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Abgrenzung Depression vs. depressive Verstimmung

Lnewixan


Jan74

Ich glaube, dass ein wesentlicher Hintergrund zu deiner Frage darin besteht, dass die Menschen alle so unterschiedlich sind, dass die psychiatrische Diagnosen eine unuebersehbare Vielfalt von Beschwerden/Leiden auf eine ueberschaubare Menge von Kategorien herunterbrechen muessen. Das bedeutet, dass "offizielle" Definitionen von solchen Diagnosen nie so ganz hundertprozentig erfassen, was genau in den Menschen eigentlich vorgeht. Da die Behandlung (und die Modalitaeten der Kassenbezahlung) aber eine Kategorisierung benoetigen, versucht man, "pseudopraezise" Kriterien aufzustellen, so dass man mehr oder weniger jeden, in jeder Phase, irgendwie einordnen kann, wenn es noetig ist.

Ich denke, man sollte sich, wenn man solche Begriffe diskutiert, darueber klar sein, dass es dabei eine Unschaerfe gibt, die in der Natur der Sache liegt. Die Frage "ist es wirklich schon eine Depression oder sind es bloss Verstimmungen" laesst sich letzten Endes nicht "objektiv" klaeren, und was viel wichtiger ist, ist die Frage, was man tun kann, was hilft; eventuell auch bloss, was man ausprobieren sollte, denn was helfen wird, kann man ja im Vorhinein auch nicht mit Sicherheit wissen.

Das bedeutet auch, dass man gewisse Wahlfreiheiten hat, was die eigene Sichtweise betrifft, und wie man es selber sieht und einordnet (und auch, wie das Umfeld es sieht und einordnet), spielt auch eine Rolle:

Einfach das Akzeptieren und Annehmen dieser Sache hilft schon gewaltig.

Das ist sicherlich so und ich hoffe, was ich vorher geschrieben habe, haelt dich nicht davon ab.

Jtan7x4


ja, das leuchtet schon ein..

wobei meine Frage eigentlich abzielt auf: Ist eine "richtige Depression" eine verschärfte Form der schlechten Laune/depressiven Verstimmung, oder ist es eine ganz andere Kategorie (es also NICHT so, dass ein Übergang von einem zum anderen besteht, sondern es sich um zwar naheliegenderweise schnell verwechselbare, aber in Endeffekt ganz eigenständige Dinge handelt)?

Z7yda


Interessante Frage. Leider keine (professionelle) Ahnung.

Ich denke schon dass es fliessende Übergänge bzw eine Verschlechterung von einer depressiven Verstimmung zur Major Depression (falls diese Bezeichnung noch aktuell gebräuchlich ist) - zB weil langjährig unbehandelt, falsch behandelt, weil im Zuge einer anderen komplexeren Erkrankung aufgetreten und nur als "simple" Depression therapiert, plus Veränderung der Lebensumstände etc etc.

Ich hab vor zig (realativ genau 20) Jahren mal eine leiche depressive Verstimmung diagnostiziert bekommen.

"Subdepressiv" haben sie es genaugenommen bezeichnet.

Beim Lesen hier hab ich heute mal versuchsweise den Link benutzt....und sprenge aktuell die Skala....macht gerade etwas nachdenklich.

Als einzelnes Fallbeispiel betrachtet - nicht generalisiert - ist es also offensichtlich möglich.

MoollSienxchen


wobei meine Frage eigentlich abzielt auf: Ist eine "richtige Depression" eine verschärfte Form der schlechten Laune/depressiven Verstimmung, oder ist es eine ganz andere Kategorie (es also NICHT so, dass ein Übergang von einem zum anderen besteht, sondern es sich um zwar naheliegenderweise schnell verwechselbare, aber in Endeffekt ganz eigenständige Dinge handelt)?

Wirklich interessante Frage.

Wenn man "echt" depressiv ist, also so "tot" innerlich, hat man dann einfach nur die miesen Gefühle abgeschaltet, weil man sie nicht mehr aushält?

LKewvian


Jan74

wobei meine Frage eigentlich abzielt auf: Ist eine "richtige Depression" eine verschärfte Form der schlechten Laune/depressiven Verstimmung, oder ist es eine ganz andere Kategorie (es also NICHT so, dass ein Übergang von einem zum anderen besteht, sondern es sich um zwar naheliegenderweise schnell verwechselbare, aber in Endeffekt ganz eigenständige Dinge handelt)?

Ich weiss es nicht, aber ich glaube (u.a. aus Beobachtung in Familie und Bekanntenkreis), die Antwort ist "ja, aber...". Ganz grundsaetzlich denke ich, ja, das ist so; es gibt schlechte Laune/depressive Verstimmungen, bei denen es keine Gefahr gibt, in eine schwere Depression zu geraten, und es gibt schwere Diskussionen, die eine ganz andere Qualitaet haben, und die auch nicht einfach aus solchen Verstimmungen entstanden sind. Andererseits glaube ich aber wiederum nicht, dass das immer so ist; das heisst, es gibt auch Menschen, bei denen der Unterschied nicht so klar ist und der Uebergang fliessender. Vielleicht muesste man von unterschiedlichen Typen der "richtigen Depression" sprechen (und wenn man schon mal dabei waere, von mehr als zwei, siehe mein vorheriges Posting).

L:ewixan


Diskussionen > Depressionen

JUan7u4


Meine Vermutung ist, das es grob gesagt zwei Möglichkeiten gibt:

a) Angeborene Veranlagung zur "richtigen Depression" (die dann auch ohne psychologischen Auslöser "einfach so" ausbrechen kann, fast schon als organische Krankheit zu betrachten)

b) eine zu große Menge an schlechter Laune über zu lange Zeit, irgendwann "ist das Maß voll", es macht neurologisch "knacks" und das System bricht zusammen und die "richtige Depression" ist da

Wobei ohne Zweifel auch depressive Verstimmungen, die man noch nicht als Depression bezeichnen muss, kein Spaß sind (wie wir ja alle wissen ]:D ).

ich hatte selten mal das Gefühl, die Trennlinie zu überschreiten.. in miesen (aber normalen.. traurigen, aber normalen) Lebensphasen punktuell einige Tage, die nochmal anders waren. Noch deutlich düsterer und auch mit den bekannten Schlafstörungs-Effekten. Sehr unangenehm. Vielleicht war das der Blick in den Abgrund der richtigen Depression, zumindest fühlte es sich so an.

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