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Freund erfindet Tod seiner Cousine!

F@uityShhine hat die Diskussion gestartet


Ich weiß nicht was ich tun soll. Ich habe mich mit einem Jungen aus meiner Stufe (17) sehr gut angefreundet, allerdings kam mir immer etwas komisch an ihm vor. Ihm ging es immer schlecht und er hat mir erzählt, dass das daran liegt, dass sich seine beste Freundin vor einem Jahr umgebracht hätte. Ich hatte mitleid mit ihm und wollte ihm helfen, da er immer wieder damit gedroht hat sich umzubringen und oft die Schule geschwänzt hat. Dann, vor etwa einem halben Jahr, waren wir auf Stufenfahrt und auf der Rückfahrt saß er weinend im Zug. Ich bin sofort zu ihm gegangen und habe ihn gefragt, was los sei. Er hat mir erzählt, dass seine gleichalte Cousine an Krebs gestorben sei und er es gerade von seinen Eltern gehört hätte. Wieder wollte ich ihm helfen und habe mich ihm auch anvertraut, weil ich dachte ich könnte ihm wirklich vertrauen. Etwa zwanzig Minuten später war er wieder ganz der Alte, am Lachen und rum blödeln. Danach habe ich von ihm noch erfahren, dass er wohl schon zwei Mal versucht hätte sich umzubringen (Narben hatte er keine an den Pulsadern) und in psychologischer Behandlung sei. Während der Zeit hat er mich immer mehr eingeengt und wohl eine starke Bindung zu mir aufgebaut, weil fast jeder ihn komisch findet aber ich ihm natürlich mal wieder helfen wollte (habe irgendwie einen Hang dazu). Vor etwa zwei Monaten erzählte er mir, dass seine andere Cousine (6) im Krankenhaus läge und um ihr Leben kämpfe, da sie auch Krebs hätte. Vor etwa einem Monat ist sie dann angeblich gestorben (mir kam alles immer merkwürdiger vor und ich habe nur auf den Moment gewartet in dem ich Bestätigung für mein Bauchgefühl bekommen würde). Eben war es dann soweit. Er meinte wieder, dass es ihm so schlecht ginge und ich habe gefragt warum, seine Antwort: Meine kleine Cousine liegt wieder im Krankenhaus.

Da war für mich alles klar und ich habe ihm noch gezeigt, was er mir geschrieben hat, als er meinte, dass genau diese Cousine gestorben sei. Ich habe ihm gesagt, dass ich nichts mehr mit ihm zu tun haben will aber das ganze lässt mich jetzt nicht los, weil ich dieser Person ja auch Vertrauen entgegen gebracht habe. Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Dass er eine psychische Krankheit hat (vielleicht Pseudologie) ist für mich klar. Was sagt ihr dazu und wie sollte ich mich verhalten?

Antworten
j:.eyxre


Ich kann dir rein gefühlsmäßig nur raten, möglichst auf Distanz zu gehen. Er schadet dir mehr als du ihm helfen kannst, und das ist auch nicht deine Aufgabe. Ich glaube übrigens nicht, dass du dir Sorgen machen musst, dass er anfängt, deine Geheimnisse zu verraten, wenn du dich einfach rar machst. Lass' dich auf jeden Fall nicht emotional erpressen. Habt ihr einen Schulpsychologen? Eventuell könntest du dich ihm anvertrauen, auch bezüglich der Selbstmorddrohungen dieses Jungen.

C&oldIlixfe


In solchen Fällen sollte man wirklich auf Distanz gehen, man kann nicht jeden retten und ich denke man sollte es auch nicht zwangsläufig bei jedem probieren.

Gibt schon nen Grund warum es Psychiologen gibt. Da wollen die wenigsten hin, sollten aber mal ruhig mehr Leute tun.

W'aterwUaSlker


Hi FuityShine,

Ich finde es wichtig, dass du dich ernst nimmst. Achte darauf was du fühlst, und vielleicht willst du deinem Freund, diese Dinge auch sagen.

Eure Beziehung kann durch solch eine Krise noch viel besser bzw. Näher werden. Wenn du sagen kannst, was dich an dem Verhalten gestört hat oder enttäuscht, dann kann dies eine neue und bessere Grundlage für eure Freundschaft sein.

