» »

Stark depressive Schwester – wie helfen?

PiusteMblumxe65


Liebe LilaLina

sprich die Therapeuten/Ärzte mal auf die ambulante Psychiatrische Pflege an.

Das sind psychiatrische Pflegekräfte die ins Haus kommen und den Übergang von stationär erleichtern können.

Szunflyowe)r_73


Oder das. Wobei diese ambulante psychiatrische Pflege bei Depressionen z.T. schwer durchzusetzen ist und eher für schizophrene Patienten gedacht ist, mit deutlicher Restsymptomatik. Aber einen Versuch ist es wert. Man muss sich halt letztlich auf diesen ganzen Psychiatrie-Sektor einlassen können. Wenn noch nicht geschehen: Schaltet mal einen Sozialarbeiter der Klinik diesbzgl. ein!

leider finden depressive patienten heute immer schwerer ausreichende behandlung. als ich in d er klinik war, sagte eine psychologin zu mir, sie hat seit langem niemanden mehr entlassen, der wirklich so weit war. aber die sparvorlagen erzwingen es.

Wobei Unikliniken da noch deutlich besser besetzt sind als die "kleine Psychiatrie auf dem Lande". Und die Sparvorlagen kommen nicht aus der Klinik, sondern von den Krankenkassen. Wenn man als Behandler mind. 1x pro Woche mit jedem Sachbearbeiter von jedem Patienten telefoniert und wirklich um Verlängerungen von wenigen Tagen BETTELT und sich z.T. echt anpampen lassen muss... Es ist unschön. Freundlich formuliert. Und da gibt's große Unterschieden, regional und auch von Kasse zu Kasse.

K\apuzi"nerkres?se


@ Sunflower

Wenn man als Behandler mind. 1x pro Woche mit jedem Sachbearbeiter von jedem Patienten telefoniert und wirklich um Verlängerungen von wenigen Tagen BETTELT und sich z.T. echt anpampen lassen muss... Es ist unschön. Freundlich formuliert. Und da gibt's große Unterschieden, regional und auch von Kasse zu Kasse.

ja, das kann ich mir gut vorstellen. ich finde es ohnehin unglaublich, dass die entscheidung eines sachbearbeiters bei der KK mehr gewicht hat als die entscheidung eines arztes.

Sfunflo?werx_73


Manche Sachbearbeiter (sind halt spezielle Ansprechpartner, nicht die Leute, die man bei der Krankenkasse antrifft, wenn man als Patient hingeht) sind echt fit. Und hören sich Argumente wirklich an und verlängern gerne, wenn Argumente & weitere Planung stimmen. Oder man mit "drohender Rückfall" oder gar "Suizidrisiko" droht.

Aber es gibt auch Sachbearbeiter und Krankenkassen, da beißt man auf Granit und wird obendrein wirklich übelst angepampt. Schlimm war letztes Jahr z.B. die DAK einer Region in NRW. Bei einigen gewöhnt man sich dann als Behandler an, nur noch in Anwesenheit des Klinik-Kostencontrollers und über Lautsprech-Funktion zu telefonieren (!) :(v

L4i~laLi\nxa


Bei ihr macht die Krankenkasse (privat versichert) zum Glück bisher ziemlich viel mit.

Klinik wechseln ist ein gutes Stichwort...sie würde gerne, aber ihr wurde gesagt, dass nur die Klinik am gemeldeten Wohnort für sie zuständig ist, es sei denn, ihr Arzt weist sie in eine bestimmte andere Klinik ein.

Stimmt das so? Kann man einen Wechsel selber vorantreiben?

Für eine Nacht in die Psychiatrie hatten wir schon, als ich beruflich mal unterwegs war. Sie weiß, dass es für den Notfall eine Option ist, wehrt sich aber vehement dagegen, weil die geschl. Psychiatrie in dieser Uniklinik wirklich die Katastrophe ist. War dort selber mehrmals und würde auch alles tun um zu vermeiden, dort noch einmal hin zu müssen.

