» »

Organisation einer Therapie

SLalmdo


Das Problem, das ich irgendwie nie lösen kann ist: Es geht ja eben nicht nur um mich.

Nimm diese Befürchtung mit zur Therapiestunde an der Uni und erzähle sie da. Du solltest dich nicht um deine Schwester kümmern müssen.

Aber Du musst dich um dich selber kümmern und das tust Du noch nicht genug.

FTlying wiZthout Ywinxgs


Auf die Gefahr hin von mir auf andere zu schließen, behaupte ich mal, Du machst keine Therapie, weil Du es im Grunde Deines Herzens nicht möchtest. Es wurde Dir "nahegelegt", hast Du mal geschrieben. Nach der großen inneren Überzeugung klingt das in meinen Ohren nicht.

Natürlich möchtest Du etwas ändern, sonst hättest Du diesen Faden nicht angelegt.

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht und naja, vielleicht hast du zum Teil sogar irgendwo Recht. Ich finde nicht, dass ich eigentlich keine Therapie möchte, denn im Grunde war ich ja sogar schon so weit, dass ich mich sogar schon drum gekümmert habe. Die Entscheidung steht (stand?) also mehr oder weniger und ich würde das heute immer noch so machen. Ich weiß nicht, ob man da einen Unterschied machen kann, aber ich glaube, was mich abhält ist die Angst. Nicht nur die Frage, wie ich das alles schaffen soll (das haben wir jetzt schon oft genug diskutiert), sondern auch die Frage: Was sollen die Leute denken? Was soll mein Papa von seiner Tochter denken?

Ich habe im Sommer festgestellt: Für meine Familie sind Therapeuten nur irgendwelche Idioten, die Chaos in der Familie anrichten und ganz sicher nicht hilfreich sind. Da gibt es einfach viele Vorurteile. Ich glaube, ich habe Angst davor da zu stehen und mich erklären zu müssen. Und Rechenschaft ablegen zu müssen, warum gerade das jetzt helfen soll, wo ich doch in den Augen meiner Familie einfach nur "normal" sein müsste.

Was soll ich denn da sagen? Ob es hilft – das weiß doch keiner. Aber ich bin schon irgendwo der Meinung, dass ich mich aktiv bemühen sollte das Leben für mich wieder ein wenig lebenswerter zu gestalten, denn die Zeit kann mir irgendwann keiner mehr zurück drehen – und wenn das so weiter geht wie in den letzten Wochen, dann geht es da nicht mehr nur um verlorene Zeit.

@ Schnecke:

Manchmal habe ich Angst, dass es uns irgendwann mal genauso ergeht, wie deinem Bruder…

Von zu Hause weg kommen wir aufgrund diverser Umstände in den nächsten Jahren sowieso erst mal nicht.

Und zur Sache mit meiner Schwester: Wir studieren jetzt nun mal an derselben Uni. Bevor wir angefangen haben, habe ich gefragt, ob das wirklich sein muss, ob es jetzt nicht mal Zeit für getrennte Wege ist – und wenn es halt dasselbe Fach sein soll, dann an getrennten Unis. Da wurde nur gefragt, was denn nun in mich gefahren sei, es sei ja eine Selbstverständlichkeit zusammen zu studieren.

Natürlich hat das seine positiven Seiten – wir können uns gegenseitig helfen, aber etwas mehr Unabhängigkeit hätte ich eben auch gern.

Ohne das bisher großartig ausprobiert zu haben, stelle ich mir das im Moment sehr schwer vor ab und zu an unserer Uni getrennte Wege zu gehen. Einerseits für meine Schwester, weil sie ja immer weiß, dass ich da bin, andererseits aber auch für mich, weil ich sie doch nicht einfach stehen lassen kann und sagen kann: Ja, jetzt mach mal – ich werde mich dieses Mal zurückhalten. Und dann schafft diese gemeinsame Lernerei natürlich auch Abhängigkeiten. Spätestens vor der nächsten Prüfung fragt man sich, ob das Arbeitspensum im Vergleich zum Schwesterchen denn wohl gereicht hat – nicht, damit einer von uns besser ist, sondern dazu, dass es eben für beide reicht.

