» »

Es ist Schwer...

PDrincecz`zIT hat die Diskussion gestartet


Endschuldigt bitte das ich mich hier aus heule aber ich weiß sonst nicht an wen ich mich wenden soll.

Hatte schon ein Thema über meinen Partner eröffnet " [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/614003/]] " .

Am Donnerstag konnten wir nach einem halben Jahr warten, endlich zu dem Termin bei einem Psychiater.

Mein Freund hat über sich und seine Situation erzählt und der Arzt verschrieb meinem Partner " Venlafaxin 75mg ". Erst sollte er seinen Alten Antidepressiva langsam absetzen und seit Samstag. Immer eine am Morgen. und ab dem 21.06 soll er auf eine morgens und eine mittags, d.h. 150 mg täglich und wenn das immer noch nicht genug ist soll er ab dem 6.7 zwei morgens und eine mittags nehmen. Also schonmal vollgepumpt mit Tabletten {:(

Und es macht mich alles fertig!

Er ist so super lieb und im nächsten Moment ist er aggro und genervt für nichts. Klar kann das von der ersten Tabletten zeit kommen, muss sich ja noch dran gewöhnen.

Aber es ist ja nicht nur das, er hat mich jetzt schon 3 Nächte aus dem Schlaf gerissen, weil er tierisch gejammert hat und am Sonntag sogar dabei gezittert. Er weiß nicht warum und wieso er das macht! :°(

Aber ich leide quasi für Ihn! Ich liebe Ihn so sehr und will das es ihm gut geht aber ich verzweifle immer.. heule mir die Seele aus dem Leib!! ich rede jeden Tag mit Ihm, sag ihm das ich für ihn da bin und er mit mir reden kann wenn es ihm schlecht geht.Mache ihm sogar kleine Geschenke/Überraschungen Hauptsache es geht ihm gut! Doch was ich immer zu hören bekomme ist er wüsste nicht wirklich was er hat bzw warum er so depressiv ist :-(

Nochmal Sorry, das ich so einen langen Text geschrieben habe, der Warscheinlich nicht so ganz versteh bar ist aber ich dreh durch...ich weiß das es nicht einfach ist mit jemanden der an Major Depression bzw allgemein Depressionen erkrankt ist, aber ich will mit Ihm kämpfen das er wieder mit den Füßen im Leben steht. Es ist Schwer... Doch das ist Er mir wert! x:)

Wer das liest dem Danke ich @:)

Antworten
f:reu/dentränxe


Hey :)

Ich kenne die Situation so ähnlich. Ich hatte eine Psychose vom Kiffen und zum zweiten Mal Depressionen. Mein Freund hat sehr mit mir mitgelitten... Ich hab ihn ständig zugejammert, dass alles scheisse wär und ich nicht weiss was ich tun soll etc. Hinzukam, dass ich ein paar Monate später noch Lehrabschlussprüfungen hatte, ich war also ziemlich gestresst. Auch die plötzlichen Gefühlsumschwünge. Mal gut drauf, dann aggro wegen Kleinigkeiten. Es war eine sehr stürmische Zeit. Wichtig ist, dass du dir klar machst: du bist nicht verantwortlich!! Du kannst ihn unterstützen, aber seine Probleme lösen das kannst du leider nicht. Nimm seine Gefühlsausbrüche nicht "zu ernst", ich meine damit nicht, dass du denkst "ach scheiss drauf", sondern dass du es nicht persönlich nimmst, die Schuld bei dir suchst oder dich mit runter ziehen lässt.

Mein Freund ist ein riesen Sonnenschein, er hatte sehr Mühe mit meinen Emotionen und meinem seltsamen Verhalten, aber er lernte damit umzugehen. Auch weil er mich mal darauf angesprochen hat, mir geschildert hat wie er sich fühlt. Da hab ich erkannt, dass ich nicht alles an ihm auslassen kann. Das heisst also, dass auch dein Freund seinen Teil dazu beitragen kann. Am besten du redest mit ihm!

Ich wünsche dir alles gute, Kleines! @:)

Zkwackx44


Dass ein Mensch nicht weiß, wie er zu seiner Depression gekommen ist, obwohl er sich an kein traumatisches Erlebnis erinnern kann, ist normal (ging mir genauso). Der Hauptgrund liegt darin, dass das Wissen über Depressionen nicht weit verbreitet ist; Depressivkranke ziehen sich eher zurück und scheuen Diskussionen über ihre Krankheit, weil sie sowieso niemand versteht, der nicht schon selbst depressiv gewesen ist. Dazu kommt die fehlende Zukunftsperspektive: Weil man nicht weiß, wie man an die Depression gekommen ist, hat man auch keine Ahnung, wie man sie loswerden kann und ob man nicht hinterher geschädigt ist. Die Ärzte geben grundsätzlich keine Prognose über die Krankheitsdauer ab, weil die von Patient zu Patient stark differiert. Es ist ein schreckliches Gefühl, aller Fähigkeiten beraubt zu sein, die man früher für selbstverständlich gehalten und über die man sich definiert hat. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass man nie mehr arbeitsfähig sein wird, dass man durch das soziale Netz fällt, dass die Beziehung oder Ehe auseinanderfliegt, und das macht natürlich nicht gerade glücklich. Man ist schlicht hilflos und stellt sich immer wieder die gleichen Fragen. Positiv kannst Du wenig für Deinen Freund tun, aber wenn Du Dich mit den Symptomen von Depressionen beschäftigst, wirst Du verstehen, dass verminderte Belastbarkeit, Entscheidungsschwäche, abrupte Stimmungswechsel und vieles andere nichts mit Dir zu tun haben, sondern Folgen der Krankheit sind. Du kannst Deinem Freund helfen bei Sachen, die ihm schwerfallen. Es kann sein, dass es für ihn unvorstellbar ist, selbst einen Arzttermin zu machen, einen Anruf zu tätigen oder mit dem Bus in die Stadt zu fahren. Du kannst ihm als "Sachverständige" berichten, wie seine Medikamente aus Deiner Sicht auf ihn wirken. Du kannst ihn ermuntern, engen Kontakt zu seinem Psychiater zu halten, damit dieser immer weiß, wie es ihm geht. Es kann auch passieren, dass Venlafaxin nicht die erhoffte Wirkung bringt. Psychopharmaka wirken auf jeden Patienten anders, und deshalb ist die 1:1-Übertragung persönlicher Erfahrungen auf Dritte nicht möglich. Ich habe beispielsweise meine Depressionen mit Venlafaxin nicht sicher in den Griff bekommen, aber das kann bei Deinem Freund ganz anders sein. Wichtig ist zu wissen, dass es eine große Bandbreite von Alternativen gibt, und durch Kombinationen verschiedener Antidepressiva kann man beinahe maßgeschneiderte Medikationen "bauen". Manche Patienten haben auf Anhieb mit Ihrer Medikation Glück, andere brauchen sehr viel Geduld, um mit einem jeweils anderen AD immer wieder von vorn anzufangen. Ich habe 20-30 ADs ausprobiert und weiß, worüber ich rede. Wenn Du Deinen Freund wirklich liebst, wirst Du das alles ertragen können, aber mit "Ich will, dass es ihm gut geht" ist kein Pfifferling zu gewinnen. Du mußt nicht in Tagen oder Wochen, sondern in Monaten denken. Ich weiß nicht, ob es Dich tröstet: Ich war nach 3 Monaten stationärer Psychiatrie mit rein medikamentöser Behandlung wieder arbeitsfähig. Deinem Freund und Dir wünsche ich alles Gute.

pXhoNebe


Ich verstehe nicht wieso er erst sein altes ausschleichen sollte um dann das andere anzufangen?! Normalerweise hört man mit dem alten auf und kann am gleichen Tag mit dem neuen anfangen.

Das venlafaxin ist sehr gut...mir ging es viel besser nach den Anfangschschwierigkeiten. Dazu gehört unter anderem auch, dass erst mal die Depressionen schlimmer werden. Ein gutes Zeichen eigentlich. Ich drücke euch die Daumen, das alles klappt. :)*

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH