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Bin ich ein Soziopath?

a+nfanKgmrit%freudxe hat die Diskussion gestartet


hallo liebe med-ler...

aufgrund aktueller ereignisse in meinem leben frage ich mich grade mal wieder, ob ich ein soziopath bin oder irgendwie anders "gestört". ":/

ich war noch nie gut darin, freundschaften oder zwischenmenschliche beziehungen aufrecht zu erhalten. meist trete ich den leuten irgendwann auf den schlips und sie wollen nichts mehr mit mir zu tun haben.

der hauptgrund ist wohl mein ständiges gejammer über gott und die welt, über meine eltern, über meine exbeziehung, über mich, über andere und so weiter. ich hab das gefühl, ich kann das manchmal einfach nicht kontrollieren und ich "muss" dann jammern, obwohl ich gar nicht will. nicht, um aufmerksamkeit zu erhaschen oder mitleid zu bekommen. es ist einfach so, dass ich manchmal total unter druck stehe wegen irgendwelchen themen und gedanken und dann muss das irgendwie raus und derjenige, der es dann abbekommt, hat eben pech gehabt.

wenn ich mal zurückblicke, war ich schon immer das kind, mit dem niemand wirklich zu tun haben wollte. meine eltern haben auch eine sensibilität von einem backstein. das erste mal von freunden umarmt wurde ich mit 15 und merkte da, dass das eine tolle sache ist. in letzter zeit habe ich nicht mehr viele freunde und der kontakt zu denen, die ich habe, ist doch sehr distanziert. ich hab einfach manchmal das gefühl, dass das soziale wesen in mir kaputt geht und unter meiner eigenbrötlerischen lebensweise leidet, weil es einfach mal eine umarmung oder ein paar nette worte oder nur ein händeschütteln hätte. ":/ da staut sich dann viel nähebedürfnis auf und ich hab dann das gefühl, wenn mir jemand dann wirklich mal etwas näher kommt, nimmt dieses bedürfnis überhand und ich will einfach für all die kleinen und grossen auas aus meinem ganzen leben getröstet werden, weil das eigentlich nie wirklich jemand getan hat... ":/

hat irgendjemand denn ähnliche erfahrungen gemacht?

manchmal denke ich mir, dass dieses soziale wesen in mir, sozusagen das kind in mir vielleicht einfach endgültig aus mir verschwinden sollte, damit ich endlich in ruhe leben kann und auch mal freundschaften geniessen kann, in denen ich nicht immer die zentrale rolle übernehmen muss, weil klein-anfangmitfreude das unbedingt so will...

tja, und die frage ist eben, ob ich einfach einen schlag habe. was mir das wissen bringen würde? ich weiss es nicht... ":/

Antworten
Xruzb[untu


Nach einem Soziopathen klingt das, was du geschrieben hast, für mich erstmal nicht. Soweit ich weiß, wird der Begriff Soziopath/Soziopathie heutzutage so nicht mehr verwendet, sondern findet sich in etwa in der Beschreibung der Antisozialen/Dissozialen Persönlichkeitsstörung wieder.

Du beschreibst ein sehr großes Tröst- und Nähebedürfnis, das nicht gestillt wird bzw. wurde. Nicht sooo wahnsinnig verwunderlich, wenn deine Eltern tatsächlich so sind oder du es zumindest so empfindest:

meine eltern haben auch eine sensibilität von einem backstein

ich hab einfach manchmal das gefühl, dass das soziale wesen in mir kaputt geht und unter meiner eigenbrötlerischen lebensweise leidet, weil es einfach mal eine umarmung oder ein paar nette worte oder nur ein händeschütteln hätte. ":/

Das halte ich soweit erstmal für ein ganz normales menschliches Bedürfnis. Aber du hast für mein Empfinden sehr hohe Erwartungen an zwischenmenschliche Kontakte. Erwartungen, die eigentlich in dem Ausmaß keiner erfüllen kann, selbst wenn er wollen würde:

da staut sich dann viel nähebedürfnis auf und ich hab dann das gefühl, wenn mir jemand dann wirklich mal etwas näher kommt, nimmt dieses bedürfnis überhand und ich will einfach für all die kleinen und grossen auas aus meinem ganzen leben getröstet werden, weil das eigentlich nie wirklich jemand getan hat... ":/

Dazu dann noch das mit dem O-Ton "ständigen Gejammere" ohne Rücksicht auf dein Gegenüber:

es ist einfach so, dass ich manchmal total unter druck stehe wegen irgendwelchen themen und gedanken und dann muss das irgendwie raus und derjenige, der es dann abbekommt, hat eben pech gehabt.

