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Depression bei Freund einfach verschwunden?

mpetaGmorYphoxsis hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Ich hab da einen guten Freund mit dem ich täglich online schreibe und ihn auch täglich sehe. Ich kenen ihn seit etwa 1 Jahr. Ich hab jetzt vor ein paar Monaten erfahren, dass er eien ziemlich schelchte Kindheit hatte und auch sosnt nie wirklich draussen war. Er ist sehr schüchtern und wir haben dann noch etwas weiter darüber geredet. Ich glaube, dass er an einer Depression leidet. Er sieht im Leben keinen Sinn, hat keine Freunde und hat Angst mit Leuten zu sprechen, er ist immer traurig und hat ständig Kopfschmerzen etc. Da hab ich ihn dann überredet zu einem Psychologen zu gehen. Ging er auch :)^ Nach nur einem Termin war er plötzlich ganz anders. Alle Probleme seien "gelöst" meint er. Plötzlich ist sein Selbstbewusstein von 0 auf 100 gestiegen ":/ Das kann ich leider nicht glauben. Das wär ja ein psychologisches Wunder. Was er mir früher geschrieben hat war wirklich extrem und sah nach einer eher stärkeren Depression aus. Macht er mir nur etwas vor? Will er nur nicht mehr dahin und versucht deshalb jetzt alles gzwungenermassen positiv zu sehen? Er hat mir gesagt die Psychologen hätten bei ihm nichts gefunden. Alles gut, dachte ich dann. Bis er mir gesagt hat, dass er die Fragen so beantwortet hat wie er gerne "sein möchte". Er hat sie nicht der Wahrheit entsprechend beantwortet :(v Da ist es schon klar, dass die nichts finden wenn er einen auf "extrem positiv" macht.

Was mach ich nun? Ich möchte ihm wirklich helfen. Aber er sagt ständig alles ist ok und das Leben ist doch so schön etc. Das kann gar nicht sein. Ich glaub das ist eine bipolare Störung oder so, und ich möchte ihm helfen bevor die Depression zurückkommt. Ich kann doch nicht warten und ihm dann sagen "Habs dir doch gesagt Ha Ha!" :-X

Währe dankbar für Ratschläge.

Antworten
c_hMicc+o46


Was für Medis nimmt er?

mYetanmoIrp^hosixs


Gar keine. Das ist ja das Problem. Da ist NICHTS was so eine Umwandlung hätte verursachen können.

mNetamo.rphos6is


Weiss niemand was? Meine Frage ist ja eher nur, ob sowas überhaupt möglich ist? Oder ob er mir nur etwas vormacht? Kann eine starke Depression einfach so verschwinden? Er meint er hat seine Art zu denken einfach umgestellt ":/

c_hiccMoA4x6


Ich glaube nicht das Depressionen einfach so verschwinden! Ich habe auch Derpressionen, vertrage die Medikamente nicht und versuche mit "Problemlösungen" das Zeugs in Griff zu bekommen, da ist schwierig. Sollte es bei deinem Freund einfach so gegangen, wäre es schön ich vermute jedoch, er spielt etwas vor und ein Rückfall ist zu erwarten.

D illexs


@ metamorphosis,

ich bin Bipolar, und ich vermute dein Freund ist es auch. Eine schwere Depression zu überwinden von jetzt auf morgen ist nicht möglich. Viele behaupten ja es wäre mit Psychotherapie möglich was ich für mich nicht bestätigen kann. Aus der schweren kommt man nur mit ADs raus die man dann kombiniert mit einer langangelegte Psychotherapie.

Ich war schwer Depressiv und bekam 4 Jahre lang ADs mit denen ich gut leben konnte, innerhalb kürzester Zeit wurde ich dan manisch, ein Hochgefühl in dem man nur so strotzt vor Selbstbewusstsein und Tatendrang, leider geht dieses Hochgefühl dann so rasant weiter, dass man ein Problem für das Umfeld und sich selbst darstellt. Ich musste zwangsweise von der Manie runtergeholt werden und fiel danach wieder in eine schwere Depression mit der Gefahr relativ schnell wieder in die Manie hochzugehen.

Ich bekomme jetzt ADs gegen Depression und Lithium als Manieschutz. Bei bipolar Erkrankten ist es extrem schwierig wieder eine mittlere Gefühlslage zu erreichen.

Die richtige Medikamentenkombination herauszufinden dauert bei mir bereits über 9 Monate. Vom Lithium bekam ich einen starken Tremor, nach der Reduzierung hebte sich meine Laune wieder fast unnatürlich und man musste die ADs wieder reduzieren was mich derzeit wieder depressiv macht.

Bipolarität ist eine schwierig in den Griff zu bekommende Krankheit, aber die hat er wohl.

Es ist aber aus eigener Erfahrung sehr schwierig jemandem in diesem Hochgefühl zu erklären, daß er krank ist, den es ist ein absolut gutes Gefühl. Mein Oberarzt verglich dieses Gefühl mit einem Kokainrausch die Manie endet aber meist gleich wie die Kokainabhängigkeit, Größenwahn, Verschwendungssucht absolute Selbstüberschätzung.

Es gibt viele Fälle die sich in der Manie finanziell absolut ruiniert haben.

L]ouaxn


Ich war schwer Depressiv und bekam 4 Jahre lang ADs mit denen ich gut leben konnte, innerhalb kürzester Zeit wurde ich dan manisch, ein Hochgefühl in dem man nur so strotzt vor Selbstbewusstsein und Tatendrang, leider geht dieses Hochgefühl dann so rasant weiter, dass man ein Problem für das Umfeld und sich selbst darstellt. Die richtige Medikamentenkombination herauszufinden dauert bei mir bereits über 9 Monate.

Oh Gott. Ich glaube ich lasse das mit dem Psychiater lieber gleich sein.

SKunfolowert_7x3


@ Dilles:

Es wäre hilfreich, wenn Du Deine eigenen, prägenden Erfahrungen nicht immer auf alles und jeden überträgst – und damit z.T. abschreckst, wie bspw. bei Louans Antwort zu sehen ist.

Dass Du im Rahmen Deiner bipolaren Störung erst depressiv warst und dann in eine Manie gerutscht bist, ist selten. Kommt aber vor. Muss aber eben nicht immer und bei jedem so sein.

@ Louan:

Oh Gott. Ich glaube ich lasse das mit dem Psychiater lieber gleich sein.

Das ist Unsinn. Dilles ist zum einen eher ein Extremfall. Außerdem dauert es längst nicht bei jedem so lange. Und eine einfache Depression ist immer noch etwas anderes als eine bipolare Störung. Mach' BITTE Deine eigenen Erfahrungen!

@ all:

Zum einen können depressive Episoden tatsächlich "einfach so" aufhören. Das gibt es tatsächlich. Darum wird die Erkrankung formell auch nach "depressiven Episoden" eingeteilt. Die man quasi zählt. Man kann also depressiv sein, dann bessert sich die Stimmung – und man kann wieder in die Depression rutschen. Wie lange eine Episode dauert, wie lange die normale Zeit dazwischen: Total unterschiedlich.

Wenn jemand allerdings SEHR schlagartig aus der Depression rauskommt UND dabei SEHR aufgekratzt ist (also nicht so, wie er ohne Depression war, sondern wirklich auffällig aufgedreht, mit viel reden, wenig schlaf, wenig essen, ständig neuen Ideen, ggf. viel Geld ausgeben, wenig sozialen Hemmungen...), dann könnte es auch eine hypomane/manische Phase sein. Da sollte man denjenigen wirklich zum Arzt schicken oder in die Klinik, denn das kann problematisch werden. Die Frage ist halt: Ist hier jemand einfach nur so, wie er früher war – oder extrem auffällig aufgedreht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zshg. mit schlagartiger Verbesserung: Das kommt auch bei Patienten vor, die für sich fest (und nicht in einer Kurzschlussreaktion!) beschlossen haben, sich umzubringen. Nennt sich (warum auch immer) "Morgenklarheit" und ist ebenfalls als ein Warnsignal zu werten.

Fazit:

Bitte sprich' Deinen Freund auf DEINE Beobachtungen an und versuch' vorsichtig zu ergründen, was wirklich los ist. Geht er noch zum Psychologen? Auch wenn der Psychologe DIR gegenüber zur Schweigepflicht verpflichtet ist, könntest/solltest Du ihn ggf. über Deine Beobachtungen informieren, damit ER ggf. nachhakt.

mmetamoerp>hosxis


Erstmal Danke für eure Antworten!

Er geht jetzt nur noch einmal dahin. Er hat gesagt die Psychologin sieht nichts falsches bei ihm und sie meint es ist nicht mehr nötig. Ich weiss aber, dass er sich dort so verhält wie er gerne sein möchte. Das heisst, wenn er gefragt wurde ob er sich einsam fühlt, hat er mit "Nein" geantwortet weil er sich selbst einredet "Ach komm, ich bin doch nicht einsam!". Also quasi mit einer besseren Eisntellung. Mir hat er aber was ganz anderes damals gesagt!

Ich kann leider nicht wirklich beurteilen ob er sich wie vor der Depression verhält da ich ihm mit der Depression kennen gelernt habe ":/ Immer wenn wir über uns unterhalten muss er auch ständig mir beweisen, dass alles ok ist. z.B. sagt er ständig "ist zwar nicht eprfekt, aber mir reicht es ;-)" oder letztens "mir geht es normal. Eher gut als shlecht ;-). Das ist doch total fake! Das nervt ich auch ziemlich da er nie über dieses thema reden möchte. Er meint ich sollte es akzeptieren dass alles ok ist bei ihm %-| Und wie hier einige gesgat haben, ist das nicht möglich?!

Ich glaube so eine Verbesserung braucht Zeit und nicht mit einem Besuch beim Psychologen gleich 0 auf 100 + alle Probleme gelöst + Selbstbewusstsein höher als je!

Er will einfach nicht drüber reden :-X

D:illexs


Dass Du im Rahmen Deiner bipolaren Störung erst depressiv warst und dann in eine Manie gerutscht bist, ist selten. Kommt aber vor. Muss aber eben nicht immer und bei jedem so sein.

Ich wurde vor 5 Jahren schwer depressiv und war nicht bipolar. Nach 4 Jahren ADs wurde ich manisch und habe erst jetzt die Diagnose Bipolar. Aus der Depression , kam ich unheimlich schnell und gut nach dem Besuch einer Psychiaterin heraus.

Dies sollte allen Mut machen zu einem Psychiater zu gehen, daß mich dann eine Manie erwischte würde denke ich, nach heutigem Wissensstand meiner Psychiaterin, nicht mehr bekommen.

Mein Fall macht Hoffnung für Depressive und rät zur Vorsicht dahingehend sich und sein Umfeld darauf zu achten wenn die Laune ständig zu gut wird. Man kann eine beginnende Manie sehr rasch im Zaum halten.

S+ilb9ermonPdaugxe


Hallo,

leider keine passende Antwort auf die gestellte Frage, aber

leider geht dieses Hochgefühl dann so rasant weiter, dass man ein Problem für das Umfeld und sich selbst darstellt

So kann man das auch nicht pauschalisieren

@ metamorphosis:

am besten du bist für deinen Freund einfach da. Wenn er sich etwas einredet...vielleicht (?) ist das ja für ihn am besten. [Natürlich soll(te) man bei einem Psychiater ehrlich sein aber wenn er es nun mal nicht sein mag...]

Sag deine ehrliche Meinung aber dräng dich nicht auf und mach seine Probleme nicht zu deinen.

mGetamgorp@hostis


Heute hat er mir wieder versichert, dass alles ok ist. Aber jetzt kommts noch besser: Er lacht darüber %:| Es ist für ihn "Vergangenheit" ":/

Sag deine ehrliche Meinung aber dräng dich nicht auf und mach seine Probleme nicht zu deinen.

Hab ich. Er reagiert nicht drauf und versucht das Thema zu wechseln mit Witzen, ironische Sprüche und Smileys. Darauf hat er mir gesagt er kann dieses Thema nicht ernst nehmen. Auf die Frage ob er jetzt beim Psychologen den Fragebogen so ausgefüllt hat wie er sich in letzter Zeit gefühlt hat, oder spontan mit einer besseren Einstellung (quasi, "ach was, ich will nicht mehr hier hin") hat er gesagt: Vielleicht. Vielleicht nicht.

Aha. Solche Menschen kann man auch total ernst nehmen. Ist das eurer Meinung glaubwürdig? Ich mache mir sein Problem nicht zu meinem, aber ich will ihm ja auch nur helfen.

SVilber(mondaiugxe


aber ich will ihm ja auch nur helfen.

Verständlich. Und lobenswert. Aber es geht nicht immer.

Allerdings - zu einer Freundschaft gehört auch Ehrlichkeit. Und ehrlich wäre im Fall deines Freundes , wenn er a) beim Psychologen ehrlich antworten oder aber "die Aussage verweigern würde" und b) zu dir beispielsweise sagen würde "mir gehts wieder gut, lass uns über was anderes reden" und nicht so trallalallalla...

D5illBes


Aus aktuellem Anlass, kann ich berichten, daß es mir Anfang bis Mitte letzter Woche richtig dreckig (depresssiv) ging, dies bereits über einen Zeitraum eines Jahres, seit Behandlung meiner Manie.

Es fing Freitag an und mir gings schlagartig besser mit der Laune, dies steigerte sich dann soweit, dass ich von meinem engsten Freund und meiner Frau angesprochen wurde, dass wohl etwas nicht ganz in Ordnung mit mir wäre. Eigentlich sind alle meine engsten Vertrauten froh , wenn es mir besser geht, aber wieder manisch wollten sie mich dann auch nicht haben, man verhält sich kindisch übertrieben, will ständig lustig sein und hat einen ungebremsten Redeschwall.

Ich bin dann am Dienstag zu meiner Psychiaterin und sie hat mir sofort verboten weiter mein AD zu nehmen.

Ich bin heute den dritten Tag ohne AD und die Laune hat sich wieder etwas heruntergependelt, jetzt eigentlich auf Normalmass.

Die SRNI (AD) die ich nahm sind beim Absetzen eigentlich brandgefährlich und man muss sie eigentlich ganz langsam ausschleichen. Bei Bipolarpatienten mit einer Manie ist dies wohl etwas anders , wie ich jetzt wieder feststellen musste. Es geht rasend schnell wie sich die Laune von tiefbetrübt zu himmelhochjauchzend wandeln kann.

Eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle innerhalb weniger Tage.

Ich bekomme jetzt nur noch Lithium als Stabilisator und hoffe weder in eine Depression noch in eine Manie wieder reinzurutschen.

Eine Manie muss man selbst verstehen können und wichtig ist, wie bei mir das Umfeld zu bitten sofort Alarm zu schlagen, wenn sie etwas an meinem Verhalten bemerken.

Eine Depression spürt man, die tut seelisch weh. Eine Manie spürt man meist gar nicht selbst, weil das Gefühl an sich positiv für einen ist.

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