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Was man ist – was man gerne sein möchte

iopodgeLnera6tio@n200 hat die Diskussion gestartet


Persönliche Daten im Voraus:

Geschlecht: M

Alter: 19 Jahre

Ausbildung: Gymnasium

Wohnort: Schweiz

Hobbys: Fussball (Verein, aber auch andere Teamsportarten), Computer

Liebe Leserinnen und Leser,

vielleicht seid ihr auch schon mal an einem Punkt im Leben angelangt, an dem ihr nicht mehr wisst, wie es weitergehen soll. Genau an dem Punkt bin ich leider angelangt und das schon seit 2 Jahren! Der Unterschied zwischen dem, was ich gerne sein möchte, und dem, was ich bin, ist enorm! Der Übersicht halber werde ich meine Probleme aufteilen und nicht in einen Text "packen".

Kommunikation

Ich bin unfähig geworden Gespräche zu führen. Sehr oft weiss ich nicht, was ich sagen soll. Das führt dann vor allem in Gruppensituationen dazu, dass ich sprichwörtlich zum "fünften Rad am Wagen" mutiere. Auch bin ich in Zweiergesprächen oftmals nur der Zuhörer, da ich schlichtweg kein Gespräch führen kann.

Frauen

Lieder auch eine sehr grosse Baustelle in meinem Leben. Gerade durch die Verunsicherung, die ich durch das bewusst werden der mangelnden Kommunikationsfähigkeit erfahre, habe ich ein sehr tiefes Selbstwertgefühl. Ich habe bis jetzt noch nie eine Frau geküsst geschweige denn körperlichen Kontakt mit Frauen gehabt. Es ist mir enorm peinlich, bis jetzt noch keine Erfahrungen mit Frauen gemacht zu haben. Ich weiss nicht, wie ich Erfahrungen machen soll, fällt es Frauen doch sicherlich auf, dass ich keine Erfahrung habe. Zudem bin ich ja nicht einmal imstande, mit Freunden ein normales Gespräch zu führen, wie soll es also erst recht mit dem anderen Geschlecht funktionieren!?

Berufliche Zukunft

Ich habe vor rund zwei Wochen das Gymnasium erfolgreich abgeschlossen. Das Problem ist aber, dass ich nicht weiss, was ich einmal studieren soll. Ich bin ein Mensch, der in vielen Sachen mittelmässig ist, aber nirgends sehr gut ist. Das heisst, ich habe in den meisten Fächern eine Note von 2 oder 2.5. Sicherlich sind diese Noten nicht schlecht, nur kann ich halt nicht in einem bestimmen Fach brillieren. Ich kann mich auch nicht für einen Studiengang interessieren...

Um auf den Titel zurückzukommen: Ich wäre gerne eine Selbstbewusste Person, die sich ohne Probleme mit anderen Personen unterhalten kann. Ich wäre gerne ein Mensch, der Frauen beeindrucken kann und auch keine Probleme hat, Frauen von sich zu überzeugen. Ich wäre gerne ein Mensch, der sich für Sachen interessieren könnte und so auch beruflich bestimmte Interessen haben könnte. Schlussendlich bin ich aber nichts von dem und das macht mich todunglücklich, depressiv und hoffnungslos!

Antworten
pyospaxe


Ich sehe bei dir durchaus Pluspunkte:

Du kannst gut schreiben, kannst dich ausdrücken und recht klar schildern, worum es dir geht. Das kann z.B. auch nicht jeder.

Mangelnde Kommunikationsfähigkeit würde ich eher deiner Unsicherheit/Schüchternheit zuordnen. Du scheinst sehr selbstkritisch zu sein. Das ist einerseits eine gute Eigenschaft, andererseits macht sie dir das Leben schwer, vor allem, wenn die Selbstkritik zu stark ausgeprägt ist. Könntest du versuchen, mit dir selbst ein wenig milder zu sein? Reduziere deine Ansprüche an dich, du brauchst nicht perfekt sein. Du brauchst auch nicht brillieren. Glaubst du, dass alle Menschen, die studieren wirklich brillant sind? Nein.

Gehe nach deinen Interessen. Was macht dir Spaß und Freude, was interessiert dich? Und selbst wenn du jetzt noch nicht sagen kannst, wohin es gehen soll- manchmal braucht es einfach länger. Viele satteln später nochmal um, machen was anderes, was neues. Die Möglichkeiten gibt es heutzutage Gott sei Dank. Nicht jeder geht einen aalglatten, geraden Weg.

Zum Thema Frauen: Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan- aber es braucht dir nicht peinlich zu sein (aus meiner Sicht von außen). Es gibt Frauen, die mögen solche Männer mit wenig Erfahrung. Mich würde das z.B. überhaupt nicht stören. Ein Vergleich: Schau dir einen Apfelbaum an, da reifen auch nicht alle Äpfel gleichzeitig heran, der eine früher, der andere später.

Nimm dich an, wie du bist und habe Vertrauen. Gib dir Zeit und sei offen. Wenn es jetzt noch nicht klappt mit Frauen, dann ist es so, man kann es nicht erzwingen.

Im Übrigen gibt es auch viele junge Männer (und auch Frauen), die zwar vordergründig selbstbewusst und offensiv mit dem Thema Sexualität und Frauen umgehen, auf tieferer Ebene aber ebenso unsicher und verloren sind, ja nicht mal Zugang zu ihren Gefühlen haben. Das Selbstbewusstsein ist bloß ein oberflächliches, draufgesetztes.

Ich wäre gerne eine Selbstbewusste Person, die sich ohne Probleme mit anderen Personen unterhalten kann. Ich wäre gerne ein Mensch, der Frauen beeindrucken kann und auch keine Probleme hat, Frauen von sich zu überzeugen. Ich wäre gerne ein Mensch, der sich für Sachen interessieren könnte und so auch beruflich bestimmte Interessen haben könnte. Schlussendlich bin ich aber nichts von dem und das macht mich todunglücklich, depressiv und hoffnungslos!

Wäre, sollte, müsste usw. Das macht unglücklich. Das kritische Ich, alles sollte anders sein, nichts ist gut wie es ist. Unter diesen Bedingungen fällt Veränderung ohnehin schwer, wenn nicht sogar unmöglich. Du kannst dich nicht dazu hinpeitschen, der Mensch zu werden, der du gerne wärst. Für Veränderung und Wachstum braucht es eine freundliche Atmosphäre- in dir drinnen. dazu gehört auch eine Bejahung dessen, was du jetzt bist. Kennst du das Konzept vom So-Sein zum Anders- Sein? Der Weg ist folgender: von der unbewussten Inkompetenz zur bewussten Inkompetenz (das schmerzlichste Stadium, da bist du gerade) weiter zur bewussten Kompetenz und schließlich zur unbewussten Kompetenz (die Kompetenz ist verinnerlicht). Es ist ein langer Weg, letztlich lebenslang. Ein Weg der Selbsterkenntnis ist oft nicht einfach.

Ich glaube, viele Menschen bleiben ein Leben lang inkompetent, ohne es zu wissen. (Siehe vordergründiges, draufgesetztes Selbstbewusstsein). Auch gut. Nicht jeder hat Anlass, sich zu bewegen. Du aber schon, dein Leidensdruck ist dein Anlass. Ich erinnere mich an Worte von Virginia Satir: In der Zustimmung dessen was ist, liegt schon viel Heilkraft.

Auch wenn es paradox klingt, aber der erste Schritt ist die Anerkennung und Bejahung deiner gegenwärtigen Situation (inkl. dir selbst) das bedeutet kein Verharren oder Resignieren. Im Gegenteil: Erst das macht Veränderung möglich.

Ich kenne es auch von mir, ich habe mich gerade auch in sehr jungen Jahren dumm, unzulänglich, häßlich usw. gefühlt. Ein verzerrtes Selbstbild, es tut weh, später festzustellen, dass man eigentlich klug, schön und fähig war- es aber nicht sehen konnte an sich. Das geht vielen so, wenn sie älter werden, dass sie sich selber mit anderen, wohlwollenderen Augen betrachten und es schmerzlich finden, wie wenig sie ihre Qualitäten sehen konnten und sich daran erfreuen konnten. Das Leiden war praktisch umsonst. Unter einem anderen Blickwinkel betrachtet, hat es aber auch Sinn gemacht: Weil man sich auf die Suche gemacht hat nach sich selbst und sich im günstigsten Fall auch gefunden hat.

n^eve&rthelxess


Hallo,

auch ich zähle mal eine paar wenige Punkte auf, die ich durchaus positiv finde!

Du bist erst 19! Dein Leben wird in den kommenden Jahren gerade erst richtig anfangen. Ein Mann in deinem Alter, der schon unzähliche Frauen hatte, wird mit zunehmenden Alter und Frauenanzahl eher unattraktiv (finde ich zumindest). Im Teenager-Alter konnte man sich damit vielleicht noch profilieren, aber später zählen eher andere Werte und ein häuslicher Mann, dem die wenigen Frauen dann am Herzen lagen ist weitaus mehr wert. Ich kenne Männer, die erst mit Anfang 20 ihre ersten sexuellen und zwischenmenschlichen Erfahrungen machen durften und die waren nicht schlechter im Bett – im Gegenteil. Aber ich finde, das hat auch nicht mit der Anzahl der Sexualpartner zu tun. Nur mal so am Rande.

Schreiben kannst du super. Da fällt mir ein, wie gut man auch über das Internet kommunizieren kann. ]:D Vielleicht flirtest du einfach mal mit paar dir fremden Frauen auf diesem Weg und merkst, dass du durchaus interessant sein kannst. Vielleicht gewinnst du dadurch mehr Selbstbewusstsein und erkennst, dass du dich ausdrücken kannst und deine Kommunikations- und Gesprächsschwierigkeiten einfach nur durch deine Schüchternheit bedingt sind. Das vergeht aber dann ganz schnell, wenn man einmal beginnt, selbstbewusster zu werden.

Mensch! GRATULATION! Du hast Abitur und dann auch noch in allen Fächern so gute Noten! Heutzutage wird bei der Studienwahl doch auf den numerus clausu geschaut. Da achtet beim Biologiestudium bspw. niemand darauf, ob man in Bio ne 1 hatte – da zählt dann der Durchschnitt von mind. 2,5. Also brauchst du dir da schon einmal keine Gedanken machen für die Studienwahl. Übrigens sind die meisten Studenten faule Säcke und studieren erst einmal nur, weil sie auch nicht wissen, was sie anderes machen sollen. :=o

Ist doch schonmal echt bemerkenswert, wieviele Gedanken du dir also machst für die Zukunft.

Hätte, wäre, wollte -> Grammatikalisch gesehen ist das der Konjunktiv irealis. Und warum heißt er so? Weil das nur unreale Bedingungen sind. Wünsche, Ziele, Träume. Aber kein tatsächlicher Zustand. Du lebst im hier und jetzt und musst lernen, mit dir im reinen zu sein und nicht dauernd an dem festhängen, was du gern sein möchtest. Dann wirst du auch sehr schnell merken, dass du ein toller Mensch bist – die von mir aufgezählten Punkte helfen dir vielleicht schonmal zu begreifen, dass du doch was auf dem Kasten hast.

LG,

nevertheless

nrever]theleOss


auch ich zähle mal eine paar wenige Punkte auf, die ich durchaus positiv finde!

haha das war nicht so gemeint, dass es nur wenige Punkte gibt. Sondern dass ich einfach nur ein, zwei drei Punkte rausgegriffen hab und das schon reicht, um meine Botschaft an dich zu vermitteln ;-D

iGpod)generlation2y00


Zuerst einmal möchte ich euch beiden herzlich danken, dass ihr euch die Zeit genommen habt, ausführlich auf meinen Beitrag zu antworte!

Mangelnde Kommunikationsfähigkeit würde ich eher deiner Unsicherheit/Schüchternheit zuordnen. Du scheinst sehr selbstkritisch zu sein. Das ist einerseits eine gute Eigenschaft, andererseits macht sie dir das Leben schwer, vor allem, wenn die Selbstkritik zu stark ausgeprägt ist. Könntest du versuchen, mit dir selbst ein wenig milder zu sein? Reduziere deine Ansprüche an dich, du brauchst nicht perfekt sein. Du brauchst auch nicht brillieren. Glaubst du, dass alle Menschen, die studieren wirklich brillant sind? Nein.

Es stimmt sicher, dass meine schlechte Kommunikationsfähigkeit zum einen durch eine gewisse Unsicherheit bedingt ist, zum anderen liegt es wahrscheinlich aber auch daran, dass ich eher zu der introvertierten Sorte gehöre. Und da kommen wird auch schon wieder zu einem weiteren Problem: Introvertiert bleibt man für ein Leben lang, da es eine fundamentale Charaktereigenschaft ist.

Ich bin ein sehr selbstkritischer Mensch, da muss ich dir recht geben. Ich weiss nicht, wie ich weniger selbstkritisch sein könnte. Hast du mir da einen konkreten Vorschlag?

Kennst du das Konzept vom So-Sein zum Anders- Sein? Der Weg ist folgender: von der unbewussten Inkompetenz zur bewussten Inkompetenz (das schmerzlichste Stadium, da bist du gerade) weiter zur bewussten Kompetenz und schließlich zur unbewussten Kompetenz (die Kompetenz ist verinnerlicht). Es ist ein langer Weg, letztlich lebenslang. Ein Weg der Selbsterkenntnis ist oft nicht einfach.

Sehr interessantes Konzept... Ich hoffe ich erreiche die nächste Stufe so bald als möglich!

Du bist erst 19! Dein Leben wird in den kommenden Jahren gerade erst richtig anfangen. Ein Mann in deinem Alter, der schon unzähliche Frauen hatte, wird mit zunehmenden Alter und Frauenanzahl eher unattraktiv (finde ich zumindest).

Mir ging es eigentlich noch nie darum, alle Frauen ins Bett zu kriegen. Ich möchte in diesem Bereich einfach eine gewisse Kompetenz aufweisen können, damit die Partnersuche nicht zu einem unüberwindbaren Hindernis wird. Auch schadet es der Beziehung sicherlich nicht, wenn man sich nicht krampfhaft an diese Beziehung klammert, weil man weiss, dass man es sehr schwer haben wird, eine neue Partnerin zu finden, da man ja in diesem Bereich inkompetent ist.

Mensch! GRATULATION! Du hast Abitur und dann auch noch in allen Fächern so gute Noten!

Dankeschön, bin auch durchaus zufrieden mit meinem Abschluss :-)

Ist doch schonmal echt bemerkenswert, wieviele Gedanken du dir also machst für die Zukunft.

Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich bemerkenswert ist. Ich kenne niemanden in meinem Alter, der sich so viele Gedanken über seine Zukunft macht. Vielleicht sollte ich lernen, im Hier un Jetzt zu leben...

Mit lieben Grüssen

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