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Warten auf das "Mehr" im Leben und daran verzweifeln

bZecYcaria hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich schreibe hier mal meine wirren Gedanken nieder, in der Hoffnung, dass mir jemand helfen kann...

Normalerweise war ich psychisch immer sehr stabil, mich hat nichts groß aus der Fassung bringen können und ich war eigentlich wirklich glücklich.

Auch jetzt kann ich sagen "ich liebe das Leben." (Ich liebe die kleinen Dinge daran, die Natur, Tiere, lachende Kinder, Regenbögen, schöne Musik, Konzerte, Musicals, gutes Wetter, wenn mich Leute (z.b. Verkäufer) einfach anstrahlen und mir einen schönen Tag wünschen und man merkt, es ist aufrichtig gemeint.)

Ich habe ja auch eigentlich, alles was ich möchte: Einen guten Kontakt zu meiner Familie, eine langjährige (10 Jahre) glückliche Beziehung (Ich bin w und lebe mit einer Frau zusammen, obwohl ich nicht homosex. bin, es hat mich aber nie gestört, da ich sie liebe.), ich habe einen sicheren Job, bei dem ich genug verdiene und wohne in einer Eigentumswohnung. Ich habe keine Existenzängste und es reicht immer für das "kleine Etwas" (Musicals, Ausgehen, Kino, Konzerte, mal was Essen gehen usw.)

Und nun kommt das ABER:

Seit Wochen oder gar Monaten stelle ich mir die Frage "Und das war's?"

Diese Frage drängt sich mir in mehreren Lebensbereichen auf.

1. Freundschaften = Ich habe z.b. das Gefühl, nicht genug "Stützen" in meinem Leben zu haben. Ich habe "nur" (?) 3 gute Freunde, alle in meinem Alter, es sind tiefe, lange Freundschaften, auch mit Tiefgang, aber es fehlt mir diese "Trost-" bzw. "Ausheulschulter"-Ebene. Einer Freundin kann ich alles erzählen, es fehlt mit aber die Empathie und der Wunsch nach Körperlichkeiten (also "Umarmen", das wäre mir unangenehm bei ihr..) und bei den anderen 2 Freunden (m) habe ich doch Hämmungen alles zu erzählen. Ich wünsche mir schon sehr lange einen neuen Freund, das irritierende ist, dass ich gerne einen älteren Freund hätte, einen Mann, der schon mit beiden Beinen im Leben steht (40, 45, 50?), das alles absolut ohne sex. Hintergedanken.

2. Arbeit = Ich arbeite in meinem studierten Beruf und verdiene, wie gesagt, genug. Ich liebe die Arbeit mit Menschen und irgendwie ist es mir doch nicht genug. Wenn ich aufrichtiges Feedback bekomme, bin ich eigentlich froh, aber nach jedem langen Wochenende oder dem Urlaub denke ich mir, wenn ich wieder zur Arbeit komme "Willst du das für immer weiter machen?" "Willst du mehr nicht erreicht haben?"

Ich sehne mich in letzter Zeit ständig nach einem "mehr" oder "etwas anderem", ich überlege ständig, welches Studium ich noch aufsetzen könnte, ob ich mich umschulen lassen sollte oder welche neuen Hobbies ich mir zulegen könnte.

Ich stehe am Ende immer vor einem Berg aus Möglichkeiten und mache darauhin NICHTS. Die Ideen reichten bisher vom Eintreten in eine politische Partei, über eine Laientheatergruppe zum Freizeitklettern. Wenn ich eine IDee habe, bin ich Feuer und Flamme dafür und 2,3 Tage später denke ich mir "Das wird eh nichts, ich lass es gleich." Dieser Unmut kommt auch ein Stück weit durch meine Erfahrungen... Ich bin anspruchsvoll, was die Menschen in meinem Umfeld angeht: Wenn Menschen auf einem anderen (kognitiven) Niveau liegen, habe ich keine Lust, den Kontakt zu halten. Das klingt eingebildet, aber ich zog bisher immer "schwächere" (Persönlichkeit) und auch "einfache" (Lebensweise, Denkweise) Menschen an. Auf eine gewisse Dauer gesehen, ist das nett, aber ich schaffe es nicht, über längere Zeit den Kontakt aufrecht zu erhalten. (Desinteresse durch mangelnde Gesprächsthemen, Diskussionsthemen, Interessen.) Auf der anderen Seite würde es mir im Traum nicht einfallen, Freunde in Discos oder Bars etc. zu suchen. 1. entspräche das nicht meiner Wunschlocation (da ich z.b. nicht tanzen kann und keinen Alkohol trinke) und 2. sehe ich... "anders" aus...

Die meisten Menschen schätzen mich beim ersten Mal sehr dominant ein oder sagen sogar "sie hatten beim ersten Mal "Angst" vor mir gehabt" (dabei bin ich nur 1.68 cm) und ich denke das schreckt auch andere ab, auf mich zuzugehen.

Ich drehe mich gefühlt schon wieder im Kreis... Das Problem ist, dass diese Gedanken mit utopischen Wünschen einher gehen, für die ich auch Feuer und Flamme bin und wenn ein paar Tage später die Ernüchterung einsetzt, bin total deprimiert. (Utopische Wünsche z.b. Berufspolitiker sein oder bekannte Schauspielerin).

Im Prinzip habe ich mir auch kleine Ziele im Leben gesetzt (z.b. Studium, Eigentumswohnung, Ausstellung meiner Werke im Öffentlichen Raum, Publikation eines Zeichenbandes usw.) .. diese Ziele habe ich zum großen Teil auch schon erreicht und sie erfüllen mich nicht mit genug Stolz, um mich zu beruhigen. Das "Streben nach MEHR" kommt schubweise und lässt mir dann tagelang keine Ruhe (bis ich wieder ernüchternde Gedanken habe.)

Das klingt wieder ein bisschen pathologisch, ich habe keine Zwangsgedanken oder eine ernsthafte Depression, aber dieses Auf- und Ab belastet mich trotzdem und ich wäre froh, wenn mir jemand einen Rat mitgeben könnte. Danke im Voraus!

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