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Warum reden manche Menschen so gerne von ihren Krankheiten?

ENispf?ötnchexn hat die Diskussion gestartet


Hallo!

Um was es geht steht schon in der Überschrift.

Warum ist das so?

Ich bin selbst chronisch krank und komme dadurch (vorallem jetzt in der Umschulung) mit vielen anderen kranken Menschen zusammen und oftmals liefern die sich eine richige Schlacht.

Wer ist känker, wer ist ärmer, das Leid des anderen wird versucht mit dem eigenen Leid zu topen und zu überbieten indem noch Asse (weitere Wehwechen) aus dem Ärmel gezogen werden sobald man Gefahr läuft zu "verlieren".

Zum zuschauen und unbeteiligten zuhören recht witzig, aber wenn man dann das "Opfer" ist – sprich der alleinige Zuhörer ist es in etwa so mit faustdicken Familienalben einer Familie zu der man eigentlich keinen Bezug hat – einschläfernd und der Zeigende quatscht und quatscht und quatscht und man selbst sagt irgendwann nur noch mhm, mhm, mhm ]:D

Kennt denk ich jeder 8-)

Erklärt aber noch nicht die Frage warum viele Leute mit so einer Stolzheit und Begeisterung über ihre Krankheiten sprechen.

Ich meine, das ist ja nichts über was man froh sein kann, oder?

LG

Antworten
nreve8rhthe\lesxs


Ich denke nicht, dass es da um Stolz oder Begeisterung geht. Je nach Krankheit bildet sie den Mittelpunkt des Lebens und ist immer präsent im Alltag. Manche Krankheiten belasten sogar seelisch und schränken extremst ein.

Wenn also die Krankheit immer präsent ist und die Person stark belastet, dann ist doch nur logisch, dass auch in Gesprächen dieser Bezug stetig hergestellt wird. Schon allein, um es sich "von der Seele zu reden".

Das ist nicht nur bei Krankheiten so, sondern bei allem, was in dieser Zeit den Mittelpunkt des Lebens darstellt. Darum reden auch gerne Hundebesitzer nur über ihre Vierbeiner, Mütter dauernd von ihren Kindern, etc.

Ich weiß nicht, was daran nun so schlimm sein sollte – notfalls lenkt man das Gespräch um, oder wenn es eine "unwichtige" Person ist, redet man mit ihr nicht mehr.

LG,

nevertheless

Hvoney._Bu{nnyx91


Warum reden manche Menschen so gerne von ihren Krankheiten?

um es zu verarbeiten.

E|hemali3ger Nujtzer p(#&32573x1)


mit vielen anderen kranken Menschen zusammen und oftmals liefern die sich eine richige Schlacht.

Ist hier ja nicht anders, ich habe schon lange das Gefühl das es hier oftmals auch nur darum geht wer schlimmer dran ist, öfter operiert wurde, mehr Medikamente nimmt etc

Bei vielen Menschen kommt auch gerade im Beruf gerne der sekundäre Krankheitsgewinn dazu. Man wird angesprochen, betüddelt, bekommt ne Extrawurst. Ist doch toll für diejenigen die gerne im Mittelpunkt stehen und womöglich auch noch gerne bemitleidet werden ...

Erklärt aber noch nicht die Frage warum viele Leute mit so einer Stolzheit und Begeisterung über ihre Krankheiten sprechen.

Für einige der einzige Lebensinhalt, da ist der Arztbesuch das Highlight des Tages.

Es soll auch Menschen geben die da nicht groß was ändern wollen (werde sie aber nie zugeben) aber würde sich die Situation verbessern, ist man nicht mehr der Mittelpunkt und womöglich muss man sich dann über Leistung definieren und nicht mehr darüber das es ja heute wieder so schlecht geht und man ja nichts schafft.

Es ist individuell wie jemand damit umgeht. Nur bei vielen ist es so das sie im privaten Umfeld nicht davon sprechen (wollen oder dürfen) und irgendwer muss einem ab und an mal zuhören.

Nur bei einem gebe ich dir recht, mache überschreiten diese Grenze regelmäßig sehr extrem ..

g^au?l5oiEsxe


Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Leute, die wirklich, ernsthaft, ganz schlimm krank sind NICHT über ihre Erkrankungen reden. Nur, wenn es nicht anders geht.

Schlimm finde ich Menschen, die stundenlang über ihre Schildrüsenunterfunktion oder ihre Zahnfüllungen referieren. Und Mütter, deren Geburten bei jeder nochmaligen Erzählung blutiger und schmerzhafter werden (wo sie tatsächlich eine stinknormale, völlig durchschnittliche Geburt hingelegt haben).

Leider wird einem das ja gerne mal um die Ohren gehauen, ungefragt und ungewollt. Ich kann da mittlerweile sehr, sehr ungeduldig und deutlich werden. Erstens bin ich nicht vom Fach, zweitens geht mich das einen Scheißdreck an und drittens

um es zu verarbeiten.

bin ich nicht der Therapeut, vielen Dank.

E!is8pföatchxen


@ Mellimaus und gauloise

Den Eindruck habe ich auch das es bei den Leuten hauptsächlich um diese Dinge geht (Aufmerksamkeit, Extrawürste, Eindruck schinden, bemitleidet werden)

Traurig auf der einen Seite.

H(oney_.Bunxny91


bin ich nicht der Therapeut, vielen Dank.

gibt aber tatsächlich Leute die Freunde haben und Freunde sind ja bekanntlich zum reden da wenn es einem schlecht geht.... Bisschen emphatisch sein schadet nicht :)D

N[athxalya


Ich kann die Beschreibungen hier gut verstehen und nachvollziehen. Aber ich mache es dennoch anders. Mich nervt es, über meine Krankheiten zu reden. Ich rede nichtmal drüber, wenn ich danach gefragt werde, bzw. ich lenke das Gespräch dann ab.

E-ispzfötXchGen


@ Honey

Naja, also ich kann nicht sagen das die Menschen das nur bei Freunden machen, bei uns im Umschulungshaus sind welche die picken sich da immer ein Opfer raus und das muss sich das Ganze dann anhören. Meistens kennen sich die Leute nur vom sehen her.

In der nächsten Pause hat die Person den nächsten an der Hand der zugequatscht wird.

:-o

Und eben die Schlachten wo Krankheiten gemessen werden %:| :(v

E7hemaliuger ?Nutzerr (#32573x1)


Ich glaube manchmal verselbstständigt sich das einfach. Man gewöhnt sich an alles auch ans ständig drüber reden ...

Wobei viele auch irgendwann von alleine aufhören, nämlich dann wenn der Punkt da ist wo sich nichts mehr tut, wo einen der Arzt auch nicht mehr immer sehen will, man einfach nur noch sein Rezept bekommt ...

Und wie immer im Leben, wenn man im echten Leben kein Ventil hat, dann muss es eben im Internet ausgetragen werden. Dabei kann man dann auch noch schön übertreiben

Und Mütter, deren Geburten bei jeder nochmaligen Erzählung blutiger und schmerzhafter werden (wo sie tatsächlich eine stinknormale, völlig durchschnittliche Geburt hingelegt haben).

Passiert leider immer und in jedem Bereich, hier im Forum auch zu lesen, da wird es immer schlimmer und dramatischer und im Endeffekt ist vermutlich nichts wirklich tragisches los. Aber im INternet kann man dick auftragen ohne das es vermeindlich einer merkt ;-)

H`on!eyp_Bu'nnxy91


Na das ist dann natürlich bescheuert...

Ich tausche mich hier im Forum mit Leuten aus die die gleichen Krankheiten haben oder klag mal ner Freundin mein leid aber gegenüber fremden? Nee :|N das ist wirklich daneben

E\h*emali\ger Nutzler (#325d73x1)


Ich muss dazu sagen ich bin selber chronischer Schmerzpatient daher fällt es mir manchmal extrem schwer zu verstehen das es Menschen gibt die sich lieber ihrem eigenen Selbstmitleid suhlen, anstelle ihr Leben zu leben.

Aber manche scheinen das zu brauchen ...

K@atier_3x-8


Ich bin zwar auch nicht der gesündeste, aber es würde mir nicht im Traum bei anderen über meine Leiden Anerkennung erheischen. dazu ist nun mal sicher das bisschen Leben zu schön um Stunden dazu zu verplämpern mit Krankheitsgeschichten.

ich meide solche Leute, die keine andere Lebensauffassung haben als zu Jammern. :[]

g-auQloise


@ Honey:

Im Eingangsbeitrag war die Rede von Menschen, die sich im Rahmen einer Umschulung treffen. Bißchen lesen schadet nie.

D~um~akl


Eispfötchen

Es gibt Leute die neigen zum Jammern. Andere sind so ergriffen von sich selbst, dass sie nur über sich reden. Bei wieder anderen ist es vielleicht noch neu und sie sind gerade dabei sich an die geänderten Umstände zu gewöhnen...

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