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Panikattacke, Angst-Syndrom?

dejimmk-bo hat die Diskussion gestartet


Guten Tag zusammen,

ich bin ein 24 jähriger, sportlich-schlanker Typ mit einem Problem, welches ich euch gerne einmal mitteilen möchte.

Alles fing im Januar diesen Jahres an beim Frühstück mit meiner Freundin. Wir aßen ganz normal und freuten uns auf einen kalten aber trotzdem schönen Tag. Schon am diesem Abend klagten wir beide dann über Durchfälle. Es hatte den Anschein, als ob wir irgendein verdorbenes Zeugs zum Frühstück gegessen hatten. Ich hatte es so hingenommen und die typischen Maßnahmen (viel Tee getrunken, Oralpädon genommen, usw) eingeleitet um wieder schnell fit zu werden. Bei meiner Freundin verschwanden die Symptome schon nach wenigen Tagen. Bei mir blieb das ganze bestehen. Es wurde und wurde nicht besser...

Ein paar Tage nach dem ersten Durchfall hatte ich dann auch eine recht große Menge Blut an meinem Toilettenpapier (in geringen Mengen kam das schon gelegentlich mal vor) und Bauchschmerzen nach jeder Mahlzeit, was mich veranlasste zum Hausarzt und anschließend zum Gastroenterologen zu gehen. Eine chronische, nicht aktive (was das auch heißen mag) Gastritis wurde festgestellt. Protonenpumpenhemmer wurden mir verschrieben und ich solle einfach nur warten.

Die Stuhlgewohnheiten wurden immer unregelmäßiger. Mal musste ich 4 bis 5 Mal am Tag aufs Klo, mal 1 Mal und manchmal auch gar nicht. Mich beschlich die Vermutung, dass doch irgendwas nicht mit mir stimmen konnte als "nur" eine Gastrits...

Ich war ziemlich bedrückt über die ganze Situation, konnte mich aber wieder soweit aufrappeln, sodass ich wieder etwas Sport trieb. Nach drei Monaten mit meinen Magen-Darm Problemen (und einer zwischenzeitlichen Erkältung) war ich dann zu Besuch bei meinem Bruder. Ich bin zirka 15 km ziemlich zügig mit dem Fahrrad dorthin gefahren. Dort angekommen war mir ziemlich warm. Ich zog mich etwas luftiger an und ging etwas vor die Tür. Plötzlich überkamen mich sehr unangenehme Gedanken. Ich wurde unruhiger und unruhiger. Ich musste mich hinsetzen und sogar hinlegen. Ein Schwindel bzw eine Benommenheit (schwer zu erklären) setzte ein und ich fragte mich, was mit mir los sei. Ich steigere mich "gerne" in irgendwelche Dinge herein und so sind mir nach und nach mehrere Dinge aufgefallen, die, während ich dort so lag, nicht normal waren: Mein Herz klopfte ungewöhnlich stark und schnell, mir wurde ganz kalt, ich zitterte wie wild, plötzlich kribbelten meine Hände und Füße. Das Kribbeln zog sich langsam aber sicher in meinen Torso hoch und ich bekam immer mehr Angst. Ich musste öfters hintereinander aufs Klo. Noch 15 Minuten spitzte sich alles zu. Ich bakam erste Krämpfe in Beinen und Armen, später dann auch im Bauch und Brustbereich. Mein Bruder brachte mich ins Krankenhaus wo ich dann fast in Ohnmacht gefallen bin und einen durchgehenden Kampfanfall bekam. Mein ganzer Körper war betroffen (sogar mein Gesicht). Es fiel mir schwer zu sprechen und alles tat weh. Ich dachte ich verliere die Kontrolle über mich selbst... Die Ärzte gaben mir eine Infusion und deren Diagnose war eine Mineralstoffentgleisung. Habe ich da gerade eine Panikattacke gehabt ???

Seit diesem Ereignis habe ich eine ständige Benommenheit/Schwindel. Zusätlich waren auch noch die Magen-Darm Probleme da. Immer wenn ich hunger bekommen habe, dann wurde ich sehr ungewöhnlich unruhig und ich bekam derbe Kreislaufbeschwerden, die sich dann erst wieder langsam normalisierten. Nach weiteren zwei Wochen ließ ich mich dann in ein Krankenhaus überweisen, wo ich wenigstens dem Magen-Darm Problemen auf den Grund gehen wollte. Dort ließ ich dann diverse Untersuchungen über mich ergehen. Unter anderem dann auch eine MRT-Untersuchung, die mir gezeigt hat, dass physisch alles okay bei mir ist. Auch Blutwerte, Stuhlproben und EKG sind alle gut ausgefallen. Die Krankenhausdiagnose war Reizdarm-Syndrom (was dann wahrscheinlich das Blut am Toilettenpapier erklärt).

Mich plagen jetzt noch Kopfschmerzen, Schwindel/Benommenheit (manchmal stark, manchmal nicht so stark), stark Müdigkeit, Schlafstörungen (Nachts auch Bauchschmerzen) und halt der Reizdarm.

Sind das alles Anzeichen für eine Panikattacke und ein darauf folgendes Angst-Syndrom? Hat jemand vielleicht auch schon mal ähnliche Erfahrungen damit gemacht? Ich weiß nicht mehr weiter.

Mein Leben hat sich durch die ganze Sache verändert. Oft keine sehr lustlos, schlapp und deshalb auch sehr eingeschränkt.

Gruß,

Djimm-Bo

PS: Ich habe auch schon einen Termin bei einem Neurologen, der mir hoffentlich weiter helfen kann.

Antworten
J_an7x4


Krämpfe und Mineralstoffentgleisung sind keine Symptome einer Panikattacke. Ich finde, das klingt schon alles eher nach "wirklich krank". Wobei natürlich dann noch psychosomatische Komponenten hinzukommen können. Also vielleicht teils/teils. Oder es fing mit was organischem an und hat sich dann psychosomatisch verselbständig. Aber eigentlich kann man das nur herausfinden wenn man Dich gründlich untersucht (was ja wohl passiert ist?).

dajimm-xbo


Hi Jan,

die Mineralstoffentgleisung war dann die Diagnose um sich die Krämpfe zu erklären.

Die Sache ist nur, dass erst die unangenehmen Gedanken in mir hoch kamen, dann die Benommenheit anfing und ich dann nicht weiter wusste und mir ganz viele andere Sachen an mir aufgefallen sind, die nicht stimmen könnten. Im Endeffekt glaube ich hat sich das alles so hochgeschaukelt, sodass mein Körper sich verkrampft hat. Aber ich bin mir der ganzen Sache nicht so sicher, deswegen bin ich ja hier^^

Bei meinem letzten Krankenhausbesuch wurde ich gründlich untersucht in Hinblick auf mein Magen-Darm Problem.

Gruß

JEan7A4


Der erste Teil der Schilderung klingt auch nach Panikattacke und vielleicht wars ja wirklich so (wäre ja typisch, Körpersachen wahrnehmen, Angst bekommen, schaukelt sich dann hoch), aber Krämpfe entstehen dabei trotzdem nicht. Das hat definitiv irgendeine andere Ursache gehabt. Vermutlich wirklich was mit Magen-Darm, wodurch vielleicht auch der Mineralstoffhaushalt durcheinander gerät? Wie ich schon schrieb, kann ja sein das beide Komponenten da zusammenspielen.

d5j$imm-fbo


Hast schon recht, wahrscheinlich war es ein Zusammenspiel von Magen-Darm und Panik. An dem morgen des Anfalls (der war Mittags) hatte ich auch noch Diarröh.

Was aber immer noch da ist, ist die Benommenheit (auch gerade). Ist das so typisch für eine Panikattacke bzw einem darauf folgenden Angst-Syndrom? Schon mal was drüber gehört bzw etwas erfahren?

J+an7x4


Kopfschmerzen passt nicht von den Symptomen, der Rest schon. Informier Dich doch mal was Panikattacken alles so machen können. Das mit dem Durchfall und dadurch der Mineralstoffentgleisung ist natürlich in der Tat sehr plausibel. Vermutlich gabs da diese reale körperliche Komponente und da hast Du Dich dann kräftig hineingesteigert. Und jetzt lauerst Du ängstlich und schaust ständig in Dich hinein ob Dein Körper wohl wieder drauf und dran ist, Dich zu "überfallen".

Es kann sein das eine einmalige Panikattacke so eine Angststörung lostritt, ja, und das was Du da beschreibst die lästigen Dauersymptome sind.

d[jim m-bxo


Diese lästigen Dauersymptome werde ich wahrscheinlich ärztlich behandeln lassen, oder (falls es das überhaupt ist)? Oder vergehen die irgendwann nach der Zeit?

J~an474


Komplexe Thematik.. erstmal muss man ja klären lassen obs wirklich ne Angststörung ist. Wenn ja, dann steht Psychotherapie im Vordergrund.. wenn die Störung verschwindet, verschwinden auch die Dauersymptome, aber da kann man mehrere Monate bis Jahre einplanen. Aus dem was Du hier bisher schreibst kann man auch zu wenig konkret ableiten (z.B. ja bisher wenig wies Dir sonst psychisch so geht. Eher gestresst und deprimiert oder entspannt und gut drauf).

Wichtig ist, dass Du keine Angst vor den Angstsymptonen an sich entwickelst und Dich deswegen im Leben einschränkst. Ignorier sie so gut wies geht. Je mehr Du auf die Angststörung rücksicht nimmst (wenn es denn eine sein sollte!!), umso mächtiger wird sie. Ich schick Dir gleich mal eine PN mit einem Link den ich hier nicht posten darf.

dRjimmx-bo


Also von mir selbst kann ich sagen (soweit ich das beurteilen kann), dass ich schon größtenteils sehr hektisch bin. Gerade was Arbeit angeht. Ich bin auch eher perfektionistisch, also hauptsache so gut es geht, was nicht immer so hin haut (man kennt das ja). Würde auch nicht sagen das ich übermäßig depressiv bin. Ich sehe alles eher pessimistisch, ja aber als Depression würde ich das jetzt nicht beschreiben. Zum teil auch etwas melancholisch aber das ist auch eher normal.

Sich selbst zu beurteilen finde ich aber auch ziemlich schwierig. Andere Personen haben ja ne differenzierte Sicht auf einen und die können wahrscheinlich etwas besser beurteilen wie ich bin, vor allem weil das alles selbstverständlich für mich ist.

Aber grundsätzlich könnte ich noch sagen, dass ich nicht unbedingt das stärkste Selbstbewusstsein habe. Vor anderen oder im Mittelpunkt zu stehen und zu reden fällt mir eher schwer.

d%jimymx-bo


Aso, ansonsten bin ich eigentlich recht aufgeschlossen und Unternehmenslustig. Was sich dann aber auch so äußert, dass ich dann nicht wirklich ruhig zuhause sitzen bleiben kann sondern immer unterwegs bin mit Freunden und Kollegen. Meist dreht sich mein Tatendrang dann um etwas sportliches aber naja, wie ich schon sagte, eher so der unruhige Typ der auch sehr schnell gestresst ist aber stehts gut drauf (das waren jedenfalls Reaktionen von meinem Umfeld).

iWsabehllchen60x0


Lieber Djimm-Bo,

ich denke, dass du wirklich irgendwas "hast".

Außerdem vermute ich, dass du dich halt schnell in etwas reinsteigerst.

Ich kenne das bei mir: Kriege ich Durchfall, kriege ich auf einmal Angst (Wovor auch immer ???) und zitterte und habe Panik. Das kriege ich nur, wenn mein Körper nicht so tickt, wie ich es gerne hätte.

Ich würde mal ein EKG schreiben lassen und eventuell mal die Schilddrüsenwerte machen lassen. Vielleicht noch Ferritin, Vitamin B12. @:)

d!jiOmm-xbo


Ich hatte schon mal ein großes Blutbild machen lassen, sind da nicht die Schilddrüsenwerte dabei? Ferritin, Vitamin B12 wüsste ich jetzt nicht?! Muss ich mit meinem Hausarzt noch mal drüber sprechen.

Ein EKG habe ich kurz nach meine vermeintlichen Panikattacke im Krankenhaus gemacht und eingangs nochmal als ich ins Krankenhaus mit meinen Magen-Darm Problemen überwiesen wurde. Alles soweit unauffällig...

d%jirmmx-bo


Es ist etwas weiter gegangen...

Am Montag hatte ich einen Termin bei einem Neurologen. Ich habe ihm grob meinen Leidensweg geschildert. Er hat nicht lang gezögert und ein EEG bei mir machen lassen.

Der Arzt meinte, dass es auffällig gewesen sei (was auch immer das jetzt heißen mag) und das man solche Werte vllt bei einem 67 Jährigen erwarten würde aber nicht bei einem so jungen Burschen wie mir. Er verschrieb mir ein Homöopathisches Mittel und sagte danach, dass wir später zu etwas anderem, "härterem" greifen würden.

Ich sollte in den MRT gehen und Bilder von meinem Kopf machen lassen... Das ging relativ schnell. Hatte am nächsten Tag schon durch Zufall einen Termin bekommen. Die Befunde sind noch nicht. Die Leute in der Radiologie meinten, dass mein behandelnder Arzt mit mir über die Ergebnisse sprechen wollen würde und gaben mir keine Infos über den Zustand meinest Kopfes. Ich hoffe dabei ist nichts schlimmes bei rum gekommen!

Gruß,

Djimm-Bo

JSanx74


Oha.

Alles Gute und halt uns auf dem Laufenden!

d:jimxm-bxo


Und noch einen Schritt weiter...

Der Befund des MRT ist eingetroffen: Alles unauffällig! Zum Glück! Die Benommenheit ist aber immer noch da :-(

Letzten Samstag war ich dann auch mal bei einen Optiker. Auf meinen Wunsch haben ich einen Sehtest machen lassen. Festgestellt wurde eine Hornhautkrümmung und eine Kurzsichtigkeit von + (-) 1.5 dpt (hatte nie zuvor eine Brille o.ä.). Können meine Beschwerden daher kommen? Deswegen habe ich am 04.06. einen Augenarzttermin.

Wegen meinem auffälligen EEG gehe ich dann am 28.05. ein weiteres Mal zum Neurologen. Das klärt sich dann hoffentlich auch alles...

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