@ Saldo

Gute Idee, aber leider ist das mit mir und der Therapeutin nichts so recht geworden. Jedenfalls meinte sie, dass sie mir nicht helfen kann und damit hatte sich die Sache dann erledigt und somit… naja, muss ich mir jetzt wieder Gedanken machen…

K+ongo-=Ottxo


Ohne das bisher großartig ausprobiert zu haben, stelle ich mir das im Moment sehr schwer vor ab und zu an unserer Uni getrennte Wege zu gehen. Einerseits für meine Schwester, weil sie ja immer weiß, dass ich da bin, andererseits aber auch für mich, weil ich sie doch nicht einfach stehen lassen kann und sagen kann: Ja, jetzt mach mal – ich werde mich dieses Mal zurückhalten.

In beiden Fällen profitiert Deine Schwester, aber Du nicht. Das gemeinsame Studium ist für Dich eindeutig die schlechtere Situation. Natürlich will Deine Familie den Status Quo beibehalten, das gemeinsame Studium sichert ja, dass Deine Schwester versorgt ist. Und Psychologen sind natürlich deshalb böse, weil sie Unordnung in den gewohnten (wenn auch krankhaften) Alltag bringen.

Studierst eigentlich Du das, was Deine Schwester mache wollte, oder umgekehrt?

Letztendlich musst Du entscheiden, was Du willst: Freiheit und Zuversicht in die Zukunft oder doch lieber Geborgenheit und einen festen Platz in deiner Familie? Auch Letzteres ist vollkommen OK, aber wenn Du diesen Weg einschlägst, ist das Posten hier irgendwie sinnlos, oder?

Fglying w&ith.ouMt wi(ngxs


Bezüglich des Studiums:

Es war nicht hundertprozentig das, was ich wollte. Das ist einer sehr lange Geschichte und die hängt noch mit einigen anderen Dingen zusammen, die meine Schwester gar nicht mal betreffen. Letztendlich haben wir uns irgendwo "in der Mitte geeinigt". Das klingt jetzt wahrscheinlich auch ein bisschen schräg…

Ich habe ernsthaft fast ein ganzes Semester gebraucht, um mich mit dem Studiengang tatsächlich anzufreunden, aber im Moment möchte ich schon so gut sein, wie es irgendwie geht. Ich habe das ganz gut akzeptiert, das ist jetzt nicht das Problem denke ich.

Letztendlich musst Du entscheiden, was Du willst: Freiheit und Zuversicht in die Zukunft oder doch lieber Geborgenheit und einen festen Platz in deiner Familie?

Warum kann denn nicht beides funktionieren? Wir haben noch ein Geschwister – Paar im Studiengang, die schaffen das auch. Es geht ja nicht darum völlig getrennte Wege zu gehen, ich habe meine Schwester ja auch sehr gern. Ich meine nur, dass es doch möglich sein muss, mal etwas zusammen zu erledigen, aber ein anderes Mal vielleicht auch getrennte Wege zu gehen, ohne dafür verurteilt zu werden…

Dass man einfach – so halbwegs gleichberechtigt – nebeneinander durch dieses Studium geht.

Verstehst du, was ich meine? ???

Verstehst du, was ich meine?

Smald-o


Jedenfalls meinte sie, dass sie mir nicht helfen kann

Das kann durchaus so gemeint gewesen sein, dass sie den Eindruck hat, dass Du nicht genug mitmachst und sie deshalb bei dir nichts ausrichten kann.

K^o;ngo-@OJttxo


Ich glaube, ich verstehe so ungefähr, was Du meinst.

Es geht ja nicht darum völlig getrennte Wege zu gehen, ich habe meine Schwester ja auch sehr gern. Ich meine nur, dass es doch möglich sein muss, mal etwas zusammen zu erledigen, aber ein anderes Mal vielleicht auch getrennte Wege zu gehen, ohne dafür verurteilt zu werden

Das ist völlig richtig. Und genau um diese Verurteilung geht es. Aus Deinen Beiträgen gewinne ich den Eindruck, dass Deine Familie Dir bzw. Euch diese Zusammenarbeit aufzwingt, dass Du Dich um Deine Schwester zu kümmern hast, dass Du mit ihr zusammen zu lernen hast. Wem von Euch beiden fällt das Studium denn leichter? Denn Euer gemeinsames Lernen soll ja wohl den Effekt haben, dass keine besser ist als die andere.

Deine Familie will, dass Du dein Leben am Studium Deiner Schwester ausrichtet. Kann man das so sagen? Jetzt willst Du aber ein eigenständiges Leben führen, Deine eigenen Entscheidungen treffe, und eben auch mal Dinge ohne Deine Schwester unternehmen. All das ist vollkommen normal und in Ordnung! Wenn Deine Familie das verurteilt, ist sie es, die ein Problem hat, nicht Du.

Bei mir lief es letztendlich auch auf ein stabiles Gleichgewicht zwischen Nähe und Abstand zur Familie hinaus. Aber das bedeutet intensive Arbeit an Dir selbst – und auch, mal Nein zu Deiner Schwester oder Deinen Eltern zu sagen. Ein zentraler Wendepunkt (der schon viele Jahre zurückliegt) bei mir war folgender: Ich wollte mit einigen Kumpels ins Kino, in "Das Leben ist schön" von Benigni. mein Bruder bekam das mit und sagte: "Oh ja, ich komme mit, dann gehen wir alle zusammen in [Titel eines 08/15-Actionfilms, den weder ich noch meine Freunde sehen wollten]!" Ich wusste, das würde nur Ärger geben, also sagte ich "Nein, Du kannst nicht mit, wir wollen diesen Film nicht sehen, und Du willst unseren nicht sehen." Mein Bruder verstand das nicht, meine Mutter auch nicht ("der Junge muss doch mal raus, das kannst Du ihm zuliebe ja wohl mal machen!"), aber ich setzte mich durch.

Verstehst Du, worauf ich hinaus will? Du sollst ja nicht gleich mit Deiner Schwester brechen, aber Du solltest Grenzen setzen, wo Du sie für nötig hältst. Die Frage ist, ob Du alleine dazu die Kraft hast oder Dir Hilfe in einer Therapie suchst (was übrigens viele Leute in der Situation Deiner Eltern ablehnen, weil es ja das "Gleichgewicht" stört). Du wirst es aber mit Sicherheit nichts schaffen, wenn Du nichts änderst. Denn für alle anderen ist ja alles In Ordnung.

Fvlying[ witthout w)ings


Sorry, dass ich so spät dran bin mit meiner Antwort. *:) Es hat sich noch eine verdammt wichtige Prüfung dazwischen geschoben, von der ich zwar wusste, dass sie irgendwann im Verlauf der Woche kommt, aber da wir aufgrund dieser Prüfung die ganze Woche keine Vorlesungen haben, hatte ich sie doch etwas später erwartet…

Es war ein stressiges Wochenende, aber jetzt ist alles bestanden.

Zurück zu deiner Antwort:

Wem von Euch beiden fällt das Studium denn leichter? Denn Euer gemeinsames Lernen soll ja wohl den Effekt haben, dass keine besser ist als die andere.

Mh, das ist schwierig zu sagen. Ich glaube, ich lerne schneller, aber dafür habe ich immer wieder Phasen, in denen einfach gar nichts geht. Da sitze ich zwar vorm Schreibtisch, aber meine Gedanken sind einfach woanders und ich kann mich gar nicht konzentrieren und da lerne ich dann weniger.

Im Endeffekt war meine Schwester bisher dieses Semester ein bisschen besser als ich, ich muss jetzt zusehen, dass ich da mal wieder aus dem Tee komme. :=o

Aber das bedeutet intensive Arbeit an Dir selbst – und auch, mal Nein zu Deiner Schwester oder Deinen Eltern zu sagen.

Ich werde es mal versuchen. Es ist halt schwierig, weil ich mir da immer so egoistisch vorkomme und das auch organisatorisch schwierig ist.

Irgendwann in nächster Zeit wollen ein paar Leute aus unserer Lerngruppe mal abends in die Stadt fahren, um die bestandene Prüfung zu feiern. Für mich wäre das schon ein wahnsinnig großer Schritt da überhaupt hinzugehen, weil es eben nichts produktives in dem Sinn ist und mir deswegen eigentlich verboten ist. Aber wenn ich nie irgendwo anfange, ändert sich auch nie etwas, also wollte ich vielleicht mal mitgehen und sehen, was das mit mir macht – ob ich aushalte und vielleicht sogar ein bisschen schön finden kann. Meine Schwester möchte das glaube ich nicht so gerne, aber wir haben nun mal nur ein Auto und deswegen müssen wir ja quasi schon wieder zusammen unterwegs sein, also wird dann wieder die Frage sein, welcher Wunsch nun umgesetzt wird.

sFchn,ecke=198x5


Irgendwann in nächster Zeit wollen ein paar Leute aus unserer Lerngruppe mal abends in die Stadt fahren, um die bestandene Prüfung zu feiern. Für mich wäre das schon ein wahnsinnig großer Schritt da überhaupt hinzugehen, weil es eben nichts produktives in dem Sinn ist und mir deswegen eigentlich verboten ist. Aber wenn ich nie irgendwo anfange, ändert sich auch nie etwas, also wollte ich vielleicht mal mitgehen und sehen, was das mit mir macht

Ich finde, das ist eine sehr, sehr gute Idee! :)= :)^ es zeigt, dass du du bereit bist, was zu ändern, auch wenn es nicht leicht ist

Meine Schwester möchte das glaube ich nicht so gerne, aber wir haben nun mal nur ein Auto und deswegen müssen wir ja quasi schon wieder zusammen unterwegs sein, also wird dann wieder die Frage sein, welcher Wunsch nun umgesetzt wird.

Bitte setz dich durch. Bitte. Ich habe auch erst sehr spät angefangen, das zu tun, was ich wollte. Nein zu sagen. Das ist total schwer. In einer Therapie würde man dir z.B. den Auftrag geben, dreimal die Woche nein zu sagen, wenn du etwas nicht willst. Menschen sind dir nicht böse, wenn du mal nein sagst, man glaubt nur, sie werden böse.

m6ond@+stxerne


Ich les' hier nicht mehr mit, aber ich grüße Dich nochmal. *:)

sRchn^eckeb1985


Hallo flying, wie geht es dir inzwischen? *:)

F~lyingd witcho0ut winxgs


Hallo Schnecke @:) ,

im Moment geht es mir so… naja, mittelmäßig. Es ist gerade vorlesungsfreie Zeit, das nimmt den Druck ein bisschen raus. Im Moment läuft es absolut nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe und am Anfang hat mich das wieder zur Verzweiflung gebracht, aber mittlerweile habe ich es doch akzeptiert und dann geht es erst mal. Selbst jetzt, wo ich eigentlich nicht zwingen jeden Tag tun muss und Dinge auch mal liegen bleiben können, jagt es mich einfach unglaublich durch die Tage.

Ansonsten… das Semester ist halt in alt bekannten Trott zu Ende gegangen, am Ende war ich so durcheinander und durch den Wind, dass die letzten Prüfungen dann mehr ins Raten ausgeartet sind, weil ich zwar schon irgendwie gelernt habe, aber gebracht hat das einfach nichts mehr.

Mittlerweile habe ich mir überlegt, ich versuche das noch mal mit der Beratungsstelle – ich habe mit denen telefoniert und die meinten, wir könnten noch mal versuchen Lösungen zu finden, die für mich auch annehmbar sind. Um Herumeiern in der Stunde zu verhindern, ziehen wir das aber diesmal etwas anders auf – ich muss zum Beispiel vorher einen Zettel schreiben, auf dem steht, worüber ich reden möchte. Ich bin da gerade dran, nächste Woche ist es so weit und es lässt mich wirklich hoffen, dass es diesmal besser klappt, weil ich das so, wie es im Moment ist einfach nicht mehr möchte und auch nicht mehr lange kann.

Im Grunde gibt es aber zum neuen Anfang auch einen neuen Faden, wenn Du da mal hineinsehen magst. Er war am Anfang gar nicht so gedacht, weil ich es da noch gar nicht geplant hatte überhaupt noch mal dahin zu gehen, aber jetzt hat es sich eben dorthin entwickelt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH