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Mdk empfiehlt Reha Maßnahme?

NEovWemb7erx78 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

wie schon in anderen Fäden geschrieben bin ich nun seit 04.10.12 wegen Depressionen und Angststörung krank geschrieben und erhalte seit 15.11.12 Krankengeld. Vom 13.11.12 – 05.02.13 war ich in einer psychosomatischen Klinik und seitdem kämpfe ich weiterhin um mit meinem Alltag zurecht zu kommen und irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Ganz allmählich komme ich etwas besser zurecht und bekomme zum Einen meinen Mini Alltag besser hin, zum Anderen setze ich mich nicht mehr ganz so arg unter Druck und versuche meine Krankheit zu akzeptieren.

Heute hat mich nun meine Krankenkasse angerufen und ich bin sietdem völlig auf. Weiß gar nicht so recht warum, aber ic fühle mich tierisch unter DRuck gesetzt und stehe kurz vor einer Panikattacke.

Der KK Mitarbeiter rief mich an, um mir mitzuteilen, das der MDK mich nach Aktenlage weiterhin für arbeitsunfähig hält und mir eine Reha Maßnahme empfiehlt. Den Antrag dafür würde die Krankenkasse mir in den nächsten Tagen zuschicken und Ich solle diesen bitte SOFORT ausfüllen und zurücksenden (der Mitarbeiter meinte: "Das dauert auch nur 20 Minuten, das können Sie schnell erledigen"). Dann würde die Krankenkasse diesen Antrag an die Rentenversicherung weitersenden.

Ich weiß gar nicht so recht, was das jetzt bedeutet, habe aber wie gesagt n ganz ungutes Bauchgefühl. Wollen die mir das Krankengeld streichen? Kann so eine Reha Maßnahme auch gut sein? Was wäre, wenn ich im Anschluss an die Maßnahme immer noch arbeitsunfähig bin? Erhalte ich dann wieder Krankengeld?

Vielleicht hat der Eine oder die Andere ja etwas ähnliches erlebt und kann mir von seinen Erfahrungen berichten? Das wäre toll!

Danke!

November78

Antworten
SXunZflo)we9r_x73


Würden die das Krankengeld streichen wollen, hättest Du zum MDK gemusst und man hätte Dir genau das mitgeteilt. Hast Du noch einen Job, in den Du zurückkehren könntest? Dann streichen Dir die nicht so schnell das Krankengeld. Allerdings sollte Dir klar sein, dass Du es für max. 18 Monate (inkl. Zeiten der Lohnfortzahlung) bekommst und danach ausgesteuert wirst. Diese Grenze würde auch bei einer erneuten Reha und Arbeitsunfähigkeit gelten.

Wobei Reha über die Rentenversicherung ja auch bedeuten kann, dass die KK subtil Richtung Rentenantrag steuert. Also Rente statt Krankengeld. Daher wäre ich vorsichtig.

Wichtige Frage: Was machst Du aktuell gegen Deine Angst & Depression? Ambulante Therapie? Wenn Du NICHTS machst, also einfach nur alleine kämpfst, dann kann die KK das allerdings interpretieren als "tut nix gegen die Erkrankung" und somit eine Reha rechtfertigen. Und es ist ja auch unabhängig von KK und Geld wirklich so: 4 Monate Klinik reißen es nicht raus. Das ist ein Anfang, aber danach ist eine konsequente ambulante Weiterbehandlung PFLICHT.

Fazit: Wenn Du aktuell in keinerlei Behandlung bist, dann macht der Druck bzgl. Reha fast Sinn. Bespreche den Antrag aber vorher unbedingt mit Deinem Hausarzt oder besser sogar behandelnden Facharzt (Psychiater!).

Solltest Du in einer intensiven ambulanten Behandlung sein: Antrag mit ALLEN Behandlern (Ärzte, Facharzt, Therapeuten) besprechen. Überlegen, ob vor dem Hintergrund einer lfd. Behandlung eine Reha nicht eine ungünstige Unterbrechung darstellen würde.

Aber da musst Du Dir einfach individuelle Beratung holen.

Und unabhängig davon solltest Du, wenn Du nicht in Behandlung bist, Dich wirklich intensiv darum kümmern!

NNosveKmbe5rx78


Hallo Sunflower_73,

ich war vor meinem Klinikaufenthalt bereits in ambulanter Therapie und danach natürlich auch! Ich habe sowohl tiefenpsychologisch fundierte Gesprächstherapie, als auch Gestalttherapie jeweils 1x die Woche.

Aktuell bin ich zwar noch in einem Arbeistverhältnis, ich will aber zum Einen in den Job bzw. mein Berufsfeld nicht zurück und zum Anderen ist mein Arbeitsvertrag befristet bis zum 31.12.13.

Ich weiß wie gesagt nicht, was mich daran so unter Druck setzt, aber ich fühle mich grad als wäre ich nur durch diesen Anruf um Wochen zurückgeworfen in meinen eh schon kleinen Fortschritten. Und ich habe das unbestimmte Gefühl, die Krankenkasse "will mich loswerden".

Vielleicht ist das ja auch eine gute Idee mit der Reha und Sie bringt mich einen Schritt weiter, so fühlt sich das im Moment nur leider nicht an.

S6unf]lowerx_73


Es ist ja leider bekannt, dass die KK gerne Druck ausüben. Einerseits die tollen Statistiken, wie psychische Krankheiten zunehmen blabla – und andererseits der Druck.

Sprich' mit Deinen Ärzten.

Noch ein Verdacht (ich bin beruflich in dem Bereich und wundere mich über nix mehr): Du hast Ängste und Depression und machst eine Tiefenpsychologie... Kann sein, dass es irgend jemandem beim MDK oder der KK nicht passt. Gilt halt lt. aktueller Leitlinien nicht als die geeigneteste Therapieform bei den Diagnosen. Wie gesagt, nur eine schräge Idee, mich wundert einfach nix mehr. Die gehen nur noch nach Statistiken und stumpfen Leitlinien und blenden gerne einige weniger messbare Dinge aus.

Lass' Dich nicht beirren. So schnell können die Dir gar nix, lass' Dich daher nicht unter Druck setzen. Aber bespreche es möglichst bald mit einem Arzt (Therapeuten dürfen ja leider bzgl. solcher Anträge nicht viel). Wurden denn Den Hausarzt und Therapeutin auch vom MDK angeschrieben? Was für Stellungnahmen haben die abgegeben?

Meine Vermutung (natürlich keinerlei Garantie für Richtigkeit): Du bist denen schon zu lange krank und zu lange aus der Klinik raus und es zeichnet sich halt nicht ab, dass Du in x Tagen wieder arbeitest. Schlussfolgerung: Ambulante Therapie nicht ausreichend und/oder "falsche" Therapierichtung. Also muss mehr geschehen. Zumal Du genauso lang und (für die KK) ohne Verbesserung aus der Klinik raus bist, wie Dein Krankengeld-Bezug noch geht. So hart es ist, aber dass es zeitlich eine Grenze gibt, musst DU DIR auch vor Augen führen. Wiedereingliederungsversuch ist noch nicht vorstellbar?

Wie gesagt: Ich will Dir keinen Druck machen und weiß, dass ausreichend Zeit unglaublich wichtig ist. Aber gewisse Stellen sehen es halt anders, und wenn sich "so viele Monate nach Klinik" nicht mal eine Wiedereingliederung abzeichnet, ist einfach mit Druck der KK zu rechnen.

Da bist Du nicht die Einzige. Da gab es neulich erst Reportagen. Aber immerhin machen sie Druck bzgl. Reha und kommen erstmal nicht mir Streichung des Krankengeldes. Du bist nur eine Statistik für die... ein Kostenfaktor... Nimm's nicht zu persönlich und lass' Dich nicht beirren. Die Frage, bei welcher KK Du bist, stelle ich jetzt mal nur versteckt... Auch da gibt es unschöne Trends, mit denen best. Kassen gerade verstärkt auffallen.

Alles Gute! :)*

N!ovxemb9erx78


Danke für deine ausführliche Antwort.

Die tiefenpsychologische Gesprächstherapie habe ich begonnen, als das mit der Angststörung und den Panikattacken vor 3 Jahren so schlimm war, weil mein Therapeut auf psychosomatische und somatofome Störungen spezalisiert ist und ich seit damals ständig körperliche Symptome habe.

Ich werde nächste Woche mit meinen Ärzten bzw. meinem Therapeuten sprechen!

Ich weiß, das es eine zeitliche Grenze gibt,womit ich mich selbtst ständig unter Druck setze. Ich war froh, das ich mich damit grad die letzten zwei/drei Wochen nicht mehr so gestresst habe.

Eine Wiedereingliederung ist aus mehreren Gründen (noch) nicht vorstellbar. Zum Einen will ich wie gesagt nicht zurück in den Job. Aber eben auch aus dem Berufsfeld raus. Ich bin Diplom Sozialpädagogin und komme damit überhaupt nicht mehr klar, mein Geld damit zu verdienen, die Leben anderer Leute in Ordnung zu bringen, wenn ich mein eigenes nicht auf die Reihe kriege :(

Etwas Neues, bspw. eine Umschulung zu machen krieg ich grad gedanklich noch nicht auf die Reihe, Ich traue mir das einfach noch nicht zu, wieder zu funktionieren. Ich habe lange gebraucht nach der Klinikentlassung um überhaupt wieder einen kleinen Alltag bewältigen zu können und ich hoffe einfach sehr, das ich auch weiterhin kleine (Fort)schritte mache. Aber dafür brauche ich nun mal noch Zeit... "Lass dir Zeit." "Gib dir Zeit" das haben Sie versucht mir auch in der Klinik beizubringen und das sagt auch mein Therapeut ständig. Und nun macht die KK grad wie gesagt die kleinen Fortschritte der letzten Monate gefühlt mit einem Mal zunichte und ich beginne direkt wieder damit, mich selbst dafür fertig zu machen, das ich immer noch krank bin, das ich nicht in der Lage bin zu arbeiten und fühle mich völlig blöd und wertlos...

Srunf%low8er_73


Schalte Deine Behandler ein und lass' Dich nicht stressen von der KK. Ich habe selber schon mehrfach Krankengeld bekommen und wurde nach einer Wundheilungsstörung nach einer OP im April wenige Wochen später zum MDK gescheucht und der hat mir das Krankengeld gestrichen. War damals arbeitslos, und da machen die das gerne auch auf Basis einer "theoretischen Arbeitsfähigkeit unabhängig vom eigentlichen Job". Nervig, aber es ist einfach nur Politik...

Was Deinen Job angeht: Die Gedanken kann ich einerseits verstehen. Andererseits: Wenn Du es inhaltlich hinkriegst, kann man den auch machen, wenn das eigene Leben nicht so toll ist. Ist letztlich "nur ein Job" – und ein wenig Distanz kann da ganz gut tun. Oder Reduktion von Ansprüchen.

Ich bin Psychotherapeutin und kenne das Gefühl manchmal auch: Wenn man selber mal wieder im Chaos der eigenen Probleme versinkt und es den Patienten gefühlt besser geht als einem selber. Aber: Es ist nur ein Job.

Alles Gute!

maösc4h


Wollen die mir das Krankengeld streichen?

Wenn Du die Reha ablehnst, können sie das schon.

Kann so eine Reha Maßnahme auch gut sein?

Es kann eine Möglichkeit sein, für Dich, die KK und die RV herauszufinden, ob Du auf längere Sicht wieder arbeitsfähig sein kannst, z. B.

Wenn Du als nicht arbeitsfähig entlassen wirst, auch nicht stundenweise, ist es möglich, dass eine Empfehlung auf "Rentenantrag" ausgesprochen wird.

Was wäre, wenn ich im Anschluss an die Maßnahme immer noch arbeitsunfähig bin? Erhalte ich dann wieder Krankengeld?

Während der Reha erhält man z. B. Übergangsgeld der RV, danach wieder Krankengeld der KK, bis 78 Wochen abgelaufen sind.

Ich würde die Reha mache, denn so kannst Du herausfinden, was für Dich machbar ist, in welche Richtung es für Dich gehen kann.

Hat Dir denn die Zeit in der psychosomatischen Klinik etwas gebracht ":/

NEovem`ber7'8


"Wenn das eigene Leben nicht so toll ist" vielleicht schon, da ich aber gar nicht klar komme und mich auch schlecht abgrenzen kann, zieht mir mein Job nur noch mehr den Boden unter den Füssen weg. Unabhängig davon, das ich mich selbst grundsätzlich noch nicht wieder für arbeitsfähig halte, war das eine der wichtigsten Erkenntnisse in der Klinik: Ich will aus dem Berufsfeld raus. Ich kann das nicht mehr. Und das Bauchgefühl dazu ist geblieben und das würde ich auch gern ernst nehmen...

Ich danke dir für deine Tips und werde versuchen mich nicht völlig fertig zu machen und das nächste Woche mit meinem Therapeuten besprechen und hoffen, das es alles nicht so schlimm ist, wie es sich grad anfühlt...würde allerdings passen :( Immer wenn ich grad das Gefühl habe es könnte etwas besser werden kommt der nächste Schlag...oh man...naja...ich kanns ja nicht ändern...

N6ovembxer78


@ mösch:

Ja, die 12 Wochen in der Klinik haben mir wortwörtlich das Leben gerettet und ich war danach immerhin in der Lage step by step ganz langsam wieder einen Mini Alltag hinzukriegen. Vielleicht ist so eine Reha Maßnahme ja wirklich eine Chance. Ich habe nur wie gesagt dieses diffuse Gefühl, die Krankenkasse will mich loswerden und mir irgendwas aufzwängen, was ich eigentlich gar nicht will...naja, mal abwarten.

mkösch


Vielleicht ist so eine Reha Maßnahme ja wirklich eine Chance.

Ich würde es positiv und als Chance sehen. Es wird Dir sicherlich helfen, Deinen Alltag wieder noch ein Stück besser auf die Reihe zu bekommen :)*

Ich habe nur wie gesagt dieses diffuse Gefühl, die Krankenkasse will mich loswerden

Ich denke nicht, denn nach längerer Krankheit ist das ein ganz normales Prozedere, weil Reha geht vor Rente. Sicherlich bist Du im Moment ein "Kostenfaktor" und die KK muss herausfinden, ob Du bald wieder "zahlendes Mitglied" werden kannst :-/

STunflowepr_7x3


Wenn Du es für Dich jobmäßig so klar hast: Informier' Dich, welche Optionen Du hast. Bzgl. Umschulung. Wie die Wege wären. Bevor Du wirklich Reha machst und es auf Rentenantrag hinausläuft! Liefer' Dich nicht aus, sondern mach' Dich schlau!

mAösxch


@ sunflower

Etwas Neues, bspw. eine Umschulung zu machen krieg ich grad gedanklich noch nicht auf die Reihe, Ich traue mir das einfach noch nicht zu, wieder zu funktionieren. Ich habe lange gebraucht nach der Klinikentlassung um überhaupt wieder einen kleinen Alltag bewältigen zu können

Ich denke sie braucht wirklich noch Zeit... ":/

mAö}sBcxh


Aber vielleicht verhilft ihr die Reha bei der Inangriffnahme und Umorientierung :)z

m{öschh


%-|

verhilft ihr dazu

NPovem6berO78


Danke euch beiden!

Ja, vielleicht kann so eine Reha wirklich nochmal helfen einen Schritt weiter zu kommen. Ich werde das wie gesagt mal absprechen, denn im Moment sehe ich das auch noch nicht. Ich bin ja froh überhaupt den Gedanken: es gibt die Möglichkeit vielleicht eine Umschulung zu machen, denken zu können. Das wirklich in Angriff zu nehmen ist aber noch eine unüberwindbare Hürde zur Zeit.

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