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Fast keine sozialen Kontakte

gtlueckSskexks2 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

wo fange ich an.......

Am besten im Jugendalter, die Kindheit lasse ich jetzt mal weg. Als ich 13-15 war, wurde ich in der Schule recht heftig gemobbt. Ich war schon immer schüchtern und das Mobbing raubte mir das letzte Fünkchen Selbstbewusstsein. Auch als das Mobbing aufhörte (die Mobbenden kamen in eine andere Klasse), mied ich den Kontakt zu anderen. Ich ging zur Schule, schaute zuhause fern oder surfte im Internet und schaffte irgendwie mein Abitur. Seit ich 18 bin mache ich Therapien, und die Sozialphobie besserte sich soweit, dass ich meinen ersten Freund fand. Mit Freunden haperte es weiterhin. Seit der Grundschule hatte ich eine Freundin, die ich auch immer noch habe, aber wir sind sehr verschieden. Sie ist sehr selbstbewusst und offen und geht gerne auf Leute zu.

Seither habe ich ein Studium begonnen und abgebrochen und befinde mich nun im zweiten Studium. Im ersten Studium lernte ich an meinem Studienort sofort Freunde kennen – es war eine wunderbare neue Erfahrung für mich, jeden Tag etwas mit Leuten zu unternehmen. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich ein paar Monate lang wirklich wirklich glücklich. Nach ein paar Monaten, als die Klausurenphase begann, schlugen meine Depressionen, die mein ganzes Leben mal mehr und mal weniger vorhanden waren, ein wie eine Bombe. Meine neuen "Freunde" verabschiedeten sich schnell, als es mir schlecht ging. Ich brach das Studium ab und zog an meinen jetzigen Wohnort, wo ich mit einer Freundin zusammen studieren konnte. Sie studiert inzwischen woanders aber wir sehen uns noch alle paar Wochen.

Seit letztem Jahr habe ich eine sehr gut laufende Beziehung.. und seitdem habe ich kaum noch andere Kontakte. Ich habe einfach irgendwie nicht das Bedürfnis danach, weil ich es anstrengend finde, neue Kontakte aufzubauen. Meinen Freund sehe ich sehr oft und wir verstehen uns sehr gut, aber ich weiß auch, dass es nicht gesund ist, ihn als einzigen wirklichen sozialen Halt zu haben. An der Uni rede ich so wenig wie nötig, um nur ja keine Freundschaften aufkommen zu lassen, obwohl es da durchaus Mädels gab und gibt, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstanden habe. Ich wähle quasi den einfachen Weg, Freundschaften aus dem Weg zu gehen, anstatt mich ihnen zu stellen, so als sei das meine bewusste Entscheidung, kaum Menschen in mein Leben zu lassen. Ist es das, oder ist es doch nur wieder die Angst vor Ablehnung, davor dass ich wieder fallengelassen werde sobald es mir mal schlecht geht? Ich habe Angst davor, was passieren würde, wenn meine Beziehung endet. Nicht, dass das im Moment eine akute Gefahr wäre, aber es könnte irgendwann passieren, und dann hätte ich erstmal nichts. Meine Freundin aus der Grundschule habe ich seit irgendwann letztes Jahr nicht mehr gesehen. Ich fühle mich da auch irgendwie überfordert, sie geht sehr gerne in Discos etc., danach steht mir im Moment gar nicht der Sinn und außerdem wohnt sie in meinem Heimatort, zu dem ich eine sehr gespaltene Beziehung habe und nur ungern mal hinfahre.

Außerdem weiß ich gar nicht, was ich in Freundschaften "geben" könnte. Freundschaften sind ja ein Geben und Nehmen, und ich weiß irgendwie nicht, warum jemand mit mir befreundet sein sollte. Ich lasse Leute nie sehr nah an mich heran, weil ich fürchte, sie könnten dann bemerken, wie furchtbar langweilig ich eigentlich bin.

Über das Mobbing bin ich zwar halbwegs hinweg, aber ich war seither nie mehr so wie ich davor war. Ich hasse die Mobber nicht mehr, ich habe keine Kraft mehr zu hassen. Es ist alles so lange her und mein Antidepressivum trägt sein Übriges dazu bei, dass ich da eine gewisse Gleichgültigkeit an den Tag lege, nur leider hat es scheinbar meinen Charakter ziemlich geprägt.

Antworten
E,hemali=ger NutCzer (#32T5731)


Wieso findest du Kontakte so anstrengend und abschreckend?

Das Problem ist ja nicht das du keine Freunde willst, sondern das Problem ist das dir dein Freund genug ist. Im Moment vielleicht (noch) nicht. Aber vielleicht trennt ihr euch mal, oder einer wechselt die Uni, oder geht ins Ausland oder oder oder. Dann stehst du leider ganz alleine da.

Was das Geben betrifft: viele fordern doch gar nicht viel, die wollen jemanden mit dem man seine Freizeit verbringen kann, shoppen geht, ins Kino geht, sich zum quatschen trifft etc.

Du darfst das nicht so sehen das du jetzt was besonders tolles erbringen musst ...

Fang doch einfach mal an etwas offener zu sein. Rede mehr mit den Leuten, lächel sie an, vielleicht gehst du mal mit jemandem an der UNi nen Kaffee trinken, ganz unverbindlich :-)

Agpr<ikoseknkerxnöl


Ich habe auch vielfach das Gefühl, dass manche Leute viel fordern... :( Nicht alle, aber einige...

gCluAeckskexks2


Tja ich weiß gar nicht so recht, was andere Leute in Freundschaften fordern. Ich kenne mich mit dem Thema ja nun nicht sehr gut aus ??? Wahrscheinlich fühle ich mich da deshalb so unbehaglich. Meine letzte und einzige "richtige" Freundschaft war mit dem Mädchen aus der Grundschule, bis das Mobbing losging. Vorher waren wir jeden Tag zusammen und haben gespielt und Filme geschaut und von Jungs geschwärmt und zusammen Tagebuch geschrieben. Ich glaube, sie genoss es auch, dass sie bei Jungs immer viel besser ankam als ich. Ich war ja schließlich auch damals schon recht schüchtern und still, weil ich unsicher war und sie meine einzige Bezugsperson außerhalb meiner Familie, und in meiner Familie sah es noch nie besonders gut aus. Zur Mobbingzeit zog ich mich total zurück und wagte mich danach erst langsam wieder an den Kontakt heran. Ich weiß also gar nicht wie eine "erwachsene" Freundschaft überhaupt aussehen soll.

_9ParvNati_


Seit letztem Jahr habe ich eine sehr gut laufende Beziehung.. und seitdem habe ich kaum noch andere Kontakte. Ich habe einfach irgendwie nicht das Bedürfnis danach, weil ich es anstrengend finde, neue Kontakte aufzubauen.

Geht mir genauso. Du scheint einfach nicht der Typ zu sein, Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen. Man kann auch gut ohne Freundschaften leben. Ich persönlich finde so ein Leben auch wesentlich entspannter. Kritisch wird es erst, wenn man unter den fehlenden sozialen Kontakten leidet. Aber bei dir hört sich das jetzt nicht so an, als würde das der Fall sein, oder?

Meinen Freund sehe ich sehr oft und wir verstehen uns sehr gut, aber ich weiß auch, dass es nicht gesund ist, ihn als einzigen wirklichen sozialen Halt zu haben.

Wieso sollte das nicht gesund sein? Wenn einem eine Bezugsperson ausreicht, dann ist das doch in Ordnung. Wenn die Bezugsperson weg fällt, dann sucht man sich halt eine neue oder man lebt vorerst allein. Das geht auch, ohne darunter leiden zu müssen.

l=oveablde<x3


Hallo,

ich kenne dein Problem sehr gut. Hatte in der Grundschule auch viele Freundinnen und wurde dann in der Realschule sehr lange gemobbt. Ich hatte nur das Glück, dass ich trotzdem 1 – 2 Freundinnen in der Klasse hatte.

Mein Tipp erstmal, falls du wieder bereit bist Freundschaften aufzubauen, manchmal ist es einfach super, einfach nur ne Freundin zu haben mit der du Spaß haben kannst. Mit der du deine Sorgen vergessen kannst. Es muss nicht jede Freundschaft 1000% DIE Freundschaft sein. Du musst nicht immer ne Freundin haben der du alles erzählen kannst. Ich habe – so wie du – mein Freund als größten Ansprechpartner. Und ich finde es eigentlich gar nicht mehr so gut, mit jeder x – belieben Person damit zuzureden. Ich habe das früher gemacht. Ich habe jeden den ich kannte mit meinen Probleme zugeredet. Irgendwann haben sich da auch die Leute abgewendet. Aber kein Wunder, es gibt eben Leute, die sich da mit runterziehen und nicht damit klar kommen. Oder eben eigene Probleme haben und sich mit mir eigentlich treffen wollten um sich abzulenken.

Ich hoffe du weißt was ich meine. Ich spreche/schreibe leider gerne um den heißen Brei außen rum.

Kopf hoch und genieß die Zeit mit deinem Schatz.

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