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Ständige Benommenheit, Schwindel, Angst

h eaveKnhasndied hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen

Habe schon viel in diesem Forum gelesen und möchte mal kurz meine Erfahrungen teilen:

Begonnen hat alles vor ca. 7 Monaten. Ich (24j, männlich, arbeitstätig) wachte eines Morgens auf und fühlte mich benommen, als ob ich nicht ganz da wär, als ob ich leicht angetrunken wär. Diese Benommenheit ist seither permanent da, als 24h, 7 Tage die Woche. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Symptome dazu: Appetitlosigkeit, Angstzustände, Herzrasen, Panikattacken, Tinnitus, Erschöpftheit, Schlafprobleme, Kreislaufprobleme, depressive Symptome, Hypochondrie... Es war zeitweise wirklich schlimm.

Ich habe den üblichen Ärztemarathon durchlaufen (Hausarzt, Neurologe, HNO, Augenarzt, MRI, Ultraschall, Magenspiegelung, Röntgen der Lunge, Endokrinologie, Osteopathie, TCM, Naturheilpraxen, Atlaslogie, Akupunktur) und kann heute sagen, dass es sicherlich keine körperliche Ursache hat, obwohl ich manchmal bei gewissen Symptomen immer noch Angst habe, dass es etwas schlimmes sein könnte.

Seit etwa 3 Monaten gehe ich einmal wöchentlich zur Psychotherapie und ab und an zu einem Psychiater. Diese meinen, ich hätte wohl eine leichte bis mittelschwere Depression, welche sich bei mir stark über den Körper äussert. Auch eine Angststörung könne aber nicht ausgeschlossen werden. In der Therapie werden viele Dinge aufgedeckt, die mir so gar nicht bewusst waren.

Als meine Probleme auch nach 5 Monaten nicht besser, sondern eher schlimmer wurden, hat mir mein Psychiater zunächst Surmontil (Trimipramin) verschrieben. Ein eher beruhigendes, aber in der Folge auch stimmungsaufhellendes Medikament, das auch zur Behandlung von Schmerzen (und damit körperlichen Beschwerden) verschrieben wird. Das Medikament hat mich zwar beruhigt, war ansonsten aber wirkungslos.

Seit zwei Wochen nehme ich nun das vom Psychiater verschriebene SSRI Citalopram. Die ersten 10 Tage 10mg, jetzt seit 4 Tagen 20mg. Citalopram soll ja auch gegen körperliche Symptome helfen, welche keine körperliche Ursache haben. Bisher merke ich zwar noch nicht viel (vor allem die Benommenheit ist nach wie vor da), aber da muss ich mich wohl noch ein wenig gedulden (Geduld sei ja sowieso das Zauberwort).

Hat jemand von euch ähnliche Symptome? Oder hat jemand vielleicht andere körperliche Symptome und mit Citalopram behandelt? Sonstige Erfahrungen?

Würde mich über einen Austausch freuen. Mir persönlich tut es gut, mit anderen darüber zu reden, sich gegenseitig Tipps zu geben...

Der benommene Lukas

Antworten
nNiclnixc88


Diese Symptome nach dem Aufstehen hört sich für mich ein wenig nach Schlafapnoe oder ähnliches an. Wurde das ausgeschlossen?

hqeaven7hasbdiexd


Danke für deine Antwort! :-)

Es wurden sehr viele Dinge ausgeschlossen. Ich war bei wirklich vielen verschiedenen Ärzten. Keiner davon kam aber auf deine Idee. Vielleicht sind meine Symptome nicht so typisch dafür. Die Benommenheit ist ja auch den ganzen Tag da, nicht nur morgens. Hast du Erfahrung mit dieser Krankheit oder wie kommst du darauf?

n:icznicx88


Ich hatte mal darüber gelesen und als du gesagt hast, dass das an einem morgen nach dem Aufwachen aufgetreten ist bin ich halt auf die Idee gekommen. Also Benommenheit/Tagesmüdigkeit ist sehr typisch dafür und auch Depressionen können die Folge sein. Und aus der Depression können wieder eine Menge andere Symptome folgen. Also ich finde es lohnt sich das abzuklären...

hOeav;eKnhas/died


Vielen Dank für diesen Input :)^ Werde mal meinen Hausarzt darauf ansprechen.

Es gibt natürlich dutzende möglicher organischer Ursachen. Sobald eine davon bei mir ausgeschlossen wurde, habe ich schon nach der nächsten gesucht. Und je mehr "erfolglos" abgeklärt wird, desto eher geht man von einer psychischen Ursache aus. Und wenns dann auch die Psyche ist, ist es sicherlich ein guter erster Schritt, wenn man das mal einsieht.

Ich kann nur sagen, dass mir die Therapie und die Medis bis jetzt doch sehr geholfen haben. Kann aber natürlich sein, dass die Ursache für alles ganz anders ist.

niicnixc88


Was mich ein wenig an der Erklärung "psychische Probleme" in diesen Fall stört ist, dass die Probleme so plötzlich aufgetreten sind. Wenn es keinen direkten Auslöser gegeben hat ist das eigentlich ungewöhnlich.

JLiFmf.Broo@kexr


Ich nehme auch Citalopram. Es dauert mehrere Wochen bis es erst langsam besser wird. Ich war während der Einschleichphase vorrübergehend auch nicht arbeitsfähig.

Deine Symptome kenne ich auch. Es könnte tatsächlich eine Depression sein. Sowas kann von heute auf morgen kommen und ist sehr belastend. Aber es wird wieder besser. Du darfst auf alle Fälle nicht verzweifeln !!!

h{eavenhlasdied


Danke für deine Antwort Jim.Brooker!

Ich denke ich merke auch, wie es langsam besser wird. Auch mein Psychiater meinte, dass sich die volle Wirkung erst nach einiger Zeit einstellen wird.

Es war wirklich sehr belastend und ich war auch manchmal kurz vorm Verzweifeln. Mittlerweile kann ich besser damit umgehen...Kommt Zeit, kommt Rat oder so ;-)

Darf ich noch ein wenig nachhaken? Wenn du sagst, dass du meine Symptome kennst.. heisst das, du hattest auch viele körperliche Symptome? Hast du das Citalopram aufgrund von Depressionen erhalten?

Nochmals Danke!

A>mbiva"le[nt7x0


Wurden Vitamin D und Vitamin B12 Status mal gemacht? Beides kann bei Mangelzuständen auch durchaus Benommenheit, etc hervorrufen.

Gmuckpy068


Mir geht es sehr ähnlich, nehme seit 2 Wochen 15mg Mirtazapin, weiß nicht ob man das mit Citalopram vergleichen kann.

jedenfalls die Symptome (Schwindel, Tinitus, Sehstörungen, Herzstolpern) sind unverändern, nur die Müdigkeit ist größer, das kommt sicherlich vom Mirtazapin.

Gruß

Jcim.Brhookexr


Ja...ich habe Citalopram auch aufgrund von Depressionen erhalten. Ich hatte furchtbare Symptome. Herzrasen, Herzrythmusstörungen bis zeitweise zum Vorhofflimmern, extreme Schwindelanfälle, Panikattacken, Angst zu sterben etc. Ich weiß was du durchgemacht hast. ich wollte es nie glauben, dachte immer es wäre eine organische Krankheit. Die ärztlichen Befunde waren immer negativ.

hPeavenhacsdixed


Hallo ambivalent70

Danke für deine Antwort. Ja, das war das Erste, was gemacht wurde. Sowohl Vit. B12 als auch Vit. D waren ein wenig zu niedrig. Beides wurde durch Spritzen substituiert. Bei einer Kontrolle waren die Werte dann optimal. Eine Besserung setzte aber nicht ein.

Hallo Gucky068

Danke für deine Antwort. Es sind jedenfalls beides Antidepressiva. Mirtazapin gehört zu den älteren, trizyklischen ADs, Citalopram zu den SSRIs. Soviel ich weiss, ist Müdigkeit eine der Hauptnebenwirkungen von Mirtazapin, da es sowohl stimmungsaufhellend, als auch dämpfend wirkt. Ich glaube man muss sich auch länger als 2 Wochen gedulden bis die Wirkung allmählich einsetzt.

Wie siehts bei dir aus bezügl. Ursachen"forschung"? Wenn du Mirtazapin einnimmst, wurde bei dir wohl eine psych. Ursache vermutet?!

