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Übelkeit einbilden?

SDport<if hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forum-Nutzen,

Erstmal zu meiner Person:

Männlich, 21, Student

Mich bedrückt seit einiger Zeit ein Thema, für das ich hilflos Antworten suche.

Vor 6 Monaten fuhr ich mit meinen Freunden in den Party-Urlaub nach Italien.

Kurz davor waren wir noch ein einem Fast-Food Restaurant etwas essen und dort muss ich mich wohl etwas eingefangen haben.

Auf der anschließenden Busfahrt war mir extrem schlecht und ich musste mich übergeben.

Die Urlaubswoche stellte sich nun als reinste Tortur dar und als ich wieder daheim ankam, ging ich direkt zum Arzt. Dieser stellte eine Magenschleimhautenzündung (Gastritis) oder einen Mageninfekt fest.

Eine Magenspiegelung wurde nicht durchgeführt, da die Symptome eindeutig waren und er dies ungern bei jungen Patienten täte.

Nun liegt der Urlaub 6 Monate zurück und ich leide immernoch unter starker Übelkeit.

Das Problem ist, dass diese Übelkeit immer bei besonderen Terminen (Prüfungen, Treffen mit Freunden, Sportliche Ereignisse, Stress, Reisen, Auto fahren) auftriff.

Im gewohnten Alltagsablauf (Vorlesungen, Essen, Lernen) verspüre ich keine Einschränkungen.

Inzwischen weiß ich nicht mehr weiter. Alle organischen Ursachen wurden überprüft und ausgeschlossen. Die Tatsache ist: Ich bin top fit! Betreibe viel Sport, führe ein gesundes Leben und habe auch viele soziale Kontakte.

Mir kommt es so vor, als würde ich mir diese Übelkeit einbilden, kann mich davon aber nicht befreien.

Ich habe mich dadurch auch verändert, sage oft meinen Freunden ab und verkrieche mich lieber in meinem Zimmer.

Haben hier einige Leute im Forum ein ähnliches Problem oder Erfahrungen damit?

Habe ich mir einen Tick angewöhnt und wie werde ich diesen wieder los?

Ich würde mich sehr über Ratschläge freuen.

Mfg Sportif

Antworten
M~ikexna


Hallo Sportif,

ich denke diese Italienreise war für Deine Psyche eine Art Schlüsselerlebnis ... ein eigentlich schöner Ausflug wurde durch die Übelkeit und das Erbrechen zum schrecklichen Erlebnis.

Das scheint Dich derart mitgenommen zu haben, dass Du jetzt jeden nicht-alltäglichen Ausflug / jede nicht-alltägliche Situation mit der Angst im Kopf beginnst, "es könnte mir ja wieder so schlecht werden, dass ich mich wieder ganz doll übergeben muss".

Deine Übelkeit die Du vor nicht-alltäglichen Dingen verspürst ist sicherlich nicht eingebildet. Und wenn organisch keine Ursache gefunden wurde, würde ich auf einen psychosomatischen Ausdruck Deiner Angst tippen. "Es ist eine nicht-alltägliche Situation, da könnte mir das ja wieder passieren." In Deinem Kopf "erwartest" Du quasi, dass Du Dich wieder übergeben musst, und diese Erwartungsangst äußert sich in Deiner Übelkeit.

Je nachdem wie ausgeprägt das jetzt bei Dir ist, kannst Du eventuell mit Entspannungsübungen (Jacobson) oder einem leichten Beruhigsmittel (Baldrian, Johanniskraut) entgegenwirken (Ich z.B. hab Jacobson soweit drauf, dass ich in angstbesetzten Situationen nur noch die erste Handlung der gesamten Übung brauche, um mich zu beruhigen).

Zusätzlich solltest Du Dir immerwieder ins Gedächtnis rufen, dass das Erbrechen damals am Fast Food lag und nicht an der Reise ansich, sprich, dass es eine einmalige Sache war, weil Du ein Essen nicht vertragen hast.

Sollte es sehr hartnäckig sein, wäre wohl eine Verhaltenstherapie sinnvoll

BArauschefKeineNn`Nam|en


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