» »

Bin Choleriker und werde bald Vater

l(iw$a90gxrad hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich weiß nicht wie ich anfangen soll, ich habe noch nie in ein Forum geschrieben und das Problem was ich habe ist sehr persönlich. Ich werde es denk ich, einfach beim Namen nennen. Ich bin Choleriker, mein Vater ist Choleriker und ich werde im August dann auch Vater und habe einfach totale Angst davor mein Kind in einem cholerischen Ausbruch anzuschreien, da ich weiß wie ich unter den Ausbrüchen meines Vaters als Kind gelitten habe. Natürlich ist es auch so das ich meine Frau damit ebenfalls extrem Schade. Erst heute und Gestern bin ich ohne Grund total ausgetickt und sofort war mir klar das was ich gesagt habe war nicht richtig. Mensch meine Frau ist schwanger und ich Idiot schrei sie an, ich könnte mir die Rübe einhauen für dieses Verhalten.

Ich kann einfach nicht mehr ich möchte mein Verhalten ändern weiß aber nicht wie. Im Internet hab ich auch keine richtige Hilfe gefunden, da standen oft nur Sache, wie "mein Mann ist Choleriker was kann ich tun?", oder ähnliches. Wichtig wäre für mich was ist die beste Anlaufstelle für dieses Problem? Soll ich gleich zu einen Psychologen gehen, kann mir mein Hausarzt irgendwie Tabletten verschreiben welche das Verhalten unterdrücken können? Gibt es Therapien, wenn ja wie lange dauern diese? Was kosten diese Therapien?

Ich würde mich echt freuen wenn mir jemand bei meinen Problem helfen kann, da ich einfach so nicht weiterleben möchte, ich möchte diese verdammten Ausbrüche nicht mehr, ich möchte meiner Frau und meinem kleinen wenn er zur Welt kommt ein Vater sein, auf dem sie sich stützen können und kein cholerischer Tyrann. Ich fühle mich echt total mies wenn ich meine Frau sehe wie Sie sich abmüht meine Ausbrüche zu verkraften, sie tut mir so unendlich leid.

Bitte Helft mir!

Gruß

Marko

Antworten
MJotllienxchen


Ich würde Dich mal spontan an einen Verhaltenstherapeuten verweisen wollen.

Bis dahin empfehle ich Dir in dem Moment, wo Du merkst, dass Du die Kontrolle verlierst, die Situation einfach zu verlassen. Falls das nicht möglich ist: Tief atmen und bis 100 zählen und das "kochende Blut" einfach mal aushalten.

Deiner Frau kannst Du sagen, dass sie, wenn Du anfängst, sie anzuschreien, ganz laut "Stopp!" rufen soll. Und war notfalls immer wieder, so lange bis Du es geblickt hast. Sie soll auf keinen Fall auf Dein Gebrüll inhaltlich reagieren. Nur: "Stopp!"

l3iwa90;g7rad


Hallo Mollienchen,

vielen Dank für deine Ratschläge ich werde das mal mit meiner Frau besprechen und versuchen einfach die Situation wie du es geschrieben hast, durch Atmen und Zählen zu überbrücken.

Gruß Marko

Mco2llNienchxen


Ich wünsche Dir viel Erfolg. Ich bin sicher, mit ein bisschen Übung bekommst Du das hin! :)z

mjoTnd+shte<rne


Soll ich gleich zu einen Psychologen gehen, kann mir mein Hausarzt irgendwie Tabletten verschreiben welche das Verhalten unterdrücken können?

Du bist Choleriker. Das ist ein Persönlichkeitstyp. Das ist keine Krankheit. Tabletten dagegen gibt es nicht. Es wäre auch Quatsch, Dir ein Medikament zu verschreiben, dagegen, dass Du so bist, wie Du bist. Du hast ein ganz anderes Problem. Du akzeptierst Dich nicht, mit Deinen Ausbrüchen. Und Du kannst nicht gut damit umgehen. Du musst lernen, mit Deinen Gefühlen umzugehen. Das ist eine Lebensaufgabe. Mit einem schnellen Gang zum Arzt ist das nicht getan.

ich möchte diese verdammten Ausbrüche nicht mehr,

Das geht nicht. Jeder hat seine Art, mit Ärger umzugehen. Das ist halt Deine Art. Frag mal Deine Frau, warum sie so jemanden wie Dich geheiratet hat. [...]

Damit Du nicht zum Tyrann wirst, musst Du lernen, angemessen mit Deinen Ausbrüchen umzugehen. Hier ist mein 5 Punkte Programm, damit Du lernen kannst, besser mit Deiner Persönlichkeit zu leben.

1. Du hast ein schlechtes Gewissen wegen Deiner Anfälle. Lass es sausen.

2. Ich finde es sehr wichtig, dass Du Dich in Konfliktfähigkeit übst. [...]

3. Es wäre sehr gut für Dich, wenn Du Deinem Vater verzeihen könntest.

4. Es wäre gut, wenn Deine Frau den Mut hätte, Dir zu sagen, wie sie sich fühlt, wenn Du sie anschreist. Sie muss es nicht verkraften. Wenn es ihr zu viel wird, kann sie auch gehen. Es ist wichtig, dass Du begreifst, dass es für ein Kind viel schlimmer ist, angeschrien zu werden als für einen Erwachsenen.

5. Wenn Du Vater wirst, wirst Du irgendwann auch mal Dein Kind anschreien. Besprich vorher mit Deiner Frau, wie sie sich in so einer Situation sinnvoll verhalten kann.

Wenn Du wissen willst, wie das alles gehen soll, frag.

krnuffmeltjxe


Hallöchen *:)

Du brauchst einen Ausgleich für deine Ausbrüche. Vllt sowas wie Sport oder sowas. Oder ein Verhaltensmuster, dass ihr eintrainieren könnt, wenn dein Ausbruch kommt. Dass du zB in einen Boxsack haust, anstatt deine Frau anzuschreien, oder so.

Auch das mit dem Zählen, was Mollienchen vorgeschlagen hat, halte ich für sinnvoll.

@:)

mKarika} stuern


es gibt bei uns in der stadt anlaufstellen für männer, bei denen die gefahr besteht, dass sie häusliche gewalt ausüben. "starke männer" oder so. bei uns ist da das gesundheitsamt der ansprechpartner. die bieten gespräche und seminare an und wissen auch, an wen man sich sonst noch wenden könnte. ich denke, die sind auch ganz gut, um eine generelle einschätzung der situation vornehmen zu können. ich gehe davon aus, dass es das auch in anderen städten gibt.

ganz großen respekt von mir, dass du so selbstreflexiv bist, das selber zu erkennen und zu der erkenntnis zu gelangen, dass du da was ändern mußt. ich denke, dass ist schon der schwerste und wichtigste schritt in die richtige richtung.

M8olli[eLnchxen


Was auch helfen kann (fällt mir gerade ein):

In dem Moment wo Du tief Luft holst, um loszuschreien, schreist Du nicht, was Du eigentlich schreien wolltest, sondern in etwa so: "Verdammt noch mal, es ist mal wieder so weit, ich spüre wie die Kontrolle flöten geht! Mann bin ich jetzt gerade aufgewühlt! Es hat mich voll im Griff! Puh, wird mir gerade heiß!"

Damit presst Du nicht den Deckel auf den Topf, in dem es kocht, sondern lässt den Dampf entweichen, ohne dabei etwas Verletztendes von Dir zu geben, da Du schlicht verkündest, wie Du Dich gerade fühlst. ("Ich-Botschaft".)

Ich habe eine ähnliche Taktik mal mit Angst angewendet. Statt sie mit Gewalt zu unterdrücken, habe ich laut mitgeteilt, dass ich mir vor Angst gerade in die Hose mache, mich fühle, als ob ich gleich umfalle, überall zittere, mein Herz rast etc. -> damit habe ich mir die Angst sozusagen erlaubt, aber sie hat im selben Moment auch die Macht über mich verloren. Ich konnte tun, was ich tun wollte, zwar mit Angst, aber ich konnte.

m<ond+gstderne


Merkst Du, wie Dir ein schlechtes Gewissen gemacht wird?

m"arinka dsvtexrn


@ mond+sterne

ich werde hier gleich entgegen meiner gewohnheit auch mal cholerisch.

ich hoffe mal stark, dass ich dich mißversehe, und du anschreien nicht tatsächlich als positive umgangsform siehst, mit der umzugehen das problem der frau ist. so kommt das nämlich gerade bei mir an.

schreien ist eine form von gewalt und ein schlechtes gewissen ist das mindeste, was man dafür haben sollte.

LgadxyM


@ mond+sterne

Bist du selbst Choleriker oder bist du mit Cholerikern aufgewachsen?

M5ollilenchxen


@ mond+sterne

Merkst Du, wie Dir ein schlechtes Gewissen gemacht wird?

Da bin ich jetzt, ehrlich gesagt, auch gerade etwas befremdet. ":/

L\ilaLifnxa


Ähm, liwa90grad fragt, wie er es schafft, keine cholerischen Anfälle mehr zu bekommen und erhält den Tipp

[...]

???

Nein, nein, nein. Solche Anfälle dürfen niemals als alltäglicher Umgang in Konflikten angesehen – dadurch werden sie doch gerade erst verharmlost und liwa90grad merkt gar nicht mehr, wie schlimm diese Anfälle für sein Umfeld sind?!

Wenn Du wissen willst, wie das alles gehen soll, frag.

Das würde mich wirklich interessieren.

kHlippMunmdkl2ar


@ mond+sterne

sorry, aber ich hab selten so einen Quatsch gelesen.

Da ist einer, der findet einige seiner ausgesrochen destruktiven Verhaltensweisen selbst nicht gut und möchte sie von sich aus (!!!) ändern und du rätst ihm:

"Hey, bleib so wie du bist, denn ändern kannst du dich sowieso nicht, brauchst auch gar kein schlechtes Gewissen zu haben wenn du Andere dadurch verletzt, pfeif doch drauf was mit denen ist, die können ja gehn wenn ihnen was nicht passt."

Hammer, echt. :(v

L0ilaxNom


Hey, ich denke auch, dass du eventuell mal zu einer verhaltenstherapie gehen solltest, zu einem psychologen etc, dem du vertraust, denn das ist wichtig. ich habe selbst eine äußerst schwierige mutter, die bei jedem bisschen an die decke geht. ich hoffe, es kommt jetzt nicht komisch, wenn ich dir als 16 jährige tipps fürs leben zu geben versuche |-o aber es ist wichtig, dass du mit deiner frau darüber redest, was dich konkret stört. mein dad ist nun depressiv, auch er konnte nie über das reden, was ihn stört. bis er dann nicht mehr konnte und angefangen hat zu trinken. bei dir führt selbige problematik wohl zu einem wutanfall ( nett gesagt ) . deshalb einfach -in ruhigem ton- sagen was nervt. aber eine thrapie ist wirklich unabdingbar, um zu lernen, zu reden ( klingt irgendwie doof, aber richtig reden können nur sehr wenige leute von vorn herein) und die denkmuster auszuschalten, die zu einem anfall führen. das ist zwar schwierig, weil sich das muster mit der zeit "einbrennt", aber es ist zu schaffen.mein dad redet auch wieder, seit er aus der reha wieder raus ist .das bin ich gar nicht gewohnt ;-D . ich habe vor dir sehr großen respekt, denn du hast diese einschränkung aus deiner sicht weitestmöglich erkannt und willst etwas ändern und das ist wirklich die grundlage für alles weitere :) :)=

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH