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Ich habe meine Chefin zum Weinen gebracht, was tun?

Mwol9liLencxhen


Wenn sie die Sachen vom Kollegen sofort abarbeitet, Deine aber nicht, würde ich sie, glaube ich, mal direkt fragen: "Warum arbeiten Sie eigentlich die Sachen von Kollege X sofort ab und meine nicht?" Ist nur eine Frage. Kein Vorwurf, kein gar nix – nur eine Interessefrage.

S-and4korn6x5


@ fantasma02

Das war ironisch gemeint. Für mich ist die Frau auf dem Kriegspfad. Das Behindern des Arbeitsablaufs muss doch irgendeine Auswirkung haben. Und begonnen hat das ganze wahrscheinlich, als die Chefin nach 4 Monaten Abwesenheit vom Chef begrüßt wurde und der erst einmal die hervorragende Leistung von Penelope gelobt hat.

SAandZkorxn65


Ich würde nichts mehr unter vier Augen besprechen. Ersten kann Penelope unter diesen Bedingungen keine ehrliche Antwort erwarten und keiner weiß, wann es die Chefin für nötig erachtet, die "Arbeitsweise" von Penelope zur Chefsache zu erklären (oder schon hat?). Wenn Penelope erst einmal zum Gespräch gebeten wird, dann wird ihr Kritik an ihrer Chefin angekreidet.

PwrivnzessiVn_Pehneloxpe


Ich halte es für ausgeschlossen, dass ich demnächst gefeuert werde. So krass und hinterhältig schätze ich meine Chefin nicht ein - außerdem würde es meinen Firmenchef sicherlich sehr wundern warum ich, die doch sonst immer gut ihre Arbeit gemacht hat, plötzlich nichts bzw. weniger leistet. Klingt jetzt etwas sehr "kitschig", aber ich denke er würde mich nicht einfach so feuern, sondern erst einmal fragen ob ich irgendwelche Probleme oder so habe und deshalb nicht mehr so viel Leistung bringe wie vorher.

Aber welcher Gedanke mit gerade gekommen ist: vielleicht fühlt meine Chefin sich wie auf der Abschussliste! Vielleicht hat sie Angst dass der Firmenchef sie loswerden will weil er meint, dass sie als Chefin zu wenig leistet wenn sogar "ich" das genauso kann. Meint ihr, das wäre vielleicht möglich? Vielleicht setzt sie sich selber unter Druck und denkt sie müsste als Chefin kompetenter und besser um jeden Preis und immer sein als mein Kollege und ich. Und da der Firmenchef in ihrer Abwesenheit am meisten von mir mitgekriegt hat (ich war ja auch die Vertretung) will sie mich mit so Aktionen wie "verbessern", unterbrechen und Arbeit blockieren klein halten. Vielleicht hat sie Angst dass ich für "besser" und "fleißiger" gehalten werde oder sowas? Irgendwie ist es ja totaler Schwachsinn, aber wenn ich es mir so recht überlege könnte sie doch wirklich so denken oder? Wenn sie es schon persönlich nimmt wenn ihr Mann mal den Raum verlässt, dann wäre das ja auch möglich oder?

SZaldxo


Vielleicht hat sie Angst dass der Firmenchef sie loswerden will weil er meint, dass sie als Chefin zu wenig leistet wenn sogar "ich" das genauso kann. Meint ihr, das wäre vielleicht möglich?

Bingo, das wäre nicht nur vielleicht möglich, das ist so.

Du hast ihrem Chef doch gezeigt, wie gut Du 2 Jobs gleichzeitig machen kannst. Da denkt der sich seinen Teil (wäre mal interessant, was er darüber denkt!) und sie merkt das auch.

Und das ist kein Schwachsinn, sondern die ganz normale Reaktion eines Menschen. Zwar eines sehr empfindlichen Menschen mit wenig Selbstbewusstsein, aber ich finde das nachvollziehbar.

P7rinzeJssin_Pen[elhopxe


Naja, was hätte ich denn auch machen sollen als die Chefin mir mehrere Monate die Verantwortung übertragen hat? Hätte ich absichtlich versagen sollen damit sie sich besser vorkommt? Ist doch klar, dass ich mir in so einer Situation vielleicht extra Mühe gebe und dass es für mich eine Herausforderung darstellt wo ich mal zeigen kann was in mir steckt. Ich bin ja kein klassischer Karrieretyp, aber ich stehe ja noch am Anfang meines berufl. Werdegangs und möchte in meinem Job auch ein bisschen was erreichen.

Vielleicht hat sie nicht damit gerechnet, dass ich ausgerechnet in der Zeit wo sie nicht da ist 2x beim Firmenchef positiv auffalle (inkl. Lob was in unserer Firma doch recht selten ist :-) ). Aber ist das ein Grund mich und meine Arbeit dann so zu blockieren? Vorallem weil ich ihr doch gar nichts getan habe und sie ja als meine Vorgesetzte sehe und als solche akzeptiere! Und schlecht darstehen tut ja dann meine Chefin, wenn der Firmenleiter mitkriegt dass meine Arbeit so lange bei ihr liegt bzw. dort dann sogar im Sande verläuft (wenn ich nicht nachfrage). Ich habe ihr ja auch per Mail ein paar Sachen zur Zustimmung geschickt auf die sie trotz Nachfrage bis heute nicht reagiert hat - ich habe also für manche Dinge den Beweis dass ich es ihr geschickt habe.

Ich finde das ganze einfach nur noch seltsam. Vielleicht sollte ich sie morgen einfach mal fragen wann wir das Mitarbeitergespräch denn fortführen wollen (es ist ja wegen dem Weinkrampf abgebrochen wurden) - ich denke dann weiß sie schon dass das Thema noch nicht ganz für mich erledigt ist und ich es bei dem Gespräch dann wieder ansprechen werde, oder? Dann trifft es sie jedenfalls nicht unvorbereitet.

KqlAeixo


Prinzessin_Penelope

Das habe ich ja bei dem Mitarbeitergespräch probiert.

Ich hatte Dich so verstanden, dass Du an einer professionellen Zusammenarbeit interessiert bist und Dich die emotionale Reaktion Deiner Vorgesetzten unangenehm berührt hat. Das hört sich für mich nicht so an, als wäre es eine Sachebene, auf der Du ihr begegnen willst oder es auch getan hast. Professionell heißt für mich Sachebene und Respekt. Insofern sehe ich eine emotionale Reaktion ihrerseits wieder nicht überraschend. Auch klingt mir das Vorgehen, wie hier, über Vermutungen und Unterstellungen und nicht auf der Ebene von Ich-Sätzen, wie es Dir geht und was Du konstruktiv als Lösung vorschlägst. Darum auch meine Frage, worum es Dir geht. Du kannst nur entscheiden, was Du tun kannst und unter anderem geht es dann darum, ob Du ihr Verhalten beurteilst und bewertest oder nach Lösungsansätzen suchst, was Du tun könntest. Diese Differenzierung kann ich in Deinen Beiträgen nicht wirklich erkennen. Was spielt es denn für eine Rolle, dass Du irgendwelche psychischen Belastungen hinter ihrem Verhalten vermutestl, mal abgesehen davon, dass jeder seinen Tick hat. Hat das irgendeine Auswirkung darauf, wie Du Dich verhälst? Bist Du nicht in jeder Situation der Mensch, der Du bist? Entweder professionell oder eben nicht?

Ich habe ihr ja bewusst keine Vorwürfe gemacht, aber ich kann mir vorstellen, dass sie es trotzdem sofort als direkte, persönliche Kritik aufgenommen hat.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du nicht ganz genau weißt, was Du gesagt hast, als sie angefangen hat zu weinen. Es sei denn, es fehlt Dir jegliche Menschenkenntnis. Ansonsten wirst Du es sehr gut wissen, was der Grund war. Wenn Du Dir selbst nichts vorzuwerfen hast, dann liegt es ja nicht an Dir, dass sie in Tränen ausgebrochen ist. Davon aber gehst Du hier auch nicht aus. Wenn Du es hingegen weißt, dann ist es Deine Entscheidung, ob Du etwas an Deiner Kommunikation mit ihr änderst oder nicht.

Warum ich das glaube? Sie hat z.B. mal erzählt, dass sie denkt dass es automatisch an ihr liegt wenn ihr Ehemann nachts aufsteht und im Wohnzimmer etwas fernsieht. Sie meinte sie hätte dann das Gefühl dass SIE der Grund ist weshalb er nicht mehr im Bett liegen kann - das er nicht mit ihr im gleichen Raum sein möchte.

Das meine ich. Was sollen diese pseudopsychologischen Vermutungen für Dein eigenes Verhalten bringen?

Wenn ich mich an höherer Stelle beschwere, dann mache ich sie fertig.

Nicht unbedingt, allerdings ist das kein professionelles Vorgehen, die Vorgesetze einfach zu übergehen, ohne mit ihr gesprochen zu haben.

Sie würde dann zwangsläufig vom Firmenchef zu einem Gespräch gebeten werden und ich glaube wenn sie hört dass ich mich beschwert habe, würde es ihr den Rest geben... Ich will ihr ja echt nicht schaden. Ich will doch nur, dass ich normal meine Arbeit machen kann, dass ich nicht vor anderen dumm dargestellt werde!

Es gibt einen Unterschied zwischen Beschwerde und Beschwerde. Es gäbe allerdings auch die Möglichkeit einfach am Arbeitsprozess zu arbeiten, anstatt sich mal sofort zu beschweren - das ist doch der letzte Schritt, wenn ich an einer guten Zusammenarbeit interessiert bin. Ich finde es interessant, dass Du automatisch zum Schluss kommst, dass es ihr den Rest geben würde, wenn Du es tust. Das würde doch ein ganz bestimmtes Vorgehen voraussetzen, dass es ihr den Rest gibt und das liegt doch in Deiner Hand, wie Du vorgehst.

Das Merkwürdige ist ja auch, dass sie die Arbeit des Kollegen durchaus normal mitzeichnet und sich kümmert - bei meiner Arbeit lässt sie es endlos lange liegen, reagiert gar nicht oder erst wenn ich zigmal nachgefragt habe usw. Ich verstehe das einfach nicht!

Wieso vergleichst Du ihr Vorgehen zu Deinem Kollegen? Du bist doch nicht Dein Kollege. Er geht sicher anders vor als Du, verhält sich anders und somit ist es doch logisch, dass sie darauf anders reagiert.

Aber welcher Gedanke mit gerade gekommen ist: vielleicht fühlt meine Chefin sich wie auf der Abschussliste! Vielleicht hat sie Angst dass der Firmenchef sie loswerden will weil er meint, dass sie als Chefin zu wenig leistet wenn sogar "ich" das genauso kann. Meint ihr, das wäre vielleicht möglich?

Mag sein, dass er so denkt. Aus meiner Erfahrung ändert sich die Meinung über eine Vorgesetzte nicht einfach nur, weil ihre Leute auch gut oder genauso gut sind wie sie. Es gibt einen Grund, warum sie den Job macht, den sie macht. Nur weil es auch ein anderer machen könnte oder ein paar Wochen machen konnte, heißt es doch nicht, dass sie deswegen in den Augen ihres Vorgesetzen weniger gut ist oder plötzlich ungeeignet für die Stelle.

Vielleicht setzt sie sich selber unter Druck und denkt sie müsste als Chefin kompetenter und besser um jeden Preis und immer sein als mein Kollege und ich.

Klar kann das auch sein, aber daran kannst Du nichts ändern.