@ Pusteblume:

Die psychiatrische Pflege ist aber vermutlich erst dann sinnvoll, wenn sie nicht mehr tagtäglich in der Klinik ist, oder?

Sie hat auch Tavor als Notfallmedikament - musste sie am Wochenende nehmen und hat gut und zuverlässig gewirkt, ist aber natürlich auch keine Lösung.

Sozialarbeiter ist ein gutes Stichwort, werde ich ebenfalls ansprechen.

Vielen Vielen Dank für die vielen Tipps :)^ @:)

Pbust_ebloum#ex65


Liebe LilaLina

Die psychiatrische Pflege ist aber vermutlich erst dann sinnvoll, wenn sie nicht mehr tagtäglich in der Klinik ist, oder?

Sinnvoll wäre sie jetzt, Da deine Schwester abends und am Wochenende engmaschige Unterstützung braucht, um einen weiteren vollstationären Klinikaufendhalt zu vermeiden.

Ob ihr allerdings zusätzlich zum Tagesklinikaufendhalt die Psychiatrische Pflege genehmigt/bezahlt wird, das ist die große Frage. Privatpatienten wird im allgemeinen deutlich mehr genehmigt wie gesetztlich Versicherten. Somit hat deine Schwester möglicherweise eine Chance die Psychiatrische Pflege zu bekommen.

Sprich mit den Ärzten darüber. Möglicherweise muss ein Arzt von außen, Hausarzt, niedergelassener Psychiater, Psychiater der Institutsambulanz diese beantragen.

Sie hat auch Tavor als Notfallmedikament - musste sie am Wochenende nehmen und hat gut und zuverlässig gewirkt, ist aber natürlich auch keine Lösung.

Wenn es ihr am Wochenende so schlecht ging, dann war das sicherlich gut so. Das Medikament ist nur absolut nicht zur Dauereinnahme geeignet.

Lbila3Livna


Habe heute mit der Klinik telefoniert und werde Freitag ein Gespräch mit dem behandelnden Therapeuten haben. Habe parallel auch meiner Schwester gesagt, dass wir uns fragen, wie es die nächsten Wochen weiterlaufen soll, gerade weil einige Termine anstehen.

Das Medikament ist nur absolut nicht zur Dauereinnahme geeignet.

Das ist uns bewusst – aber die Alternative wären über 100km Fahrt in die Psychiatrie gewesen und keinerlei Stabilisierung möglich.

Angst macht mir etwas, dass sie sooo viel davon vorrätig hat. Sie hat die mit 2,5mg bekommen und davon gleich die 50er Packung %:|

Weiß noch jemand, wie ein Klinikwechsel möglich ist? Ihr wurde bisher immer gesagt, dass aussschließlich die Klinik am Wohnort zuständig ist.

S)unf;lo'werA_x73


Ich schreibe bzgl. Klinik, regionaler Zuständigkeit etc. morgen noch was. Ist recht komplex: Es gibt eine regionale Pflichtversorgung, aber jenseits der Akutpsychiatrie ist auch die Behandlung in überregionalen Fachkliniken möglich. Setzt allerdings weniger Suizidalität voraus.

Ist die Uniklinik die angebl. regional zuständige Klinik? Denn gerade Unikliniken nehmen auch überregional auf, aus kleineren Kliniken. Gibt es in der Umgebung noch andere Kliniken (außer noch kleinerer Allgemeinpsychiatrien?).

Bzgl. der psych. Pflege: Wovon lebt Deine Schwester zur Zeit? Krankengeld? ALG I oder II?

50er-Packung Tavor: Autsch. Gut, entgegen landläufiger Meinung kann man damit nicht viel anrichten, da gibt's viel gefährlichere Medikamente. Aber auch sowas sollte nicht sein. Maximal eine Wochen(end)-Dosis, der Rest sollte in der Klinik bleiben und ausgegeben werden bei Bedarf. Immer im Zshg. mit Klärung, WARUM eine Tablette genommen wurde. Was los war, wie man damit alternativ hätte umgehen können.

HbatEarxi


Ihr wurde bisher immer gesagt, dass aussschließlich die Klinik am Wohnort zuständig ist. ~LilaLina

Wie es mit einem Wechsel innerhalb laufender Behandlung aussieht, weiß ich nicht.

Mir schrieb meine Ärztin eine Art Empfehlung an die Krankenkasse, als es um eine bestimmte Klinik außerhalb des Wohnortes ging.
Ein anderes Mal kam die Krankenkasse von sich aus auf mich zu und schlug eine überregionale Klinik vor. Grundsätzlich scheint es also möglich zu sein.

Lri:l/aLixna


@ Sunflower:

Ist die Uniklinik die angebl. regional zuständige Klinik? Denn gerade Unikliniken nehmen auch überregional auf, aus kleineren Kliniken. Gibt es in der Umgebung noch andere Kliniken (außer noch kleinerer Allgemeinpsychiatrien?).

Die Uniklinik ist die regional zuständige Klinik. Ob es andere Kliniken gibt, weiß ich nicht, sie wohnt aber in einem großen Ballungsgebiet.

Bzgl. der psych. Pflege: Wovon lebt Deine Schwester zur Zeit? Krankengeld? ALG I oder II?

Meine Eltern finanzieren sie komplett, da unter 25 und noch nie sozialversicherungspflichtig gearbeitet.

Bzgl. Tavor hat sie heute wohl in der Klinik drüber gesprochen, warum wieso in welcher Situation. Sie geht da zum Glück im Moment offen mit um und hat auch bevor sie Samstag die Tablette genommen hat ihren Psychiater angerufen.

Aber wohl ist mit nicht mit der Sache, da sie zig andere Sachen nimmt und die Kombi aus allem schnell missbraucht werden könnte.

Sollte ich mal ansprechen, dass der Vorrat verkleinert werden sollte oder ist das ein Bereich, aus dem ich mich besser zurückhalte?

PYustebzlu1me6x5


50er-Packung Tavor: Autsch.

Der Umgang der Ärzte mit Medikamentenverordungen und offiziell gewährter Einnahmefreiheit für den Patienten, ist schon recht unterschiedlich, selbst bei ein und dem selben Patienten.

Ich habe von meine Facharzt für Psychotherapeutische Medizin mal eine 10 Pak. Tavor erhalten, und bekam genaue Dosierungsanleitungen. Danach konnte ich eine deutlichen Vermerk "Kein Tavor, keine Loracepam" an der Krankenakte erkennen.

Und mein Facharzt für Psychiatrie stellte mir sogar offiziel frei, welches AD ich in welcher Dosis einnehmen wolle. Darauf hin teilte ich ihm nur noch das AD und die Dosis für Folgerezepte mit. Zugegebener Weise war ich zum Zeitpunkt dieser Absprache nicht schwer depressiv.

Auch das Ausschleichen des AD und Ausschleichbeginn stellte er mir frei. Über die Aussschleichmethode hat er garnicht gesprochen, mir also von vornherrein überlassen.

Der Umgang mit Medikamentenverordnungen hängt also deutlich vom Vertrauen des Therapeuten in den Patienten ab.

Tavor hat sie heute wohl in der Klinik drüber gesprochen, warum wieso in welcher Situation. Sie geht da zum Glück im Moment offen mit um und hat auch bevor sie Samstag die Tablette genommen hat ihren Psychiater angerufen.

Somit ist das Vertrauen der Ärzte in deine Schwester doch berechtigt.

Aber wohl ist mit nicht mit der Sache, da sie zig andere Sachen nimmt und die Kombi aus allem schnell missbraucht werden könnte.

Man kann sich auch bestens mit einem als harmlos geltenden Schmerz- u. Erkältungsmedikament suizidieren und mir fallen ohne Probleme mindestens 10 weitere Methode zum selben Zweck ein.

Wichtig ist das deine Schwester nicht hoch suizidal wird und für solche Fälle eine kompetenten Ansprechpartner hat. Das ist der beste Schutz vor Suizid.

S3unflmoweHr_7x3


Bzgl. Klinik:

In Ballungsräumen gibt es oft Überschneidungen. Da könnte man wirklich mal nach anderen Kliniken schauen und die ggf. einfach mal anrufen und fragen. Die Privatversicherung könnte da auch hilfreich sein...

Apropos Privatversicherung:

Wer behandelt Deine Schwester aktuell? Meine Erfahrung ist, dass Privatpatienten gerne mal einen Sonderstatus haben in Kliniken. Da ist dann der Chef- oder Oberarzt zuständig, es hapert manchmal mit der Integration ins "normale" Behandlungsprogramm aufgrund dieses Sonderstatus,... Sollte das ein Problem sein, ggf. auch mal ansprechen!

Und:

Deine Eltern (auch Deiner Schwester zuliebe) sollten nicht weiterhin alles zahlen, sondern wirklich "das System" in Anspruch nehmen. Wenn man akzeptieren kann, dass man ein psychisch krankes Kind hat, gibt's eine Menge Optionen langfristig: Betreutes Wohnen, psychiatrische ambulante Pflege, ggf. Berufsförderungswerke und sonstige Maßnahmen. Aber dadurch, dass Deine Eltern alles finanzieren, fällt Deine Schwester auch ein wenig durch alle Raster in der Hinsicht.

@ Pusteblume:

AD's sind aber ganz andere Medikamente als Benzos. Da ist man total auf die Mitarbeit des Patienten angewiesen, d.h. da lässt man wirklich oft die Patienten entscheiden, mit welchem Medikament sie gut zurechtkommen, mit welcher Dosis. Denn nur SIE merken letztlich, wann es ihnen besser geht, mit welcher Dosis, welche Nebenwirkungen akzeptabel sind,...

Da haben Patienten fast schon Selbstbestimmungsrecht (außer, es sprechen medizinische Gründe gegen ein Medikament).

Aber bei Benzos muss man es viel viel strikter handhaben, aufgr. des Abhängigkeitsrisikos. Und auch als Signalwirkung: Benzos sind nicht immer und unendlich zu haben. Sie sind eine absolute notfalllösung. Einer 50er-Packung spricht da aber eine andere Sprache!

Während man bei AD's ja eben will, dass der Patient motiviert und vernünftig täglich die Tabletten nimmt.

S-unflNower_7x3


Aber wohl ist mit nicht mit der Sache, da sie zig andere Sachen nimmt und die Kombi aus allem schnell missbraucht werden könnte.

Nein. Missbrauchspotential haben die Benzos, da sollte man vorsichtig sein.

Ansonsten gibt es gerade bei so kranken Patienten oft wirklich heftige Kombinationen. Die man ggf. langfristig NICHT beibehalten wird, aber die JETZT erforderlich sind.

PkusTtQebl4ume65


Liebe Sunflower

Missbrauchspotential haben die Benzos,

Dessen bin ich mir voll und ganz bewust.

Aber bei Benzos muss man es viel viel strikter handhaben, aufgr. des Abhängigkeitsrisikos. Und auch als Signalwirkung: Benzos sind nicht immer und unendlich zu haben. Sie sind eine absolute notfalllösung. Einer 50er-Packung spricht da aber eine andere Sprache!

Ich bin mir ziehmlich sicher, das mein Psychiater im Falle das ich Notfallmedikamente brauchen würde, mir keine 10 Pak Benzos verschreiben würde. Die Packungsgröße würde mit Sicherheit größer ausfallen.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH