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Ich habe meine Chefin zum Weinen gebracht, was tun?

k@ein\steixn


Ich denke, das Verhalten der Chefin kann hier niemand entziffern. Sie kann dünnhäutig sein aufgrund von vorausgehenden Problemen oder aber du kamst bei ihr anders an mit deiner Sachlichkeit, als du es du denkst.

Ich finde es nicht zielführend, über die Ursachen zu spekulieren – ehrlich gesagt finde ich auch, dass bei dieser Im-Trüben-Fischerei auch viel der Wunsch der Vater des Gedanken ist ;-) .

Du bist deine Kritik losgeworden, jetzt wird man sehen, wie sie ankommt. Alles andere ist ehrlich gesagt Wurscht.

S0olamxie


Haste eigentlich recht, Keinstein :)z

S.aGldo


Aber ist das ein Grund mich und meine Arbeit dann so zu blockieren?

Ja, sicher.

POrinzesJsin_P7enelopxe


Okay, aber was soll ich denn nun tun? Sie hat von sich auch das Thema ja nicht mehr angesprochen.

Pdrin7zesQs~in_PeneBloxpe


@ Solamie:

Natürlich respektiere ich meine Chefin! Warum denn auch nicht? Ich will doch gar nicht mehr als dass ich vor anderen Leuten nicht mehr bloßgestellt werde und ich ganz normal meine Arbeit machen kann!

Sbolasmxie


Ich meinte nicht, dass Du das sicher nicht tust. Es ist nur wichtig, dass sie das auch spürt, insbesondere, wenn irgendetwas jetzt zwischen Euch nicht stimmt. Wie das zu bewerkstelligen ist ":/ In vielen kleinen Dingen und Worten.

LvadyRo:beerta


Liebe TE,

manchmal sind Menschen schwierig und Führungskräfte im Besonderen.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich ein klärendes Gespräch immer als sehr hilfreich empfunden habe.

Ich würde die Chefin nochmal um ein Gespräch bitten und wenn sie vorab fragt warum, dann sage ihr, dass es nochmal um die bereits angesprochene Problematik im Mitarbeitergespräch geht, wo ihr bisher noch keine Lösung gefunden habt und DU es aber sehr wichtig findest, dass ihr nochmal darüber sprecht.

Das Gespräch:

Du hast um das Gespräch gebeten, also legst Du auch die Spielregeln fest, holst Dir aber die Zustimmung von ihr. Verständlich?

Ich meine: Ich freue mich, dass es heute mit dem Gespräch klappt und Sie sich die Zeit nehmen. Im Mitarbeitergespräch habe ich bereits mein Problem angesprochen, wofür ich gerne mit Ihnen gemeinsam eine Lösung finden würde. Ich würde vorschlagen, dass ich erstmal sage, was mir aufgefallen ist und wenn ich fertig bin, dann würde ich gerne gemeinsam mit Ihnen nach einer Lösung suchen, damit wir wieder zu einer so guten Zusammenarbeit finden, wie wir sie lange Zeit genossen haben. Ist das in Ordnung für Sie?

Dann fängst Du an: Mein Eindruck ist ..., Mein Gefühl ist .... Es macht mich traurig, weil ich das Gefühl habe, dass meine Arbeit nicht geschätzt wird, beachtet wird. Wichtig: Bleibe in der Erzählung absolut bei Dir. Ich-Sätze. Wenn es darum geht, dass sie es nicht macht bitte darauf achten: Es bleibt liegen, ich bekomme keine Antwort. (NICHT: Sie lassen es liegen, sie beachten es nicht, sie bearbeiten es nicht) Noch wichtig, lass die Arbeit Deiner Kollegen aus dem Spiel! Es geht um Dich!

Du bist damit fertig und als Schluss, würde ich ihr sagen. Wir haben früher so gut zusammen gearbeitet und ich würde mir wünschen, dass es wieder so wird. Haben Sie eine Idee, was es von mir braucht, damit wir wieder dahin kommen?

(Du holtst sie ins Boot und jetzt muss sie etwas sagen.)

Wenn dann kommt, sie machen schon alles. Bleibe hartnäckig und antworte: leider funktioniert es in den letzten Wochen nicht so gut, wäre es in Ordnung, wenn .... oder haben sie einen anderen Vorschlag? Nachfragen und versucht wirklich eine Lösung zu finden. Etwas was auch kontrollierbar ist ala "Wenn ich innerhalb von 3 Tagen keine Antwort bekommen habe, soll ich Sie persönlich fragen oder eine E-Mail schicken? Soll ich einen Termin mit Ihnen vereinbaren, wo wir es durchgehen. Ist ein wöchentliches Jourfix besser, wo ich alles mitbringe, was zu bearbeiten ist ....

Wenn Ihr eine Lösung gefunden habt, dann bedanke Dich für das konstruktive Gespräch und freue Dich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihr.

Ich finde, es ist ein Weg den du versuchen solltest. Denn dann kannst Du immer sagen, dass Du es versucht hast. Fruchtet es dauerhaft nichts, dann bleibt Dir irgendwann nur der Weg zum höheren Chef, aber das glaube ich nicht.

Trau Dich, Du hast nichts zu verlieren und kannst bei so einem Gespräch eigentlich nur gewinnen!

frilo.shofixa


Du hast um das Gespräch gebeten, also legst Du auch die Spielregeln fest, holst Dir aber die Zustimmung von ihr. Verständlich?

Hoho, ganz vorsichtig! Als Personalerin würde ich Dir was husten angesichts dieser Kampfansage. Spielregeln werden grundsätzlich nicht von Mitarbeitern festgelegt!

In jedem Fall sollte die Chefin zum Mitarbeitergespräch laden, da sonst der Eindruck entsteht, die Chefin habe sich vor der TE zu rechtfertigen und das steht der TE nicht zu. Einzige Spielregel, um bei Deinem Vokabular zu bleiben: Mitarbeiter sind austauschbar.

Du hast nichts zu verlieren und kannst bei so einem Gespräch eigentlich nur gewinnen!

sehe ich anders: sie nimmt sich da ein bißchen viel raus, das Verhältnis könnte noch mehr krampfen, die Chefin könnte sie noch mehr auf dem Kieker haben und wegen Störung des Betriebsklimas könnte – wenn sich alles zuspitzt – sogar der Job wackeln. Stell Dir vor alle Mitarbeiter würden nach Deiner Definition ihre Spielregeln aufstellen... eine gute Chefin weiß das zu unterbinden, nicht aus Machtgeilheit, sondern zum Wohle aller!

KaleLio


LadyRoberta

:)^ :)^

LXad,yRoberxta


Vielleicht sollte ich meinen Text vor dem Abschicken nochmal lesen, denn Du (filo.sofia) hast völlig recht. Mein Geschriebenes klingt sehr hart, dabei meinte ich es eher aus einer kollegialen Sicht. Mehr so, dass die TE die Situation sehr belastend empfindet und gerne eine Lösung finden würde, dass aber natürlich nur mit der Chefin geht.

Ich würde das Gespräch auch außerhalb des Mitarbeitergespräches führen wollen, damit es nicht den offiziellen Charakter hat. Denn für mich klingt es sehr nach einer zwischenmenschlichen Problematik. So wäre es aus meiner Sicht auch in Ordnung, wenn sie um das Gespräch bittet.

Bei den Spielregeln ging es mir vorallem darum, dass die TE wirklich das sagen kann, wie es aus ihrer Sicht ist und nicht von der Chefin unterbrochen wird. Denn solche Gespräche sind nie leicht und gerade wenn man als Untergebene diese Problematik mit dem Vorgesetzten bespricht, ist die Hemmschwelle oft sehr groß. Zumal die Vorgesetzten oft in ihre manchmal typische Rolle reinrutschen und die Leitung des Gespräches übernehmen wollen. Für so ein Gespräch fände ich es schwierig, deswegen würde ich die Bitte äußern, erstmal sprechen zu dürfen. (Es als Spielregeln zu bezeichnen, war um deutlich zu machen, worum es mir in dem Punkt geht.)

fJilo".sofvia


ja, das klingt in der Tat schon etwas weicher und wohlwollender ;-)

Aber um ehrlich zu sein, es gibt nichts groß zu besprechen. Wir haben es hier mit einem total menschlichen Klassiker zu tun, der auch ganz prima im Tierreich bei Rangordnungsproblematiken zu beobachten ist ;-) :

- Die Chefin braucht – da gesundheitlich angeschlagen – eine Vertretung. Sie wählt die TE, der sie, aus ihrem Verantwortungsbewusstsein der Firma gegenüber zutraut, den Posten auszufüllen.

- Die TE fühlt sich geschmeichelt und erledigt den Job sehr gut (will ja auch nur Anerkennung und wird wohl kaum freiwillig so schlecht arbeiten, dass man merkt, dass die Chefin total fehlt. Nun entsteht aber das Problem, dass sie durch ihre gute Arbeitsweise aufzeigt, dass die Chefin ersetzbar ist.

- Nun, da die Chefin zurück ist, bekommt die Chefin diese unterschwellige Botschaft der Ersetzbarkeit mehrfach zu spüren und hat (ist auch nur menschlich) ein Problem mit der TE. Sie lässt sie vielleicht eine zeit lang spüren, dass sie nun ihre Vertreterrolle aufzugeben hat und sich wieder eingliedern soll in die untergebene Mitarbeiterrolle.

- Die TE jedoch, sieht gar nicht ein, sich wieder unterzuordnen, geschweige denn die Chefin bei ihrer Rückkehr auf den Posten zu unterstützen. Sie rebelliert dagegen an, dass die Chefin sie spüren lässt, dass sie "nur" Mitarbeiterin ist (und glaubt insgeheim den Job ebenso gut erledigen zu können). JETZT ein Gespräch zu fordern bzw. die Gesprächsführung zu übernehmen ist eine erneute Kampfansage an das "Alpha-Weibchen" (das sie mit ihrem letzten Gespräch ja schon einmal angegriffen hat).

Fazit: Die TE wäre gut beraten ihre Chefin spüren zu lassen, dass sie UNersetzbar ist, anstatt sie ins Verhör zu nehmen. Sie sollte sich auf ihren Job konzentrieren und muss es eine Zeit lang hinnehmen, dass sie für die Chefin eine Bedrohung darstellt. Das zwischenmenschliche Verhalten klären zu wollen, steht ihr nicht zu, da sie sich dadurch auf eine Rangstufe mit der Chefin stellen würde. Für die nächste Zeit heißt es immer wieder freundlich nachfragen/ erinnern, wenn die Chefin die Sachen der TE nicht sofort (nach deren Willen) unterzeichnet.

Letztlich triggern sich hier zwei Frauen gegenseitig mit ihren ganz individuellen und persönlichen Themen, die mit dem eigentlichen Job überhaupt nichts zu tun haben!

LLadyR9obe}rta


Da widerspreche ich Dir (fila.sofia) jetzt. Ich finde schon, dass es etwas zu klären gibt und ich halte solche Gespräche frühzeitig für sinnvoll. Denn langfristig sehe ich die Gefahr, dass die TE dieses ständige Nachfragen und bitten darum, dass ihre Arbeit beachtet wird, nicht aushalten kann, weil es einfach persönlich belastend ist. Irgendwann kommt die Schmerzgrenze und dann reagiert sie vielleicht über, was in der jeweiligen Situation völlig unangebracht und überzogen erscheint. Etwas was es nicht braucht und sich vermeiden lässt, wenn so etwas rechtzeitig geklärt wird, ohne das es sich ewig hochschaukelt und dann keine gemeinsame Linie mehr gefunden wird.

Zumal ich die Situation nach dem Mitarbeitergespräch als sehr belastend empfinden würde, die die Arbeit unnötig verkompliziert. Beide wissen nicht, wie sie miteinander umzugehen haben und wenn die Chefin eine "gute" Chefin wäre, dann hätte sie von selbst das Gespräch gesucht. Zumindest meine Meinung. Das hat sie nicht getan und die TE verspürt einen Leidensdruck, deswegen würde ich aus ihrer Sicht schon das Gespräch suchen. Ich finde, dass auch Mitarbeiter das Recht haben, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und insbesondere dann, wenn sie einen Leidensdruck verspüren. Sicher muss das jeder individuell für sich und seinem Leidensdruck entsprechend entscheiden und bei jeder Kleinigkeit zur Chefin zu rennen, davon spreche ich hier nicht. Aber hier scheint es für mich ein gravierenderes Problem zu sein, was langfristig die Arbeit zwischen Beiden unnötig verkompliziert. Zumal meine eigene Erfahrung sagt, dass die Chefs manchmal gar nicht bemerken, was sie mit ihrem Verhalten beim Mitarbeiter auslösen und die Probleme die daraus entstehen, nie mit dem eigenen Verhalten in Verbindung bringt. Deswegen bin ich ein Befürworter solcher Gespräche, zumal sich oft die Zusammenarbeit zum Positiven verändert.

S+olaOmixe


Ich finde, dass auch Mitarbeiter das Recht haben, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern und insbesondere dann, wenn sie einen Leidensdruck verspüren.

:)^ Finde ich auch. Es kommt nur auf das WIE an!

K~lexio


filo.sofia

Hoho, ganz vorsichtig! Als Personalerin würde ich Dir was husten angesichts dieser Kampfansage. Spielregeln werden grundsätzlich nicht von Mitarbeitern festgelegt!

Ich sehe da absolut keine Kampfansage, sondern das subjektive Interesse ein Gespräch zu beenden.

In jedem Fall sollte die Chefin zum Mitarbeitergespräch laden, da sonst der Eindruck entsteht, die Chefin habe sich vor der TE zu rechtfertigen und das steht der TE nicht zu. Einzige Spielregel, um bei Deinem Vokabular zu bleiben: Mitarbeiter sind austauschbar.

Das trifft ja theoretisch schon auch zu, nur funktionierte es hier so gar nicht so, wie es funktionieren sollte. Allerdings ist in der Regeln ein Mitarbeitergespräch durchaus auch dazu da, dass der Mitarbeiter dem Vorgesetzen sagen kann, was ihm nicht passt (auch das ist keine Kampfansage - ich setze natürlich ein Gespräch im Sinne eines Mitarbeitergesprächs voraus, das in gegenseitigem Respekt geführt wird und sachlich, also wie es auch LadyRoberta beschrieben hat, Ich-sätze, Lösungsansätze – Kritisieren kann jeder Idiot, sag ich immer. Das hat nichts mit konstruktiver Kritik zu tun). Gerade das Mitarbeitergespräch sollte auf gleicher Ebene ablaufen, ohne dass der Mitarbeiter vor Drohgebärden seitens des Arbeitgebers behelligt werden sollte.

Sicher hängt es auch von der Unternehmenskultur ab, aber ich kann jederzeit jeden, mit dem ich zu tun habe zu welchem Gespräch auch immer einladen und es sind oft Mitarbeitergespräche dabei, auch wenn sie nicht unbedingt immser so benannt werden. Sie haben das Ziel eine bessere Zusammenarbeit zu erreichen und gemeinsam auszuarbeiten, was jeder einzelne dazu tun kann. Ich mache das immer wieder, wenn ich den Eindruck habe, es gibt etwas zu klären, vor allem mit meinem Vorgesetzten. Deswegen sind unsere offiziellen Mitarbeitergespräche dann auch recht kurz. Ich warte nicht auf die nächste offizielle Einladung meines Chefs, damit ich ein Problem anspreche, das Wochen her ist. Ich bin durchaus selbst handlungsfähig und nur weil jemand Ranghöher ist, heißt es doch nicht, dass ich ein Problem von mir aus nicht ansprechen kann, vor allem, wenn der andere vielleicht in seiner Kommunikation nicht so gut kann, wie ich. Auch das ist doch ein Zeichen von Teamwork, seine Fähigkeiten einzusetzen und auch andere zu unterstützen.

Nicht, dass es eine diktatorische Führungsmethoden nicht mehr gäbe, aber davon gehe ich hier im Psychologieforum nicht aus, anderen dazu zu raten, ihren Selbstwert abzubauen. Trotzdem gibt es Vorgesetzte die durchaus an einer Verständigung mit den Mitarbeitern interessiert sind, weil sie genau wissen, dass eine schlechte Arbeitsatmosphäre umsatzschädigend ist, genauso jemanden mal schnell loszuwerden. Das sind alles Kosten, die doch einfach zu vermeiden sind.

Mitarbeiter sind austauschbar.

Sind sie. Da gehören aber wohl alle dazu, auch die Vorgesetzte, genauso wie Arbeitgeber austauschbar sind. Ich denke, das ist sich heutzutage jeder bewusst.

Ich sehe hier auch keine besonders große Angst der TE, dass sie ausgetauscht werden könnte. Sie ist jung und wird sicher auch woanders einen Job finden, sollte diese Frage auftauchen. Allerdings sehe ich sie noch gar nicht in dieser Phase. Im Moment ist sie ja daran interessiert, die Zusammenarbeit zu verbessern und reflektiert, was sie tun kann. Für mich heißt es aber auf gar keinen Fall, zum Duckmäuser zu werden, weil die Chefin jetzt alles, was sie in Zukunft sagt zum Anlass nehmen könnte zu weinen oder was auch immer. Ich sehe keinen Grund, warum die TE da nicht selbstbewusst bleiben sollte, wenn sie selbst kein Fehlverhalten ihrerseits sieht.

sehe ich anders: sie nimmt sich da ein bißchen viel raus, das Verhältnis könnte noch mehr krampfen, die Chefin könnte sie noch mehr auf dem Kieker haben und wegen Störung des Betriebsklimas könnte – wenn sich alles zuspitzt – sogar der Job wackeln.

Klar, aber dann wäre die TE doch nur noch fremd gesteuert. Darum auch meine Frage, ob es denn eine Rolle spielt, wie sich die Chefin verhält, damit sie weiß, wie sie sich verhält. Wenn es in dieser Weise weitergehen würde, dann wäre die Situation doch sowieso klar. Wenn ich mir über mein Verhalten sicher bin, respektvoll auf jemanden zugehe und der übertrieben reagiert, hat das nichts mit mir zu tun und damit ist es auch nicht mein Problem. Dass dieses Problem natürlich dazu führen könnte, dass die andere Person möglicherweise ihre Macht missbraucht, und versucht mich irgendwie abzusägen, etc. - klar, kann das alles passieren, aber so lange ich das nicht so sehe, passiert mir seelisch nichts und bleibe ausgeglichen. Damit werde ich auch nicht zum Opfer bzw. lasse mich nicht zum Opfer machen. Nur, weil ich den Job verlieren kann, heißt es doch nicht, dass die Vorgesetzte mehr Wert als ich.

Stell Dir vor alle Mitarbeiter würden nach Deiner Definition ihre Spielregeln aufstellen... eine gute Chefin weiß das zu unterbinden, nicht aus Machtgeilheit, sondern zum Wohle aller!

Da definieren wir wohl "gute Chefin" unterschiedlich. Ein guter Chef ist meiner Meinung nach immer daran interessiert eine gute Zusammenarbeit zu seinen Mitarbeitern zu haben und wird ein Angebot zu einem Gespräch in der gemeinsam Lösungen gefunden werden nicht ablehnen. Nach dem, was Du schreibst, dürfte ich nie hierarchisch höhere zu einem Gespräch einladen. Ich wüsste nicht warum nicht. Ich mache meinen Job und er seinen. Auch coacht ein guter Chef und unterbindet nicht.

Fazit: Die TE wäre gut beraten ihre Chefin spüren zu lassen, dass sie UNersetzbar ist, anstatt sie ins Verhör zu nehmen. Sie sollte sich auf ihren Job konzentrieren und muss es eine Zeit lang hinnehmen, dass sie für die Chefin eine Bedrohung darstellt.

Die TE kann doch gar nichts dafür, dass sich die Chefin bedroht fühlt (sofern das überhaupt so ist). Wieso sollte sie zum A…kriecher werden? Sie ist doch nicht unersetzbar – das hast Du selbst ja auch erwähnt. Sie kann ihr aber durchaus ihren Respekt und ihre Achtung zeigen. Das ist im Miteinander immer wichtig, denn jeder mag gerne, wenn er oder seine Arbeit anerkannt wird, zumindest ist das meine Erfahrung.