Und da der Firmenchef in ihrer Abwesenheit am meisten von mir mitgekriegt hat (ich war ja auch die Vertretung) will sie mich mit so Aktionen wie "verbessern", unterbrechen und Arbeit blockieren klein halten.

Da hast Du kein Beispiel gebracht, aber es gibt immer wieder Situationen, in denen ich meinen Vorgesetzten verbessern muss, damit keine falschen Informationen im Raum stehen bleiben und umgekehrt. Bei uns sieht darin niemand ein Problem. Es geht doch darum, dass die Leistung des Teams passt und das Ziel erreicht wird und nicht wer was weiß. Dass wir alle kompetent sind, wissen wir alle und auch, dass wir nicht alle alles wissen können. Deswegen ist ja ein Team immer stärker als der Einzelne. Hier klingt es, als wäre es ein Wettkampf, wer am meisten Recht hat und auch das würde ich nicht einen professionellen ansehen. Aber vielleicht fängt der Fisch ja auch am Kopf an zu stinken?

Vielleicht hat sie nicht damit gerechnet, dass ich ausgerechnet in der Zeit wo sie nicht da ist 2x beim Firmenchef positiv auffalle (inkl. Lob was in unserer Firma doch recht selten ist ). Aber ist das ein Grund mich und meine Arbeit dann so zu blockieren?

Meinst Du im Ernst, dass sie nicht merkt, wenn Du ihr gegenüber mit dieser Einstellung begegnest?

Vorallem weil ich ihr doch gar nichts getan habe und sie ja als meine Vorgesetzte sehe und als solche akzeptiere!

Ich werde wahrscheinlich auch darauf keine Antwort bekommen, aber wie schaut dieser Umgang mit ihr aus, in der Du ihr Deine Akzeptanz zeigst?

Ich habe ihr ja auch per Mail ein paar Sachen zur Zustimmung geschickt auf die sie trotz Nachfrage bis heute nicht reagiert hat - ich habe also für manche Dinge den Beweis dass ich es ihr geschickt habe.

Was spricht dagegen die Emails zu nehmen und sie bei einem Termin mit ihr durchzugehen?

Ich finde das ganze einfach nur noch seltsam. Vielleicht sollte ich sie morgen einfach mal fragen wann wir das Mitarbeitergespräch denn fortführen wollen (es ist ja wegen dem Weinkrampf abgebrochen wurden) - ich denke dann weiß sie schon dass das Thema noch nicht ganz für mich erledigt ist und ich es bei dem Gespräch dann wieder ansprechen werde, oder? Dann trifft es sie jedenfalls nicht unvorbereitet.

Ich setzte voraus, dass Du ihr vorher Deine Punkte mitgeteilt hast, worum es gehen wird und umgekehrt. Wie sonst sollte ein konstruktives Gespräch stattfinden, wenn der Gesprächspartner sich nicht darauf vorbereiten kann?

Die Frage ist, mit welcher Einstellung Du in das nächste Gespräch gehst. Sie hat das Gespräch unprofessionell beendet. Nach Deinen Zeilen deute ich es so, als wärst Du der Meinung, dass nur sie unprofessionell war und an Deiner Wortwahl nichts zu ändern ist. Das wäre natürlich ganz anders, wenn beide am Boden sind und sagen, okay, was ist schief gelaufen, wie können wir etwas ändern und dann würdest auch Du mit der Einstellung in das Gespräch gehen, dass Du hier und da wohl auch nicht ganz professionell warst und daran interessiert bist dazuzulernen. Wenn Du ihr mit dem unsichtbaren erhobenen Zeigefinger begegnest, ist es sehr wahscheinlich, dass sie sich wiederum in eine Verteidigungs- oder Angriffshaltung begibt. Damit ist keine respektvolle Ebene gegeben - auch keine Ebene der Akzeptanz, in der beide an einer Verbesserung interessiert sind und das ist zumindest bei uns der Grund für die Mitarbeitergespäche und niemand glaubt in unserem Unternehmen, dass er nichts zu lernen hätte, sich nicht irgendwo verbessern könnte.

