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Welche Psychopharmaka bei Neigung zu Long-QT?

P>astxa3 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich schreibe gerade in einer ziemlichen Notlage!

Ich bin Anfang 30 und neige seit meiner Kindheit zu starken Depressionen und allen möglichen Problemen aus der Ecke schizotype Störung. Ohne Psychopharmaka habe ich bisher immer meistens ziemlich schnell eine massive endoreaktive depressive Symptomatik entwickelt. Dies liegt zum einen an der Veranlagung und zum anderen an sehr schlimmen Dingen, die ich erlebt habe und Einschränkungen, die mir oft sehr zu schaffen machen. Sehr schnell kommen dann ganz starke Gedanken aus der Ecke "ich kann nicht mehr weiterleben" und "ich halte das nicht mehr aus". Psychotherapie hatte ich auch schon alle mögliche. Ich bin auch sehr sensibel.

Meine Frage richtet sich im Moment vor allem auf die Medikation.

Bis vor 2 Monaten habe ich mühevoll Cymbalta abgesetzt. Ich hatte dabei so heftige Brain-Zaps und Parästhesien. Gegen die Brain Zaps hat mit "Solunat No. 4" sehr gut geholfen, gegen die Parästhesien Vitamin B6.

Mein Psychiater würde sich sehr freuen, wenn ich es weiter ohne Psychopharmaka aushalten würde. In den vergangenen Wochen habe ich nach Rücksprache mit meiner Heilpraktikerin statt Psychopharmaka homöopatische Mittel wie Platinum Metallicum und Kalium Sulfuricum versucht. Da empfand ich nicht wirklich eine Wirkung. Es wurde auch noch Phytocortal N versucht, aber darauf bekomme ich manchmal ziemlich krasse psychotische Träumeund meine dann z. B. noch manchmal beim Aufwachen, dass wir schon das Jahr 2060 haben usw. Passionsblume und Aminosäurpräparate (Protein CS 160) halfen auch nicht wirklich. Zuletzt noch Rhodiolan. Brachte bisher auch nicht viel außer erhöhten Muskeltonus und etwas mehr Wachheit.

Seit ca. 1,5 Wochen (es gab einige besondere Belastungen und Trigger) bin ich oft wieder ganz unten. Sehr kritischer und gefährlicher Zustand! Starke depressive Gedanken und Unruhe. Habe deshalb gestern abend seit langem mal wieder 7,5 mg Mirtazapin genommen. Die nächsten Tage wollte ich mal Baldrian ausprobieren,

Ich werde morgen den Psychiater anrufen und ihn inständig darum bitten, dass wir doch wieder einen gewöhnliche Psychopharmaka-Einsatz machen und ich die Alternativsachen, die in Wechselwirkung treten könnten, weglasse.

Am liebsten wäre mir dabei aber eine Bedarfsmedikation, bei der auch das Risiko für Absetzerscheinungen nicht so groß ist, wie z. B. bei Cymbalta.

Das Problem ist dabei jedoch folgendes:

1) Ich darf laut Kardiologen keine Medikamente einnehmen, die die QT-Zeit verlängern können, da ich zu Long-QT neige bzw. wenn ich das tue, müssen engmaschige EKG-Kontrollen erfolgen

=> Fluoxetin (half mir eh nicht wirklich), Venlafaxin und ich glaube auch alle anderen SSRI sowie TZA fallen weg

atypische Neuroleptika fallen weg

Opipramol fällt weg

Lithium fällt weg

2) Mirtazapin (habe ich 2012 für 3 Monate genommen) hat entsprechend der EKG-Kontrollen die QT-Zeit nicht verlängert und wirkt auch sehr gut antidepressiv, jedoch verschafft es mir einen so starken Medikamentenüberhang, dass ich am nächsten Tag nicht Auto fahren und nicht arbeiten kann. Desweiteren habe ich darauf manchmal psychotische Gedanken und Träume und leichte Halluzinationen bekommen

3) Cymbalta hat mit 30 mg pro Tag häufig nicht ausreichend gewirkt. Bei 60 mg pro Tag wurde ich jedoch häufig aggressiv und leicht psychotisch

Antworten
BSru+mmbaerVchi


Hallo Pasta3,

so gern ich dir helfen würde – ich kann es nicht, aber vielleicht hat dein Arzt noch ein paar Medis im Kopf, die keine QT-Verlängerung auslösen.

Ansonsten: Zwischen 30 und 60 mg Cymbalta gibts ja noch einiges.. da muss jeder seine passende Dosis finden. Ich würde auch nicht so großen Wert darauf legen, dass dein Medi keine Absetzerscheinungen hervorruft. Du schreibst selber, dass du immer wieder depressiv wirst. Vielleicht solltest du dich daran gewöhnen, dass Cymbalta (oder welches AD auch immer) ein Dauermedikament wird, auch wenn du das jetzt nicht so gerne hören wirst.

Alles Gute @:)

P8aEst1a3


Hallo Brummbaerchi,

trotzdem vielen Dank für die Nachricht.

Bei Cymbalta ist das Problem, dass es Kapseln sind, die sich nicht teilen lassen. Vom Kügelchen herausnehmen hält der Psychiater nichts.

PiashtIax3


Ich hätte außerdem eine ergänzende Frage:

1. Gibt es hier jemanden, der sich wirklich gut mit dem Einsatz von Homöopathie / Schüssler-Salzen / Bachblüten bei psychischen Problemen auskennt?

Ich habe schon desöfteren gehört, dass z. B. Aurum oder homöopathische Lithium gut bei Depressionen sein soll. Aber in welcher Potenz und wieviel Globuli und wie oft am Tag?

Und es gibt ja noch einen ganzen Zoo weiterer Schüssler-Salze, Globuli, Komplexmittel und Bachblüten.

Freilich möchte ich mich nicht auf diese ganzen Verfahren alleine verlassen. Aber vielleicht ergänzend bzw. vielleicht genügt es ja irgendwann doch, Alternativ-Präparate einzusetzen und ich kann vielleicht einmal länger ohne Psychopharmaka auskommen.

Btrumom3baer4cxhi


Ah, wusste nicht, dass Cymbalta Kapseln mit Kügelchen sind.

Zu den Alternativ-Präparaten: Ich persönlich weiß nur, dass hochdosiertes Johanniskraut aus der Apotheke gegen LEICHTE Depressionen helfen kann.

Aber sind das bei dir auch leichte?

Was einigen meiner Klienten geholfen hat, um von Medis wegzukommen: täglich ein bisschen (45-60 Min.) Ausdauersport, aber den inneren Schweinehund muss man erstmal überwinden ;-D ... und auch nicht bei jedem wirkt es antidepressiv.

Von Globulis halte ich persönlich nichts, aber das muss jeder für sich ausprobieren... vielleicht können dir andere im Forum ja von Erfahrungen berichten.

Pyastga3


ich habe mal für ca. 4 Monate 1300 mg Laif-Johanniskraut/Tag genommen. Da hatte bei mir Null Wirkung, außer dass es auch die QT-Zeit ziemlich stark verlängert hat. Während der Johanniskraut-Einnahme wurde bei mir das erste Mal die erhöhte QT-Zeit festgestellt (von ca. QTc von ca. 350 ms rauf auf 480 ms).

Ich bin außerdem mit 1300 mg Laif pro Tag wieder in eine extrem schwere depressive Episoder reingerutscht.

P>ustehbluDme65


Diese ganzen Kräuter (afrikanische Schwarzbohne, Johanneskraut, Rosenwurz usw) sind hilfreich bei leichter Depression oder zur Phasenprophylaxe. Bei wirklich ausgewachsenen Depressiven Episoden sind sie nicht hilfreich, so meine Erfahrung.

Ich denke auch, Das du dich auf eine dauerhafte AD-Einnahme einstellen solltest.

stchnjeckre198x5


Ich nehme auch schon seit fünf Jahren verschiedenes für die Psyche ein und was soll ich sagen? Es geht bei mir halt nicht ohne.

Sicherlich möchte niemand sein Leben lang Medikamente nehmen, aber für mich persönlich ist dies das kleinere Übel, weil ich ohne Medis nicht klarkomme. Für Menschen, die eine einmalige depressive Episode haben, ist es praktikabel später wieder ohne Medikamente zu leben, wenn man jedoch eine schwere rezidivierende Depression hat, dann kann es gut sein, dass man lebenslang Medis schlucken muss.

Nicht umsonst sollte man Medis mindestens 6-12 Monate nach dem Verschwinden der letzten Symptome weiternehmen. Wenn die Symptome also nicht verschwinden, dann gibt es erstrecht keine Indikation für ein Absetzen.

rueanu0lxl


Das sehe ich ebenso. Ich kenne mit mit Homöopathie gut aus, aber setze sie niemals ein bei stärkeren psychischen Problemen und ich kenne eigentlich auch keinen Homöopathen, der so verantwortungslos wäre, sie als alleinige Therapie einzusetzen. Das Problem von Heilpraktikern (so sehr ich sie in anderen Dingen schätze) ist, dass sie sich leicht überschätzen – und zwar insbesondere die, die wenig Erfahrung haben.

Hast Du das hier schon gelesen?

[[http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53247/QT-Intervall-Unterschiedliche-Auswirkungen-von-Antidepressiva]]

Darin sind zwei Wirkstoffe aufgeführt, die die QT-Zeit nicht verlängern bzw. sogar verkürzen. Schlage diese doch Deinem Psychiater vor.

Piastja3


hmm

also Citalopram hat bei mir die QT-Zeit verlängert. Escitalopram wurde noch nicht probiert. Bupropion wurde noch nicht probiert.

Laut dieser Liste [[http://www.azcert.org/medical-pros/drug-lists/list-01.cfm?sort=Generic_name]], dich für eine der besten halte, verlängert aber auch Escitalopram die QT-Zeit.

Bupropion war bisher noch nicht so angedacht, vielleicht auch deswegen, weil ich es eher im dem Serotonin habe, als mit dem Dopamin und wegen der möglichen anderen UAW.

Zudem ist wohl eine zu kurze QT-Zeit noch viel gefährlicher als eine zu lange.

Z_wakck44


Wenn Du Dir aus der Apotheke Leerkapseln besorgst, kannst Du aus einer 30er und einer 60er Cymbalta-Tablette zwei 45er Tabletten "bauen".

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