@ Jim.Brooker

Wie bei mir – alle Befunde negativ. Ist es bei dir denn jetzt besser geworden durch das Citalopram? Wie lange nimmst du es schon? Und wie geht es dir jetzt?

Bin froh um eure Antworten – Danke! @:)

GCuckdy06x8


@ heavenhasdied

Ja, wird vermutet.

Angst-Patient bin ich auch mit Sicherheit, nur bei den Symptomen bi´n ich mir nicht sicher, ob das wirklich zum roßteil die Angst ist.

Beim Kardi. wurde BHD und verlangsamter Herzschlag festgestellt, ansonsten i.O..

Neurologe, alles Bestens.

Halswirbel, alles Bestens.

Augenarzt und HNO kommen noch.

Ich bin auch in Verhaltenstherapie, wegen Herzneurose.

Gruß

pXampel0musex1


Hallo!

Vor wenigen Monaten war ich über lange Zeit in derselben Situation wie du, die körperlichen Symptome – v.a. Kraftlosigkeit/Schwäche, Schwindel, ständige Benommenheit und daraus folgend auch immer wieder Angstzustände – haben mir beinahe jede Lebensqualität geraubt. Ich bin auch von Arzt zu Arzt gerannt und es wurde nichts gefunden. Irgendwann ging es bei mir so weit, dass ich mich vor Kraftlosigkeit kaum noch auf den Beinen halten und einfach gar nichts mehr machen konnte außer im Bett zu liegen. Ich dachte, dass dieser Zustand unmöglich allein auf psychische Ursachen zurückzuführen sein kann...aber es war letztlich so. Da nichts mehr ging, entschied ich mich schließlich ohne noch lange zu überlegen zu einem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik und wurde dort mit Cipralex und Opipramol behandelt, bei Daignose mittelgradige depressive Episode. Seit Beginn der Behandlung sind inzwischen gut 7 Monate vergangen und mir geht es um Welten (!!!) besser. Ich habe unglaublich viel über mich gelernt, auch durch die vielen parallel laufenden Therapien, doch auch die Medikamentenwirkung hat mir letztendlich gezeigt, dass es tatsächlich auch die verqueren Neurotransmitterverhältnisse in meinem Gehirn waren, die für diesses körperliche Chaos gesorgt haben ;-)

Also kurz und gut: Es ist gut, dass du dich in Behandlung begeben hast, besonders die Kombination aus Psychotherapie und psychiatrischer Behandlung ist im Allgemeinen sehr ratsam und solltest du in jedem Fall auch erstmal so beibehalten. Die Symptome werden mit der Zeit besser werden, das wirst du merken...es dauert nur eben so seine Zeit, bis die Medikamente richtig anschlagen und ihre Wirkung tun. Ich wünsche dir in jedem Fall viel Kraft und alles Gute! :)*

Falls du sonst noch Fragen zum Thema hast, nur zu :)

JLim.Brfoo]ker


@ heavenhasdied

Ich nehme die Citalopram schon zum zweiten Male. Beim ersten Male war die Einschleichphase sehr extrem. Die Symptome wurden noch schlimmer und die Ängste damit noch größer. Der Arzt riet mir durchzuhalten. Das habe ich auch gemacht nach 6 Wochen wurde es Schlag auf Schlag besser. Die Symptome verschwanden mit der Zeit völlig und die Freude kam zurück. nach einem jahr habe ich dann ganz langsam ausgeschlichen und es blieb gut. leider starb dann mein Vater und das nahm mich sehr mit, sodass nach einiger Zeit alles wieder schlimmer wurde und von vorne anfing. Seitdem nehme ich wieder Citalopram. Es ist zwar besser geworden, aber nicht ganz so gut wie beim ersten male, Mittlerweile habe ich mich schon daran gewöhnt und zeitweise ist es sogar sehr gut. Du musst Geduld und Vertrauen haben. Schwindelig ist mir auch noch ab und zu, es ist ein komischer Schwindel, schwer zu beschreiben, ein psychogener Schwindel eben. Bei mir haben mit der Zeit auch immer wieder die Symptomne gewechselt. Zu Anfang hatte ich ständig Herzprobleme, dann ewig Probleme mit Sodbrennen, dann Schwindel....als wenn die Symptome immer wandern und so lange bleiben bis ich sie akzeptiert habe. Dann sucht sich meine Psyche wohl neue Schwachstellen.

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