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Medikamente bei Burn Out Syndrom

D7illpexs


Irgendwie ist schon er im Titel formulierte Wunsch, "Burn out per Medikament heilen", wohl Ausdruck der Dinge, die überhaupt erst dazu geführt haben. Halt "funktionieren", hakt die Maschine, muss sie wieder geölt werden, Hauptsache es geht weiter. Aber genau das ist ja das Problem, so funktioniert das halt nicht. Man muss seinen bisherigen Lebensstil komplett überdenken und relativ tiefgreifend an den Ursachen umbauen.. nicht oberflächlich die Symptome behandeln.

@ Jan ,

nach 1 kommt 2 . Einem schwer Depressiven und Kai hat mit 40 Punkten schon einen Wert in die Richtung kann man ohne Einsatz von ADs nicht auf die Beine helfen.

Die ADs bilden dabei eine Krücke , daß man wieder laufen kann. Das man irgend wann auch mal wieder richtig rennen kann , dazu bedarf es dann einer Reflektion und Änderung seines Lebensstils. Dies arbeitet man in einem 2 ten Schritt dann mit einer Psychotherapie auf.

Nur eine Kombination zwischen AD und Psychotherapie ist die derzeit anerkannteste Form einer Erfolg versprechenden Behandlung.

@ Kai

du hast da mit dem Abbruch der ADs einen Fehler gemacht, den du nicht mehr oft wiederholen kannst. Die ADs verlieren sehr schnell an Wirkung, ADs nehmen bis sie richtig wirken und dann mind. ca. 1/2 -1 Jahr weiternehmen und dann versuchen auszuschleichen. Ich hatte auch Probleme in der Libido, es ist in der Zeit eben anders auch gut zu leben wenn man etwas umdenkt. Für mich war die Furcht einer erneuten Depression in der in dieser Hinsicht eigentlich gar nichts mehr geht größer als temporäre Einbußen der Schwellkörper.

JPa2n74


Ja, klar.

Wobei mir eben auch schon wieder das Wort "unterdrücken" missfallen hat.

koai2O7BxS


@ Dilles:

Wenn ich mich richtig erinnere dann hatte ich unter Citalopram lediglich die Nebenwirkung das ich eine stark verzögerte Ejakulation hatte. Bei Escitalopram und Sertralin war eine komplette sexuelle Unlust vorhanden. Wie es jetzt bei Venlafaxin seind wird weiss ich noch nicht. Bisher habe ich nur eine recht ausgeprägte Übelkeit und leichte Schwindelgefühle.

Ich möchte fast die Behauptung aufstellen das die Nebenwirkungen ausgeprägter auf den Feldern sind weshalb man damit behandelt wird.

In 2004 hatte ich eine Depression die mich total nach unten gezogen hatte. Der Einsatz von Citalopram hat mich nach 3 Wochen wie ein Torpdeo nach oben geholt und schlagartig war ich ohne Beschwerden wieder zurück im Leben. Die Beeinträchtigungen durch das Präparat waren wie gesagt nur verzögerte Ejakulation und so´n Gefühl von Zaps und Schwindel.

Das Escitalopram bekam ich mal wegen einer starken Angststörung und das hat selbst in der geringsten Dosierung den Zustand absolut zum explodieren gebracht. Hier hatte ich allerdings breitere Nebenwirkungen die u.a. auch den Magen-Darm-Trakt stark beeinflusst haben.

Sertralin hat am schnellsten gewirkt und war in der Kraft besser als Citalopram. Aber auch hier gabs Magen-Darm-Störungen und ich möchte auch fast sagen Blutdruckprobleme.

Dyilxles


@ Kai

SSRI und SRNI verstärken den Antrieb und somit den Blutdruck. Das ist eine Nebenwirkung die man aber durch Blutdrucksenker in den Griff bekommt.

Venlafaxin (SRNI) hat bei mir , wie bei dir Citalopram wie ein Torpedo innerhalb 3 Wochen gewirkt. Citalopram überhaupt nicht.

Die Reizübertragung beim Sex ist etwas gestört, man kann oft länger und was Anfangs passiert ist eine Ejakulation vor einem eigtl. Orgasmus ein ganz komisches Gefühl.

Im Lauf der Monate hat sich dies aber normalisiert.

Die Angst wieder in die Depression zurückzufallen war und ist stärker als die Nebenwirkungen die im Lauf der Monate bei mir deutlich weniger wurden.

khaji227cBS


@ Dilles:

Da sieht man wie unterschiedlich jeder einzelne seine Erkrankung empfindet, erlebt und bewertet. Ich hatte nie Angst das etwas zurück kommt, denn es ist eigentlich normal das bei solchen Erkrankungen immer ein Rest in einem bleibt und neuen Zündstoff bietet für ein neues Aufflammen.

Mir hat bisher selbst die Angst/Panik oder Depression nie ein Problem für mein Sexleben bereitet; das funktionierte immer. Nur bei den Medis bin ich echt bange das ich auf einiges in nächster Zeit verzichten muss. Leider hat Serotonin in hohem Maße die Eigenschaft die glatte Muskulatur zu entspannen. Dadurch hat man als Mann das Problem das erektionen nicht ganz ordnungsgemäß aufgebaut werden. Aber wollen wir mal nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schiessen :-)

JMan|74


habt ihr beide (ihr habt ja offenbar eine Menge Erfahrungen in der Richtung) auch Erfahrugen mit Johanniskraut?

kIa3i27-BS


@ Jan74:

Johanniskraut schlägt mir auf den Darm daher kann ich über nix berichten weil ich es wieder absetzen musste.

Es soll aber bei leichten depressiven Verstimmungen recht gut helfen. Hat aber Wechselwirkungen mit einigen wichtigen Medikamenten. Ein Selbstversuch ist es aber allemal wert, weil die Nebenwirkungspalette bei Echtem Johanniskraut gemäß dem der chemischen Präparate extrem gering sind. Lediglich Sonnenbestrahlung sollte man meiden für eine gewisse Zeit.

s-chneckxe1985


Naja, irgendwelche Nebenwirkungen hat fast jedes AD. Ich nehme verminderte Libido gerne ich Kauf, wenn ich dadurch depressionsfrei bleibe.

Auf jeden Fall sind Medikamente eine Ergänzung zu einer Psychotherapie, denn Medikamente lösen die zugrunde liegenden Probleme nicht! Auch eigenmächtiges Rumdosieren und Absetzen ohne Absprache mit dem Arzt ist unverantwortlich und kontraproduktiv!

kNaMi27xBS


@ schnecke1985:

Ich gebe Dir recht mit der eigenmächtigkeit des Absetzens einer SSRI Medikation. Aber das Rumdosieren muss sein bei jedem weil man von Anfang nicht weiss welche Stärke einer Medikation die beste ist. Und da muss man im Zweifelsfall auch eigenmächtig die Dosierung verändern denn die Ärzte haben Ihre Standards und Verordnen nach Liste in der Dosierung die geprüft wurde.

Bei mir waren z.B. 20 mg Citalopram täglich zuviel. Meine Dosierung damals war 7 Tage alle 2 Tage 1/2 Citalopram 10 mg. Danach 7 Tage jeden Tag 1 Citalopram 10 mg. Dann wurde die Dosis auf 1 Citalopram 20 mg gesetzt und ich bin aus allen Wolken gefallen weil die Wirkung genau ins Gegenteil schlug.

Also jeder ist individuell und verträgt nicht alles was im Beipackzettel steht.

k+ai2>7BxS


So, der 2.te Tag mit Venlafaxin. Gestern hatte ich ein schönes besoffenes Gefühl was sich am Abend wieder gelegt hat. Dafür dann heute nacht Kopfschmerzen aller erster Güte gehabt. Ich habe mit 1600 mb Ibuprofen gegensteuern müssen in 2 Dosen a 6 Stunden weil es nicht auszuhalten war, tippe das sich ne Migräne durch den Wirkstoff eingestellt hatte.

Z&wac3k4{4


Du solltest unbedingt Deinen Blutdruck kontrollieren lassen, weil in seltenen Fällen Venlafaxin zu hohem Blutdruckanstieg führt. Kopfschmerzen wären dann inbegriffen. Kopfschmerzen gehören aber an sich schon zu den häufigen unerwünschten NW von Venlafaxin.

Dzillxes


@ Jan

Johanniskraut hilft bei leichten Depressionen aber man muss das hochdosierte aus der Apotheke nehmen z.B. Laif und man muss dann die Sonne meiden.

Ich habe mich Jahrelang mit Johanniskraut durch die Depressionen gehangelt, die Stimmung wurde auch damit besser, aber die organische Störung die bei einer mittleren bis schweren Depression vorhanden ist kann Johanniskraut nicht beheben. Die Gefahr ist eher, dass man die Symptome nicht ausreichend erkennt und dann immer tiefer in eine richtig schwere Depression reinrutscht, wie bei mir geschehen.

Ich würde deshalb Johanniskraut nur empfehlen wenn man abgeklärt hat wie schwer der Grad der Depression ist, oft verschreibt es einem dann auch der Psychiater. Bei mittel bis schwerer Depression würde ich aus eigener Erfahrung davon die Finger lassen. Man kann z.B. die schlechte Stimmung auch mit Alkohol bessern, funktioniert auch, aber nicht lange.

Ein erster Anhaltspunkt ist der Goldbergtest.

k&ai2d7BxS


@ Zwack44:

Also der Blutdruck war es nicht das kann ich versichern. Mein Wert lag bei 129/83 Puls 72. Venlafaxin steigert den Blutdruck bei einer Dosierung unter 100 mg/Tag 3%, 101-200 mg/Tag 5%, 201-300 mg/Tag 7%, über 300 mg/Tag 13%. Das sind sicherlich statistische Werte und ich will nicht verhehlen das es Personen gibt die deutlich stark Hypertensiv entgleisen.

H:erman_tLhe&_Germaxn


Medikamente können vorübergehend helfen, die Symptome des Burn Outs erträglicher zu machen, aber sie ändern ja nichts an der Situation die zum Burn Out geführt hat. Da hilft nur Psychotherapie und/oder Coaching.

ZPwackS44


Das sind sicherlich statistische Werte und ich will nicht verhehlen das es Personen gibt die deutlich stark Hypertensiv entgleisen.

Genau. Die Literatur sagt: "Einzelfälle von stark erhöhtem Blutdruck, der eine sofortige Behandlung benötigte" (Benkert/Hippius). Deswegen mein Rat; ist ja gut, dass Du kein solcher Einzelfall warst.

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