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Schlafentzug durch Lärm und jetzt Schlafstörung

SZunsh#in^e forever hat die Diskussion gestartet


Liebe Forums-Teilnehmer,

ich hoffe, es gibt hier jemanden, der mir bei meinem Problem helfen kann. Bei mir hat sich durch nächtlichen Lärm eine üble Schlafstörung entwickelt und ich schlafe des öfteren nur noch 3-4 Stunden.

Das ganze ist so entstanden, weil meine Nachbarn nachts aktiv sind, d.h. auf dem Parkett über mir nachts rumtrampeln. Fast jede Nacht wurde ich geweckt, wobei ich von dem Getrampel mit einem richtigen Schreck wach wurde. Langsam beruhigte sich mein Körper wieder und wollte einschlafen, da trampelte es wieder, wieder erschrecke ich usw. In schlimmen Nächten ging das bis zu 10 mal so.

Nun hat sich bei mir eine ganz fatale, psychosomatische Konditionierung entwickelt. Einschlafen kann ich ganz gut, aber dann werde ich nach ca. 3-4 Stunden das erste Mal wach. Früher war es so, dass ich mich dann einfach umgedreht habe und weiter schlief. Heute jedoch ist es so, dass 2 gegenläufige Prozesse in mir statt finden: einerseits bin ich sehr müde, mein Körper will einschlafen. Aber wenn ich dann gerade am Einschlafen bin, wirkt eine Art "Gegenkraft" in mir, vermutlich meine inneres "Alarm-System" und bewirkt, dass ich hochschrecke und dabei innere Unruhe verspüre sowie Herzrasen. Und das OHNE Lärm. Mein Körper scheint so konditioniert worden zu sein, dass er sich in Alarm-Bereitschaft versetzt, wenn er müde wird und einschlafen will.

Was kann ich nur tun?

Ich hab überlegt, ob ich Valium oder Zopiclon nehmen soll. Bisher hatte ich nur pflanzliche Beruhigungsmittel probiert (Passionsblume, Baldrian, Hopfen) - manchmal hilft das, aber meist nicht.

Ich habe überlegt, ob ich von Valium eine paradoxe Reaktion bekommen könnte. D.h. dass mich das Valium noch mehr sediert, aber dass mein inneres Alarm-System so viele Stress-Hormone ausschüttet, dass ich letzten Endes äußerlich sediert und innerlich in Panik bin (das hatte ich mal mit Melatonin aus den USA).

Zweitens überlege ich, ob Zopiclon (Schlafmittel) helfen könnte, um den Teufelskreis zu durchbrechen? Oder könnte das ebenfalls eine paradoxe Reaktion auftreten? Oder sind Valium und Zopiclon eventuell solche "Hammer-Medikamente", dass sie mich wirklich "runterfahren"?

Abgesehen von den medikamentösen Behandlung, wie löst man diese Konditionierung auf? Ich sage mir bereits "das ist doch nicht schlimm, die laufen nur übers Parkett" - aber das nützt nichts. Mein Körper scheint sich unsicher zu fühlen, vielleicht kann man sagen, auf archaische Weise bedroht bzw. unterbewußt.

Anmerkung: es ist nicht so leicht, aus der Wohnung rauszukommen - jedoch bin ich bereits auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Nur muss ich die jetzige Situation irgendwie "überleben". Daher wäre ich für Tips von Euch sehr dankbar!

Antworten
M6ollienTchxen


Ist der Nachbarschaftslärm noch aktuell?

Wenn ja, empfehle ich Ohropax. Und zwar die aus Wachs.

Über uns wurde auch mal aufs Fieseste herumgetrampelt, Tag und Nacht, aber mit Ohropax habe ich das nicht mehr gehört.

Und zum Wiedereinschlafen, wenn Du nachts aufwachst, empfehle ich Entspannungsübungen, z.B. Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.

C\ornelixa59


Ich hatte das Problem mal nach einem Krankenhausaufenthalt. Jeder, der schon mal drin war, wird wissen, was ich meine. :-/ Bei mir hat es rund 3 Wochen zuhause gedauert, bis mein Unterbewußtsein offenbar begriffen hatte, daß es mich nicht mehr alle 2 Stunden hochschrecken muß. Es wird dauern, bis der normale Schlafrhythmus zurückkommt. Ich kann dir ebenfalls nur zu Ohropax oder etwas ähnlichem raten, damit du das Getrampel in der Wohnung über dir loswirst, solange bis der normale Schlafrhythmus wieder "drin" ist.

Srunshpigne fVofrevxer


Hallo, ja das mit den Nachbarn ist noch aktuell. Ich schlafe nur noch mit Oropax (die aus Schaumstoff, nicht Wachs) und höre sie trotzdem. Sind die aus Wachs besser?

Wegen Autogenem Training - das habe ich angefangen, aber es nutzte nichts. Ich bin so extrem auf dieses Getrampel konditioniert (leider). Anderer Lärm macht mir NICHTS aus! Aber wenn ich nur ein paar trampende Schritte von oben höre, bin ich auf 180. Das ist richtig ein Trigger (wie bei Pavlov's Dog).

Das hat sich so entwickelt, weil früher hat es mir nichts ausgemacht, wenn Nachbarn kurz mal übers Parkett laufen in NORMALEM Ausmaß. Aber bei denen ist es exzessiv - manchmal mehrere Stunden fast ununterbrochenes auf und ab. Das hat meine Stress-Spirale total nach oben geschraubt. Später kam dann noch das nächtliche Getrampel hinzu (wegen Änderungen in deren Tagesabläufen). Und somit ist es mittlerweile total eskaliert, so dass ich beim kleinsten Getrampel/Trigger sofort Herzrasen bekomme - weil ich befürchte, dass jetzt wieder ein mehrstündiges Getrampel beginnt (so wie Pavlov's Dog, der dann auch schon Körper-Reaktionen zeigt allein aus einer Erwartunghaltung heraus).

Auziehen ist auf jeden Fall das einzig probate Mittel. Aber wie komme ich damit zurecht, so lange ich es hier noch aushalten muss?

Kgonguo-OtMtxo


Auziehen ist auf jeden Fall das einzig probate Mittel. Aber wie komme ich damit zurecht, so lange ich es hier noch aushalten muss?

Kannst Du in einem anderen Raum (wo der Lärm nicht so extrem ist) oder bei jemand anderem übernachten? Ansonsten hilft vielleicht auch eine Beschwerde beim Vermieter und ein klärendes Gespräch. In einem Mietshaus sollte man schon aufeinander Rücksicht nehmen.

MIollie;nchKen


Sind die aus Wachs besser?

Ich habe die aus Schaumstoff nie probiert, aber da ich durch die aus Wachs kein Getrampel höre und sogar mal eine nächtliche Party über uns "verschlafen" habe, vermute ich jetzt mal, dass sie besser sind! Probieren solltest Du das auf jeden Fall.

Aber wenn ich nur ein paar trampende Schritte von oben höre, bin ich auf 180. Das ist richtig ein Trigger (wie bei Pavlov's Dog).

Ich kenne das, glaub mir, ich kenne das…

Ich würde das den Nachbarn auf jeden Fall mal sagen.

Wenn sie bockig sind: Vermieter.

M*arieq Sägxe


Keiner, der so eine Schlafstörung hat, die sich festgesetzt hat, kann sich vorstellen, wie schlecht man sie los wird. Als mein ältester Sohn eine schreckliche manische Phase durchlebte, widerfuhr mir eine. Er brauchte kaum Schlaf, vor allem wenn er angetrunken war, trampelte er schrecklich, so dass ich buchstäblich aus dem Bett sprang.

Auch als er wieder besser drauf war, blieb mein Erschrecken wegen leisester Geräusche. Mir half für den Übergang Zolpidemtartrat (Stilnox). Als ich wieder ohne chemisches Mittel schlafen lernte, renkte sich alles wieder ein.

Aber Vorsicht, das Mittel macht zwar nicht süchtig, doch nach ein paar Wochen weiß man das prima Schlafen so zu schätzen, dass man dazu neigt, es immer zu wollen. Eine Gier wurde bei mir nicht daraus, denn der Psychologe warnte mich.

Denen über dir würde ich mal die Meinung geigen, so geht es ja nicht. Schließlich kannst du ja nicht umziehen wegen denen . . .

l~uomaDren


@ Sunshine Forever:

Aus der Abteilung "Glaube, Liebe, Hoffnung" fiel mir nur folgende Idee ein: Falls du ein Ritual wie ein Abendgebet haben solltest, könntest auch darum bitten, dass du durchschlafen kannst, auch wenn von oben laute Geräusche kommen. Empfänger der Botschaft wäre dann dein Unterbewusstsein.

MzolliGenTchen


Leider stresst Lärm einen aber auch, während man schläft, man merkt es dann nur nicht und wundert sich, dass man morgens gerädert ist. Ich plädiere daher für physisches Ausschalten des Lärms durch Wachs-Ohropax.

S=unsh_ine- foreNver


Danke Euch für Eure Ratschläge. Ich habe die Nachbarn bereits darauf angesprochen, sie sind aber sehr arrogant - und gebracht hat es null. Bei der Hausverwaltung rechne ich mir keine großen Chancen aus - eher im Gegenteil, dass ich dann als "Troublemaker" gelte. Daher hilft wirklich nur auziehen und bis dahin die Zeit "überleben".

Die Nachbarn waren übrigens 3 Tage verreist. Vorhin sah ich, wie sie wieder nachhause kamen und psychosomatisch ist bei mir das ganze so extrem eskaliert, dass ich Herzrasen bekam, als ich sie nur sah! Als Analogie dazu ist mir eingefallen: es muss sich ähnlich anfühlen wie bei einem Opfer, das z.B. vor Gericht den Täter wieder sieht und dann wiedererlebt, was er dem Opfer angetan hat.

Wobei es bei mir eher das Antizipieren des Getrampels in Verbindung mit Erwartunfgs-Angst ist, dass wieder nachts Dauer-Getrampel herrscht.

Ich finde es so schrecklich, dass aus mir, einem völlig gesunden Menschen, nur durch die Ignoranz der Nachbarn so ein "Nervenbündel" entstanden ist.

Danke Marie Säge, so ähnlich ist meine Situation auch. Ich hoffe nur, dass es sich baldmöglichst einrenkt, sobald ich eine neue Wohnung habe.

Doch für den Moment ist es unerträglich, ich habe dazu noch Bluthochdruck bekommen (obwohl ich schlank bin und immer niedrigen Blutdruck hatte).

Seit 2 Tagen nehme ich ein homöopathisches Präparat: Neurexan. Es dämpft das Herzrasen ein bißchen, aber hilft nicht wirklich. Ich nehme es tags und nachts, wenn ich aufwache. Wie gesagt ist mein Unterbewußtsein so konditioniert, das ich Herzrasen bekomme, wenn mein Körper eigentlich müde wird und entspannen möchte!

Ein Arzt sagte, ich solle Valium nehmen. Das finde ich schrecklich. Nur weil die Nachbarn trampeln? Macht das nicht abhängig? Hat jemand Erfahrung damit? Weil ich überlege schon, ob ich es mal als Notlösung nehmen soll?

Ich habe das Valium in Tropfenform, man soll 10 Tropfen nehmen. Kann ich auch weniger nehmen (da ich nur 50 kg wiege) oder wirkt es dann nicht? Ich würde mir nur leichten Beruhigungs-Effekt gegen das Herzrasen, wenn die Trampeln, wünschen.

Danke!

LJi@mose


Ich kenne deine Situation ja nur zuuuuu gut.

Wärend meiner Ausbildung hatte ich im Wohnheim einen Nachtaktiven Nachbarn. Es war die hölle.

Ich hatte das Gefühl mein Körper kann sich gar nicht mehr enspannen, auch wenn mal ruhe war.

Die Ohrstöpsel aus Wachs sind super kann ich nur sagen.

Ansonsten kann ich nur sagen, bei mir hat auch nur ein umzug geholfen, bis dahin hab ich öfters woanders geschlafen und das ganze hat sich erst beruhigt als ich eine neue Wohnung hatte.

M?ollifexnchen


@ Sunshine forever

Ich weiß genau, wie Du Dich fühlst. Ich habe dank stampfender Nachbarin schon Löcher in meine Decke geschlagen (mit dem Besenstil) und andere Wohnungseinrichtungsgegenstände vor Wut zertrümmert, bis hin zu rieselndem Putz von zugeschlagenen Fenstern und Türen... (also, die ich vor Wut zugeschlagen habe...) Ich weiß also, wie blank die Nerven bei sowas liegen.

Kauf Dir so schnell es geht die Wachs-Ohropax. Durch die Dinger stelle ich das Tag-Gepolter nicht ab, aber wenigstens hab ich nachts Ruhe.

CJinder+ella68


Oh je, was für eine blöde Situation ... kann ich gut nachfühlen.

Klackern die Nachbarn denn mit Absätzen über´s Parkett oder eher mit Strümpfen oder so? Bei Zweiterem wär es ja eher ein Trittschall, den man nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Körper (als Mini-Vibration) wahrnimmt. Dann sind Ohrenstöpsel gar nicht ausreichend (jedenfalls bei mir nicht), aber es kommt natürlich auch auf die baulichen Gegebenheiten an.

Wünsche dir, dass du eine gute Lösung findest bis zu deinem Umzug!

CLinderTellax68


PS: Wenn ein Schlafmittel, dann eher Zopiclon. Von Valium schläft man nicht unbedingt, es kann passieren, dass du nur äußerlich phlegmatisch wirst, die innere Reaktion mit Herzrasen usw. dennoch da ist. Bei mir ist das zB so, aber es ist halt individuell sehr unterschiedlich. Außerdem macht Valium einen ziemlichen hangover, da es extrem lange im Blut bleibt.

GCl$inda


Wie wird man denn dann um 6 Uhr wach wenn man diese Wachsteile drin hat?

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