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Bin ich ein Soziopath?

m5otorgixrl


Hallo anfangmitfreude

Lass dich von mir mal drücken :°_

Ich weiss ehrlich gesagt gar nicht, wo ich den Anfang machen soll. Wurde hier schon vieles angesprochen, dass ich anders auslegen würde...

Bevor ich hier darüber fachsimple, ob du nun ein Soziopath bist oder nicht, möchte ich einfach mal gesagt haben, dass das was du da durchgemacht hast und immer noch durchmachst nicht einfach ist. Es braucht eine starke Person, die das auf die Dauer so aushält. Und ich finds schade, dass dir viele deiner "Freunde" den Rücken auch zukehren.

Auf eine ähnliche Art und Weise erging es mir auch mal so. Ich hab da eine sehr seltene Krankheit geerbt, die mich nun, schon seit ich 8 bin, täglich in meinem Leben begleitet. Und trotz vieler Aufklärung mieden und verstanden mich die meisten Leute auch nicht, weil ich nie wirklich was Gutes zu berichten hatte. Es wurde auch als Gejammere und Ausrede angesehen. Einer meiner Ex-Freunde empfand mich als zu "anhänglich" und sagte auch, ich bräuchte viel zu viel Liebe, die er mir so nicht geben könnte.

Weder du, noch ich, noch sonst wer kann etwas dafür, dass die Umstände so waren/ sind. Man wünscht sich so sehr, dass man verstanden und man mit der Situation/ dem Empfinden nicht alleine gelassen wird. Doch nicht jeder muss immer alles von dir wissen.

Was man selber daraus macht, ist entscheidend. Das sagt sich leichter als gemacht, ich weiss. Ich nehm mir aber dieses Recht heraus, weil ich mich schon fast 10 Jahre damit auseinander gesetzt habe. Das dauerte bei mir unter anderem aber auch so lange, da ich, immer wenn ich glaubte einen Weg/Lösung/Strategie wie damit umzugehen gefunden zu haben, wieder mit etwas krankheitsbedingt überrumpelt wurde.

Unter anderem musste ich mir selber eingestehen: Ja, ich brauche das Gefühl geliebt zu werden – viel intensiver als andere... vieleicht. Ja, ich möchte häufiger in den Arm genommen werden und getröstet werden. Dafür kann ich aber auch sagen, dass ich viel Liebe zu geben habe und emphatischer bin als viele anderen. Anstatt gleich mal über andere zu Urteilen, frag ich mich oft, was führt denn zu so einem Verhalten. Ich nehme jeden in den Arm – auch wenn manche mir sonst nicht so sympathisch sind.., Ich stell keine Fragen, wieso oder warum diese Person das jetzt oder so oft braucht. Bin einfach der Meinung, dass wenn jemand eine Umarmung braucht, er diese auch erhalten sollte.

Dank meiner stark empathisch ausgeprägten Seite, kann ich mich in vielen Situationen in andere hinein versetzten. Dies wäre aber nie so möglich gewesen, wenn ich eben nicht selber wüsste, wie es sich in verschieden negativen Situationen anfühlt und was das für Schmerzen, Ängste und Gedanken mit sich bringt.

Die Auseinandersetztung mit sich selbst (auch mit psychologischer Therapie) kann viel Positives bewirken. Während ich solche Aussagen

In Deutschland haben Psychiatrien und Therapeuten Hochkonjunktur und es wird immer schlimmer.

bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, möchte ich doch noch eine ander Sichtweise aufzeigen. Ich behaupte jetzt mal, dass es besser ist mit einer neutralen und in dem Gebiet ausgebildeten Person über seine Probleme zu reden, als das man all seine Probleme nur seiner Familie, Freunde und Bekannten aufbürdet. Vorallem wenn keine Balance mehr besteht zwischen Verkopfung und Gefühlen, Vertrauen (in sich selbst) und Kontrolle und der Abgrenzung zur Verantwortlichkeit. Ein guter Therapeut wertet auch nicht so wie Bekannte.

Bekannte sind einem oft viel zu nahe und daher nicht in der Lage einen objektiven Lösungsansatz/Sichtweise sich selber und dem anderen vorzuschlagen. Und genau das brauchen Betroffene um das Denk- und Verhaltensmuster zu durchbrechen. Diese sind aber oft so ausser Balance mit allem, dass es ein nie endender Teufelskreis sein kann, da sie sich so viele Gedanken dazu machen, wie sie da wieder rauskommen können. Dabei konzentrieren sie sich soooo sehr auf alles Schlechte, dass sie das Gute um sich herum vergessen.

Und ewiges Gejammere kann man auch anders deuten, als "Ach der bemitleiden sich gerade selber". Vor allem, wenn man weiss, die Person gibt alles, arbeitet daran aber ändern tut sich nichts. Und da darf diese sich schlecht fühlen und dem auch Ausdruck verleihen, statt alles in sich rein zu fressen. Oft helfen ja auch schon Worte wie " Du hast es wirklich nicht einfach" oder wenn man nicht weiss was man sagen soll einfach den anderen in den Arm zu nehmen. Das drückt Mitgefühl aus.

Häufig brauchen Betroffene einen Denkanstoss, um das ganze auch mal anders zu betrachten. Wir alle brauchen das ja im Leben.

Da hät ich dir auch gleich einen Vorschlag anfangmitfreude sag doch den Leuten einfach ab und zu mal, sie sollen dich in den Arm nehmen, anstatt dich gleich über deine Unmut über alles auszudrücken.

Ui, da hab ich echt etwas querbeetein geschrieben.

Wichtig ist für dich einfach, dass du den Istzustand (d.h. wirklich alles: dich, deine Eltern, deine Vergangenheit, das Hier und Jetzt, etc. ) mal so lernst akzeptieren und dir und deinem Kopf mal Pause gönst von der Verkopfung und der ganzen Unausgewogenheit. Den negativen Istzustand hast du ja schon mal definiert.

Setzt dir mal (emotionale) Ziele und frag dich, wie du diese erreichen kannst. Stell dir sogar vor, wie du dich dan fühlst, wenn du dieses Ziel erreicht hast. Das ist ein ständiges an sich arbeiten aber es lohnt sich auf ganzer Länge. Egal wie lange es dauert.

Ktatilesin3x5


Du klingst eher lieb als psycho. Nimm Dich bitte so an wie Du bist auch wenns mal über der Grenze ist oder so. Man hat Dir viel angetan (keine Liebe als kleines Wese) da musst Du Dich heute nicht noch entschuldigen bei den anderen Menschen. Ich kann Dich nur zu gut verstehen und ich habe auch immer Angst aufzufallen, weil mich mein Leben/meine Erfahrungen einfach zerstört haben. Du brauchst nur mal wen der Zugang zu Dir findet @:)

m%o+torxgirl


@ alle also ehrlich

Mit Willenskraft, Selbstkontrolle und Disziplin hat das wenig am Hut liebe Leute. :|N

Viel mehr hat das mit Vertrauen in sich selbst, Sichtweise, Denk- und Verhaltensmustern, Selbstakzeptanz und eine gehörige Portion Selbstliebe zu tun.

Ich wage mal jetzt auch zu sagen, dass alle, die sich schon länger mit ihrer Situation auseinander setzen schon sehr darin geübt sind, was Willenskraft, Kontrolle und Disziplin angeht.

aGnfaqnLgmitfrexude


@ suseelchen:

man kann sie lernen, wenn man es will .

und wo? gibt es sowas, wie einen soziale-spielregeln-knigge?

damit scheißt du aber auch auf deine freunde.

das ist mir bewusst und das ist ja grade das, was mich an meinem verhalten ärgert.

@ lewian:

Ich bin zwar nicht clearness, aber... hoffe nicht darauf, dass Sachen von selber besser werden. Du wirst schon bewusst was tun muessen an dir (und sei es in eigener Regie ohne Therapie, Gruppe etc.; das ist kein Ding der Unmoeglichkeit, aber man braucht eine gewisse Willenskraft und Disziplin dazu)

ich möchte ja etwas daran tun, bzw. arbeite eigentlich ständig "daran" oder "an mir", seit ich denken kann.

