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Meine imaginäre Freundin

Lpewixan


Ich habe ja einen Vorschlag gemacht, wie du mal anfangen koenntest.

Fritz Perls (Begruender der Gestalttherapie) hat auch eine Uebung zu dem Thema: Schreibe 10 Dinge auf, die du an anderen Leuten besonders gut findest. (Wie die Uebung weitergeht, verrate ich, wenn du schreibst, dass du es gemacht hast – nicht unbedingt im Forum.)

L^ythexe


In meiner Familie war ich schon immer das "schwarze Schaf". Meine kleine Schwester hat mich geschlagen und drangsaliert, jedoch war sie immer der Engel und ich bekam die Tracht Prügel verpasst. Es kam mir immer so vor, als wollten mich meine Eltern überhaupt nicht...als wäre ICH der Grund gewesen, dass sie heiraten mussten usw.

Obwohl meine Schwester in der Schule immer schlechter war als ich, wurde SIE gelobt und ich nicht. Ich konnte nichts aber auch garnichts richtig machen...wollte ich mich mit "Freunden" treffen, wurde ich angeschnauzt (z.b. "Muss das sein?" oder "Nein, ich sitze schon in meinem Sessel und hab mein Bier, da fahr ich dich sicher nicht mehr in der Weltgeschichte rum"), wenn ich dann allerdings zuhause blieb wurde ich auch angemotzt, warum ich doch ständig zuhause hocke. Hallo?!

Aber ihre verdammten Rechnungen und Schulden konnte ich bezahlen...DAFÜR war ich gut genug!!!

Von dem sexuellen Missbrauch hab ich meinen Eltern nie etwas erzählt. Ein paar Jahre später hatte ich einen Freund, den auch meine Eltern kennenlernten. Ich hatte ein paar beziehungstechnische Probleme und wollte mich an meine Mutter wenden, da meint sie zu mir "Du hast bestimmt noch nicht mit ihm geschlafen! Tu das einfach mal". Das war das einzige und letzte Mal, das ich sowas mit meiner Mutter besprechen wollte.

Am Tag meines SEHR spontanen Auszugs von Zuhause, waren sowohl meine Mutter als auch meine Schwester total aus dem Häuschen. Sie halfen mir sogar mein Packen, stopften alles in windeseile in Säcke, damit ich es mir ja nicht nochmal anders überlegen kann. Als ich nochmal Bedenken hatte, meinte meine Mutter nur "Nein, nein...das ist schon gut so". Meine Schwester hat dann sogar in meiner Anwesenheit (!!) damit begonnen unser einst gemeinsames Zimmer neu zu gestalten. Durch Zufall durfte ich dann auch noch erfahren, dass bereits am nächsten Tag (!!) all meine Sachen aus dem Zimmer verschwunden sind...mein Bett, mein Kleiderschrank...einfach alles. Die wollten mich einfach nur noch los werden :°( ...das tut einfach nur weh... :°(

L4ewiaxn


Oh Mann. Schlimme Sachen... :°_

L-ythxee


Ich bin ein dämlicher "Unfall", den keiner wollte.......was es heißt, von seinen Eltern geliebt und unterstützt zu werden, habe ich nie erfahren..............Ich bin ein Nichts, das auch Nichts kann!!! Warum lebe ich überhaupt? Was bin ich??

Moimikeo


Liebe Lythee, du solltest all diese schlimmen Erfahrungen aufarbeiten. Dabei Sarah aber nicht aus den Augen lassen. Sie kann dich bei deiner Reise zum Beispiel zu einem Therapeuten unterstützen und dir zusätzlichen Halt geben. Was du erlebt hast, ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Die Kindheit soll behütet sei, wenn sie das nicht ist, können schwerwiegende Folgen auftreten. Ich habe auch schlechte Erfahrungen gemacht, aber diese waren nicht so dramatisch, dass ich dringend externe Hilfe benötige. Zeitweise denke ich allerdings auch darüber nach. Ein Außenstehender, der Ahnung von seinem Fach hat, kann deine Lebensqualität sicherlich immens steigern :)*

MFimi&ko


Und dass das, was du schreibst ("Ich bin ein Nichts"), nicht stimmt, solltest du dir immer vor Augen halten. Den ersten Schritt hast du getan, du reflektierst, dass dir deine Eltern nicht gut getan haben. D.h. du weißt innerlich ja schon, dass ihre Worte und ihre Sätze an dich dann auch nicht richtig sein konnten. Denn sie dienten in erster Linie vermutlich Frustabbau (was verschiedene Ursachen haben konnte) und nicht einer ehrlichen Meinungsäußerung...Heute ist heute, und du solltest auf das blicken, was du momentan hast – ein Studium (was dir vermutlich auch Spaß macht), einen lieben Freund (mit dem es schöne Zeiten gibt), und alles Weitere ist noch ausbaufähig @:)

PYenncixl


Ach Mensch, Lythee, das klingt so schlimm alles – ich erzähl meiner Tochter immer, dass man als Mama seine Kinder automatisch liebt, egal, was sie anstellen, weil ich einfach will, dass sie niemals Angst hat, mit egal was zu mir zu kommen und sowas zu lesen, find ich furchtbar traurig und es macht mich auch ganz schön wütend. Als Eltern überhaupt ein Kind stark zu bevorzugen und das Andere wie Dreck zu behandeln!

Ich finde den Faden übrigens ganz toll und super, dass Du ihn eröffnet hast. Als ich meine imaginären Streitpartner hatte, hätte ich mich nie im Leben getraut, das Publik zu machen, weil ich mir einfach so verrückt vorkam.

Ich war damals jemand, der still und lieb alles ertragen hat und sich aus lauter Höflichkeit auch noch für alles bedankt hat. Ich hätte niemals jemandem meine Meinung gesagt – meine imaginären Freunde damas waren kein Rückhalt, wie Deine Sarah, sondern eine Gruppe imaginärer Kumpel, die alle unterschiedliche Charakterzüge hatten. Und zwar negative! Wenn mir jemand etwas angetan oder mich verletzt hat, dann habe ich den Charakter mit den entsprechenden Eigenschaften dafür herangezogen und Streitgespräche und Diskussionen geführt, ja, auch geschrieen und Kissen nach ihm geworfen. Kissen, weil die nicht kaputtgehen können – irgendwie denk ich selbst beim größten Ausraster immer noch an die Konsequenzen, blöd, was?

Heute muss ich sagen, dass sie mir bei der Bewältigung von Bulimie und Magersucht sehr geholfen haben, meine Ausraster und Streits. Seit ich allerdings Abstand von (doch nicht ganz so guten) Freunden genommen und meine Ausbildung gemacht habe, habe ich mich zu einem weitaus selbstsichereren Menschen entwickelt und ich sage den Menschen inzwischen – immer noch höflich und diplomatisch, aber dennoch direkt – was ich denke und was mir nicht passt. Ab und zu hab ich mich noch gefragt, warum ich diese Freunde nicht mehr heranziehe, aber ich brauchte sie wohl einfach nicht mehr.

Dafür erfinde ich jetzt Geschichten, wenn ich Musik hörend durch die Gegend laufe und stelle mir vor, ich würde darin vorkommen...

Interessant ist, dass ich zu genau dem Thema, um auch mich selbst zu reflektieren, mal einen ersten Entwurf eines Romanes geschrieben habe, in welchem ein sehr einsames, trauriges Mädchen von ihrem imaginären Bruder gerettet und geheilt wird, sich also quasi unterbewusst selbst heilt.

Du siehst, Du bist nicht im geringsten verrückt und Dein Unterbewusstsein stellt Dir vermutlich einfach Deine Sarah zur Verfügung, um Dir zu helfen, bis Du selbst genug Kraft dazu hast und sie nicht mehr brauchst! :)*

PJenJcixl


Heute ist heute, und du solltest auf das blicken, was du momentan hast – ein Studium (was dir vermutlich auch Spaß macht), einen lieben Freund (mit dem es schöne Zeiten gibt), und alles Weitere ist noch ausbaufähig

:)z :)=

L,ythVee


Vielen Dank Pencil @:)

Natürlich habt ihr Recht und ich sollte das Hier und Jetzt im Auge haben. Die Vergangenheit ruhen lassen. Doch dafür bin ich zu schwach...trotz allem trauere ich meiner Familie nach (aus welchen Gründen auch immer?!).

Ich frage mich allerdings, wie ich mich selbst als Mensch akzeptieren und "lieben" soll, wenn ich bislang einerseits nur gehört habe, wie "schlecht" ich doch bin oder aber erfahren habe, wie andere immerzu versucht haben mich zu ändern (z.B. mein Exfreund).

P.S. Ich habe eben eine Email an die psychotherapeutische Beratungsstelle meines Studentenwerks geschickt und um eine professionelle Beratung gebeten.

EShemalig~er Nut4zer (#5x03956)


Ich hab nie erfahren, ein "guter" Mensch zu sein...wie kann ich dann "gut" über mich selbst denken??

Ich bin ein Nichts, das auch Nichts kann!

Warum lebe ich überhaupt? Was bin ich??

Vielleicht ist deine Rolle zu diesem Zeitpunkt in deinem Leben dir selber zu vergeben?

Die Gründe dafür müssen ja nicht unbedingt aus diesem Leben kommen, aber sowas will ich nicht weiter vertiefen.

Es ist völlig normal das Menschen die schlimmes erlebt haben das als Schicksal etc. abtun. Aber Vergebungs-Meditationen können einem da sehr viel weiter helfen.

Vergibt DIR damit du positiv und voller Liebe über DICH denken kannst. Wenn du dir vergeben kannst, kannst du auch bald anderen vergeben. Wenn das passiert, kommen die Dinge in Bewegung und Probleme (z.b. Beziehungen) können positiv aufgelöst werden. Aber das geht nur mit Liebe und Vergebung. Nur man sollte bei sich selber anfangen, also sich selber auf allen Ebenen (Seele, Geist, Körper) vergeben (und somit heilen), damit man selber wieder zu sich findet.

Diese Kräfte schlummern in jedem von uns!

Wir haben Probleme egal welcher Art, wenn Dinge nicht in der Liebe-Frieden-Harmonie-Schwingung sind. Liebe und Vergebung kann aber diese Blockaden schmelzen. Und wenn jemand sehr an sich selber zweifelt würde ich sagen, dass dieser Mensch sich mit sich selber beschäftigen sollte, sich selber vergeben sollte. Auch Selbstliebe zuzulassen muss man ggf. erst einmal lernen, da das in unserer Gesellschaft schnell missverstanden wird und andere das als egoistisch auffassen.

Auf der anderen Seite höre ich sooft wie Menschen zu sich selber die schlimmsten Dinge sagen. Dinge die sie niemals anderen Menschen "an den Kopf werfen" würde. Aber zu sich selbst sind viele sehr ...sagen wir mal... unfreundlich. Aber in dem wir uns selber nicht mögen, wir uns Einreden das wir nichts Wert wären, doof sind usw. schwächen wir uns selbst.

Wie sollen wir von anderen geliebt/gemocht werden, wenn wir uns selber nicht mögen? Das strahlen wir unbewusst aus und andere empfangen das. Sich selber zu lieben ist kein Ego, sondern sehr wichtig um ein inneres Gleichgewicht (wieder) zu finden. Unser (in diesem Fall schlechtes) Karma steckt hinter all diesen Problemen, keine böse Macht oder andere Menschen die uns nicht mögen. Karma ist die Wurzelursache aller positiven sowie negativen Dinge.

Ich würde also mit Vergebungsmeditationen beginnen sowie viel bewusster auf die eigenen Gedanken achten. Vor allem dann, wenn du dich selber unbewusst schlecht redest. Wann hast du das letzte mal "Ich liebe mich oder ich liebe meine Seele gesagt"?

Llythexe


Wann hast du das letzte mal "Ich liebe mich oder ich liebe meine Seele gesagt"?

Kann mich nicht erinnern, so etwas jemals zu mir gesagt zu haben ":/

Eihemvaligerk Nut%zer (#U5039>56)


Was empfindest du denn bei dem Gedanken das einmal zu tun?

Lsytbhee


Es fühlt sich falsch an!! Ich habe nicht das Gefühl, das ich es "wert" bin, geliebt zu werden...

E^hemalidgery Nutze!r? v(#503k956)


Es fühlt sich falsch an!! Ich habe nicht das Gefühl, das ich es "wert" bin, geliebt zu werden...

Und das hört sich wiederrum ganz schrecklich an, weil es falsch ist.

Jeder Mensch ist es Wert von sich und anderen geliebt zu werden.

Sofern du überhaupt etwas mit Meditation anfangen kannst, wären Vergebungsübungen glaube ich schon das richtige. So kannst du wieder zu DIR finden. Wie ich ja schon schrieb, wie sollen dich andere lieben, wenn du dich selbst nicht lieben kannst? Das gilt es zu ändern meiner Meinung nach.

Ich habe eben eine Email an die psychotherapeutische Beratungsstelle meines Studentenwerks geschickt und um eine professionelle Beratung gebeten.

Ich finde es super das du dir professionelle Hilfe holst. Ein guter erster Schritt! :)^

SRurfierfixx


Liebe Lythee,

auch ich bin auf deinen Faden hier gestossen und war entsetzt über deine Geschichte! :-o

Es tut mir so leid, was dir widerfahren ist! :)*

Auf jeden Fall kann ich dir sagen, dass du es ganz sicher wert bist geliebt zu werden!!! @:)

Toll, dass du dir psychologische Hilfe holen willst um deine Geschichte aufzubereiten.

Und schau mal, du hast es schon bis zu einem Studium geschafft! :)^

Ich wünsche Dir für deine Zukunft Alles Gute! :)*

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