P$rinzEessi!n_P`eneloHpe


@ Kleio

Interessante Thesen. Ich verhalte mich meiner Chefin gegenüber wie man sich seiner Chefin über eben verhält. Ich bearbeite meine Vorgänge, gebe sie ihr zum mitzeichnen, wenn etwas entschieden werden muss frage ich sie (da sie ja diejenige ist die in solchen Fällen entscheiden muss), usw. Ich verhalte mich so wie vor ihrer Erkrankung auch und da hatten wir ja ein recht gutes Verhältnis! Und natürlich frage ich mich WARUM sie die Arbeit vom Kollegen immer recht zeitnah mitzeichnet und meine nicht - ist doch klar dass ich dann überlege ob ich irgendwas falsch gemacht habe, ihr irgendwas getan habe oder an meiner Arbeitsqualität was nicht stimmt. Aber nachdem sie niemals etwas in der Richtung sagt und ja auf meine Arbeit teilweise gar nicht reagiert, muss wohl ein anderer Grund vorliegen.

Und selbst wenn ich ihr gegenüber ein falsches Verhalten an den Tag legen würde - müsste sie als Chefin mir das dann nicht sagen, mit mir darüber sprechen und mich zurechtweisen? Es kann dann ja wohl nicht die richtige Vorgehensweise sein, meine Arbeit einfach so zurückzuhalten bzw. im Sande verlaufen zu lassen. Das hilft dann doch niemandem.

Ich glaube ich habe einige Beispiele genannt wo sei meine Arbeit blockiert hat: z.B. dass ich ihr etwas zum Mitzeichnen gegeben habe, sie darauf nicht reagiert hat, ich 2 oder sogar mal 4mal nachgefragt habe und sie immer nur sagte dass sie es "erledigt" und "sich anschaut". Nach mehreren Wochen ist dann noch immer nichts passiert und von sich aus fängt sie auch nicht an davon zu sprechen. Sprich: wenn ich nicht mehr nachfrage verläuft es im Sande und ich stehe mit einem offenen Vorgang da, den ich nicht abschließen kann bzw. wo ich umsonst Arbeit reingesteckt habe.

Und was die Besprechungen betrifft: wegen einem meiner Vorgänge musste ich eine Besprechung einberufen um etwas mit den entsprechenden Leuten abzuklären. Da sie meine Chefin ist, war sie natürlich auch dabei. Wenn ich geredet habe und z.B. das Problem erläutert habe kam es mehrmals vor, dass sie mich einfach mitten im Satz unterbrochen hat und irgendwas dahergeredet hat. Ich fühle mich dann ein bisschen wie ein Idiot und die anderen Besprechungsteilnehmer schauten dann auch ganz komisch von meiner Chefin zu mir und zurück - die haben das also auch gemerkt. Oder wenn ich z.B. gesagt habe, dass "die Vertragsunterlagen Ihnen zeitnah zugehen werden", dann kam von meiner Chefin ein "nein, die Vertragsunterlagen werden Ihnen nicht zeitnah sondern bald zugehen". Und mal so zur Ergänzung: Die betreffenden Vertragsunterlagen habe ich zusammengestellt und liegen seit 2,5 Wochen auf dem Schreibtisch der Chefin damit sie sie nochmal durchsieht und ihr okay gibt... Auf meine Nachfrage vor 1 Woche kam ein "ich schaue sie durch und geb sie Ihnen dann damit sie sie den Leuten zuschicken können". Bisher ist nichts passiert...dabei muss sie doch nur mal drübersehen - es ist ja nicht mal was "kompliziertes", sondern ein reiner Standardvorgang.

Wie habe ich sie bei dem Mitarbeitergespräch auf das Problem angesprochen? Den genauen Wortlaut kann ich nun ja nicht mehr widergeben, aber ich saß ihr gegenüber, sie fragte ob alles in Ordnung ist bzw. ich irgendwelche Anregungen oder Wünsche habe (also was die Arbeit betrifft) und da habe ich dann eben gesagt, dass es schon etwas gibt. Ich sagte dann, dass ich in letzter Zeit den Eindruck habe, dass meine Vorgänge oftmals nicht zur Kenntnis genommen werden bzw. nicht raus gehen. Ich fragte sie dann ob an meiner Arbeitsweise etwas nicht stimmt, ob ich bei der Arbeit etwas falsch mache und was ich besser machen kann. Und das war dann der Moment wo ihre Augen feucht geworden sind und sie angefangen hat zu weinen. Ich war mit der Situation irgendwie ein bisschen überfordert und habe sie dann, als die Tränen flossen, nur gefragt ob ich irgendwas für sie tun kann und was denn los ist - darauf kam nur ein "nichts".

I:ndi7viLdjuali7sxt


@ Kleio

Was spielt es denn für eine Rolle, dass Du irgendwelche psychischen Belastungen hinter ihrem Verhalten vermutest

[...]

Was sollen diese pseudopsychologischen Vermutungen für Dein eigenes Verhalten bringen?

[...]

Wieso vergleichst Du ihr Vorgehen zu Deinem Kollegen? Du bist doch nicht Dein Kollege.

Natürlich spielt das eine Rolle! Solche Überlegungen gehören mit dazu, wenn man versucht, eine unerträgliche und potenziell als bedrohlich empfundene Situation zu verstehen und das Verhalten der Chefin besser einordnen zu können. Ich kann daran nichts Unprofessionelles finden – solange es keine unreflektierten Auswirkungen auf das eigene Verhalten hat, versteht sich. Im Gegenteil: es gehört dazu. Als Oper von einem Verhalten, das verdammt nah am Mobbing zu sein scheint, ist man erstmal in der Defensivposition, und da wertet man selbstverständlich alle verfübaren Informationen und Eindrücke aus, um möglichst besonnen handeln zu können. Ich finde das durchaus professionell. Wenn es so ist, wie die TE schildert, dann ist vielmehr die Chefin diejenige, die sich unprofessionell verhalten hat.

Obwohl ich nicht ausschließen kann, dass sich die TE in eine Voreingenommenheit gegenüber der Chefin hineinsteigert, sehe ich keine hinreichenden Anhaltspunkte, um ihr sowas zu unterstellen. Ich sehe eher, dass sie in einem Loyalitätskonflikt gefangen ist: sie möchte sich gegen öffentliche Diffamierung und selektive Ausgrenzung/Nichtbeachtung wehren und wieder eine rein sachbezogene Arbeitsweise einfordern, ohne der Chefin weh zu tun. Vielleicht ein Ding der Unmöglichkeit.

rAa~ts]cxh


Ich könnte mir vorstellen, dass die Chefin geweint hat, gerade weil Prinzessin_Penelope ihre Kritik sachlich und professionell vorgebracht hat. Das macht Penelope nämlich weniger angreifbar und zeigt einmal mehr, dass sie der Rolle der Chefin durchaus gewachsen wäre.

Viel Rat kann ich leider nicht geben. Aber aus eigener Erfahrung kann ich nur dazu raten dafür zu sorgen, dass der Kontakt zur Vorgesetzten der Chefin vorhanden ist und nicht abreißt, so dass diese dort keinen Keil hineintreiben kann.

K:lReio


Prinzessin_Penelope

Und natürlich frage ich mich WARUM sie die Arbeit vom Kollegen immer recht zeitnah mitzeichnet und meine nicht - ist doch klar dass ich dann überlege ob ich irgendwas falsch gemacht habe, ihr irgendwas getan habe oder an meiner Arbeitsqualität was nicht stimmt.

Nachdem Du verunsichert warst, hast Du sicher Deine Arbeitsweise analysiert. Zu welcher Erkenntnis bist Du gelangt?

Aber nachdem sie niemals etwas in der Richtung sagt und ja auf meine Arbeit teilweise gar nicht reagiert, muss wohl ein anderer Grund vorliegen.

Nur weil sie nichts sagt, bedeutet es nicht automatisch, dass es nichts gibt. Hast Du sie direkt in der Situation auch gefragt oder es erst beim Mitarbeitergespräch angesprochen?

Und selbst wenn ich ihr gegenüber ein falsches Verhalten an den Tag legen würde - müsste sie als Chefin mir das dann nicht sagen, mit mir darüber sprechen und mich zurechtweisen?

Durchaus läge es an ihr etwas zu sagen (überhaupt keine Frage, nur hat ja nicht sie den Faden eröffnet und daher sehe ich keinen großen Sinn dahinter sich mit ihr zu befassen), wenn sie etwas am Herzen hat. Daran kannst Du ja nun nichts ändern, wie sie sich verhält. Hast Du darüber nachgedacht, was Du tun könntest?

Ich glaube ich habe einige Beispiele genannt wo sei meine Arbeit blockiert hat: z.B. dass ich ihr etwas zum Mitzeichnen gegeben habe, sie darauf nicht reagiert hat, ich 2 oder sogar mal 4mal nachgefragt habe und sie immer nur sagte dass sie es "erledigt" und "sich anschaut". Nach mehreren Wochen ist dann noch immer nichts passiert und von sich aus fängt sie auch nicht an davon zu sprechen. Sprich: wenn ich nicht mehr nachfrage verläuft es im Sande und ich stehe mit einem offenen Vorgang da, den ich nicht abschließen kann bzw. wo ich umsonst Arbeit reingesteckt habe.

Hast Du darüber nachgedacht, was Du hier tun könntest?

Und was die Besprechungen betrifft: wegen einem meiner Vorgänge musste ich eine Besprechung einberufen um etwas mit den entsprechenden Leuten abzuklären. Da sie meine Chefin ist, war sie natürlich auch dabei. Wenn ich geredet habe und z.B. das Problem erläutert habe kam es mehrmals vor, dass sie mich einfach mitten im Satz unterbrochen hat und irgendwas dahergeredet hat. Ich fühle mich dann ein bisschen wie ein Idiot und die anderen Besprechungsteilnehmer schauten dann auch ganz komisch von meiner Chefin zu mir und zurück - die haben das also auch gemerkt. Oder wenn ich z.B. gesagt habe, dass "die Vertragsunterlagen Ihnen zeitnah zugehen werden", dann kam von meiner Chefin ein "nein, die Vertragsunterlagen werden Ihnen nicht zeitnah sondern bald zugehen".

Was könntest Du da tun? Könntest Du da nicht schon längst andere Verträge abschlißen, anstatt einigen hinterher zu rennen?

Ich fragte sie dann ob an meiner Arbeitsweise etwas nicht stimmt, ob ich bei der Arbeit etwas falsch mache und was ich besser machen kann. Und das war dann der Moment wo ihre Augen feucht geworden sind und sie angefangen hat zu weinen. Ich war mit der Situation irgendwie ein bisschen überfordert und habe sie dann, als die Tränen flossen, nur gefragt ob ich irgendwas für sie tun kann und was denn los ist - darauf kam nur ein "nichts".

Meinst Du, es hatte etwas mit dem zu tun, was Du gesagt hast, dass sie geweint hat? Ich denke das übrigens nicht. :-) Wie hat sich diese Überforderung bei Dir geäußert? Wie ging es Dir?

Sqol>amxie


Ich denke, es wäre sehr wichtig, bei einer Fortsetzung des Mitarbeitergesprächs deutlich zu machen, dass es Dir um eine gute Zusammenarbeit geht und Du sie als Chefin respektierst und schätzt. So direkt wird sich das vermutlich nicht sagen lassen, es sei denn, es kommt zu einem wirklich offenen Gespräch, aber vielleicht ist es dennoch möglich, Deinen guten Willen zur Zusammenarbeit und Deine Bereitschaft auf sie zuzugehen und Dich auch unterzuordnen zu zeigen.

f;ilo.seofia


Ich denke, es wäre sehr wichtig, bei einer Fortsetzung des Mitarbeitergesprächs deutlich zu machen, dass es Dir um eine gute Zusammenarbeit geht und Du sie als Chefin respektierst und schätzt. So direkt wird sich das vermutlich nicht sagen lassen, es sei denn, es kommt zu einem wirklich offenen Gespräch, aber vielleicht ist es dennoch möglich, Deinen guten Willen zur Zusammenarbeit und Deine Bereitschaft auf sie zuzugehen und Dich auch unterzuordnen zu zeigen.

@ Solamie

ähm, ich fände das seehr anmaßend. die TE hat überhaupt nichts deutlich zu machen und auch nicht auf die Chefin zuzugehen! das ist bereits die nächste Ohrfeige. wenn, dann muss die Chefin sie erneut zu einem Klärungsgespräch bitten.

@ TE

bei aller Liebe, ich glaube, du fühlst Du Dich ganz wohl in dieser "Gutmenschrolle". Ganz offiziell hast Du ja auch nichts falsch gemacht. Du konntest stattdessen eine Chance nutzen, dich beruflich darzustellen (das ist okay und menschlich, hätte jeder so gemacht).

Problem ist nur: Respekt für die Chefin merke ich keinen, auch nicht, dass Du wirklich etwas lösen willst. Vielmehr lese ich den Versuch auch hier noch Lob für Dein vorbildliches Verhalten zu bekommen. Und da beginnt die GutmenschROLLE! Eigentlich glaubst Du doch selbst schon längst, ihren Job erfüllen zu können. Über ihre Motive und ihre psychische Verfassung zu urteilen und zu spekulieren ist anmaßend. Da kannst Du auch gleich an ihrem Stuhl sägen. Das war auch keine Sachebene, die Du betreten hattest. Du hast ihr Verhalten kritisiert und das ist nie Sachebene! All in sum: Nimm Dich nicht so wichtig! Wenn Du wirklich auf der Sachebene bleiben willst, dann bleibe wirklich bei den Dingen, nicht bei den Menschen! sorry, aber musste raus.

S~olamixe


@ filo.sofia

deshalb schrieb ich ja, dass dies nur bei einem sehr offenen Gespräch in der Weise möglich wäre. Ich denke aber, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, in der man auf indirekte Art und Weise zeigt, dass man zusammen- oder eben gegeneinander arbeitet und wieviel Respekt man der anderen Person entgegen bringt. Ich würde eben sehr genau darauf achten, welche Signale ich da aussende, so war das eher gemeint.

Eine Grenze der Professionalität wurde ja scheinbar schon überschritten, da die Chefin in Tränen ausgebrochen ist. Auf welcher Ebene die beiden in Zukunft am besten weiter miteinander kommunizieren ":/ ? Ich weiß es nicht... – das muss ja letztlich durch die Chefin festgelegt werden und vielleicht will die auch anders als sie derzeit kann.

Sbolaxmie


@ filo.sophia

Nochmal. Ich habe jetzt erst den zweiten Teil an die TE gelesen und mein Gefühl ging eben etwas in eine ähnliche Richtung, ich hab es nur nicht so deutlich ausgedrückt bzw. bin auch nicht ganz so sicher... jedenfalls wollte ich gerade deshalb betonen, wie wichtig der Respekt gegenüber der Chefin ist und der zeigt sich ja im täglichen Umgang ständig, sie wird das spüren. Genau darum ging es mir.

Ob die TE sich da an der Nase packen muss, kann ich nicht beurteilen, aber darüber nachdenken, wäre sicher kein Fehler.

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