jahren vielleicht noch ein halbes Dutzend mal gesehen. Er mich davon nur ein- oder zweimal. Jedes Mal blieb fast mein Herz stehen, mir wurde heiß und kalt, ich zitterte. Das letzte Mal ist aber sicher schon wieder 2 Jahre her.

Vor ein paar Wochen ist mir klar geworden, dass ich ein Problem habe. Diese Angst vor ihm, vor seinen Reaktionen, hatte mich von Anfang an in der Beziehung gehalten und verfolgt mich bis heute. Ich war nach dem Ende der Beziehung sehr wütend auf mich. Dass ich das alles hab mit mir machen lassen. Dass ich die Beziehung überhaupt eingegangen war, obwohl ich von Anfang an ein schlechtes Gefühl hatte. Dass ich mich hab unterdrücken lassen, mir Allerlei verbieten lassen, mich habe zum Opfer machen lassen. Aber seltsamerweise war ich nie wütend auf ihn gewesen, bis vor diesen paar Wochen. Als mir das klar wurde, kam diese ganze Wut kurzzeitig plötzlich hoch.

Ihr merkt, dass mich das Ganze noch Jahre nach Ende der Beziehung beschäftigt. Nicht permanent, aber alle paar Monate mal. Und ich möchte endlich damit abschließen. Und: Ich möchte endlich aus meinen Fehlern lernen.

Ich dachte, das hätte ich getan, denn seither habe ich die Form von emotionaler Erpressung, die er damals bei mir angewendet hat, bei Anderen immer sofort erkannt und bin nicht mehr darauf angesprungen. Aber ich musste merken: Er, mein Ex, hat mich durch meine immer noch vorhandene Angst bis heute in der Hand. Würde ich ihm begegnen, wäre all die neu gewonnene Stärke plötzlich weg, ich wäre wieder das verschüchterte Mädchen, wie vor 5, 6, 7 Jahren.

In ein paar Monaten werde ich voraussichtlich mehrere Hundert Kilometer weit weg ziehen. Vielleicht wird es dann besser, wenn ich nicht mehr durch Déjà-Vus an bestimmten Orten hier immer wieder an ihn erinnert werde.

Aber ich habe das Gefühl, ich könnte nur richtig mit der ganzen Sache abschließen, wenn ich es endlich schaffe, mich ihm zu stellen. Wenn ich es schaffe, ihm gegenüberzutreten, ohen dabei zu zittern. Wenn ich es schaffe, ihm mal gehörig zu sagen, was er für ein A*** war und wie wütend ich auf ihn bin. Ich will nicht mehr weglaufen und mich verstecken, wenn ich ihm mal auf der Straße begegne. Ich will ihm nicht mehr diese Macht über mich geben, denn in Wirklichkeit ist doch er der "Schwächling", der es nicht geschafft hat, mich aus Liebe bei sich zu halten, sondern immer nur durch Psychoterror. Ich hätte gern eine "zweite Chance" in der Art, dass ich diesmal richtig reagiere, wenn er mich wieder bedroht, mir ein schlechtes Gewissen macht oder Ähnliches.

Ich würde mich gern mit ihm treffen. Zuerst dachte ich daran, jemanden mitzunehmen, der im Hintergrund aufpasst, falls die Situation wieder eskalieren sollte. Aber dadurch würde ich mich ja doch wieder in die Opferrolle begeben, wenn ich ausstrahle, dass ich beschützt werden muss? Also doch allein. In Wirklichkeit bin ich ihm auch gewachsen, das muss ich nur noch verinnerlichen.

Ich bin mir unsicher. Unsicher, ob es mir danach wirklich besser geht. Ob es nicht der falsche Weg ist. Oder ob es einfach noch zu früh. Mich meiner Angst zu stellen hat mir aber bereits in vielen Situationen geholfen. Vielleicht wäre es also doch genau das Richtige?

Was haltet ihr davon?

Antworten
K`Emelf0x07


Ich verstehe deine Intension und kann sie auch sehr gut nachvollziehen. Vermutlich würde es dir sogar helfen.

Die Frage die sich mir stellt: Wie willst du das umsetzen? Also ich meine, wie willst du ihn dazu bringen, sich mit dir zu treffen? Ich weiß ja nicht, wie er mittlerweile dazu steht, aber hätte er überhaupt noch Interesse daran, dich zu sehen? Würde er sich nicht arg wundern, dass du dich plötzlich bei ihm meldest? Und du kannst ja schlecht mit den Worten kommen "Hey, lass mal treffen, ich will dir mal richtig die Meinung geigen".

Kzrüme^l00x7


mäh...."Intention" sollte das werden....

LyadyBM


Die Frage die sich mir stellt: Wie willst du das umsetzen? Also ich meine, wie willst du ihn dazu bringen, sich mit dir zu treffen? Ich weiß ja nicht, wie er mittlerweile dazu steht, aber hätte er überhaupt noch Interesse daran, dich zu sehen? Würde er sich nicht arg wundern, dass du dich plötzlich bei ihm meldest? Und du kannst ja schlecht mit den Worten kommen "Hey, lass mal treffen, ich will dir mal richtig die Meinung geigen".

Ja, auf letzteres würde er sich vermutlich nicht einlassen ;-D Es ist so, dass sich durchaus ein oder zwei Vorwände finden ließen, wieso er sich mit mir treffen sollte. Ob er das tatsächlich tut, ist aber natürlich die Frage... Wir hatten jedes Jahr ein paar Mails geschrieben, da es immer noch Sachen bzgl. der gemeinsamen Wohnung/Verträge zu klären gab. Ganz so überraschend wäre meine Kontaktaufnahme also nicht.

Wenn ich ganz verrückt wäre, könnte ich natürlich einfach an seiner Tür klingeln...

Kdrümeli00@7


Die Frage ist, obs dir danach tatsächlich besser geht. Ich glaube kaum, dass es irgendwas bei ihm bewirken würde. Willst du dir die Blöße wirklich geben?

Vielleicht solltest du einfach wegziehen, das alles hinter dir lassen und es als Lebenserfahrung abhaken.

pFaulhincxhen22


Hat er dir "schlimme Sachen" angetan oder wieso hast du so eine Angst vor ihm?

b\ladex19


Ansich halte ich es für eine gute Idee, aber man darf auch nicht vergessen, dass eure Beziehung nunmehr schon 5 Jahre her ist. Deswegen verstehe ich, dass man sich seinem Dämon stellen möchte, nur begibt man sich damit in die Gefahr eine Grabkammer zu öffnen und nicht zu wissen, ob man damit gleichzeitig auch die Büchse der Pandora öffnet.

Denn auch er hat sich innerhalb dieser 5 Jahre entwickelt und keiner weiß wohin, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass er sich selber nicht als Täter wahrnimmt, sondern denkt, dass er selbst das Opfer ist. Weswegen keiner weiß wie er reagiert, wenn du ihm entgegentrittst um ihm die Meinung zu sagen und es auch nicht im Bereich des Unmöglichen ist, dass die Lage vollends eskaliert.

Deswegen würde ich dir raten dieses Grab nicht zu öffnen um den Dämon zu wecken, einfach weil du nicht weißt was dich erwartet. Wobei ich auch vielmehr denke, dass er zwar der Auslöser der Angst ist, aber das Problem letztendlich bei dir bzw. in dir liegt. Besiege deinen inneren Dämon, dann hast du auch keine Angst mehr vor ihm; und das Ganze auch ohne es ihm gezeigt zu haben, einfach weil er dir dann nur noch egal ist.

L6adyxM


Die Frage ist, obs dir danach tatsächlich besser geht.

Ja, das ist auch das, was ich mich frage... Vielleicht hat hier jemand schon mal so eine Erfahrung gemacht und kann berichten?

Ich glaube kaum, dass es irgendwas bei ihm bewirken würde.

Bei IHM soll es ja auch nichts bewirken. Ich will keine Entschuldigung von ihm oder dergleichen. Es geht mir eher darum, was es bei mir bewirken könnte. Ich habe damals in vielen Situationen in einer Weise reagiert, dass ich darüber heute nur den Kopf schütteln kann. Ich würde ihm gern wenigstens einmal "auf Augenhöhe" gegenübertreten und nicht als dieses kleine, eingeschüchterte Mädchen. Ich habe immer noch Angst vor ihm und möchte mich dieser Angst endlich stellen.

Willst du dir die Blöße wirklich geben?

Meinst du, es würde eher darauf hinauslaufen?

Hat er dir "schlimme Sachen" angetan oder wieso hast du so eine Angst vor ihm?

Naja, "schlimm" ist immer subjektiv. Für mich war es schlimm, ja. Aber leider muss ich mir natürlich eingestehen, dass ich mir diese "schlimmen Sachen" auch hab antun lassen. Es braucht immer zwei für sowas...

P(encxil


Hat er dir "schlimme Sachen" angetan oder wieso hast du so eine Angst vor ihm?

Definierst Du, Paulinchen, nur physischen Schaden als "schlimme Sachen"? Denn allein durch den psychischen Schaden hat er genug Schlimmes angerichtet. Psychischer Terror ist nicht weniger schlimm als physischer.

Ich kenne einen solchen Fall, in dem es nie, nicht einmal tatsächlich zu Handgreiflichkeiten gekommen ist, und doch hat er's geschafft, dass das halbe Dorf Angst vor ihm hatte und die andere Hälfte sich gegen seine Frau auf seine Seite stellte. Und das, wo viele bereits vorher schon wussten, wie er war. Unbegreiflich.

Wobei ich auch vielmehr denke, dass er zwar der Auslöser der Angst ist, aber das Problem letztendlich bei dir bzw. in dir liegt. Besiege deinen inneren Dämon, dann hast du auch keine Angst mehr vor ihm; und das Ganze auch ohne es ihm gezeigt zu haben, einfach weil er dir dann nur noch egal ist.

Natürlich liegt das Problem an und in ihr – aber ich kann den Wunsch verstehen, denn manchmal ist direkte Konfrontation der einzige Weg, sich selbst zu zeigen, wie viel stärker man geworden ist. Aber Du hast schon recht, Blade, wie er sich entwickelt hat, weiß niemand und diese "Art" Mann (selbst da kann man ja nicht immer pauschal verallgemeinern) neigt eigentlich nie dazu, die Schuld bei sich selbst zu suchen.

Hm.

LadyM

Was ist außer der Angst, natürlich, Dein intensivstes Gefühl, wenn Du daran denkst, wie Du vor ihm stehst und ihm alles in's Gesicht schmetterst, was Du die letzten Jahre aufgestaut hast?

PeenLcil


. Vielleicht hat hier jemand schon mal so eine Erfahrung gemacht und kann berichten?

Leider nicht in der selben Situation, aber es gab da auch etwas, wovon ich an die 12 Jahre nicht losgekommen bin, weil nichts, kein Realismus, Verständnis, Ausheulen, Wütend werden, etwas genutzt hätte. Ich wollte mich von diesem Menschen komplett lösen, um die Vergangenheit mit ihm endlich aus dem Kopf zu bekommen – und ihn aber gleichzeitig trotzdem nicht verlieren. Das war schon surreal.

Irgendwann aber war ich dann soweit, dass mir ein Neuanfang einfach wichtiger war und ich dafür in Kauf nahm, diesen Menschen nie wieder zu sehen.

Da habe ich einen 9-Seiten Brief geschrieben, handschriftlich, und alles festgehalten, was ich immer schon loswerden hätte müssen und habe mich in diesem Brief vollkommen von ihm gelöst und jegliches Beziehungs-/Freundschafts-Verhältnis mit ihm beendet und mich verabschiedet.

Er sah das als metaphorische Verabschiedung und verstand gar nicht, dass ich gerade eine Freundschaft mit ihm gekündigt hatte – da fiel mir aber auf, dass mir das nach dem Brief nichts mehr ausmachte. Das hat scheinbar so weit geholfen, als dass ich endlich losgelassen habe.

Nun ist bei Dir die Situation in ganz vielen Punkten anders, aber fest steht: Ich habe den Brief geschrieben, weil ich soweit war. Soweit zu sein, hat aber allein nicht gereicht – ohne den Brief hätte es vielleicht noch Jahre gedauert, weil der Brief schlussendlich der nun endlich Umgelegte Schalter war. Also: Aktion musste sein, reines, kognitives Bewusstsein der Situation war nicht genug. Für mich!

b|laede19


Natürlich liegt das Problem an und in ihr – aber ich kann den Wunsch verstehen, denn manchmal ist direkte Konfrontation der einzige Weg, sich selbst zu zeigen, wie viel stärker man geworden ist.

Manchmal ist eine direkte Konfrontation der einzige Weg, aber manchmal eben auch der falsche Weg. In der ganzen Diskussion darf man einen Aspekt nicht vergessen, nämlich das für ihn die Geschichte vor 5 Jahren geendet hat. Eine Konfrontation sagt wohlmöglich: "Hey, ich habe keine Angst mehr vor dir!", nur weiß er wahrscheinlich noch nicht mal, das LadyM überhaupt Angst in diesen 5 Jahren hatte, weswegen eine Konfrontation auch sagt: "Du hattest 5 Jahre Macht über mich und hast mein Leben (mit-) bestimmt". Will man ihm so eine Information geben? Weil ich mir durchaus vorstellen kann, dass das eine mächtige Waffe ist und man am Ende dann doch als "Verlierer" dasteht, weil er es letztendlich doch geschafft hat 5 Jahre "zu stehlen" ohne auch nur einen Finger zu rühren. Ich wäre da sehr, sehr vorsichtig.

L^adyxM


@ blade

Denn auch er hat sich innerhalb dieser 5 Jahre entwickelt und keiner weiß wohin, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass er sich selber nicht als Täter wahrnimmt, sondern denkt, dass er selbst das Opfer ist. Weswegen keiner weiß wie er reagiert, wenn du ihm entgegentrittst um ihm die Meinung zu sagen und es auch nicht im Bereich des Unmöglichen ist, dass die Lage vollends eskaliert.

Du hast teilweise recht. Ich müsste hier zu sehr ins Detail gehen, um ihn so zu charakterisieren, dass ihr euch ein Bild seines Denkens machen könnt. Der letzte Kontakt ist ein halbes Jahr her. Es geht darum, dass ich endlich aus einem gemeinsamen Vertrag gestrichen werden möchte, wofür ich Dokumente von ihm brauche. Deshalb erinnere ich ihn so etwa alle 12-18 Monate dran. Es läuft immer gleich ab: Er verspricht, sich schnellstmöglich drum zu kümmern, wenig später erklärt er mir, wieso das kompliziert ist und wieso das gerade nicht geht... Er scheint sich nicht sehr verändert zu haben. Ob er sich als "Opfer" oder als "Täter" sieht hängt sehr von meinem eigenen Tonfall ab. Eine Eskalation wäre deshalb durchaus möglich. In meinen "starken Momenten" habe ich davor keine Angst. Ich wünsche sie mir vielleicht insgeheim sogar, weil ich endlich weiß, wie ich mich dann zu verhalten habe und somit die Chance bekäme alles wiedergutzumachen... mein eigenes Verhalten aus der Vergangenheit in der Gegenwart zu korrigieren. Klingt das verrückt? :-/

Wobei ich auch vielmehr denke, dass er zwar der Auslöser der Angst ist, aber das Problem letztendlich bei dir bzw. in dir liegt. Besiege deinen inneren Dämon, dann hast du auch keine Angst mehr vor ihm; und das Ganze auch ohne es ihm gezeigt zu haben, einfach weil er dir dann nur noch egal ist.

Du hast schon recht. Der innere Dämon ist es. Die Angst, dass ich wieder in meine alte Rolle zurückverfalle, irgendwann. Ich will es ja weniger ihm zeigen (denke ich...), sondern viel mehr mir selbst. Ich will mir selbst beweisen, dass ich stark genug bin. Dass ich tatsächlich aus meinen Fehlern gelernt habe und nicht wieder in dieses Verhaltesnsmuster verfalle. Ich will mich dessen versichern, dass ich gegen solche Menschen, gegen emotionale Erpressung, psychische Gewalt ankomme. Ich will endlich wütend auf ihn sein, so wie ein "normaler Mensch" es schon damals gewesen wäre. Ich weiß gerade nicht, wie ich das am besten anders umsetzen kann, als mich diesem meinen größten "Feind" zu stellen. Gleichgültigkeit ihm gegenüber... die habe ich schon lang, auch wenn das meiner großen Angst zu widersprechen scheint. Dazu weiter unten mehr...

Will man ihm so eine Information geben? Weil ich mir durchaus vorstellen kann, dass das eine mächtige Waffe ist und man am Ende dann doch als "Verlierer" dasteht, weil er es letztendlich doch geschafft hat 5 Jahre "zu stehlen" ohne auch nur einen Finger zu rühren.

Das ist, was mir auch erst letztens klar geworden ist. Dass er, ohne etwas zu tun, immer noch da ist, dass er sich bis heute auf mein Leben auswirkt. Ich würde mich hüten, ihm das so zu sagen und ich bin mir nicht sicher, ob er genug reflektiert, um das selbst aus einem Treffen zu schließen. Aber selbst wenn... ich wüsste im Moment nicht, wie er diese "Waffe" einsetzen könnte.

@ Pencil

Was ist außer der Angst, natürlich, Dein intensivstes Gefühl, wenn Du daran denkst, wie Du vor ihm stehst und ihm alles in's Gesicht schmetterst, was Du die letzten Jahre aufgestaut hast?

Gute Frage. "Schmettern" würde ich wahrscheinlich nicht und schon gar nicht ihm mein komplettes Innenleben offenbaren, ihm meine Paranoia gestehen oder Ähnliches. Wenn ich daran denke, wie ich vor ihm stehe, wie er wieder versucht, mich zu manipulieren, sich als der arme Kerl darzustellen, zu dem alle böse sind, unterschwellig mit Suizid droht... und wie ich ihm einfach ganz ehrlich sage, wie das aus meiner Sicht aussieht und dass er sich halt umbringen soll, weil es mir egal ist... ich glaube, das intensivste Gefühl neben der Angst ist Erleichterung.

Die Angst habe ich, glaube ich, mehr vor mir selbst, auch wenn ich das im ersten Beitrag anders formulierte. Vor meiner Reaktion. Dass ich es schon wieder "versaue" und er wieder "gewinnt". Diese Angst ist in letzter Zeit aber immer weniger geworden und der Wut langsam gewichen.

Da habe ich einen 9-Seiten Brief geschrieben, handschriftlich, und alles festgehalten, was ich immer schon loswerden hätte müssen und habe mich in diesem Brief vollkommen von ihm gelöst und jegliches Beziehungs-/Freundschafts-Verhältnis mit ihm beendet und mich verabschiedet.

Also: Aktion musste sein, reines, kognitives Bewusstsein der Situation war nicht genug. Für mich!

Ja, so kommt es mir auch vor, als bräuchte ich eine Aktion. Das mit dem Brief finde ich interessant. Das habe ich nämlich selbst auch schon mehrfach genutzt, bei ein zwei anderen Personen. Aber an ihn habe ich noch nie geschrieben, nicht so, der Gedanke kam mir nie.


Auch wenn das hier durch meine Argumente so klingen mag, dass ich mich längst für solch ein Treffen entschieden habe – das stimmt nicht. Euer Feedback gibt mir zu denken, danke dafür! @:)

cgraY1px2


wieder keine lust alles zu lesen. also den 1. post schon, aber der rest is grad wayne.

bei mir hat sich mal was ähnliches abgespielt.. also nich direkt bei mir, aber ner exfreundin.

die hat ähnliches erlebt (soweit man das aus dem bisschen text beurteilen kann), mir aber nichts davon erzählt.. also auch nachm auszug dann telefonterror und drohungen und lauter son kot. naja irgendwann meinte sie, dass sie noch bisschen zeug von ihm holen muss und ob ich sie begleiten würde. hab ich natürlich getan und wusste ja auch nich was da dann abging.... er war natürlich daheim, ist sofort ausgerastet, hat rumgebrüllt und ist auf mich losgegangen, ich als eigentlich recht ruhiger mensch, hab mich natürlich gewehrt, ihm derbe eine reingedonnert. da lag er erstmal, hat entsetzt geguckt, ist dann aufgestanden, ins bad gestürmt und hat sich eingeschlossen... zeug geholt, dort weg.

danach hat er sie plötzlich in ruhe gelassen. aufjedn solang ich mit ihr zusammen war/kontakt hatte, hatte sie komplett ruhe vor ihm. keine ahnung was jetzt ist, mir auch egal :D

vielleicht brauch er auch einfach mal sone therapie. scheint einiges zu bewirken

S-irTelvemarxk


vielleicht brauch er auch einfach mal sone therapie. scheint einiges zu bewirken

er tut zur Zeit ja nichts, insofern kommt es nicht darauf an, was er braucht, sondern was LadyM braucht und was ihr gut tut.

mich diesem meinen größten "Feind" zu stellen.

LadyM

mein Eindruck ist, dass du dem ganzen eine enorme Bedeutung verleihst, und dich vielleicht auch hineinsteigerst? Das ist schon eine sehr heftige Formulierung. Als würdest du ihn zum Dreh- und Angelpunkt deines Lebens machen, als würde ein epischer Kampf, eines antiken Dramas würdig, bevorstehen.

Wenn ich daran denke, wie ich vor ihm stehe, wie er wieder versucht, mich zu manipulieren, sich als der arme Kerl darzustellen, zu dem alle böse sind, unterschwellig mit Suizid droht... und wie ich ihm einfach ganz ehrlich sage, wie das aus meiner Sicht aussieht und dass er sich halt umbringen soll, weil es mir egal ist

Bist du sicher, dass das ganz ehrlich ist? Wäre es dir wirklich egal, wenn er sich tatsächlich umbringen würde? Oder stellst du dir vor, das zu sagen, nur um ihn möglichst hart zu treffen - egal wie? Dann würde ich mich fragen, ob das wirklich noch du wärst, wenn du das sagst.

Vielleicht würde es dir eine ähnliche Befriedigung bringen, wenn du auf die Meta-Ebene wechselst und ihm einfach die Wahrheit sagst: nämlich dass seine Suiziddrohungen ein Erpressungsversuch sind, auf den du nicht eingehen wirst und dass es weder in deiner Macht noch in deiner Verantwortung steht, ob er das tut. Ich glaube, das wäre authentischer und ich glaube, mir würde das in der Situation mehr Erleichterung verschaffen.

Und: du hättest den Erpressungsmechanismus offengelegt. Als ich eine Weile stark manipuliert wurde, habe ich das auch getan und mir hat es gut getan. Manipulationen leben davon, dass sie nicht als solche erkannt werden (sollen, aus Sicht des "Täters"). Umso befreiender ist es, das ans tageslicht zu bringen.

Aber vielleicht ist auch [[http://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz#Akzeptanz_in_der_Psychotherapie Akzeptanz]] der richtige Weg? Die Vergangenheit kann man nicht ändern, und das zu akzeptieren, nicht mehr damit zu hadern, kann auch ein Weg der emotionalen Befreiung sein.

Mressa/ggio


Von einem Treffen würde ich persönlich dringend abraten. Seine Reaktion, noch einmal Macht über dich zu haben wäre mir zu riskant.

Versetze dich in Gedanken, oder schreibe es nieder, was du ihm noch zu sagen hast. Denn im Grunde ist er ein unsicherer Mensch mit sehr bis gar keinem Selbstwertgefühl, ein Feigling, der sich erhaben vorkam wenn er dich erniedrigt hat.

Ich würde ihm keine Chance geben noch einmal Macht über dich auszuüben, denn er hat sich bestimmt nicht geändert.

Du warst stark dich von ihm zu lösen, weit weg zu ziehen ist die beste Lösung!

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