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Meine imaginäre Freundin

L4yth1ee hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute *:) ...ich bins mal wieder

Ich war mir lange Zeit nicht sicher, ob ich so offen über dieses Thema schreiben kann. Um ehrlich zu sein, hab ich noch nie mit jemandem über dieses Thema gesprochen. In erster Linie, weil ich Angst habe, dass ich für krank oder total verrückt abgestempelt werde...das möchte ich mir ersparen. Denn eigentlich weiß ich selbst, dass ein solches Verhalten nicht von ungefähr kommt. Nichts desto trotz möchte ich mir die Sache, im Schutze der Anonymität, doch einmal von der Seele schreiben.

Schon seit der Schulzeit bin ich eine Außenseiterin, wie aus dem Bilderbuch. Obwohl ich immer nett zu den anderen Kindern war, ist es mir nie gelungen, Freunde zu finden. So kam es, dass ich mit ca. 13 Jahren angefangen habe, mir meine eigenen Freunde zusammen zu fantasieren. Freunde, die nur in meinem Kopf existierten und mich eben nicht wie alle anderen ignorierten oder links liegen ließen. Damals dachte ich, es wäre nur eine Phase, die sich mit der Zeit wieder legen würde...doch das war nicht der Fall.

Meine imaginäre Freundin, Sarah, begleitet mich schon seit damals...sie stand mir sowohl während meiner Ausbildung, als auch in meiner Zeit an der Berufsoberschule immer zur Seite. Sie war in jeder Lebenslage, in guten und schlechten Zeiten für mich da, wenn ich jemanden zum Reden brauchte...wenn ich depressiv, traurig oder alleine war und nicht mehr wusste wo oben und unten ist. (und ja, ich rede auch mit ihr...manchmal laut, manchmal nur innerlich). Natürlich hat auch Sarah mit mir zusammen angefangen zu studieren, war ja klar ;-D

Die Sache ist die, dass ich in den Gesprächen mit Sarah mein eigenes Verhalten reflektiere und mir dadurch oft selbst die Lösung meiner Probleme präsentiere. Aber die Lösung kommt ja nicht von mir, sondern von Sarah...obwohl die Lösung in meinem Kopf entsteht und formuliert wird. Klingt komisch, oder?

Desweitern ist Sarah vermehrt in meiner Nähe, wenn ich alleine bin. Da ich keine Familie habe, die mich unterstützt, fehlt mir diese Sicherheit irgendwie. Wenn ich dann wirklich mal alleine bin, dann komm eben Sarah vorbei und verbringt den Tag mit mir. Natürlich kann ich auch über alles mögliche mit ihr reden. Wir haben keine Geheimnisse voreinander.

Auch habe ich es oft Sarah zu verdanken, dass ich mein Studium nicht schon längst geschmissen habe. Da sie ja an der gleichen Uni studiert wie ich und "zufällig" auch das gleiche Fach, ist sie ein Ansporn für mich, die Seminare zu besuchen. Weil ohne sie, hab ich dort niemanden...keine Freunde, nur Fremde...das macht mir Angst. Aber wenn ich weiß, dass Sarah dabei ist, fühle ich mich ein Stück weit besser und überwinde die Angst (klappt allerdings auch nicht immer...).

Wenn ich mir meine Zeilen so durchlese, weiß ich ehrlichgesagt wirklich nicht was ich davon halten soll. Das alles klingt doch wirklich total absurd und ich würde mich vermutlich sogar selbst auslachen!! Hoffentlich lacht ihr mich nicht auch noch aus...

Vielleicht gibt es ja da draußen wirklich noch jemandem, dem es so geht wie mir? Der mich verstehen kann? Es ist äußerst schwer zu beschreiben, was da in mir vorgeht %:|

Antworten
A.eesbsa


Ich kann Dir nur sagen, dass ich das auch kenne.

Ich habe als ich 13 war eine schlimme Zeit gehabt - mein Vater starb, ich war total einsam, meine Mutter war unfähig mir Halt zu geben - sprach selbst ständig davon, dass sie ja sowieso dann auch nicht mehr lange da sei usw... in der Schule wurde ich gemobbt usw... es war schrecklich.

Ich habe damals schon immer Tagebuch geschrieben. Irgendwann dann auch Geschichten immer weiter gesponnen. Und so ist da eine ganze Famiile "entstanden" deren Geschichte ich über Generationen geschrieben habe, mit teilweise auch einfach so ausgedacht.

Und irgendwann merkte ich, dass ich in Krisensituationen angefangen habe mich zu fragen "Was würden x und y" jetzt machen? Was würden sie sagen? Wie würden sie mir raten?

Kurz: ich hatte das Gefühl, nicht mehr so einsam zu sein.

Verschwunden sind sie abruppt - aber erst vier Jahre später - als ich meinen ersten langjährigen Freund fand - der ausgerechnet noch den Namen eines meiner "Vertrauten" hatte...

Ich halte es für ganz normal, dass man sich in Traumwelten flüchtet - und ja, dass auch ausgedachte Charaktäre eigene Eigenschaften, Ansichten usw entwickeln können.... das ist natürlich alles in einem selbst drin und es ist keine reale andere Person....

Es ist mit Sicherheit wichtig, dass Du reale Menschen kennenlernst. Vielleicht über ein Hobby, so schwer es auch fällt....

Aber "krankhaft" finde ich Deine imaginäre Freundin nicht. Nur ein Ausdruck enormer Einsamkeit. Das tut mir leid :-(

LG

Aeessa

S>plit5ter)seexle


Liebe Lythee,

von mir läuft gerade ein Thread "Plüschtiere als beste Freunde". Vielleicht Zufall, evtl. hat dich der auch inspiriert um mit der Community über deine "Freundin" zu sprechen.

Was soll an einer "eingebildeten" Freundin schlimm sein? Ich vergleiche das mal mit meinem Freund P.Lüsch, der ein Plüschpferd ist. Der einzige Unterschied ist, das ich meinen eingebildeten Freund anfassen kann. Ansonsten erfüllt er die gleichen Zwecke. Er ist da, wenn ich einsam bin. Er hört mir immer zu. Meistens hat er ein liebes Wort über (wenn ich das brauch) oder er tritt mir in den "arsch" (wenn ich das brauch).

Ich finde das volkommen okay, so lange die imaginäre Freundin nicht Einfluss auf den Lebensaltag nimmt und dich in eine falsche Richtung schickt...

A%iy6anPax89


Solange es dich nicht belastet oder sonstige negative Auswirkungen hat, sondern dir hilft, ist es doch egal ob es "normal" ist oder nicht.

Ansonsten könntest du ja versuchen, Tagebuch zu schreiben. Das hilft auch wenn man Dinge für sich reflektieren möchte oder einfach nur von der Seele schreiben muss.

LZythxee


@ Splitterseele

Ja, dein Faden hat mich schon irgendwie inspiriert :)

Tagebuch hab ich früher mal geschrieben. Irgendwann hab ich aber alle Seiten wieder rausgerissen, keine Ahnung warum. Die Einsamkeit ist eben immernoch vorhanden...auch wenn ich mir die Sachen von der Seele schreibe.

Was mir nur etwas Sorge macht ist die Tatsache, dass ich jetzt 25 bin und meine imaginäre Freundin immernoch in meinem Kopf existiert. Freunde möchte ich schon gerne finden, aber die Umsetzung gestaltet sich mehr als schwierig. Ich hab teilweise halt auch Angst unter fremden Leuten zu sein. Wenn ich dann wirklich mal den Mut aufbringe und z.b. andere Mitstudenten anspreche, diese sich aber grad mit Absicht in die andere Richtung drehen und mich total ignorieren, verliere ich mehr und mehr den Mut es nochmal zu versuchen. Das kostet mich nämlich immer sehr viel Kraft...

W~ascahbärUin x80


Bei mir waren es meine Katzen. Mit ihnen habe ich mich unterhalten als würden sie mich verstehen, sie gaben mir Trost und Zuwendung x:) .

Ich habe sie sehr geliebt, sie waren mein ein und alles. Meine Kindheit war auch bescheiden und einsam fühlte ich mich auch.

Von aussen war ich immer stark und wirkte wohl auch unnahbar und arrogant (selbstschutz).

s}cullxie


Wenn dir Sarah in deiner Einsamkeit hilft...

Warum nicht...

Ich kenne solch ein Verhalten von einsamen Kindern...und es hilft ihnen..

A"pf&elkucKhen007


Es gibt wohl sogar Menschen, die mit ihren Zimmerpflanzen reden... . Ich habe früher immer mit meinen Haustieren geredet, egal ob Hund oder Katze. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich verstehen und mir zuhören, weil sie lebendige Wesen sind und einen immer so angucken mit ihren tiefen und lieben Augen. Nur leider konnten sie nicht reden.

s^cWuDllixe


Wenn diese Kinder Halt,Liebe,Verständnis und Geborgenheit finden,veschwindet diese Freundin von ganz alleine..

LAytDh>ee


Mit unseren Haustieren hatte ich auch eine sehr enge Bindung...habe mit ihnen gesprochen und ihnen Sachen anvertraut. Allerdings wurden mir all meine Haustiere genommen, egal ob durch Tod oder anderen Umständen. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, mir erneut ein Haustier zuzulegen. Nur leider macht da mein Vermieter nicht mit :-(

L"yt8hee


Sarah ist also ein Ausdruck meiner Einsamkeit...und wie verschwindet irgendwann?

sCcKullCie


Vermieter dürfen Haustiere nicht einfach so verbieten...einen Hund vielleicht..auch beim Hund ist die Rechtslage vom Vermieter umstritten..

Andere Tiere..Katze usw..darf kein Vermieter verbieten

LAyth4exe


Ich kann ja nicht mal richtig mit meinem Freund reden...selbst der schnauzt mich an :°(

s1cuvllie


Männer gibt es wie Sand am Meer ..such dir einen netteren Freund...

Anschnauzen geht gar nicht.. :(v

C5ortiGsle YMunsxter


Mir ging es auch wie dir, immer der Ausenseiter zu sein bzw. mir geht es immernoch so und keine Freunde zu haben.

Zu meiner Schulzeit war auch ein imaginärer Freund mein treuer begleiter der mir Kraft gegeben hat irgendwie mit den täglichen Angriffen klar zu kommen.

Die Rolle hat dann später wohl meine Katze übernommen.

Ich finde es weder absurd noch in irgeneiner weise seltsam. Was dir hilft und dir gut tut kann ja garnicht verkehrt sein für dich.

Allerdings glaube ich das dein Freund überhaupt keine Ahnung hat wie du denkst, hast du schon einmal versucht ihm deine Gedanken

zu schildern oder ihm einen Brief zu schreiben wo du ihm erklärst was in dir vor geht?

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