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Wer hat Erfahrung mit Kindern mit Emetophobie

DHanima19x08 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich bin eine Mutter von einem 8 Jahre jungen Mädchen.

Durch Recherche im Internet glaube ich nun endlich einen Begriff für diese Krankheit gefunden zu haben. Seit einem Jahr ist die Angst vor dem Erbrechen unser täglicher Begleiter. Erst dachte ich, dass meine Tochter wegen der Trennung so durch den Wind ist - spielt hier auch eine Rolle - aber so lange ??? ? Sie ist seit Januar in einer Gesprächstherapie wegen Trennungsängsten. Das klappt auch sehr gut. Sie muss hier 2-mal die Woche hin. Mit Ihrer Therapeutin arbeitet sie sehr gerne. Die Ängste sind aber nicht weniger geworden. Auslöser war wohl das sie im vergangenen Jahr bei ihrer Freundin geschlafen hat und diese nachts neben sie gebrochen hat. Meine Tochter kennt erbrechen eigentlich gar nicht. Bis dahin hatte sie erst 2-mal gebrochen. Dann bekam sie eine Magen und Darm Grippe im Winter und musste auch eine Nacht brechen. Sie hat mir dann Tage nix gegessen und ist sowieso sehr dünn. Bei einer Größe von 1,22 cm wiegt sie nur 22,3. Wir kämpfen hier um jedes Gramm. Sie möchte auch zunehmen hat aber Angst das sie brechen muss....Dann an Karneval ( sie tanzt hier in einer Gruppe ) hat ein Kind mitten auf die Bühne gebrochen. Seitdem ist es ganz aus.....sie wollte nicht mehr tanzen, nicht mehr in die Schule...nichts mehr machen. Ich musste sie zu allem zwingen. Ihr Umfällt ist mittlerweile über die Krankheit informiert, aber die können die Ängste nicht verstehen und belächeln es oft. Die Mutter von Ihrer Freundin macht ihr sogar Druck weil meine Tochter nicht mehr bei ihr schlafen kann aus Angst es würde nochmal passieren. Jeden Abend ist der selbe Kampf ....Mama ich habe Angst ...teilweise war es so schlimm das sie nachts richtige Zitteranfälle bekommen hatte. Hier haben wir den Tipp von der Therapeutin bekommen Eiswürfel zu lutschen. Das klappt ganz gut.

Nun ist es aber letzte Woche soweit gekommen - der Winter steht laut ihrer Aussage kurz bevor - das meine Tochter ein extremes Tief hatte ....keiner versteht mich...du weißt gar nicht wie schlimm das ist jeden Abend Angst zu haben...mein Leben ist nicht lebenswert ....Wie reagiert man das als Mutter. Man weint mit. Die Therapeutin meinte nun dass wir wahrscheinlich nun doch nicht an Medikamenten vorbei kommen. Ich sollte einen Termin bei einem Kinderpsychologen machen und ihr hier Medikamente verschreiben lassen. Der Sinn soll sein dies so 3 Monate mal zu versuchen das sie aus ihrem Tief rauskommt.

Dann das Medikament wieder absetzten. Ich habe hier so Angst davor ??? ? Hat hier jemand Erfahrungen ??? ?

Ich versuche auch den Weg der Homöopathie komplett zu gehen, die aber hier an die Grenzen kommt.

Es wäre schön wenn ihr mir Ratschläge geben könntet....

Antworten
STchild~krötex88


Hallo Dania,

ich habe zwar (noch) keine Kinder, leide aber selbst an Emetophobie. Ich nehme aber keine Medikamente dagegen, weil sie die Angst nur dämpfen. Man wird die Angst nie los, wenn man sich ruhigstellen lässt. Ich würde niemals empfehlen Medis bei Ängsten zu nehmen. Ich glaube auch, dass Emetophobie eine Begleitangst von Agoraphobie ist (nicht bei jedem aber sehr häufig).

Aber ich weiß genau, wie es deiner Tochter und dir geht. Jeden Tag ist die Angst present und mir ist auch fast täglich übel einfach nur wegen der Angst. Wenn man dann mal etwas Bauchzwicken hat, ist die Panik nicht weit.

Das größte Problem ist die Erwartungsangst. Einem geht dann ständig durch den Kopf: "Was, wenn ich mich vor allen Leuten übergeben muss? Alle werden mich auslachen/ich werde unbeliebt" (der soziale Aspekt). "Ich kriege keine Luft beim Erbrechen/ich ersticke" (angst vor dem eigentlich erbrechen) "ich bin hilflos/ich bin der Übelkeit ausgeliefert" (Angst vor Kontrollverlust). Du siehst also Emetophobie ist komplex und besteht aus einer vielzahl von anderen Ängsten.

Es kann gut sein, dass die Trennung der Eltern was damit zu tun hat. Daher kann nämlich auch eine Angst vor Ohnmacht und Kontrollverlst kommen.

Frag sie einmal, was genau ihr durch den Kopf geht, wenn sie Angst hat. Wovor genau hat sie Angst? Dann versuche diese "Angstsätze" zu stoppen. Die machen nämlich alles nur noch viel schlimmer. Auch das Verkriechen zu Hause macht alles noch viel schlimmer. Positiv denken, positive Sätze wiederholen ohne unterlass, wie:

- ich schaffe das/auch wenn mir übel wird, werde ich das überstehen/ich bin stark/ich bin mutig

Erstellt einen Übungsplan: Schreibt auf, bei welchen Situationen sie Angst hat. Fangt mit den Situationen an, die relativ wenig ANgst auslösen und endet bei den stärksten. Das können ganz "einfache" Dinge seien, wie in den Park gehen, auf den Spielplatz gehen, zur Freundin gehen, Bus fahren, in die Schule gehen usw. Dann gehts an das Konfrontieren. Geht gemeinsam in die Angstsituation rein. Wiederholt die positive Sätze. Sie soll sich bei einem Angstschub nicht ablenken, sondern tief ein- und ausatmen und auf sich konzentrieren. Bleibt eine Weile in der Situation, auch wenn die ANgst da ist. Sie muss lernen, die Angst auszuhalten. Die Angst ist nicht ewig da, sie wird weniger werden! Ganz wichtig: sie darf nicht flüchten. Sie muss sich der Angst stellen, es aushalten und danach muss unbedingt ein postives Gefühl da sein. Bestärke sie! Sag ihr wie stolz du bist, wenn sie was ausgehalten hat. Führe ihr vor Augen, was sie tolles geschafft hat, wenn sie sich ihren Ängsten stellt. Ein Verhaltenstherapeut könnte euch dabei unterstützen.

Diese Übungen sollten seeeeeeeeehr oft wiederholt werden und irgendwann wird sie mit der Angst leben können und nach noch mehr üben wird die Angst ganz weg sein.

Lasst euch nicht entmutigen von Rückschlägen.

Was beruhigend wirkt und homöopathisch ist: calmvalera hevert – gibt es als Tabletten, die man im Mund auflösen lässt oder als Tropfen (Tr sind aber mit Alk also für ein Kind eher ungeeignet).

Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Ich wünsche euch ganz viel Kraft und alles Gute :)*

Duan!iaq1908


Hallo,

vielen Dank für die Antwort. Mir ist klar dass man mit den Medi´s die Ängste unterdrückt, aber die Ärzte sind der Meinung dass sie es mit ihren 8 Jahren nicht schafft alleine da rauszukommen weil sie jegliches positive Gefühl verloren hat. Gerade in der Schule ( wo viele Kinder sind die krank sind ) und abends ist es besonders schlimm. Tagsüber geht es eigentlich. Sie kann mir genau benennen was für Ängste sie hat...Sie findet es eklig wenn es aus dem Mund kommt und das es unkontrollierbar ist und jederzeit ohne Vorankündigung kommen kann und sie nix dagegen tun kann. Ein Plan zu machen ist daher eher schwer. Ich rede natürlich immer positiv auf sie ein...machen auch Angstbilder die wir dann in die Tonne schmeißen...:Sorgenpuppe....aber nix hilft. Ich habe Angst das sie in der Schule ( 3. Klasse ) schlecht wird weil sie sich nicht wohl fühlen kann.

Habe auch schon über einen Krankenhausaufenthalt nachgedacht ???

Wenn sie unterwegs ist mittags ( ist ja noch nicht so oft ) hat sie das Gefühl fast gar nicht. Da ist sie abgelenkt. Abends packt sie es nicht in die Entspannungsphase zu kommen weil ... so sagt sie ....ihr Kopf ihr ständig sagt sie müsste Angst haben.

VG

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