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Umstellung Venlafaxin auf Sertralin wegen sexueller Unlust

PfhobZienKchen hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

es ist eher unwahrscheinlich, dass hier jemand Erfahrung mit Sertralin gemacht hat da es soviele versch. AD gibt aber ein Versuch ist es wert. Ich nehme Venlafaxin seit 2005. Die Dosis war nicht immer die Gleiche, jedoch ging es mir bei 150mg psychisch wieder schlecht sodass die 300mg doch am besten sind. Ich habe mich nun letzte Woche endlich getraut meinem Neurologen/Psychiater zu sagen, dass ich seit Jahren unter sexueller Unlust leide. Er führte dies sofort auf das Venlafaxin zurück. Ich denke, auch wenn es nun Jahre her ist, dass das vor dem Venlafaxin nicht so war. Er hat nun mit mir beschlossen, dass ich morgen (Sonntag) das letzte Mal Venlafaxin nehme und dann Montag mit Sertralin anfange. Er meinte, dass nicht jedes AD zu solchen sexuellen Störungen führt. Jetzt steht das bei Sertralin aber auch wieder im Beipackzettel und zwar bei "sehr häufig". Ich möchte wieder richtige Lust verspüren. Ich liebe meinen Partner sehr und will ihn nicht verlieren. Mir ist bewusst, dass Sex zu einer Partnerschaft dazugehört. Nimmt das Medikament jemand und hat positive Erfahrungen gemacht?

LG

Antworten
G@urkehnnase


Hallo Phobienchen,

ich habe niemals Venlafaxin genommen, da ich einen hohen Blutdruck habe und ohnehin mit Herzklopfen und Schwitzen zu tun habe. Ausserdem ist Venlafaxin ja berüchtigt für die massiven Probleme, mit denen Absetzwillige zu kämpfen haben.

Ich kenne aber durchaus einige AD und nehme jetzt seit einer ganzen Weile Sertralin. Das ist bislang das erste Mittel, was mir wirklich verhältnismäßig gut gegen Depris hilft. Auch gegen eine seit einer Weile vorhandene Sozialphobie hilft es und schwächt die Symptome ab.

Leider "hilft" es auch gegen die Libido. Manchmal habe ich gedacht, dass man das echt als Triebhemmer verkaufen könnte.

Da ich es seit einer ganzen Weile nehme, haben sich die antisexuellen Nebenwirkungen etwas abgeschwächt. Dennoch habe ich immer nur phasenweise sowas wie Sexualität. Dazwischen ist das Interesse völlig weg.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es auch die Potenz massiv stören kann.

Da für mich die Alternative jedoch Depressionen sind, nehme ich diese NW zumindest zeitweise in Kauf.

Irgendwann wird in meinem Leben wohl wieder Ordnung eingetreten sein. Dann schaue ich mal weiter.

Auf jeden Fall habe ich in der Vergangenheit noch kein AD kennengelernt, was so heftig auf die Libido drückte.

Einen persönlichen Eindruck von der Wirkung kann man sich natürlich erst nach drei bis vier Wochen machen. In den ersten Wochen hat es mich sogar ängstlicher gemacht. Aber sowas ist ja normal. Das Gehirn muss sich auf Medikamente erstmal einstellen.

Ausprobieren kann man es aber sicher. Man kommt davon wohl nicht so schlecht weg wie von Paroxetin oder Venlafaxin.

Gruß

GN

SMetxzen6


Ich habe sowohl unter Venlafaxin als auch unter Sertralun den gleichen Libidoverlust, da bestand kein Unterschied. Mir geht es aber wie Gurkennase: lieber diese Nebenwirkung als eine Depression.

Natürlich kann ich deinen Wunsch aber auch verstehen.

Pyhob,ie}nchexn


Jetzt bin ich sehr gefrustet.Ich hatte wirklich große Hoffnungen in das neue Medikament gesetzt.War der Meinung,mein Arzt wird sich was dabei gedacht haben.Warum wechselt er dann auf Sertralin wenn das Gleiche dabei herauskommt ??? Mein Freund will nicht,dass ich nur ihm zuliebe mit ihm schlafe.Ich versteh ihn auch.Aber er wird mich verlassen...Und ich möchte ja auch Sex in der Beziehung,jedoch verspüre ich keine Lust darauf.

DUilflxes


@ Phobienchen

Es gibt 2 Medikamentengruppe von ADs bei den Wiederaufnahmehemmern.

SSRI und SRNI

SSRI ist z.B. Sertralin, cipralex , oder citalopram. Es sind sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer.

Die 2te Gruppe ist die SRNI z.B. Venlafaxin sogenannte Serotonin und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer.

Der Umstieg auf ein SSRI könnte funktionieren, wenn deine Depression nicht dem Botenstoff Noradrenalin geschuldet ist. Die Nebenwirkungen sind aber ähnlich.

Ich nehme SRNI da bei mir SSRI nicht wirkt. Die Libido ist anders, sie kommt nicht mehr von selbst. Man kann ihr aber auf die Sprünge helfen, z.B. einfach mal ohne Lust trotzdem anfangen mit der Frau rumzumachen die Lust kommt dabei dann doch auf, oder gemeinsam Pornos schauen. Man muss seiner Libido regelrecht auf die Sprünge helfen, sie ist nicht mehr von alleine da.

Es ist leider nicht mehr ganz so wie früher, aber ohne SRNI wäre es noch schlimmer. In der Depression ist die Libido vollkommen weg.

P2hobie2nchen


Depressionen sind garnicht meine Hauptdiagnose sondern eine Angststörung.Ich würde nicht sagen,dass ich je ne richtige Depression hatte.Die Umstellungen erfolgt jetzt nur aufgrund der sexuellen Unlust denn sonst hab ich Venlafaxin super vertragen und mir ging es psychisch gut.Ich bin jetzt ein halbes Jahr mit meinem Partner zusammen und möchte eine normale Beziehung führen,wie andere Paare auch.Lust auf ihn haben,über ihn herfallen.Ich finde ihn so attraktiv und liebe ihn aber Lust habe ich trotzdem nicht

Gburke$nnasxe


Nicht alle SSRI hauen gleich stark auf die Libido (einfach mal googeln).

Sertralin gehört diesbezüglich schon zu den heftigsten Triebkillern.

"Leider" ist gerade Sertralin besonders gut geeignet, um viele Angststörungen in den Griff zu bekommen. Auch gegen Sozialphobien kann es ausgezeichnet helfen.

Zu jedem dieser Mittel giibts auch nen Wikipedia-Eintrag. Einfach nach Wirkstoff oder Handelsname suchen. Man landet in jedem Fall auf der richtigen Wiki-Seite.

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