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Amtsarzt – arbeitsunfähig – und nun?

Axri 3Haswxari hat die Diskussion gestartet


Hey Leute,

aufgrund meine psychischen Erkrankungen (Depressionen, Borderline, Schlafstörung, Angstzustände etc) war ich vor einiger Zeit bei der amtsärztlichen Untersuchung des Arbeitsamtes. Gestern war ich auf dem Arbeitsamt und da wurde das Gutachten eröffnet, das mir bescheinigt, dass ich dem Arbeitsmarkt weniger als 3 Std. täglich, länger als 6 Monate zur Verfügung stehe, also arbeitsunfähig bin.

Die Dame dort hat mir erklärt, dass ich nun keinen Anspruch mehr aufs ALG1 habe und mich mit dem Landratsamt, meiner Krankenkasse, meinem Hausarzt und dem Rententräger in Verbindung setzen soll. Die Frau war wirklich nett aber leider hat sie so viel geredet und jedes Thema durcheinander, dass ich nicht mal die Hälfte davon verstanden habe.

Gleichzeitig standen in dem Schriftstück, dass sie mir mehrmals ausgehändigt hat, natürlich auch Vorschläge zur Verbesserung meines Gesundheitszustandes, nix was ich nicht schon x mal versucht hätte und es dann doch nichts gebracht hat... Also Dinge, in denen ich mittlerweile keinen Sinn mehr sehe (z.B. Therapien).

Meine Fragen sind nun:

Wo bekomme ich nun mein Geld her?

Bei wem muss ich mich in welcher Reihenfolge melden und wem muss ich was erzählen? (bitte detailiert, ich blicke bei dem ganze Behördenkram überhaupt nicht durch)

Und was passiert, wenn ich mich weigere, die "Verbesserungsvorschläge" umzusetzen, aufgrund der Sinnlosigkeit? (Schließlich habe ich das alles schon wie oft durchgemacht..)

Liebe Grüße,

Ari

Antworten
LTärchxe2


Hallo,

helfen kann ich Dir leider nicht. Aber mein Sohn befindet sich in ähnlicher Situation. War jetzt ca. 12 Wochen krankgeschrieben, bekam Bescheid von der Krankenkasse, daß sie nicht mehr zahlen und meldete sich daraufhin beim Arbeitsamt an, wo ihm auch gesagt wurde, daß er eingegliedert werden kann für 3 Stunden am Tag. Welche Firma nimmt einen da!!!!

War mittlerweile wieder 2 Tage im Krankenhaus. Daß die KK nicht mehr zahlen wirde, dagegen hat er Widerspruch eingelegt.

Er ist auch ziemlich genervt von den vielen Anträgen, die er ausfüllen mußte. Wie es jetzt weitergeht, weiß ich noch nicht.

Ich hoffe, Du bekommst einige Antworten, da mich das auch sehr interessiert.

Alles Gute *:) :)^

S/unf0lowera_73


Moment, dass sind doch total unterschiedliche Situationen!!!

@ Ari Haswari:

Wenn du nicht arbeitsfähig bist, steht Dir eigentlich Krankengeld in Höhe des ALG I zu. Theoretisch. Man rutscht ja auch bei ALG I-Bezug und Arbeitsunfähigkeit über 6 Wochen ins Krankengeld. D.h. erster Ansprechpartner wäre jetzt Deine Krankenkasse. Warst Du jetzt denn schon krankgeschrieben, während Du ALG I bekommen hast?

Bzgl. Krankengeld muss man halt wissen, dass es dass innerhalb von 3 Jahren maximal 18 Monate für dieselbe Diagnose bekommt. Und neue Diagnosen nicht zählen, wenn sie während der Arbeitsunfähigkeit zu einer bestehenden Diagnose hinzukommen.

Letztlich geht es aber in die Richtung, dass man Dich in die Rentenecke drängen will. Da sei vorsichtig!

Wichtig ist auch: Du bekommst ALG I, d.h. hast ja noch gearbeitet. Für wie realistisch hältst Du es, wieder zu arbeiten?

Das Problem ist: Wenn das unrealistisch ist, wird die Krankenkasse irgendwann versuchen, Dich aus dem Krankengeld in die Rente oder zurück zum Arbeitsamt zu bekommen. Also Verschiebetaktik. Hin zu ALG I oder ALG II oder als allerletzte Lösung Grundsicherung, wenn Du weiterhin als nicht arbeitsfähig giltst.

Sprich' jetzt erstmal mit Deiner Krankenkasse – und auch Deinem Arzt!

@ Lärche:

Bei Deinem Sohn geht es darum, dass die Krankenkasse der Meinung ist, er sei arbeitsfähig – und sich somit weigert, weiterhin Krankengeld zu zahlen. DANN muss er wieder ALG I beziehen oder – wenn kein Anspruch, Anspruch aufgebraucht: ALG II.

Die Kassen ziehen sich halt gerne aus der Affäre... der "tolle" MDK. :(v

A4r0i H{aswarxi


@ Sunflower_73

Die Diagnosen meiner Krankheit habe ich schon seit meinem 14. Lebensjahr aber bisher habe ich mich immer irgendwie durchgeboxt und weitergemacht aber nichts beendet, Abitur hingeschmissen, FSJ, zwei Ausbildungen usw..

Seit Dezember war ich in eine Maßnahme eingeschrieben, die ein halbes Jahr ging also bis Ende Mai. In dem halben Jahr war ich, wenns hoch kommt, 4 Wochen dort, die restliche Zeit immer wieder krankgeschrieben und natürlich weiß das auch das Arbeitsamt und auch das Landratsamt, da ich Hartz4-Empfänger war und die Maßnahme über die lief. Von Krankengeld hat da keiner geredet nach 6 Wochen, im Gegenteil, ich hab im Januar sogar eine 3-monatige 100%Geldsperre bekommen, weil meine Fallmanagerin mich und meine Krankheiten bis heute nicht ernst nimmt.

Für wie realistisch halte ich es, wieder zu arbeiten? Das haben die vom A-Amt mich auch gefragt. Im Moment überhaupt nicht, ich kann jedoch nicht in die Zukunft blicken und sagen, wie es z.B. in einem Jahr aussieht (große Hoffnungen hab ich da nicht, aber man weiß ja nie). Ich bin jedenfalls erstmal froh, dass ich die Krankheiten nun schwarz auf weiß habe und die mich was arbeiten angeht, erstmal alle in Ruhe lassen müssen, denn dieser Erwartungs- und Leistungsdruck hat dazu beigetragen, dass es mir immer schlechter geht.

u6pelxa


Ich hab eine echte Verständnisfrage. Wieso ist jemand, der lange, zusammenhängende und differenzierte Texte schreiben kann, arbeitsunfähig?

SKunflowe1r_73


Ich hab eine echte Verständnisfrage. Wieso ist jemand, der lange, zusammenhängende und differenzierte Texte schreiben kann, arbeitsunfähig?

Das ist jetzt nicht ernst gemeint, oder?

@ Ari:

War das denn wirklich ALG I, was Du bekommen hast? Bei Hartz IV rutscht man im Gegensatz zum ALG I nicht ins Krankengeld, sondern bekommt weiter Hartz IV oder (bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit) Grundsicherung. Das Krankengeld-Privileg haben nur ALG I-Leute.

Was machst Du an Therapie? Ich würde (wo Du jetzt wirklich nicht den Druck hast) ALLES ausschöpfen, was machbar ist: Klinik, Tagesklinik, ambulante Therapie, Medikamente,...

Und da stellen die Krankenkassen sich gerne mal quer. Ich bin seit einigen Monaten arbeitslos, hatte Anfang April eine OP, wo es eine Wundheilungsstörung der Narbe gab, weswegen ich bei der Einstellungsuntersuchung für einen neuen Job Probleme bekam. War daher bis Juni AU – und musste prompt zum MDK zur Begutachtung, 9 Wochen nach OP. Wo dann auch direkt entschieden wurd,e ich sei arbeitsfähig – und dass es nicht in meinem Job sei, sei irrelevant. Die vermuten halt gleich, dass jemand durch Krankschreibung nur die Bezugsdauer des ALG verlängern will.

AZri $Hasgwarxi


@ upela:

ich denke nicht, dass ich mich vor dir rechtfertigen muss, für das was ich bin oder eben nicht!

@ sunflower:

naja ganz so einfach ist es dann doch nicht. meine Ausbildung war eine Trägerausbildung, getragen vom Landratsamt, also die selbe Fallmanagerin, die auch fürs Hartz4 zuständig ist. Unterbrochen habe ich die Ausbildung schon im Februar '12 augrund einer Schwangerschaft (die kleine lebt aber beim Vater). Abgebrochen allerdings hab ichs erst im Januar, weil ich einfach keinen Einstieg mehr gefunden habe. In der Zeit der Unterbrechung hab ich dann Hartz bekommen und nach Abbruch hab ich ALG1 beantragen müssen und die ärztliche Untersuchung war aufm Arbeitsamt genauso wie das Gutachten.

An Therapien mache ich im Moment nicht mehr viel. Ich hab Medikamente und rede ab und an mal mit meinem Hausarzt (ist Psychologe). Wie gesagt, Kliniken, seis ambulant oder stationär oder sonstige Therapien hab ich seit nun fast 10 Jahren alles oft genug durchgekaut.

Laärc5hex2


Sunflower 73,

Du hast recht, das sind zwei verschiedene Situatonen.

Nachdem der Orthopäde meines Sohnes der KK geschrieben hat, daß mein Sohn nicht arbeitsfähig ist, zahlt sie nun weiter. Sie hats halt mal probiert. :(v

Grüße

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