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Organisation einer Therapie

F3lyincg wi+tho}ut wingxs


Hier war ja einiges los… *:)

@ mond + sterne

Auch die Meinung der Leute aus der Beratungsstelle hat bei Dir ein großes Gewicht. Das kann ich nicht so recht nachvollziehen.

Du hast Recht – ich kenne diese Menschen überhaupt nicht und nehme ihre Meinung dennoch ernst. Ich habe mir darüber echt eine Weile Gedanken gemacht, ob das tatsächlich richtig so ist. Natürlich sollte ich der Meinung meiner Eltern auch Gewicht geben und das mache ich auch, jedoch befürchte ich, dass sie mich aus meiner Sackgasse so allmählich nicht mehr hinaus holen können.

Ich suche ja Wege an Licht – nur weiß ich noch nicht genau wo ich den finde und wie ich den am besten gehe.

Die Sache mit der Therapie und der farbenfrohen Welt: Da habe ich mich vielleicht echt ein bisschen blöd ausgedrückt – ich brauche nur immer ganz viele Metaphern, weil ich so schlecht über mich reden kann. Mir ist schon bewusst, dass da niemand mit einem Zauberstab zückt oder so (wir hatten zum Thema Psychotherapie im letzten Semester einen ausführlichen Kurs) und mir ist auch bewusst, dass das ein Schuss in den Ofen werden kann und vielleicht ist genau da der Haken: Ich will einfach nicht noch mehr verlieren. Von daher ist da irgendwie auch ein bisschen merkwürdig, dass ich mir dieselben Fragen stelle, wie Leute, die Psychotherapie nie von der wissenschaftlichen Seite her (klingt blöd, ich weiß) betrachtet haben, wo ich doch eigentlich wissen müsste, wann eine Therapie gefragt ist und was sie leisten kann. Wenn ich das aber auf mich selbst beziehe, bin ich mir da so unsicher.

@ Saldo

Denkst Du, das kann stimmen oder lügen die dich an? Wissen die, wovon sie reden?

Naja, allgemein habe ich es nicht so mit dem Vertrauen in andere Menschen und ehrlich gesagt überfordert mich das schon ein bisschen. Ich denke aber dennoch, dass ich dem, was diese Menschen sagen schon grundsätzlich trauen kann – ich weiß nur nicht, ob sie tatsächlich dort einen Überblick haben, wo ich eben keinen Überblick habe.

Im Grunde genommen hätten sie persönlich ja nichts davon mir eine Therapie zu raten, sofern sie nicht gerade mit irgendwelchen Therapeuten kooperieren, zu denen sie die Leute vermitteln wollen. Aber da ich das ja selbst regeln muss, fällt das ja auch heraus.

@ Braunauge

Naja – wo fängt individuelles Leiden an? Mir geht es schon nicht gut im Moment, aber etwas in mir sagt, dass es mir eben noch zu gut geht und es so viele andere Menschen gibt, denen es schlechter geht und die es auch schaffen. Vielleicht ist diese Argumentation echt Blödsinn, aber ausschalten kann ich den Gedanken auch nicht.

@ Schnecke

Danke für deinen letzten Beitrag. Irgendwie trifft es den Nagel auf den Kopf. Ich eiere herum und weiß nicht, ob ich das nicht alles ein bisschen zu dramatisch sehe, gleichzeitig sehe ich, dass ich in den letzten Wochen auch rein körperlich erschreckend abgebaut habe – Menschen, die mich nur wenige Wochen nicht gesehen haben fragen, wie ich das angestellt habe.

Ja, ich stehe irgendwie auf der Schwelle: Ein Teil von mir sagt, dass jemand, der immer alles irgendwie hinbekommen hat jetzt nicht aufhören wird vorwärts zu gehen, aber ein anderer Teil fragt, ob nicht beides geht: Vorwärts gehen und dabei ein bisschen mehr von diesem Leben mitbekommen. Und letzten Endes weiß ich nicht, ob eine Therapie fürs erste nicht für noch mehr Chaos sorgen würde und ob ich das überhaupt aushalten würde, ohne, dass das Studium leidet.

Ich glaube, ich werde noch lange brauchen, bis ich mal eine Entscheidung habe, die wirklich endgültig ist – ich war sowieso noch nie entscheidungsfreudig, aber das bringt mich an meine Grenzen.

Danke für all eure Beiträge und Gedankenanstöße :-)

sychnehcke19x85


Danke für deinen letzten Beitrag. Irgendwie trifft es den Nagel auf den Kopf.

Das freut mich, dass ich mit meiner Einschätzung nicht ganz daneben gelegen habe :)_ Dieses "Herumgeeiere, wie du es nennst, kann auch Teil der Depression / psychischen Missempfindungen sein und muss nicht zwingend "dein Charakter" sein. Die letzte Zeit, bevor ich in Therapie ging, hab ich so unglaublich viel Zeit darauf verwendet zu planen, was ich wie wann mache – und kam dem Pensum einfach niemals hinterher. Das war so extrem frustrierend – man liegt nie abends mit dem guten Gefühl "Heute hab ich was geschafft!" im Bett, sondern grübelt über alles, was man morgen aufholen muss. "Ein bisschen mehr hätte ich ja machen können!", dauernd ein schlechtes Gewissen. Wenn ich mal einen Film angeschaut habe, dann hab ich mich bei meinem Freund für meine Faulheit entschuldigt. Im Grunde habe ich mich dauernd bei anderen entschuldigt, weil ich für mich selbst nie zufrieden war, nie genug geleistet habe. Bei mir ist dieser Spleen aber auch anerzogen, meine Mutter ackert auch jenseits von Sinn und Verstand, auch wenn sie körperlich krank ist. Ja, krank sein. Das kannte ich auch nie. "Krank" war ja immer nur eine Ausrede, um faul zu sein. Da bin ich dann mit Blasenentzündung und Vaginalpilz gleichzeitig in der Vorlesung gesessen und hab auf einen Bleistift gebissen, um bis zum Schluss durchzuhalten.

Ich glaube, bei dir ist auch der Sinn für die "Eigenpflege" abhanden gekommen oder wurde dir nie anerzogen :)_

Vorwärts gehen und dabei ein bisschen mehr von diesem Leben mitbekommen.

Das geht, trotz Studium! Weißt du, du wirst nie einen Orden oder ein Lob kriegen, weil du so schnell mit dem Studium durch warst. Wahrscheinlich bringt es die Leute in deiner Umgebung eher dazu sich zu denken "Der geht eh alles leicht von der Hand, also keine Anerkennung verdient!". So wars jedenfalls bei mir. Nochmal ein kleiner Denkanstoß: Ist das schnelle fertig-werden dir in deinem Herzen wichtig oder tust du es, um (implizite) Ansprüche anderer zu erfüllen? Das Studium an sich ist hier nicht das Hauptproblem (auch wenn du es gerade so siehst), aber danach kommen auch noch ein paar Jahrzehnte Leben... und die Verhaltensmuster hören mit dem Studium nicht auf.

gleichzeitig sehe ich, dass ich in den letzten Wochen auch rein körperlich erschreckend abgebaut habe

Klares Warnsignal! Ich mache mir bei dir vor allem akut Sorgen um den Schlaf... der ist sooo wichtig, um fit und bei klarem Verstand zu sein. Ich hab mal irgendwas von 4 Stunden täglich bei dir gelesen... das ruiniert dich mit Garantie körperlich und seelisch. Ich hab das mal so ein halbes Jahr lang gehabt, jede Nacht nur an die 4 Stunden. Geendet hat das Ganze in der Psychiatrie und schwersten, schwersten Depressionen.

Und letzten Endes weiß ich nicht, ob eine Therapie fürs erste nicht für noch mehr Chaos sorgen würde und ob ich das überhaupt aushalten würde, ohne, dass das Studium leidet.

Bungee-Seil... Was wäre, wenn du mit dem Studium kürzer treten müsstest? Glaubst du, es würde dir besser oder schlechter gehen? Was wäre der worst-case? Ich glaube, da hast du mehr Angst, als es angemessen ist. Aber klar, du kennst es nicht anders. Versuch den Gedanken doch mal im Kopf durchzuspielen.

Was dir auch klar sein sollte: Auch mit Therapie geht es einem nicht sofort besser. In deinem Fall bin ich geneigt zu sagen, dass du von einer Medikation profitieren könntest, die dich überhaupt erst aufnahmefähig für eine Therapie macht. Ab einem gewissen Punkt ist dies durchaus in Betracht zu ziehen, wie gesagt, viele wären ohne Medis zu fertig für eine Therapie. Das könnte erstmal den akuten Leidensdruck (den ich hier wirklich lese und sehe, als Außenstehende mit einem mini-Einblick) etwas lindern. Ehrlich gesagt: Ich bin entsetzt über deine desolate Verfassung, über deine Gefangenschaft in dir selbst... das ist kein Vorwurf, aber mal meine Einschätzung der Lage. Es tut mir weh, dich so gefangen zu sehen... :°_ :°_ :°_

Für mich war der Entschluss zur Therapie genau mit dem gleichen Gedanken gekoppelt wie bei dir: "Was wäre, wenn ich es viel einfacher haben könnte? Wenn mir der Arzt was von dieser bleiernen Müdigkeit wegmachen könnte? Wenn dieser Schinder in mir gar nicht ich bin, sondern nur eine Krankheit, die mir was ins Ohr flüstert?"

Ich bin jetzt nach drei Jahren wieder im Studium (toitoitoi) und es geht mir auch unter dieser "Belastungssituation" besser im Vergleich zu früher, vom Zeitmanagement als auch vom Antrieb her. Klar ist manches immer noch mühsam, aber nicht mehr mit diesem unglaublichen Bleiklumpen im Bauch verbunden.


Falls ich zuviel von mir geschrieben habe, sorry. Aber vielleicht kannst du doch den einen oder anderen Gedankengang für dich mitnehmen. Du musst dich ja nicht sofort für eine Therapie entscheiden, du könntest auch mal ganz unverbindlich beim Hausarzt vorstellig werden. Einen Termin beim Psychiater kriegt man in der Regel innerhalb von ein paar Wochen (mit Überweisung). Das könnte dir vielleicht helfen, deine Optionen auszuloten und die Frage zu klären, was eigentlich genau bei dir los ist. Ich denke, das könnte viel Unsicherheit und schlechtes Gewissen von deinen Schultern nehmen. Weitere Schritte kannst du dann immer noch abwägen, es wäre nur eine Einschätzung vom Fachmann.

Alles Gute und schlaf schön! :)* :)_

mwond4+st\erxne


Ich wünsche Dir viel Glück auf Deinem Lebensweg. :)*

FklyinJg witohout4 winxgs


Was wäre der worst-case?

Ich glaube, das wäre für mich wirklich durch die Prüfungen zu fallen.

Das Studium ist das, was über die Jahre übrig geblieben ist, etwas, in dem ich trotz allem noch gut genug bin. Ich habe ja auch schließlich viele Stunden am Tag Zeit, mich damit zu beschäftigen, anderes geht ja kaum und da bekomme ich es trotzdem irgendwie hin.

Für mich ist das Studium so relativ die einzige Möglichkeit Boden unter den Füßen zu gewinnen. Wenn die Panik mich zu sehr überkommt oder mir alles wieder über den Kopf wächst, dann setze ich mich hin und lerne und manchmal erst nach vielen Stunden merke ich, wie es dadurch ruhiger in mir wird.

Auch mit Therapie geht es einem nicht sofort besser

Das ist mir schon klar – meistens geht es einem wahrscheinlich sogar noch schlechter…

Ich weiß auch ehrlich gesagt immer noch nicht, ob es das Richtige für mich ist. Es war ja einst nur mal eine Anregung, die an mich herangetragen wurde, das heißt ja nicht, dass ich das mit aller Gewalt umsetzen muss.

In deinem Fall bin ich geneigt zu sagen, dass du von einer Medikation profitieren könntest

Naja, das will ich nun nicht so unbedingt. Ich habe zwar gelernt, dass das per se erst mal nichts Schlimmes ist und erst mal helfen kann, aber dennoch: Es wäre sozusagen die Grenze nach der Grenze. Medikamente nimmt man, wenn man krank ist und ich habe ein Problem damit mich als krank zu bezeichnen.

***

Ansonsten ist es im Moment auch wieder chaotisch: klassische Situation könnte man fast sagen.

Meine Mama hat heute total kurzfristig beschlossen, dass wir morgen Abend essen gehen.

Das ist ja auch alles schön und gut und ich weiß, dass zwei Stunden Unproduktivität mich nicht umbringen werden, vom Verstand her ist das alles klar.

Und dennoch stresst es mich, treibt mich schon den ganzen Morgen mit meiner Zeitplanung umher.

Ich könnte die Zeit einfach schon heute anhängen, dann würde es aber eine ziemlich lange Nacht werden und das möchte ich eigentlich nicht. Ich könnte die Zeit auch gar nicht hinten anhängen, aber ich denke, das macht mich dann spätestens Montag wahnsinnig. Ich könnte auch versuchen, das irgendwie mit dem nächsten Wochenende zu, da gibt es ja mal noch einen Feiertag, aber irgendwie…

Keine Ahnung. Langsam bin ich einfach zu müde dazu immer diesen Stress im Rücken zu haben, der doch eigentlich so unnötig ist. Für Viele ist das wahrscheinlich überhaupt nicht nachvollziehbar.

S:unLfylower<_73


Schon mal den Gedanken gehabt, dass man mit KÜRZERER Lernzeit und Erholungspausen letztlich MEHR schafft als bei Hardcore-Lernen nonstop?

Es gibt Studien die zeigen, dass man maximal 4-6 Stunden EFFEKTIV lernen kann am Tag. Dass man eben mit Pausen und Abwechslung BESSER und MEHR lernt in kurzer Zeit, als wenn man panisch nichts anderes macht. Gelerntes muss vom Gehirn auch verarbeitet werden... das geht nicht, wenn ständig Neues nachkommt.

Ich hab's im Vordiplom auch nicht hinbekommen, im Diplom dann schon. War das herrlich!

FulyiDng withou`t wi0nxgs


Ja, den Gedanken "weniger ist mehr", hatte ich schon. Vom Verstand her ist das ja auch alles richtig, nur vom Gefühl her so "falsch".

Eigentlich habe ich ja auch schon oft genug bewiesen, dass es wirklich so ist. Es gab mal eine Situation, da hatte ich, weil nebenbei so viel zusammenkam das erledigt werden musste und ich mich um so viele Leute kümmern musste, quasi gar keine Zeit zum Lernen und das war mitten in der Klausurenphase. Ich hatte Angst, dass ich keine einzige davon gut bestehen werde, aber es hat richtig gut geklappt.

Vielleicht sollte ich einfach mal irgendwo anfangen und dieses Wochenende mal versuchen die "verlorene Zeit" nicht irgendwo aufzuholen... Obwohl zwei oder drei Stunden da echt viel sind, normalerweise reden wir da ja von Minuten...

mxond+Vste/rune


@ Sunflower_73

Schon mal den Gedanken gehabt, dass man mit KÜRZERER Lernzeit und Erholungspausen letztlich MEHR schafft als bei Hardcore-Lernen nonstop?

Ja, den Gedanken "weniger ist mehr", hatte ich schon. Vom Verstand her ist das ja auch alles richtig, nur vom Gefühl her so "falsch".

Es geht um den Widerspruch zwischen Verstand und Gehfühl, wie Flying es nennt oder zwischen Verstehen und Begreifen, wie (nicht nur) ich es nenne.

Die Frage ist also: Gibt es eine Therapieform, die diesen Widerspruch auflösen kann?

Meines Wissens gibt es so eine Therapieform nicht. Eine Wunderpille, die da weiterhilft, gibt es erst recht nicht, erlaube ich mir mal zu behaupten.

Ich wär Dir echt dankbar für eine Antwort, denn ich habe dasselbe Problem wie Flying. @:)

s6chnQeAckeQ19x85


Die Frage ist also: Gibt es eine Therapieform, die diesen Widerspruch auflösen kann?

Meiner Meinung nach kann man das nicht an der Therapieform festmachen. Aber eine Therapie ist ein Dialog mit einem außenstehenden Betrachter, der durchaus wichtigen Input geben kann. Sich alleine zu therapieren funktioniert ja eher selten – wie ich vorher schon angedeutet habe: Die gesamte Problematik läuft auch auf ein Problem in der Prioritätensetzung hinaus. Anders gesagt: Man muss zwischen wichtig und unwichtig differenzieren lernen. Gefühlsmäßig sind oft ja verschiedene Dinge wichtig, die aber objektiv nicht haltbar sind.

Eine Wunderpille, die da weiterhilft, gibt es erst recht nicht, erlaube ich mir mal zu behaupten.

Es war nie die Rede von einer Wunderpille. Aber dass sich unser Verhalten bzw. unsere Befindlichkeit auch von physiologischen Faktoren (siehe Serotonin, Synapsenbildung, hormonellem Status ect.pp) abhängt kann es auch sinnvoll sein, auch auf dieser Ebene zu operieren. Meist sind psychische Probleme ja eine Kombination aus ungesunden Denkmustern und physiologischen Gegebenheiten. Es gibt keinen einfachen, schnellen und sicher erfolgreichen Weg. Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel.

Leider ist manchmal die Intensität des Leidensdruckes ausschlaggebend, was man in welchem Umfang ausprobiert. Gibt ja nicht wenige Menschen, die aufgrund von Selbstmedikation eine Sucht in Kauf nehmen, weil sie sonst das Gefühl haben nicht zurecht zu kommen. Da ist die pharmakologische Variante noch relativ unbedenklich.

Smunfloxwer_73


Diese Widersprüche "Kopf vs. Bauch" sind eigentlich ziemlich typisch für viele Probleme, die in einer Therapie besprochen werden. Und man kann die Problematik durchaus auflösen durch entsprechende Gespräche mit entsprechenden Schwerpunkten. Plus Erproben von Verhaltensänderungen in kleinen Schritten. Lernpausen minimal verlängern,...

Der Hauptansatzpunkt sind aber die Befürchtungen, die einen so antreiben. Die wirklich (und in aller Absurdität) durchspielen bis zum Ende. Oft wird erst an DEM Punkt bewusst, dass man sich da manchmal ziemlichen Blödsinn zurechtspinnt (nicht böse gemeint).

Also: Lernstress wg. Angst vor dem Durchfallen – > Was wäre so schlimm, mal in einer Prüfung durchzufallen? Wie realistisch ist das überhaupt?

Da wirklich im ALLERKLEINSTEN alles durchsprechen. Mehr als einmal. Und gleichzeitig kleine Veränderungen in Angriff nehmen, die so gerade eben mal umsetzbar erscheinen. Und wenn's nur eine halbe Stunde Lernen weniger ist. Oder 5 Minuten. Je nach Ausmaß.

Und DIE Zeit den BEWUSST mit SCHÖNEN Dingen füllen. Und dafür dann auch lernen, wie man die blöden Gedanken unterbindet und/oder entschärft.

Das ist echt mühsam – und viele Betroffene bekommen wg. Wartezeiten auf Therapie oder eben wg. der Einstellung, dass Therapie auch Zeitverschwendung in dem Moment ist, leider nie diese Hilfe IN der akuten Situation.

Dabei ist das gar nicht sooo magisch, was man macht. Und es ist gut machbar. Ich habe 6 Jahre an einer Hochschulambulanz gearbeitet und da waren solche Fälle häufig. V.a. auch nach Bachelor-Einführung mit dem erhöhten Klausurstress.

Es ist wirklich nicht unmöglich. Das sage ich auch, weil ich mich durch mein eigene Vordiplom ebenso gequält habe. Für's wichtigere Hauptdiplom habe ich dann ca. die Hälfte gelernt, mir ging's deutlich besser – und meine Noten waren sogar besser. Gleiches zuletzt im März für meine Approbationsprüfungen. Ich stehe daher auch hinter meiner Aussage – und weiß gleichzeitig, wie beschissen und verzweifelt man sich fühlt, wenn quasi sogar das tägliche Duschen zur "Zeitverschwendung" wird. Aber mit Pausen lernt es sich besser.

Wobei man halt auch die Lerntechniken an sich mal durchleuchten sollte. Verfranst man sich in Details? Lernt man auswendig ohne zu verstehen, wenn es um Verständnis geht? Und auch: Wo kann man auf Lücke setzen? Wie strukturiere ich den Stoff?

SWunflo{wer_x73


Und wie Schnecke schreibt: Sich selber therapieren geht nicht.

Weil man ja nur SEINE emotionsgeladene Sichtweise hat und gar nicht auf wirklich schlüssige Alternativgedanken kommt.

Als Therapeut ist man letztlich auch deswegen "gut", weil man OBJEKTIV ist und eine ausreichende emotionale Distanz (im Positiven) hat. Dinge, die ich bspw. aktuell mit Krebspatienten bespreche, konnte ich wg. eigener emotionaler Betroffenheit mit meiner Ma nach ihrer Krebsdiagnose so nicht besprechen. Weil ich SUBJEKTIV in meinen Gefühlen hing, weil mir die Objektivität fehlte.

Als Therapeut kann man Alternativperspektiven liefern, weil alle Argumente gleichwertig sind. In die eine und in die andere Richtung. Es kann ja theoretisch auch rauskommen, dass FÜR DICH eben doch nur dieses Massivlernen funktioniert, weil die dahintersteckenden Gründe zu mächtig sind und das heftige Lernen sich als kleineres Übel entpuppt. Man geht da in der Therapie ziemlich ergebnisoffen ran. Es ist halt alles gleichwertig... während DU DICH ganz stark von EINER Seite von Emotionen leiten lässt. Plus vermutlich auch noch Leute um Umfeld, die ähnlich "spinnen" (das ist jetzt lieb gemeint... der übliche Lernwahnsinn halt...). Oder zumindest behaupten, auch nur zu lernen. Nie alles glauben!

Bzgl. Medikamenten:

Die können sinnvoll sein. Aber gerade in solchen Fällen sehe ich hier die Gefahr, dass – v.a. wenn keine parallele Therapie erfolgt – eher der Gedanke siegt "Hilfe, was machen die Medikamente, was wenn ich deswegen schlechter lerne". Also eher kontraproduktiv.

Und so einen ganz eindeutige Indikation sehe ich jetzt auch nicht unbedingt. Aber einen Versuch könnte es dennoch wert sein. Aber der Leidensdruck und die Bereitschaft dazu müssen stimmen.

OHNE Medikamente aber MIT Verhaltensänderungen ist wahrscheinlich zumindest der dauerhaft bessere Ansatz als MIT Medikamenten aber OHNE Verhaltensänderung.

m~ond+^stXernxe


Zu Deinem Beitrag mit dem Essen gehen:

Ich könnte ... Ich könnte ... Ich könnte auch ...

Du bist anscheinend ziemlich gestresst. "Wie könntest Du die verlorene Zeit ausgleichen?" fragst Du Dich. Da gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Aber Du musst die Zeit nicht ausgleichen. Du brauchst auch keine Zeit zu verlieren, denn Du musst nicht essen gehen. Das weißt Du natürlich auch.

Das ist mal wieder der Widerspruch zwischen Verstand und Gefühl. Die Möglichkeit, nicht mitzugehen, ist für Dich von vornherein ausgeschlossen. Da spielen die Gefühle einfach nicht mit. ;-) @:)

Langsam bin ich einfach zu müde dazu immer diesen Stress im Rücken zu haben, der doch eigentlich so unnötig ist. Für Viele ist das wahrscheinlich überhaupt nicht nachvollziehbar.

Ich kann das vielleicht besser nachvollziehen, als Du denkst. :)_

@ Schnecke1985

Der Weg ist das Ziel.

Ja. Leider steht Flying zwischen der Meinung ihrer Verwandten und der Meinung der Uni-Berater. Ich hielte es für gut, wenn Flying mehr Mut hätte zu gehen. Wo sie lang geht finde ich eher nebensächlich. Sie wird schon keinen Blödsinn anstellen. Da hab ich viel Vertrauen.

@ Sunflower_73

der Leidensdruck und die Bereitschaft dazu müssen stimmen.

Leider stimmen sie nicht. Deshalb kann man nichts machen.

FNlyinygv withyout wxings


Danke für all eure Beiträge und Denkanregungen! :)z

Und so einen ganz eindeutige Indikation sehe ich jetzt auch nicht unbedingt.

...dass Therapie auch Zeitverschwendung in dem Moment ist

Das ist halt das Problem. Im Grunde würde ich das schon gerne selbst auf die Reihe bekommen, mit meinem Tempo. Mir macht alleine die Vorstellung Angst da alle zwei Wochen – oder wie oft auch immer – irgendwohin zu müssen. Die Frage ist, wie lange das dauert, bis das umschlägt und man das nicht mehr als "Zeitverschwendung" ansehen würde. Ich glaube, allzuviel Mehrbelastung würde ich im Moment wirklich einfach nicht mehr aushalten.

Da könnte das mit der mangelnden Bereitschaft schon richtig sein. Die Frage ist, ob der Punkt nicht eher überschritten als unterschritten ist…

Und DIE Zeit den BEWUSST mit SCHÖNEN Dingen füllen

Mit schönen Dingen… Ich weiß nicht, wie euch geht und ging in der Situation, aber mir fällt das wirklich schwer etwas zu finden, von dem ich mit Überzeugung sagen würde: Das würde ich jetzt wirklich gern mal machen. Ich weiß heute nicht mehr, was damals eher kam: Das Lernen oder der Verlust von Hobbies. Ich bin ganz lange geritten, aber mich würde heute niemand mehr auf ein Pferd bekommen. Ich habe mir mal gedacht, vielleicht kommt die Freude daran wieder, wenn man es einfach macht: Sich in die Reitklamotten werfen, ein Pferd nehmen, ein paar Runden in der Halle drehen – wie es früher war. Hat aber leider nicht funktioniert, da passiert einfach nichts. Die Frage ist: Kommt das irgendwann, wenn ich es lange genug mache zurück?

Ich glaube, da muss ich einfach noch ein bisschen suchen, dass ich etwas finde. Als Antrieb, um die Veränderung durchzuziehen, wäre das glaube ich schon ganz wichtig, oder?

Aber Du musst die Zeit nicht ausgleichen. Du brauchst auch keine Zeit zu verlieren, denn Du musst nicht essen gehen. Das weißt Du natürlich auch.

Naja, ehrlich gesagt – ganz so einfach ist das hier auch nicht. In der Familie wird eben immer darauf bestanden, dass alles gemeinsam gemacht wird. Wenn einer nicht mitmacht, dann machen es alle anderen auch nicht. Ich habe das Familienleben sowieso schon einigermaßen lahm gelegt und ich weiß ja, dass die anderen gern mal etwas machen würden – ins Kino gehen, essen gehen, im Sommer irgendwohin an den See fahren, die Fahrräder rausholen oder so etwas.

Aber sie machen es halt nicht ohne mich, obwohl das für alle Beteiligten echt einfacher wäre. Natürlich könnte ich das essen gehen auch boykottieren, aber ich kann mich doch nicht immer wie ein völliger Egoist aufführen…

Ich hielte es für gut, wenn Flying mehr Mut hätte zu gehen.

Und manchmal wünsche ich mir, ich würde endlich Flügel bekommen, die mich tragen können…

Es ist wirklich nicht unmöglich

Das hört sich gut an! ;-)

F lyi9ng withorut wibnxgs


Das ist echt süß...

Danke Braunauge. Hat mich heute zum Lächeln gebracht.

m.ond,+steDrne


Hattest Du schon mal den Gedanken, einen neuen Faden anzulegen?

Du hast hier schon viele interessante Sätze geschrieben, die vielleicht weiterführend sein könnten, auch wenn sie mit dem Thema dieses Fadens nichts zu tun haben:

Ich suche ja Wege an Licht – nur weiß ich noch nicht genau wo ich den finde und wie ich den am besten gehe.

Ich möchte doch einfach nur irgendwann mal glücklich werden.

Und irgendwo dazwischen stehe ich.

Wo?

Ab wann ist es denn schon nicht mehr normal?

Was machst du hier eigentlich und bist du dir sicher, dass es den anderen auch so geht?

In der Familie wird eben immer darauf bestanden, dass alles gemeinsam gemacht wird.

Und manchmal wünsche ich mir, ich würde endlich Flügel bekommen, die mich tragen können…

Das sind alles interessante Themen für weitere Fäden, finde ich.


Du könntest theoretisch natürlich auch den Auftrag erfüllen, den Du in der Beratungsstelle bekommen hast.

Ich soll mich jetzt endlich kümmern. Allein. Sie wird dazu nichts beitragen.

Diesen Auftrag hast Du am 12.09.2013 bekommen.

Auch wenn Du es evtl. anders siehst, bei Dir herrscht Stillstand. Wir können hier noch Seitenlang über verschiedene Therapieformen und wie Du sie sinnvoll nutzen könntest, diskutieren. Es geht einfach nicht weiter.

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