@ motorgirl:

vielen dank für deine lieben und verständnisvollen worte... @:) auch fürs drücken danke... :)_

ich glaube, du sprichst auch was wichtiges an, was ich momentan versuche: mich selbst zu akzeptieren und meine vergangenheit zu akzeptieren, wie sie war und nach vorne zu sehen und zu sehen, was man damit anfangen kann, was einen trotzdem irgendwie glücklich macht.

damit hab ich im moment etwas zu kämpfen, weil ich das gefühl habe, wenn ich meine vergangenheit und alles, was mich irgendwo irgendwie irgendwann mal verletzt hat, akzeptiere, dass ich dann irgendwie... hm, ist jetzt eine doofe formulierung, aber: zusammenbreche... dadurch, dass ich immernoch dagegen ankämpfe, das alles als vergangenes zu akzeptieren, bleibe ich irgendwie obenauf... ich hab einfach die befürchtung, wenn ich es annehme, dass das alles einfach passiert ist und dass das MIR passiert ist, werd ich komplett wegen selbstmitleid untergehen...

und ziele würde ich mir gerne wieder setzen, habe ich früher auch gemacht... :)z da ging es mir mit der ganzen sache auch besser, bis ich mich dann im endeffekt selbst enttäusch hab... ":/

@ katilein35:

danke auch dir für deine lieben worte... @:)

der zugang zu mir selbst, ja den sollte ich finden... ich frag mich nur, wo und wie... ;-D

LOewwian


motorgirl (und anfangmitfreude)

Mit Willenskraft, Selbstkontrolle und Disziplin hat das wenig am Hut liebe Leute. :|N

Viel mehr hat das mit Vertrauen in sich selbst, Sichtweise, Denk- und Verhaltensmustern, Selbstakzeptanz und eine gehörige Portion Selbstliebe zu tun.

Ich wage mal jetzt auch zu sagen, dass alle, die sich schon länger mit ihrer Situation auseinander setzen schon sehr darin geübt sind, was Willenskraft, Kontrolle und Disziplin angeht.

Das kommt darauf an, wozu man die Disziplin benutzt. Ich wuerde dir sicher nicht widersprechen, dass das hier wichtig ist:

Vertrauen in sich selbst, Sichtweise, Denk- und Verhaltensmustern, Selbstakzeptanz und eine gehörige Portion Selbstliebe

Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Um Verhaltensweisen zu aendern, muss man andere Verhaltensweisen ausprobieren, bewusst Erfahrungen machen, auswerten etc. Und dazu braucht man eben eine gewisse Selbstkontrolle und Disziplin. Gerade dieses "ich jammere andere voll, obwohl ich es eigentlich gar nicht will" – das ist eben (unter anderem auch) eine Gewohnheit, in die man sich fallen laesst, wenn man sich nicht gezielt um was anderes bemueht. Das bekommt man nicht automatisch dadurch hin, sich "laenger mit der Situation auseinanderzusetzen". Und wenn man Dinge, fuer die viele in eine Therapie oder eine betreute Gruppe gehen, auf eigene Faust machen will, braucht man halt eine gute Willenskraft (und auch ein paar Ideen). Und die hat nicht jeder. So war das gemeint, und eigentlich schien mir das ueberhaupt nicht im Widerspruch zu dem zu stehen, was du meinst.

Lmewixan


anfangmitfreude

damit hab ich im moment etwas zu kämpfen, weil ich das gefühl habe, wenn ich meine vergangenheit und alles, was mich irgendwo irgendwie irgendwann mal verletzt hat, akzeptiere, dass ich dann irgendwie... hm, ist jetzt eine doofe formulierung, aber: zusammenbreche... dadurch, dass ich immernoch dagegen ankämpfe, das alles als vergangenes zu akzeptieren, bleibe ich irgendwie obenauf... ich hab einfach die befürchtung, wenn ich es annehme, dass das alles einfach passiert ist und dass das MIR passiert ist, werd ich komplett wegen selbstmitleid untergehen...

In der Gestalttherapie gibt es das Konzept des "Impasse"; ein Ort, an dem die alten Gewohnheiten zusammenbrechen aber noch nichts Neues stark genug ist um an seine Stelle zu treten, und man nur noch ratlos ist. Die Idee ist, dass es bei tiefgreifenden Veraenderungen mehr oder weniger notwendig ist, durch so einen Punkt zu kommen. Es ist ein Symptom von Veraenderung. Verstaendlicherweise haben viele Angst davor; Angst, den Zusammenbruch der alten Strategien, mit dem Leben umzugehen, zuzulassen.

werd ich komplett wegen selbstmitleid untergehen...

Vielleicht fuer eine kurze Zeit – um dann zu neuen Ufern aufzubrechen. (Wobei, therapeutische Unterstuetzung ist vermutlich wirklich ratsam, wenn man sich auf diese Reise macht.)

m'otor%girl


@ Hallo Lewian

Sorry... ich hab da wohl zu schnell reagiert. Für mich ging das schon in dir Richtung: "Gib dir nen Ruck." "Wer Will der kann." etc. und solche Aussagen von anderen, zeigen einfach wie ignorant sie dem gegenüber sind.

Um Verhaltensweisen zu aendern, muss man andere Verhaltensweisen ausprobieren, bewusst Erfahrungen machen, auswerten etc. Und dazu braucht man eben eine gewisse Selbstkontrolle und Disziplin. Gerade dieses "ich jammere andere voll, obwohl ich es eigentlich gar nicht will" – das ist eben (unter anderem auch) eine Gewohnheit, in die man sich fallen laesst, wenn man sich nicht gezielt um was anderes bemueht. Das bekommt man nicht automatisch dadurch hin, sich "laenger mit der Situation auseinanderzusetzen". Und wenn man Dinge, fuer die viele in eine Therapie oder eine betreute Gruppe gehen, auf eigene Faust machen will, braucht man halt eine gute Willenskraft (und auch ein paar Ideen). Und die hat nicht jeder. So war das gemeint, und eigentlich schien mir das ueberhaupt nicht im Widerspruch zu dem zu stehen, was du meinst.

Hierzu gebe ich dir recht und möchte noch für anfangmitfreunde hinzufügen, dass Selbsthilfe auch sein kann, dass man Hilfe anderer annimmt oder sich durch einen Therapeuten helfen lässt.

a+nfa,ngimiWtfreoude


Hierzu gebe ich dir recht und möchte noch für anfangmitfreunde hinzufügen, dass Selbsthilfe auch sein kann, dass man Hilfe anderer annimmt oder sich durch einen Therapeuten helfen lässt.

genau das werde ich auch tun. :)z

hab jetzt eine liste mit tiefenpsychologen zusammengesucht und muss nur noch den schritt gehen, dort anzurufen. ein bisschen fürchte ich mich ja davor und schiebe es vor mir her (gott sei dank hab ich diese woche ein referat in der uni! ;-D ), aber bei mir ist mittlerweile die einsicht da, dass ich eine thera machen muss, um aus meiner situation raus zu kommen.

ich glaube mittlerweile, dass ich als kind emotional sehr von meiner mutter abhängig war. sie hat diese abhängigkeit gewollt und mir anerzogen. als ich dort halbwegs raus war, kam meine ex und hat mich wieder von sich abhängig gemacht. ich vermute mittlerweile, dass es bei ihr mit narzissmus zu tun hat, dass sie das getan hat.

ich hab das gefühl, vom regen in die traufe gekommen zu sein.

aber mir ist auch klar geworden, dass meine gefühle nicht mit der zeit zurück gehen werden oder dass mir irgendeine "erkenntnis" helfe kann, so schön sie auch sein mag, ich weiss, dass ich hilfe brauche, um meine vergangenheit aufzuarbeiten.

aus erfahrung weiss ich, dass ich, wenn es mir gut geht doch ein recht sozialer mensch sein kann. leider gehts mir aufgrund meiner abhängigkeiten in letzter zeit nicht immer nur gut, also habe ich auch schlechte tage, an denen ich mich zurückziehe, einigle oder sonstwie unsozial bin.

C&in|derellxa68


Hallo anfangmitfreude,

wie sieht es denn inzwischen aus? Hast du einen Termin für ein therapeutisches Erstgespräch ausmachen können?

*:)

a\nfangkmitfrexude


ich habe eine therapeutin angerufen und ihr auf den AB gequatscht, aber leider hat sie noch nicht zurückgerufen (ist jetzt gut 2-3 wochen her).

im moment hab ich klausuren-stress in der uni und schiebe das ganze therapie-thema daher etwas vor mir her. aber ab mitte august hab ich da etwas mehr freiheit und dann werde ich mich dem auch nochmal widmen.

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