Teile deinem Freund mit, das du Ehrlichkeit erwartest. Teile ihm auch mit, dass er deine Aufmerksamkeit auch bekommen kann, wenn er nicht in den "Leidensmodus" geht. Vielleicht kannst du ihm sagen, was du an ihm gut findest.

Es kann gut sein, dass der Junge ein Gespür dafür hat, dass du auf dieses Helferding besonders ansprichst. Dann war sein Versuch mit diesen Geschichten eigentlich der Versuch deine ungeteilte Aumerksamkeit zu Kriegen. Wenn er dafür so viel Schauspielern muss, braucht er diese Zuwendung vielleicht besonders stark.

Achte gut auf dich, Sorge dafür, dass es dir in dieser Freundschaft auch gut geht. Wenn das nicht geht, dann ist es besser dem Rechnung zu tragen.

Lg walker

b;lade1x9


Es kann gut sein, dass der Junge ein Gespür dafür hat, dass du auf dieses Helferding besonders ansprichst. Dann war sein Versuch mit diesen Geschichten eigentlich der Versuch deine ungeteilte Aumerksamkeit zu Kriegen. Wenn er dafür so viel Schauspielern muss, braucht er diese Zuwendung vielleicht besonders stark.

Ich bin mir sogar sehr sicher, dass der Junge genau weiß, wie er die TE manipulieren kann, deswegen ja auch immer wieder die gleiche Geschichte (jmd. ist gestorben bishin zur gleichen Person).


Dass er eine psychische Krankheit hat (vielleicht Pseudologie) ist für mich klar. Was sagt ihr dazu und wie sollte ich mich verhalten?

Ich würde versuchen zu helfen, aber nur bedingt dass ich mich nach Möglichkeit nicht emotional an die Geschichte bzw. den Jungen binde, weil er einen Hang dazu hat, genau dies auszunutzen. Das ist schwer, aber man kann nicht allen helfen, vorallem nicht wenn man dadurch selber leidet.

E@le<ognora


An deiner Stelle würde ich mich von diesem Jungen entfernen. Was er tut nenne ich an dieser Stelle mal 'emotionales ausnutzen'...

Er macht sich wichtig, versucht so andere an sich zu binden. Das ist zwar traurig, aber nichts worauf du nun unbedingt eingehen müsstest. Denn je empfänglicher du für seine Geschichten bist, desto mehr wird er dir gegenüber erfinden um weiter deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Wenn er ehrlich wäre würde ich vorschlagen für ihn da zu sein. Er ist es aber nicht. Den Stress brauchst du dir also nicht zu machen, denn du kannst seine Fantasie-Probleme nicht lösen. Bitte versuch es erst gar nicht.

Srpli*tter-seele


Wie die meisten schon gesagt haben: "Abstand nehmen". Wenn du allerdings etwas für dein Gewissen tun willst, dann solltest du diesem "Jungen" nahe legen, sich in therapeutische Behandlung zu begeben.

Ich habe einen ähnlichen Fall vor ein paar Jahren gehabt, als ich noch ein MMORPG gespielt habe. Ich hatte da einen "Lotto Millionär" in meiner Gilde. Der wollte dauernd Leuten etwas schicken, tun und machen und nie kam etwas. Da er nur eine Stunde entfernt gewohnt hat, wollte ich es wissen und hab "Andy" abgeholt (er konnte wegen eines Augenleidens nicht selber fahren) und bei uns zu Hause klappte dann sein Kartenhaus langsam aber stetig zusammen. Hat sich immer mehr in Wiedersprüche verstrickt. Hatte angeblich selber ein Pferd und unser braver Wallach hat direkt nach ihm ausgekickt, als er ihm recht rustikal die Hufe heben wollte usw.

Ich habe dem "Andy" eine faire Chance gegeben, weil er eigentlich ein netter Kerl war. Er solle sich in Therapie begeben, an seinem Problem arbeiten und dann wird er ein willkommener Gast in unserem Haus sein. Das hat er leider nicht getan und deshalb wurde er aus unserem Leben gestrichen. Schade, das jemand "echte Freunde" auslässt, um in der Irrealität zu leben. Aber wenigstens kann ich sagen:"Ich habs ihm gesagt".

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