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Bester Freund nervt

A?non.ymuhs04 hat die Diskussion gestartet


Komisch aber wahr:

Ich habe vor ein paar Monaten angefangen, mir ein größeres Selbstwertgefühl anzueignen, da ich davon früher kaum bis gar nichts besaß. Ich habe da auch schon ziemliche Fortschritte gemacht, auch wenn man es von außen vlt nicht so sehr sieht, aber ich merke es selber und nur das ist ja eig. wichtig. Nun ist das Problem, dass ich seit ein paar Wochen, genau das in meinem Umfeld beobachten kann. Dinge, die früher total normal waren für mich, sehe ich heute als Anzeichen für ein ziemlich geringes Selbstvertrauen.

Wie bei meinem besten Freund zum Beispiel. Früher hat es mich nie sonderlich gestört, aber seit ein paar Wochen nervt es mich extrem, dass er immer genau das tun muss, was ich auch tue: habe ich aufgegessen ist er plötzlich auch satt, habe ich einen Kaugummi nimmt er auch einen, auch entscheidet er sich öfter für dasselbe wie ich bzw. so etwas ähnliches ...

Aber kann ja nicht nur daran liegen, dass er mir alles nachmacht. Er ist auch ein wenig faul und sitzt die meiste Zeit vor seinem PC rum und spielt irgendwelche Spiele, viele Hobby hat er nicht und er probiert auch nicht groß was neues aus und wenn, dann gibt er schnell wieder auf, weil es ihm keinen Spaß macht.

Länger als ein paar Stunden kann ich nicht mit ihm zusammen sein, weil ich dann irgendwann schon ein wenig genervt bin. Er ist ja mein bester Freund und ich lade ihn ja noch gerne ein und gehe auch gerne noch z.B. auf seine Geburtstagsfeier und so, aber ich kann ihm ja auch nicht direkt, dass er mich nervt. Und dadurch, dass ich mir ja gerade eine größeres Selbstwertgefühl antrainiere, merke ich ja auch bei ihm, das er davon nicht sehr viel besitzt. Aber ich kann ihn ja nicht so direkt darauf ansprechen oder?

Antworten
uRww_ox62


Hallo Anonymus04,

dir ist schon klar, was "man" bei Freundschaft u. Beziehung unter Spiegeln versteht?

Ich denke mal, dein bester Freund empfindet "etwas" mehr als Freundschaft für dich.

lg

Uwe

A'nonymVus0x4


Hm, kann ich mir bei ihm nicht so wirklich vorstellen ...

L~ewi6an


Anonymus04

Aber ich kann ihn ja nicht so direkt darauf ansprechen oder?

Koenntest du schon, aber es fragt sich, ob was Gutes dabei herauskommt. Du kannst ihn ja nicht aendern. Es ist sein gutes Recht, ein Kaugummi zu essen, wann er will, und sei es, wenn du auch gerade eins isst. Es ist auch dein Recht, genervt zu sein, und auch, ihm das zu sagen, bloss frage dich, was du damiot erreichen willst, und ob das realistisch ist.

Letzten Endes musst du entscheiden, was fur eine Rolle du ihm in deinem Leben zugestehst. Wenn es dich nervt, laengere Zeit mit ihm zusammen zu sein, musst du halt dafuer sorgen, dass das nicht passiert. Du koenntest ihm z. B., ohne an ihm persoenlich herumzukritteln, sagen, dass du mehr Abstand brauchst, und ihn dann seltener sehen. Evtl. entspannt sich deine Einstellung zu ihm dann ja und es wird wieder besser. Vielleicht auch nicht; vielleicht orientierst du dich neu, was Freunde betrifft.

Dinge, die früher total normal waren für mich, sehe ich heute als Anzeichen für ein ziemlich geringes Selbstvertrauen.

Du bist nicht dafuer zustaendig, seine Psyche zu diagnostizieren. Ich denke, was wirklich wichtig ist dafuer, wie es mit eurer Freundschaft von dir aus weitergeht, sind deine Gefuehle, deine Lebensfreude, und was gut fuer dich ist; nicht was du ueber sein Selbstvertrauen denkst.

Abno6nuymuusx04


Vielleicht auch nicht; vielleicht orientierst du dich neu, was Freunde betrifft.

Wir sind jetzt schon seit 15 Jahren befreundet, also seit der 3. Klasse. Wir sind wirklich sehr gute Freunde und wir haben beide nicht sehr viele Freunde und wollen den jeweils anderen auch nicht verlieren. Wir haben echt schon ziemlich viel zusammen durchgestanden und einmal wäre sie sogar fast (!) zerbrochen, aber auch das haben wir hingegekriegt und uns wieder zusammen gerauft. Vielleicht sollte ich mich auch nicht zu sehr darein steigern.

Dinge, die früher total normal waren für mich, sehe ich heute als Anzeichen für ein ziemlich geringes Selbstvertrauen.

Du bist nicht dafuer zustaendig, seine Psyche zu diagnostizieren.

Ich merke das nur eben selber im Moment, weil ich ja auch gerade dabei bin mein Selbstwertgefühl zu verstärken, deshalb sehe ich das gerade bei anderen, weil ich ja jetzt dadurch die Anzeichen und Merkmale dafür kenne...

Lvew:ian


Anonymus04

Wir sind jetzt schon seit 15 Jahren befreundet, also seit der 3. Klasse. Wir sind wirklich sehr gute Freunde und wir haben beide nicht sehr viele Freunde und wollen den jeweils anderen auch nicht verlieren. Wir haben echt schon ziemlich viel zusammen durchgestanden und einmal wäre sie sogar fast (!) zerbrochen, aber auch das haben wir hingegekriegt und uns wieder zusammen gerauft. Vielleicht sollte ich mich auch nicht zu sehr darein steigern.

Menschen aendern sich. Man kann das Alte nicht festhalten, so wie es war. Ich denke, um ueber lange Zeit eng befreundet sein zu koennen, muss man in der Lage sein, sich immer wieder mal "neu zu erfinden". Also dass sich die Beziehung in einer Weise aendert, dass sie zu den Veraenderungen passt, die beide im Leben haben. Ich denke schon, dass du das Problem, was du mit ihm im Moment hast, nicht vor dir selber verdraengen solltest. Es ist eine Aufgabe fuer dich und eure Freundschaft, herauszufinden, wie ihr euch auch weiterhin wertvoll sein koennt. Vielleicht ist es nicht so einfach wie es scheint, bloss weiterzumachen als sei alles so wie frueher.

Ich merke das nur eben selber im Moment, weil ich ja auch gerade dabei bin mein Selbstwertgefühl zu verstärken, deshalb sehe ich das gerade bei anderen, weil ich ja jetzt dadurch die Anzeichen und Merkmale dafür kenne...

Das ist ja auch einleuchtend und normal. Aber mach dir nichts vor: Es ist Teil deiner Auseinandersetzung mit dir selber und ein Zeichen, wo du stehst und was deine Entwicklung im Moment ist. Es ist nicht an dir, zu entscheiden, ob deine Richtung fuer ihn auch die richtige Richtung ist.

Koonj#ok


Das Hauptproblem bei deinem Bestfriend ist eine schwache Persönlichkeit|Individualität. Ich beobachtete dieses Merkmal auch bei Kollegen mit einer Charakterstärke.

Konfrontiere ihn mit seiner Andersmeinungbildung, dass er etwas anders als du sieht, gegen deine Flußrichtung.

I[ndi{vidua$list


Wenn dein gewachsenes Selbstwertgefühl noch relativ neu ist, ist es vielleicht noch nicht wirklich integraler und gesicherter Bestandteil deiner Persönlichkeit, sondern sozusagen noch in einem Experimentalstadium und ein bisschen "künstlich". Entwicklung verläuft ja oft in Schüben, und manches wird zunächst ausprobiert, auch hinsichtlich seiner Wirkung auf andere bzw. in Abgrenzung von anderen, bevor man nach und nach zunehmend wirklich in sich ruht und seiner selbst sicher ist, auch ohne unmittelbares Feedback.

Selbstwertgefühl kann man sich ja nicht einfach vornehmen oder "einschalten" – es muss entlang der eigenen Lebenserfahrungen wachsen. Vielleicht bist du noch in dieser vorläufigen Ausprobier-Phase, wo du noch nicht vollständig in dir ruhst, sondern dich doch noch recht stark durch andere definierst – sei es nun durch deren Reaktion oder auch in Abgrenzung von ihnen. Wenn sich dein Selbstwertgefühl mit der Zeit konsolidiert, wirst du unabhängiger davon – und entweder gelassener mit den Schwächen anderer umgehen können, oder vielleicht auch erkennen, dass ihr euch zu sehr auseinander entwickelt habt, um noch beste Freunde sein zu können – auch das gibt es ja. Oder lächelnd erkennen, dass ihr gar nicht so unterschiedlich seid, und dich an dem Freund genau die Aspekte stören, die du in Wahrheit an dir selbst nicht leiden kannst. Oder, oder, oder...

Alles normal also, denke ich. Versuche mit der Zeit dahin zu kommen, dass Erforschen und Verstehen(wollen) wichtiger wird als Verurteilen. Dann bist du wirklich stark.

A+nonyxmus04


Hey Individualist, danke für die nette Antwort. Also ich bin ja eigentlich noch lange nicht fertig. Ich hab ja ein Buch bekommen, in dem Schritt für Schritt durch zig verschiedene Übungen zu einem größeren Selbstwertgefühl verholfen wird und auch viel darüber erzählt wird, also woher das kommt, welche Ursachen das haben kann und, und, und ...

Und in diesem Buch bin ich grad mal zu Hälfte durch, also hat sich das noch lange nicht gefestigt, aber ich bleib da auf jeden Fall dran.

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