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Es holt mich immer wieder ein- Das Problem meines Lebens

D,schuLnOgelkinJd234 hat die Diskussion gestartet


Ich versuche es kurz und knapp zu schreiben. Es geht um meinen leiblichen Vater. Mein Erzeuger hat sich nie wirklich um mich gekümmert. Als ich 3 war, haben sich meine Eltern getrennt und der Kontakt zu ihm schlief ein. Meine Mama war mit mir und meinem Bruder ausgezogen. Später behauptete er dann, meine Mutter hätte den Kontakt unterbunden. Zu vereinbarten Treffen kam er aber nie und auch sonst hat er sich nie um uns gekümmert. Während mein Bruder die Sache zumindest äußerlich einigermaßen weggesteckt hat, habe ich mich immer nach einem Vater gesehnt und war schlicht neidisch, wenn Gleichaltrige von ihrem Papa abgeholt wurden, mit ihm die Wochenenden zelten waren oder sich bei Liebeskummer Beistand von einer männlichen Person holen konnten. Ich hatte immer nur meine Mutter, mit der ich in der Pubertät oft aneinander geraten bin. Melden tat sich mein Vater nur bei Unterhaltsproblemen und gab mir ständig das Gefühl, dass ich in seinen Augen überhaupt nichts Wert war. Zwischenzeitlich stritt er sogar ab, dass ich von ihm wäre, obwohl meine Mutter immer nur diesen einen Mann hatte. Als ich 17 war meldete er sich kurzzeitig mit seiner Mutter und wollte den Kontakt. Während mein Bruder gleich abwinkte, beschloss ich ihm und der anderen Oma eine 2. Chance zu geben. Anfangs waren die Briefe noch nett und er teilte mir mit, dass er mich sehen wollte. Doch als ich beteuerte, dass ich Zeit bräuchte, machte er wieder komplett zu und es hagelte Beleidigungen über Beleidigungen.

Das Problem ist, dass die ganze Sache sehr an mir zehrt, weil ich mir seit ich denken konnte immer einen Vater gewünscht habe. Aber diesen nie hatte. Während andere damals die Zeit damit verbracht haben, von Jungs zu schwärmen, habe ich davon geträumt, dass ich einen Vater habe zu dem man aufschaut. Früher als Teenager war er in meinen Träumen Rockstar, als kleines Mädchen Feuerwehrmann. Diese Träume sind heute natürlich realistischer, aber immer noch vorhanden.

Manchmal stärker, manchmal schwächer. Das Problem ist, dass ich deshalb richtig merke, wie ich an mir zweifle. Ich durfte mir früher von meiner Mutter oft anhören "Ich wäre ja genauso wie mein Vater usw"

Und anfangs hat sich dieses Problem mit dem Vaterverlust auch auf meine Männerwahl niedergeschlagen. Mein jetziger Partner ist nur um wenige Jahre älter. Allerdings Soldat und irgendwo so typisch männlich, wie ich mir immer meinen Vater vorgestellt habe. Wir lieben uns sehr. Auch wenn ich weiß, dass mein Freund mein Freund ist und keine andere Position ersetzen kann.

Mein realer Vater kommt in meinen Wunschvorstellungen nie vor. Ich hasse ihn zutiefst, auch wenn ich manchmal Momente habe, in denen ich mir denke: Hätte ich mich doch gleich mit ihm getroffen, dann wäre aus diesem Kontaktversuch mehr entstanden. Ich mache mir da manchmal echte Vorhaltungen. Obwohl mein Freund sagt, dass das absoluter Quatsch wäre, weil mein Erzeuger Schuld ist und einfach ein riesiges Ar***.

Was meint ihr? Trifft mich da Schuld?

Irgendwie holt mich dieses Vaterproblem immer wieder ein. Ich leide noch heute sehr, auch wenn ich es heute mit mehr Abstand als als Teenager sehe. Da ging es mir damit häufig richtig schlecht. Besonders wenn ich mich mit meiner Mutter überworfen habe und mir diese vorhielt ich wäre wie mein Vater.

Ich weiß, man kann die Zeit nicht zurück drehen. Aber ich träume heute noch von diesem kleinen Mädchen von damals, was in meinen Vorstellungen die Träume verwirklichen kann, die nie verwirklicht werden konnten. :|N

Antworten
HNase


Faden verschoben *:)

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