Das zwischenmenschliche Verhalten klären zu wollen, steht ihr nicht zu, da sie sich dadurch auf eine Rangstufe mit der Chefin stellen würde. Für die nächste Zeit heißt es immer wieder freundlich nachfragen/ erinnern, wenn die Chefin die Sachen der TE nicht sofort (nach deren Willen) unterzeichnet.

Das sehe ich ganz anders. Nur weil die Chefin hierarchisch über ihr steht, ist sie ihr sie doch menschlich selbstverständlich auf der gleichen Rangstufe. Es gibt nun auch einmal ein zwischenmenschliches zwischen den Mitarbeitern und Sympathie macht doch 90 % der Zusammenarbeit aus. Deswegen kann sie die Chefin trotzdem freundlich oder zumindest höflich immer wieder erinnern, aber das ist kein Lösung, denn das hat sie ja schon die ganze Zeit so gemacht und es ist nichts herausgekommen.

Letztlich triggern sich hier zwei Frauen gegenseitig mit ihren ganz individuellen und persönlichen Themen, die mit dem eigentlichen Job überhaupt nichts zu tun haben!

Ja und nein. Sie triggern sich, ja, die persönliche Ebene gibt es natürlich und je besser diese Ebene ist, umso besser arbeiten die meisten miteinander. Es gibt Ausnahmen, wie mich z. B. Aber in der Regel kippt damit die ganze Arbeit, wenn zwei auf der persönlichen Ebene nicht miteinander zurecht kommen.

f"ilo.rsofia


danke für die ausführliche Auseinandersetzung, Kleio, ich fass mich trotzdem mal etwas kürzer. Prinzipiell gebe ich Dir Recht, dass Mitarbeiter und Vorgesetzte jeder Zeit alle beruflichen (!!) Probleme locker ansprechen können sollten.

ABER: das Problem der TE und der Chefin ist doch gar kein Berufliches, sondern ein Zwischenmenschliches, es geht um die Beziehungsebene. Die Chefin kann leider nicht drüber stehen, dass die TE einen guten Job gemacht hat, aber ich habe aufgrund der Schilderungen der TE auch den Eindruck, dass die TE es ihr auch schwer macht drüber zu stehen.

Ihre Mutmaßungen über den psychischen Zustand der Chefin, ihre eher abfälligen Bemerkungen (sie spricht von "heulen" und "flennen" und "mitzeichnen" statt "unterzeichnen") zeugen von wenig Empathie und noch weniger Respekt. Beides ist aber unerlässlich, wenn man wirklich konstruktiv an einer Lösung interessiert ist.

Die TE hat sie beim letzten Gespräch gefühlsmäßig getroffen. Da nochmal nachzufassen und zu fragen, warum sie denn jetzt weint, empfinde ich als (unbewusstes) Nachtreten, denn die ehrliche Antwort "Sie haben Recht, ich zeige Ihnen meine Macht, weil ich Sie als Bedrohung wahr nehme" hätte die Chefin kaum sagen können.. ohne erneut menschliche Schwäche zeigen zu müssen.

Ich bin hier weder für die Chefin noch die TE, was mich nervt ist aber dieser Deckmantel a la "ich hab doch gar nichts falsch gemacht", den sich die TE hier schustert. Zwischen den Zeilen liest es sich eben so:

Deshalb will ich ihr ja nicht gleich ihren Job "wegnehmen"...

Ich habe ihr ja bewusst keine Vorwürfe gemacht

Und unbewusst?

Außerdem bin ich ja nun wirklich keine richtige Konkurrenz für sie

Keine richtige, aber immerhin doch Konkurrenz ;-)

So, bevor es noch Kleinteiliger wird, was mir eigentlich missfällt (aber diesmal fand ich die Sprache der TE einfach zu eindeutig), schließe ich mit: Beide Frauen sind unehrlich in ihrer Kommunikation und können nur dazu lernen ;-) und da wünsche ich auch Beiden alles Gute :)*

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