Das alles dürfte auf viele ziemlich abschreckend wirken.

ich war noch nie gut darin, freundschaften oder zwischenmenschliche beziehungen aufrecht zu erhalten. meist trete ich den leuten irgendwann auf den schlips und sie wollen nichts mehr mit mir zu tun haben.

Außer deiner enormen Erwartungshaltung und das "Gejammere" – machst du noch irgendwas anderes (z.B. den anderen verbal angreifen oder so, wenn er deine Erwartungshaltung nicht erfüllt)?

manchmal denke ich mir, dass dieses soziale wesen in mir, sozusagen das kind in mir vielleicht einfach endgültig aus mir verschwinden sollte, damit ich endlich in ruhe leben kann und auch mal freundschaften geniessen kann, in denen ich nicht immer die zentrale rolle übernehmen muss, weil klein-anfangmitfreude das unbedingt so will...

Wie meinst du deine Aussage, du müsstest die zentrale Rolle übernehmen? Willst du immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen? Oder meinst du damit dass du tonangebend/ der Anführer sein musst? Und inwiefern hindert dich das daran die Freundschaft zu genießen? Stört dein starkes Tröst- und Nähebedürfnis die Freundschaft? Siehst du in deinen Freundschaften nur deine Bedürfnisse, oder nimmst du auch Rücksicht auf die des Freundes? Betrachtest du deine Freunde als dir unterlegen oder als ebenbürtig?

Mho[llien6ch%en


manchmal denke ich mir, dass dieses soziale wesen in mir, sozusagen das kind in mir vielleicht einfach endgültig aus mir verschwinden sollte, damit ich endlich in ruhe leben kann und auch mal freundschaften geniessen kann, in denen ich nicht immer die zentrale rolle übernehmen muss, weil klein-anfangmitfreude das unbedingt so will...

Das "Kind" wird nie verschwinden. Das einzige, was Du tun kannst, ist, ihm seine Bedürfnisse zu erfüllen. Dann wird es ruhig und das Bedürfnis, die zentrale Rolle zu übernehmen, wird allmählich kleiner.

aGnfang&mEit,fre9uxde


@ xubuntu:

Du beschreibst ein sehr großes Tröst- und Nähebedürfnis, das nicht gestillt wird bzw. wurde. Nicht sooo wahnsinnig verwunderlich, wenn deine Eltern tatsächlich so sind oder du es zumindest so empfindest:

ich will da nicht näher drauf eingehen oder jammern, wie meine eltern sind, nur so viel: ich habe eine leichte berührungsangst, die vor allem daher rührt, dass ich gar nicht richtig weiss, wie berührungen sich anfühlen. mittlerweile hab ich sie unter kontrolle, aber anfangs, also so mit 15 oder 16 bin ich richtig zurückgewichen, wenn mich jemand umarmen wollte.

heisst nicht, dass meine eltern mich nicht umarmen. zumindest meine mutter umarmt mich ständig, allerdings eben nie, wann ich es gebrauchen könnte, sondern nur, wenn sie das bedürfnis dazu hat und das ist dann für mich meist störend.

Das halte ich soweit erstmal für ein ganz normales menschliches Bedürfnis. Aber du hast für mein Empfinden sehr hohe Erwartungen an zwischenmenschliche Kontakte. Erwartungen, die eigentlich in dem Ausmaß keiner erfüllen kann, selbst wenn er wollen würde:

dass die erwartungen viel zu hoch sind, weiss ich auch. das ist ja das problem. ":/

Das alles dürfte auf viele ziemlich abschreckend wirken.

das weiss ich. deshalb enden die meisten freundschaften und beziehungen in meinem leben entweder damit, dass der- oder diejenige sich bei mir nicht mehr meldet, weil er die nase voll hat oder dass ich den kontakt abbreche, weil ich das gefühl habe, mein gejammer und nähebedürfnis könnten denjenigen in verlegenheit bringen.

Außer deiner enormen Erwartungshaltung und das "Gejammere" – machst du noch irgendwas anderes (z.B. den anderen verbal angreifen oder so, wenn er deine Erwartungshaltung nicht erfüllt)?

das habe ich bisher nur einmal gemacht, als meine erwartungshaltungen sehr enttäuscht wurden.

nein, normalerweise nehme ich sowas immer sehr gefasst auf und denke mir dann eher, dass es eben wieder passiert ist.

Wie meinst du deine Aussage, du müsstest die zentrale Rolle übernehmen? Willst du immer im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen? Oder meinst du damit dass du tonangebend/ der Anführer sein musst? Und inwiefern hindert dich das daran die Freundschaft zu genießen? Stört dein starkes Tröst- und Nähebedürfnis die Freundschaft? Siehst du in deinen Freundschaften nur deine Bedürfnisse, oder nimmst du auch Rücksicht auf die des Freundes? Betrachtest du deine Freunde als dir unterlegen oder als ebenbürtig?

ich muss die zentrale rolle übernehmen, weil bei mir die schlechte laune manchmal überhand nimmt und dann raus muss und dann achte ich nicht darauf, ob derjenige vielleicht grade keine lust hat, sich mein gejammer anzuhören. ich "muss" dann im mittelpunkt stehen und brauche das gefühl, dass man mir gegenüber aufmerksam ist.

ich will nicht der anführer sein und sehe meine freunde auch nicht als unterlegen.

ich bin umgekehrt auch für meine freunde da, wenn es ihnen mal nicht so gut geht. aber irgendwie hab ich das gefühl, für jedesmal, wo ich ihre laune aufhelle, müssen sie das selbe bei mir mehrmals machen. ich glaube, dass das dann auch einfach mit der zeit viele vertreibt...

@ mollienchen:

Das "Kind" wird nie verschwinden. Das einzige, was Du tun kannst, ist, ihm seine Bedürfnisse zu erfüllen. Dann wird es ruhig und das Bedürfnis, die zentrale Rolle zu übernehmen, wird allmählich kleiner.

hm, meinst du?

ich weiss gar nicht, wie ich ihm die bedürfnisse erfüllen kann... ":/

CTleWarnexss


An Nähemangel leiden viele Menschen. Allerdings kann man nie gehabte Nähe in der Kindheit im Erwachsenenalter kaum ausgleichen, da das den Partner erdrücken würde.

Ich war mal in einer Therapie, da war das auch bei vielen, die zuviel Nähe suchten und somit ihre Partner los wurden, weil zu viel gefordert wurde.

Ich suchte die vergangenen Jahre auch Nähe und bekam keine, auch als Kind schon nicht. Aber irgendwie hat sich das Bedürfnis verflüchtigt. Oder es wurde verdrängt. Keine Ahnung.

Da bei mir gleichzeitig eine Angst vor Nähe vorliegt, hat sich das wohl auf seltsame Weise kompensiert, keine Ahnung.

Du hast ein Problem, was sehr viele Menschen haben, und jeder geht anders damit um.

Es ist immer wieder erschreckend, wie viele Menschen in der Kindheit zu emotionalen Krüppeln gemacht werden und dadurch später ein Leben lang Probleme haben.

Keine Art von Lebewesen erzieht seine Welpen so falsch, dass ständig Kranke dabei herauskommen. Weiß das jetzt nicht zu beschreiben, ich hoffe, man weiß, wie ich es meine.

Kinder sollten endlich grundsätzlich gesund groß werden.

In Deutschland haben Psychiatrien und Therapeuten Hochkonjunktur und es wird immer schlimmer. ":/

A]pfeOlkuchenx007


Kinder sollten endlich grundsätzlich gesund groß werden.

In Deutschland haben Psychiatrien und Therapeuten Hochkonjunktur und es wird immer schlimmer. ":/

Ich denke nicht, dass es nur ein Problem in Deutschland ist, sondern in vielen modernen Ländern der Standard ist und immer mehr zunimmt... . Aus meiner Sicht, verliert der einzelne Mensch in einem modernen Staat immer mehr an Bedeutung und Wichtigkeit, weil andere materielle Dinge viel wichtiger sind: Geld, Klamotten, dies und das, was man kaufen kann, Arbeit, dabei werden so elementare Dinge, die eben nicht zu kaufen sind gerne vergessen. Anstatt für die Kinder da zu sein, wird einfach ein Spielzeug gekauft und diesem in die Arme gedrückt so als Zeichen der Zuneigung oder Liebe und dann wird es wieder alleine gelassen. Und der Zusammenhalt der Familien wird immer weniger. So viele Scheidungen, jeder ist mehr für sich, tauchen Probleme auf, wird sich lieber getrennt als an Problemen zu arbeiten, weil man ja nicht zwangsläufig auf einander angewiesen ist. Ach, die Beziehung läuft nicht, was solls, Trennung, ich finde schon jemand Besseres... .

L>ewi8axn


anfangmitfreude

Jedenfalls liest sich das fuer mich nach Faehigkeit zur Selbstanalyse und -kritik. Das ist schon mal ganz gut. Ich kann mir vorstellen, dass deine Vorstellung, warum du andere Leute oft abschreckst, schon ziemlich zutreffend ist,

Das Wort "Soziopath" klingt hart, aber es ist unuebersehbar, dass du im sozialen Bereich ernsthafte Probleme hast. Ich persoenlich denke, dass die Unterscheidung "pathologisch oder nicht" in vielen Faellen so eindeutig nicht gemacht werden kann. Du liest dich in meinen Augen nicht so, als wenn du "echt ein Rad ab" haettest (was immer das heisst ;-) und natuerlich kann hier keiner eine verlaessliche Diagnose geben).

Andererseits, angenommen, es waere klar, dass es nicht pathologisch ist, waere dein Problem ja nicht damit geloest. Es gaebe schon etwas an deinem Verhalten und deiner Einstellung zu dir selber und anderen zu tun, um besser klar zu kommen im Leben.

Ich kann mir vorstellen, dass es dir etwas bringen koennte, an diesen Theman mal in einem geschuetzten Umfeld zu arbeiten, womit ich z.B. meine, Selbsterfahrungsgruppen, Kommunikationstraining, Lebensberatung, also nichts, was die Krankenkasse zahlt, sondern wo Leute eben einfach an sich arbeiten, was ausprobieren koennen mit anderen Leuten und angeleitet von jemandem mit Sachkenntnis.

LXe<wiaxn


In Deutschland haben Psychiatrien und Therapeuten Hochkonjunktur und es wird immer schlimmer. ":/

Dass es den Leuten besser gegangen waere, als weniger Leute Zugang zu psychologische Hilfe hatten (grossteils weil Psychotherapie gesellschaftlich noch viel staerker tabuisiert war), scheint mir Legendenbildung zu sein.

K~lettierpf9lanzxe80


Schwierig schwierig:

Ich denke nicht, dass es nur ein Problem in Deutschland ist, sondern in vielen modernen Ländern der Standard ist und immer mehr zunimmt... . Aus meiner Sicht, verliert der einzelne Mensch in einem modernen Staat immer mehr an Bedeutung und Wichtigkeit, weil andere materielle Dinge viel wichtiger sind: Geld, Klamotten, dies und das, was man kaufen kann, Arbeit, dabei werden so elementare Dinge, die eben nicht zu kaufen sind gerne vergessen. Anstatt für die Kinder da zu sein, wird einfach ein Spielzeug gekauft und diesem in die Arme gedrückt so als Zeichen der Zuneigung oder Liebe und dann wird es wieder alleine gelassen. Und der Zusammenhalt der Familien wird immer weniger. So viele Scheidungen, jeder ist mehr für sich, tauchen Probleme auf, wird sich lieber getrennt als an Problemen zu arbeiten, weil man ja nicht zwangsläufig auf einander angewiesen ist. Ach, die Beziehung läuft nicht, was solls, Trennung, ich finde schon jemand Besseres... .

ich würde da mit einem klaren neind rauf antworten. Es ist ja nicht so als wären früher m,aterielle dinge nicht wichtig gewesen, da gigns dann aber nicht um autos, sondern um tiere oder getreide, weil es da oft ums nackte überleben ging. Besonders stressfrei stelle ich mir das nicht vor. Gut der vorteil war, man wußte ind er regel wo der eigene platz ist, mal mehr mal weniger je nach system, der liberale staat gibt mehr freiheiten aber dann eben auch mehr eigenverantwortung. Und klar kann man sagen früher wars besser in den familien aber naja früher wars normal das kinder als kleine erwachsene gesehen wurdne und sehr früh mitarbeiten mussten und viele ehen waren wohl alles andere als glücklich. Ich ziehe da imernoch die freiheit vor, es liegt ja einem selber überlassen wie er damit umgeht, er muss den partner trotz probleme ja nicht verlassen, aber er kann,d as finde ich sehr sehr wichtig.

Zu der eigentlichen frage:

nach antisozial klingt das für mich auch gar nicht. Und ja das ist ein sehr unschönes gefühl zu merken was nähe einem geben kann ohne dann zugriff darauf zu haben, das ist wie vor nem riesigen süßigkeitsladen zu stehen und zu sehen wieviele leute da einkaufen und es essen, während man selbe rnur zu gucken kann und nix abkriegt. Klar das wenn man dann mal rein darf, man vielzuviel kauft und zuviel isst. Und da skann ein böser teufelskreis werden.

irgendwie kann man da nur pauschale tipps geben erstens versuch dir leute zu suchen die auch ein großes nähebedürfnis zu haben und zweitens arbeite an dir die leute nicht zu überfrodern, sondern es dosiert rauszulassen oder lass es bei profis raus um dein umfeld nicht zu sehr zu belasten

Chlear4ness


Dass es den Leuten besser gegangen waere, als weniger Leute Zugang zu psychologische Hilfe hatten (grossteils weil Psychotherapie gesellschaftlich noch viel staerker tabuisiert war), scheint mir Legendenbildung zu sein.

Lewian

Ja, ok, da hast du recht. ":/

S"usee`lchexn


ich muss die zentrale rolle übernehmen, weil bei mir die schlechte laune manchmal überhand nimmt und dann raus muss und dann achte ich nicht darauf, ob derjenige vielleicht grade keine lust hat, sich mein gejammer anzuhören. ich "muss" dann im mittelpunkt stehen und brauche das gefühl, dass man mir gegenüber aufmerksam ist.

also nimmst du keine rücksicht darauf, wie es deinen freunden damit geht?

die meisten menschen haben probleme.

man sollte sich gut überlegen, mit welchen man seine freunde belasten will und mit welchen mit.

vielleicht übefordert es deine freunde, weil sie selber probleme haben.

nur halten sie sich an die sozialen spielregeln und du denkst vielleicht, so schlimm ist es nicht.

jeder hat probleme.

LXewixan


anfangmitfreude

der hauptgrund ist wohl mein ständiges gejammer über gott und die welt, über meine eltern, über meine exbeziehung, über mich, über andere und so weiter. ich hab das gefühl, ich kann das manchmal einfach nicht kontrollieren und ich "muss" dann jammern, obwohl ich gar nicht will. nicht, um aufmerksamkeit zu erhaschen oder mitleid zu bekommen. es ist einfach so, dass ich manchmal total unter druck stehe wegen irgendwelchen themen und gedanken und dann muss das irgendwie raus und derjenige, der es dann abbekommt, hat eben pech gehabt.

Du sagst, "ich kann das manchmal nicht kontrollieren" – hast du denn mal versucht, es bewusst zu kontrollieren? Also z.B. dass du dir die Aufgabe setzt, vor einem bestimmten Treffen, wo du so etwas normalerweise tun wuerdest, es nicht zu tun, und dann ganz bewusst dich dementsprechend zu verhalten versucht? Manchmal lernt man viel daraus, solche Experimente mit sich selber zu machen – hinterher, wenn es geklappt hat: Wie schwer war es? Wie hat es sich angefuehlt?

Wenn es nicht geklappt hat: Mit der Aufmerksamkeit zurueck an den Punkt, wo du "die Kontrolle verloren" hast. Was genau ist da passiert? Woran hat's gelegen? Was koenntest du tun in solchen Situationen?

Was anderes. Ich glaube, es ist richtig, was schon geschrieben wurde von anderen, naemlich dass du da ein Beduerfnis hast, das unerfuellt ist, und dass dein Verhalten darauf abzielt, es zu erfuellen.

Aber es ist ja ein Irrtum, dass es das tut, und es ist evtl. auch so, dass du von Freunden/Partnern eigentlich anscheinend versuchst, zu holen, was von den Eltern haette kommen sollen. Es funktioniert ganz offensichtlich nicht in deinem Sinne.

Ich denke, es ist eine der Grundideen von Gestalttherapie, kuenstlich Situationen zu schaffen, in der Therapie, in der man solche Beduerfnisse an den "richtigen Ort" bringen kann, also indem man z.B. die Eltern irgendwie symbolisiert und ihnen sagt, was man ihnen zu sagen hat; dann kann man sich eventuell auch darueber Gedanken machen, was man real tun koennte ihnen gegenueber. Dann waere das Verhalten sozusagen an den "richtigen Adressaten" gerichtet und muesste nicht auch den Freunden gegenueber benutzt werden, irrtuemlich (wobei der Irrtum einerseitz bewusst ist, andererseits aber so tief sitzt psychologisch, dass man nicht einfach mal eben aufhoeren kann, sich so zu verhalten).

a_nfanlgmitfsreudxe


@ clearness:

hm, also meinst du, das könnte sich bei mir auch irgendwann geben oder normalisieren?

@ lewian:

hm, solche selbsterfahrungsgruppen, etc. kann ich mir im moment einfach nicht leisten. daher muss ich mit der sache irgendwie selbst fertig werden und hoffe auch irgendwie, dass ich mich einfach irgendwann normalisiere oder eben aus meinen fehlern mit der zeit lerne.

Wenn es nicht geklappt hat: Mit der Aufmerksamkeit zurueck an den Punkt, wo du "die Kontrolle verloren" hast. Was genau ist da passiert? Woran hat's gelegen? Was koenntest du tun in solchen Situationen?

hm, ja... darüber werde ich mir mal gedanken machen... meist sind es irgendwelche ganz popeligen auslöser... eben dinge, die mich an ereignisse in meiner vergangenheit erinnern, die dann quasi immer und immer wieder hochkommen... irgendwie hat es etwas vom getriggert werden bei PTBS... nur, dass ich eben nie im krieg war oder dergleichen, sondern "eigentlich" eine normale kindheit hatte, nur dass meine eltern beide starke probleme mit sich selbst und gegenseitig hatten und da viele kleinigkeiten passiert sind, die mir heute noch manchmal hoch kommen. ähnlich ist es mit anderen ereignissen in meinem leben. kann sein, dass ich in dem jeweiligen lebensabschnitt auch viele tolle ereignisse hatte, aber ich merke mir vor allem die schlechten und die laufen dann immer und immer wieder vor meinem inneren auge ab und ich leide dann darunter...

ist schwierig zu beschreiben und im grunde weigere ich mich auch dagegen, "krank" zu sein, weil ich nie von meinen eltern geschlagen oder physisch vernachlässigt wurde...

@ kletterpflanze80:

nach antisozial klingt das für mich auch gar nicht. Und ja das ist ein sehr unschönes gefühl zu merken was nähe einem geben kann ohne dann zugriff darauf zu haben, das ist wie vor nem riesigen süßigkeitsladen zu stehen und zu sehen wieviele leute da einkaufen und es essen, während man selbe rnur zu gucken kann und nix abkriegt. Klar das wenn man dann mal rein darf, man vielzuviel kauft und zuviel isst. Und da skann ein böser teufelskreis werden.

irgendwie kann man da nur pauschale tipps geben erstens versuch dir leute zu suchen die auch ein großes nähebedürfnis zu haben und zweitens arbeite an dir die leute nicht zu überfrodern, sondern es dosiert rauszulassen oder lass es bei profis raus um dein umfeld nicht zu sehr zu belasten

genauso, wie du es beschreibst, fühle ich mich häufig. ich sehe leute, die soziale kontakte haben, leute in einer clique oder paare in der stadt, die einfach so glücklich miteinander sind und frage mich dann, warum ich immer so ein aussenseiter sein muss.

ich versuche ja auch, die leute nicht zu überfordern. mittlerweile geht es so weit, dass ich mich von mehreren leuten komplett zurückgezogen habe, die mir eigentlich wichtig sind, weil ich befürchte, sie zu überfordern.

@ suseelchen:

du bringst einen begriff ein: soziale spielregeln. eben mit denen kenne ich mich absolut nicht aus.

ich habe nie gelernt, "mit anderen klar zu kommen". ich bin einzelkind, habe 99,9% meiner kindheit allein in meinem zimmer gespielt, meine "freunde" waren kuscheltiere und playmobilfiguren.

ja, ich hatte auch schulfreunde, allerdings war ich da sehr schnell der aussenseiter, weil ich eben NIE die sozialen regeln kannte und mich irgendwann immer irgendwie daneben benahm.

mittlerweile bin ich dadurch einfach auch ein stück gefrustet und sch... deshalb auch auf diese regeln, weil sie für mich eben immer die regeln der anderen waren, die mich ausgeschlossen haben und nie meine regeln.

mag sein, dass das dann so rüber kommt, dass meine freunde mir nicht am herzen liegen oder nicht wichtig sind. doch das sind sie.

S.use/e'lchxen


du bringst einen begriff ein: soziale spielregeln. eben mit denen kenne ich mich absolut nicht aus.

man kann sie lernen, wenn man es will :)z .

ich habe nie gelernt, "mit anderen klar zu kommen". ich bin einzelkind, habe 99,9% meiner kindheit allein in meinem zimmer gespielt, meine "freunde" waren kuscheltiere und playmobilfiguren.

ich bin auch ein einzelkind ;-) .

und wenn das der grund wäre, müssten ja alle einzelkinder freundlos sein, und das ist ja so weit ich weiß nicht so ;-) .

ja, ich hatte auch schulfreunde, allerdings war ich da sehr schnell der aussenseiter, weil ich eben NIE die sozialen regeln kannte und mich irgendwann immer irgendwie daneben benahm.

mittlerweile bin ich dadurch einfach auch ein stück gefrustet und sch... deshalb auch auf diese regeln, weil sie für mich eben immer die regeln der anderen waren, die mich ausgeschlossen haben und nie meine regeln.

damit scheißt du aber auch auf deine freunde.

mag sein, dass das dann so rüber kommt, dass meine freunde mir nicht am herzen liegen oder nicht wichtig sind. doch das sind sie.

sagen kann man viel. die freunde müssen das auch spüren. und in dem du dich nicht an die spielregeln lässt, die ich wohl besser "respekt und rücksichtnahme" nennen sollte, zeigst du ihnen geringschätzung. so kommt es rüber.

aber man kann respekt und rücksichtnahme lernen, wenn man will.

verhaltenstraining und psychodoc wurden hier schon angesprochen.

LXewi-an


also meinst du, das könnte sich bei mir auch irgendwann geben oder normalisieren?

Ich bin zwar nicht clearness, aber... hoffe nicht darauf, dass Sachen von selber besser werden. Du wirst schon bewusst was tun muessen an dir (und sei es in eigener Regie ohne Therapie, Gruppe etc.; das ist kein Ding der Unmoeglichkeit, aber man braucht eine gewisse Willenskraft und Disziplin dazu).

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