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Langzeiterkrankung – wie gehe ich mit meinem Arbeitgeber um?

N3ovhembexr78 hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

folgendes "Problem": Ich leide unter einer Angst- und Panikstörung, sowie Depresionen. Wie Ich in anderen Beiträgen schon geschrieben habe, bin ich seit Oktober 12 krank geschrieben und war von November 12 bis Februar 13 auch zwölf Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Nun bin ich schon einige Monate wieder zuhause, nach wie vor arbeitsunfähig und es wird auch noch eine Zeit lang dauern...

Nun zum Job: Ich bin Diplom Sozialpädagogin in der Jugendarbeit, mein Arbeitsvertrag ist befristet bis zum 31.12.13. Mein "Problem" ist, das ich weiß, das ich auf gar keinen Fall in den Job zurückkehren will, aber nicht weiß, wie ich mich verhalten soll. Mir wurde abgeraten davon, selbst zu kündigen. Nun überlege ich, ob ich meiner Chefin vorschlagen kann, mir zu kündigen, weil es mich so tierisch unter Druck setzt und ich das Gefühl habe ich wäre nicht "ehrlich" zu Ihr. Sie geht mit Sicherheit davon aus, das ich irgendwie doch noch wieder komme. Der Job ist super stressig und ich habe ein unglaublich schlechtes Gewissen, meine Kolleginnen so hängen zu lassen. In Gesprächen mit Freunden, wird mir meistens geraten nichts zu tun und das "Problem" auszusitzen, im Zweifelsfall bis mein Arbeitsvertrag ausläuft und sich die Sache somit von "selbst erledigt", (Zitat: "Das ist nicht deine Baustelle, du musst nicht für deine Chefin mitdenken"...) aber es macht mich irre und es macht mir so unglaublich viel Druck...ich würde diese "Baustelle" gern klären, fühl mich aber total hilflos und überfordert. Nun dachte ich, ich schreibe meiner Chefin einen Brief (ich habe zu große Angst vor einem persönlichen Gespräch...allein die Vorstellung lässt die nächste Panikattacke starten...) aber mein Freund meinte eben ich sollte vorher die arbeitsrechtliche Situation klären, wie es ggf. mit Arbeitslosengeld nach dem Krankengeld aussieht, ob das Arbeitsamt mir dann daraus einen Strick drehen kann etc.

Ich sitze hier grad mit eiskalten Fingern, Atemnot, Herzklopfen, Druck in der Brust und der totalen Wattebirne...weil ich total überfordert bin. Ich war grad so stolz auf mich, das ich mich daran setzen wollte (ich denke seit Wochen immer wieder drüber nach) und ich weiß, mein Freund meint es nur gut und will mir helfen, aber ich bin grad fix und fertig.Habt ihr einen Rat? Wie geht ihr damit um? Hat eine/r von euch sowas ähnliches gemacht um den Druck loszuwerden?Ich denke halt immer wieder. "Ich muss da wieder hin" , "Ich bin nicht ehrlich, weil ich doch weiß, das ich nicht in den Job zurückkehre, es aber meiner Chefin nicht sage"..und und und...das macht mich total fertig...Was soll ich bloss tun ???

Danke!

Antworten
BVlaixr_W


Warum wartest du nicht bis dein Vertrag ausläuft? Das ist doch am einfachsten.

S6unfloxwer_73


Bloß nicht Deinerseits um die Kündigung bitten. Das Arbeitsamt forscht ggf. nach – oder der Arbeitsgeber macht daraus einen Aufhebungsvertrag, und das hat auch unschöne Folgen.

Sitz' es wirklich aus. Du bist krank, mittlerweile im Krankengeldbezug (welcher übrigens weiterläuft, wenn in der Zeit Arbeitslosigkeit eintritt). Du musst nicht ständig den Kontakt zu Deiner Chefin halten. Basta.

Du könntest lediglich signalisieren, dass es noch einige Monate dauern wird. Dann könnte die Einrichtung sich überlegen, eine Vertretung einzustellen.

Wichtiger ist vielmehr, dass DU für DICH klarhast, wie es weitergehen soll. Dass Du Dich darum kümmerst, die Angst in den Griff zu bekommen und wieder arbeitsfähig zu werden. Und dass Du Dir überlegst, was Du langfristig beruflich machen willst.

Alles andere ist nicht Dein Problem. Und ich würde mir den Druck nicht machen lassen. Du bist so lange krank, wie Du krank bist. Punkt. Und wenn es bis Vertragsende ist. Oder bis Du einen anderen Job hast und von Dir aus kündigst.

Sowohl selber um Kündigung bitten als auch Aufhebungsvertrag sind suboptimal. Und wenn es für die Einrichtung sooo ungünstig ist, dann sollen sie Dir kündigen. Oder hätten es schon tun können.

kfl!ippuBndklxar


Einen Brief würde ich in so einer Situation auf keine Fall schreiben. Damit gäbs dann nämlich Dinge schwarz auf weiß, die dir vlt. tatsächlich zum Nachteil werden könnten. Was spricht gegen ein Telefonat, in dem du ihr mitteilst, dass du befürchtest bis Ende des Jahres nicht gesund zu werden? Und dass du danach den Vertrag ohenhin nicht verlängern möchtest? Dann weiß sie was Sache ist und kann eine Entscheidung treffen.

S>u9nflUo~wer_x73


Und bloß keinen Brief, der wunderschön in der Personalakte landet und dann ggf. bzgl. ALG zum Verhängnis werden kann!

N+oveUmbexr78


Wie gesagt, weil es mir tierischen Druck macht und ich ständig ein schlechtes Gewissen habe... :( Ich habe nicht das Gefühl das es einfach wäre...für mich ist das total schwer. Ich denke dazu halt auch ständig, das ich ein schlechter Mensch bin, weil meine Chefin ja nicht weiß, das ich nicht zurückkomen werde in meinen Job.

SCubnf;lowexr_73


Machst Du eine Therapie? GENAU DIESE Gedanken sind nämlich problematisch... zum einen typisch depressiv, zum anderen aber auch Zeichen für mangelnde Abgrenzung.

Du könntest theoretisch auch wieder in den Job gehen und dann direkt kündigen (vor Vertragsablauf), weil Du was Besseres hast. KEIN Chef hat eine Garantie, dass ein Angestellter ewig bleibt. Punkt. (Okay, Ausnahme Beamte).

Eine Freudin von mir ist gerad eim Mutterschutz und in ihrem Bereich (therapeutisches Team Kinder- & Jugendpsychiatrie) haben gerade zwei weitere Therapeutinnen gekündigt (wg. 6-Monats-Verträgen seit Jahren und nun besserer Jobs). Tja, scheiße für den Chef und die Klinik, aber für diejenigen die beste Lösung.

Mehr als deutlich zu machen, dass es noch Monate dauern wird, brauchst Du nicht. Unfair wäre es, wenn Du quasi von Woche zu Woche andeutest, bald wiederzukommen, es dann aber nicht zu tun.

Mach' deutlich, dass es noch lange dauern wird. Basta.

N@ove"mber7x8


Oh, hatte grad nur die erste Antwort gelesen.

Oje...vom Verstand her weiß ich ja, dass das nicht mein "Problem" ist und ich mir nur selbst Druck mache, aber mein Gefühl spinnt vollkommen dagegen...ich drehe mich da total im Kreis und habe das Gefühl, ich kann auch nicht über Alternativen nachdenken, solange ich das nicht geklärt habe.

Okay, das man einen Brief auch gegen mich "verwenden" könnte, hab ich nicht bedacht. Ich dachte es wäre für mich einfacher, weil ich schriftlich besser mit Worten umgehen kann und dann wüsste meine Chefin schon mal Bescheid. Also empfehlt ihr mir im Prinzip auch, es "auszusitzen", weil es nicht meine Verantwortung ist? Ich denke, meine Chefin kann mir nicht kündigen? Ich bin ja krank und die dürften das erst nach einem Jahr,oder?...

Niovejmbe"r7x8


Sunflower, ja ich bin in Therapie. Und mir ist schon bewusst, das es auch Teil meiner Krankheit ist, das es mich so stresst. Abgrenzen kann ich mich so oder so ganz schlecht. Ich deute natürlich nicht an, das ich bald wieder komme. Mein Therapeut schreibt mich aber immer 14 Tage krank und ich schätze mal, das meine Chefin die Hoffnung hat, das ich bald wieder komme. Der letzte Kontakt ist schon ein paar Wochen her und da hatte ich ihr auf ihre Email geantwortet, das ich auch weiterhin bis auf weiteres krank geschrieben bin und noch nicht absehbar ist, wie es weitergeht, es aber unter Absprache mit meinem Arzt noch länger dauern wird.

SOunflo}wer_7x3


Der letzte Kontakt ist schon ein paar Wochen her und da hatte ich ihr auf ihre Email geantwortet, das ich auch weiterhin bis auf weiteres krank geschrieben bin und noch nicht absehbar ist, wie es weitergeht, es aber unter Absprache mit meinem Arzt noch länger dauern wird.

Das reicht doch. Wobei Du doch mittlerweile eh Krankengeld bekommst... Muss man da überhaupt noch eine AU-Bescheinigung beim Arbeitgeber einreichen? Habe ich nie gemacht, sondern nur informiert, dass es noch länger dauert und ich mich melde, wenn absehbar ist, WANN ich wiederkomme.

Ich denke, meine Chefin kann mir nicht kündigen? Ich bin ja krank und die dürften das erst nach einem Jahr,oder?...

Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn man jemanden kündigen will, ist Krankheit auch nicht unbedingt ein Hinderungsgrund. Aber da man es bislang nicht gemacht hat... Lass' Dich beraten, aber wie gesagt: Nicht selber kündigen und keiner Aufhebung des Vertrags zustimmen. Da bleibt dann nur aussitzen oder nicht von Dir initiierte Kündigung abwarten.

Semarag7dauge


Kann mich den anderen nur anschließen. Einfach den Vertrag auslaufen lassen, der ist ohnehin nur begrenzt.

Allerdings kann ich Dich gut verstehen, weil Du ja längst weißt, dass Du nicht mehr zurückwillst und die anderen davon ausgehen, dass Du noch mal wiederkommst und Dir den Platz freihalten.

TROTZDEM:

Bloß nichts schriftliches weggeben, daraus kann man Dir später einen Strick drehen.

Du möchtest im Grunde genommen Dein Gewissen erleichtern, das kann ich verstehen, aber es wird Dir zum Nachteil gereichen. Heutzutage klopft Dir keiner anerkennend auf die Schulter und sagt: Frau XYZ, das ist wirklich schwer in Ordnung, dass sie so ehrlich sind, und zur Belohnung werden wir Sie auch nicht feuern vor Ablauf des Vertrags.

Vielleicht solltest Du an Alternativen denken, z.B. was Du wirklich machen möchtest - und Dich in diese Richtung orientieren. Dann bekommst Du einen neuen Blickwinkel und drehst Dich nicht immer im Kreis.

da hatte ich ihr auf ihre Email geantwortet, das ich auch weiterhin bis auf weiteres krank geschrieben bin und noch nicht absehbar ist, wie es weitergeht, es aber unter Absprache mit meinem Arzt noch länger dauern wird.

Ich finde, das ist ehrlich genug für Deine Situation.

Im Übrigen ist es ein Mythos, dass man während einer Krankheit nicht gekündigt werden kann. Der AG kann durchaus das AV kündigen, auch wenn man krankgeschrieben ist.

NWovemxber78


Danke für eure Unterstützung!!!

Nun gut, dann muss ich wohl einen Weg finden, das auszuhalten...ich hab nur wie gesagt das Gefühl, das ich nicht mal gedanklich neu anfangen kann,geschweige denn mir Alternativen überlegen könnte, was ich eigentlich wirklich gern machen würde, wenn ich da noch "drinstecke". Wobei es zur Zeit eh noch sehr schwierig für mich ist. Ich habe neulich überlegt noch ein Zweitstudium zu machen, aber selbst die Vorstellung stresst mich. Ich glaube nicht, das ich so einer Belatsung noch gewachsen bin. Im Moment sowieso nicht, aber perspektivisch?Studium plus Job...ich denke nicht, das ich das schaffe und das hat mich direkt wieder so verzweifeln lassen, das ich ne Woche lang gar nichts hingekriegt habe, nicht mal in meinem "Mini Alltag"...es ist eben immer noch ein täglicher Kampf...

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