» »

Braucht man Ziele im Leben?

_~ParvaOtix_ hat die Diskussion gestartet


Mein Therapeut fragte mich kürzlich, was ich für Ziele im Leben ich hätte und was für ein Lebensziel ich verfolge. Ich muss gestehen, ich war ziemlich überrollt. Wusste keine Antwort, weil ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht habe.

Er meint, dass Ziele im Leben wichtig seien. Aber ist das tatsächlich so? Ich hatte im Grunde noch nie ein spezielles Ziel verfolgt. Ich bin eher spontan und lasse alles auf mich zukommen. Gut, ich habe durchaus Wünsche, welche aber nicht zwingend erfüllt werden müssen. Ich weiß nicht... wenn ich mir jetzt plötzlich Ziele setzen würde, dann würde ich mich irgendwie eingeengt und unter Druck gesetzt fühlen ":/ Außerdem wüsste ich noch nicht einmal, was ich mir denn für Ziele setzen sollte ":/

Wie seht ihr das Ganze? Verfolgt ihr selbst Ziele? Oder gibt es unter euch auch welche, die so planlos durchs Leben laufen wie ich?

Antworten
THestraxle


Ja ich, komisch, ich es gibt eigentlich nichts, was ich wirklich als erstrebenswertes Ziel ansehe. ich will einfach nur ein zufriedenes Leben, mit mir selbst im reinen zu sein. Aber das schein sogar manchen Therapeuten "zu wenig" zu sein...

AslctersPack5x6


Ich glaube das man ohne Ziele im Leben Zeit verschwendet.

Bedenke das deine Zeitspanne in der du was erreichen kannst ziemlich begrenzt ist.

MfG

TTesatraxle


Und die meisten Leute die ich kenne, deren Ziele sind tatsächlich austauschbar, es scheint heutzutage ein Art von Katalog zu geben, aus dem man sich gefälligst Ziele auszusuchen hat. Auto, Karriere, Kinder, Haus, jedes Jahr Urlaub, wie gesagt, jeder hat die selben, austauschbaren Ziele und dennoch fühlen sich alle als unglaublich "individuelle" Wesen.

Für mich sind das nur Ausreden, damit man beschäftigt ist und sich nicht über die "eigentliche Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz" Gedanken machen muss!!!

wHohlf'ormu7lierxt


"Ziele im Leben" – das klingt natürlich sehr bedeutungsschwanger.

Natürlich gibt es Leute, die in den Tag hinein leben und offenbar zufrieden sind. Aber diese Leute gehen auch nicht zum Therapeuten. Wer zum Therapeuten geht – was ich auch gemacht habe – tut das ja meist, weil er mit etwas in seinem Leben unzufrieden ist.

Und dann ist die Frage durchaus berechtigt: "Okay, da wo sie jetzt sind, sind sie offenkundig nicht zufrieden. Wo wären Sie denn gerne statt dessen? Wo soll es denn hin gehen?" Wenn Dir dazu nicht gleich was einfällt, muss das nicht schlimm sein. Manche Leute – mich eingeschlossen – brauchen halt eine Zeit lang, bis ihnen klar wird, wo sie hin wollen.

Und die, die scheinbar so ziel- und planlos zufrieden sind, haben dafür wohl zwei mögliche Gründe:

1. Es läuft in ihrem Leben schon vieles so, wie es ihnen gefällt, ODER:

2. Es läuft zwar nicht gut, aber sie verdrängen das.

RwightNxow


Ich finde schon das man sowas wie Ziele im Leben braucht. Allerdings denke ich da eher an einen groben Lebensweg den man einschlagen möchte.

Ich zum Beispiel möchte gerne verschiedene Reisen in verschiedene Länder machen. Das sind beispielsweise meine Ziele und auf dieser arbeite ich hin. Diese Ziele sind für mich jetzt nicht über lebenswichtig aber ich wäre sehr traurig wenn ich nicht wenigstens einen Teil dieser Reisen machen könnte.

Was ich auch irgendwann in Zukunft machen möchte: Surfen und Tauchen lernen.

Das sind einfach Dinge die ich mir vor Augen führe wenn ich einen schlechten Tag habe und am liebste alles hinschmeißen möchte :-)

Und Ziele können auch sein sich vor zu nehmen sich jeden Abend dafür Zeit zu nehmen sich was Gutes zu tun.

Ich finde Ziele sind etwas worauf man sich freuen kann und die einen manchmal aus doofen Gedanken raus bringen können. ;-)

S.chlitz)auge96x7


Na, also: wenn ich einen Partner suche, ist mein Ziel, jemanden zu finden, der diese oder jene Interessen und den und den Charakter hat. Stelle ich fest, dazwischen liegen Welten, kann es nicht mein Ziel sein, nur um einen Partner zu haben, daran festzuhalten.

Mein Ziel ist es, mir das Leben gut zu gestalten, das zu machen, was mir gut tut.

Ich mache oft Visualisierungen, zum Beispiel mit Reisen. Habe nicht mal Geld dafür, gewinne dann aber erfreulicher Weise öfter mal ne Reise. Bislang 6 Stück in den letzten 10 Jahren. Die letzte war nach Hamburg, die nächste geht nach Barcelona.

Das Leben hat so viel zu verschenken, ich ziele auf genau so was ab.

Ecl_eonoxra


Ich glaube weniger das Ziele, sondern eher Beschäftigungen wichtig sind.

Eigentlich ergeben sich ja Ziele aus dem, was man gerne tut. Wie groß diese Ziele sind ist da relativ.

Als Beispiel:

Drei Menschen sind zeichnerisch/künstlerisch begabt und üben es auch gerne aus. Nun könnte für den einen ein Wunsch/Ziel sein, einen eigenen Comic zu zeichnen. Der nächste strebt für sich an, immer besser zu werden. Der dritte könnte sich als Ziel gesetzt haben, Künstler zu werden.

Selber Ausgangspunkt, verschieden große Ziele.

Am Ende geht es wieder um Zufriedenheit.

mnimosxe7


Also solange ich denken kann ... hatte ich immer irgendwelche Ziele ... als Kind zum Beispiel hatte ich das Ziel irgendwann mal erwachsen zu werden ... in der Schule in bestimmten Fächern gute Noten und einen guten Abschluss zu bekommen ... dann folgte irgendwann das Ziel einen bestimmten Beruf zu erlernen und abzuschließen, auszuüben ... danach das Ziel mir eine Familie zuzulegen ... einen Mann und Kinder (das Ziel hatte ich mir eigentlich schon in der Kindheit gesetzt)...dann gab es so kleine Ziele wie Laster abgewöhnen ... auch mal abzunehmen (obwohl das nie notwendig war) ... als ich noch jünger war auch das Ziel Dinge zu erlernen die ich können wollte (Kochen, Tanzen, einige andere Sportarten)usw. und derzeit habe ich auch wieder das eine oder andere Ziel ... was ich mir gesetzt habe. :)z

WEode housqe


Ich sehe es so wie Eleonora. Keine Ziele, sondern das, was einem wichtig ist. "Find what you love and let it kill you" (Ch. Bukowski): Meiner Meinung nach ist das ein Schlüssel zur Zufriedenheit. Ob es Musik, Tanz, Photographie oder was auch immer ist, man muss ihn nur finden.

mGimosex7


Und ja ... ich denke man braucht Ziele im Leben! :)^

nLevertphe<lesxs


Man kann natürlich "existieren", indem man nur das macht, um zu "überleben". Irgendwie Geld verdienen, essen, trinken, schlafen. Aber macht das glücklich? Ich denke nicht. Daher ist die Frage durchaus berechtigt. Was macht mein Leben lebenswert? Was brauche ich, um ein gehaltvolles Leben zu führen und wie gebe ich meinem Leben einen Sinn. Klar sind diese Lebenswünsche/-ziele bei vielen Menschen identisch. Aber das ist auch gar nicht wichtig, ob man nun super individuelle Lebensträume hat oder es ein 0815-Leben wird. Denn gerade ein gehaltvoller Job (nicht im Sinne von viel Gehalt – aber das vielleicht auch), Traumpartner und Familiengründung übersteigt das bloße überleben doch schon.

Manchmal sind es auch einfach die einfachen Dinge im Leben, die das Leben lebenswert machen. Zum Beispiel ein gutes Hobby oder kleine Erfolge (ein Sportturnier gewinnen wollen).

Und du kannst mir nicht erzählen, dass dein Leben bisher nur bloßes überleben war :)* Ansonsten gestalte dir dein Leben ab jetzt.

Mach dir einen Plan für die Zukunft. Du kannst es dir auch gerne aufschreiben. WAS will ich auf jeden Fall? Was will ich in GAR KEINEM Fall in den nächsten Jahren/Jahrzehnten erreichen? Wie sieht mein Leben in 5/10/20 Jahren wohl aus?

Mach dir Gedanken. Das hilft!

LG,

nevertheless

_KPaMrv5atix_


@ Testrale

ich will einfach nur ein zufriedenes Leben, mit mir selbst im reinen zu sein.

Genau so sehe ich es auch :)^

Aber das schein sogar manchen Therapeuten "zu wenig" zu sein...

Ich denke, wenn ich meinem Therapueten das nächste Mal sagen würde, dass ich einfach nur ein zufriedenes und glückliches Leben führen will, dann wäre ihm das wohl auch zu wenig. Er will einfach wissen, was ich mal der Welt hinterlassen will. Und da antwortete ich ihm trotzig darauf: "Ein Häufchen Asche." und er schaut mich darauf nur entgeistert an.

Ja, mein Gott... Was soll ich denn der Welt hinterlassen? Will und muss ich ihr etwas hinterlassen? Ist doch Käse sich mit solchen philosophischen Unsinn auseinander zu setzen %-| Ich habe andere Probleme als mich mit ihm über den Sinn des Lebens zu unterhalten.

@ wohlformuliert

Natürlich gibt es Leute, die in den Tag hinein leben und offenbar zufrieden sind. Aber diese Leute gehen auch nicht zum Therapeuten. Wer zum Therapeuten geht – was ich auch gemacht habe – tut das ja meist, weil er mit etwas in seinem Leben unzufrieden ist.

Und dann ist die Frage durchaus berechtigt: "Okay, da wo sie jetzt sind, sind sie offenkundig nicht zufrieden. Wo wären Sie denn gerne statt dessen? Wo soll es denn hin gehen?"

Es kommt, denke ich, darauf an, weswegen man eine Therapie macht. Ich mach eine Traumatherapie auf Grund einer PTBS. Ich bin in Therapie, weil ich lernen will, mit den Erinnerungen an die Traumata umzugehen. Das mag vielleicht auch ein Ziel sein, aber keins, was ich mir jetzt bewusst gesetzt hätte. Aber darum geht es meinem Therapeuten auch nicht. Es geht auch eher allgemein um mein Leben und was ich daraus machen will. Nur ich verstehe nicht, was das mit der Traumatherapie zu tun haben soll ":/

@ nevertheless

Man kann natürlich "existieren", indem man nur das macht, um zu "überleben". Irgendwie Geld verdienen, essen, trinken, schlafen. Aber macht das glücklich?

Im Grunde bin ich schon darüber glücklich, überhaupt leben zu dürfen.

Glücklich sein definiert sicher auch jeder anders. Sich glücklich fühlen, ist ja immer eine Einstellungssache. Mir reichen dafür schon die kleinen Dinge im Leben aus, z.B. ein zwitschernder Vogel am Morgen.

Job, Karriere, Familie, ein Haus oder Reisen sind da für mich eher nebensächlich.

Mach dir einen Plan für die Zukunft.

Ich finde es nicht wirklich erstrebenswert nach irgendeinem Plan zu leben. Am Ende hält man sich eh nicht daran. Ich zumindest würde mich so einschätzen.

MXadaUme JChar"enton


Zufriedenheit, glücklich sein etc. – auch das sind Ziele! mein Lebensziel ist es nie etwas zu bereuen und als alte Dame sagen zu können " ich habe das Leben voll ausgekostet".

wenn das deinem Therapeuten bei dir nicht reicht dann aus gutem Grunde, oder er hat ein anderes Weltbild als du und scheint deines nicht zu akzeptieren.

hast du den einen Job? oder machst du eine Ausbildung?

_{Parv,atiB_


@ Madame Charenton

hast du den einen Job? oder machst du eine Ausbildung?

Ich bin schon seit 1 1/2 Jahren nicht erwerbsfähig. Nicht nur wegen der PTBS sondern auch wegen chronischen Schmerzen. Wenn es mir wieder besser geht, dann will ich mich wahrscheinlich auch beruflich umorientieren.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH