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Lang dauernde Krankheit als Ausrede für Psychiatrie-Aufenthalt?

d:ad2 hat die Diskussion gestartet


Meine Tochter kam vor 2 Wochen in die Kinder- und Jugendpsychiatrie und muss dort wohl noch 6-8 Monate bleiben.

Sie möchte aber ihren Klassenkameraden nichts davon erzählen, weil es in diesem Alter bei vielen Jugendlichen gleich heißt, dass sie in der "Klapse" war, "verrückt" ist oder ähnliches.

Bisher haben wir zu ihren Mitschülern nur gesagt, dass sie "im Krankenhaus ist und anschließend vielleicht noch eine Reha macht".

Meine Frage: Welche Krankheit bzw. Diagnose können wir als Ausrede benutzen, wenn die Mitschüler im Laufe der Zeit genauer nachfragen, woran sie denn erkrankt sei?

Es müsste eine Krankheit sein, die einerseits heilbar ist und sich nicht zu furchtbar anhört, andererseits sollte es eine Krankheit sein, die doch so schwierig zu diagnostizieren und zu therapieren ist, dass man dafür schon mal ein halbes Jahr stationären Aufenthalt braucht.

Danke für Eure Mithilfe und Eure Ideen!

Antworten
u>pela


Ich glaube, mit einer Lüge sammelt sie sich über kurz oder lang mehr Schwierigkeiten an mit der Wahrheit. Die Geschichte hängt ihr dann ja ewig nach. Wenn sie sich jemals entscheidet, sich jemandem anzuvertrauen, hat sie den Lügner-Tag... auch nicht schön. Es wäre eher eine Gelegenheit, ein bissl Aufklärungsarbeit zu ihrer Erkrankung zu leisten und die Mitschüler sozusagen auf ihre Seite zu holen – dann kann sie nämlich auch Besuch etc bekommen.

EGdlixh


Schwierig, denn was wollt ihr sagen, wenn sie jemand besuchen möchte? Geht nicht, weil ansteckend oder was auch immer über einen so langen Zeitraum von 6-8 Monaten? Das wird echt ein riesiges Lügenkonstrukt, das ihr da aufrecht erhalten müsst. Ihr müsstet euch ein Krankenhaus ausdenken, in dem sie angeblich liegt und es ist immer so: irgendwer kennt irgendwen, der da arbeitet und komisch, die Patientin gibts dort gar nicht. Dann reden auch die Nachbarn und überhaupt, soll gar niemand eingeweiht werden? Keine Freunde und Bekannte? Wenn doch, dann erzählt es sowieso irgendwer irgendwem im Vertrauen (mit dem Zusatz "Aber erzähl's keinem, gell!").

Ich weiß, es ist nicht ganz einfach und sicherlich soll deine Tochter jetzt nicht noch zusätzlich belastet werden, in dem sie sich Gedanken über Gerede in der Klasse machen muss, aber ich halte das für ein schwieriges Unterfangen, einen halbwegs wasserdichte Lüge zu konstruieren und denke, das man mit Offenheit doch erstaunlich viel Verständnis und Toleranz ernten kann.

Habt ihr eigentlich schon mit den Lehrern und der Schulleitung darüber gesprochen, die müssten ja sicher informiert sein bei der voraussichtlichen Dauer von 6-8 Monaten? Danach müsste deine Tochter die Klasse ja wohl ohnehin wechseln/wiederholen. Mag selbstverständlich klingen, aber auch mit den Lehrern muss die Lüge dann abgesprochen werden, ich kenne da ein Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit, wo es ein Lehrer nicht so genau nahm und auch etwas ausgeplaudert hat, was eigentlich privat bleiben sollte ging damals um eine Schwangerschaft einer Schülerin

I@n-KZog^ xNito


Ich glaube, das gibt es nicht. Es sei denn vielleicht krebs..... Aber wer will das schon ?

I"n-Kiog Nixto


Ehrlich gesagt würde ich damit offen umgehen. Weil sie muss ja auch mal wiederr zurück und da ist es besser, die anderen Stellen sich darauf ein. Geh in die Klasse und erzähl in ruhigen Worten, was passiert ist. Sie kann ja auch nichts dafür und psychische Erkrankungen können einen wie körperliche eben treffen.

Mit autistischen Kinde....

S\chliItzau,ge6S7


Da muß man ja dauernd lügen. Und alles muß wasserfest sein. Und wenn es doch rauskommt, muß die 'Tochter sich dem dann auch noch aussetzen.

Mir kommt der Gedanke, dass das wahrscheinlich immer schon so gehandhabt wurde, immer schön alles unter den Teppich kehren. Nie ehrlich sein. Vielleicht für die Tochter und ihren psychischen Krankheitsverlauf sogar ein Teil dessen, dem man auf die Spur kommen könnte.... In der Klinik.

Welche Ungeheuerlichkeit, dass sie so eine Therapie ihr ganzes Leben verschweigen soll.

Darüber würde ich mal nachdenken.

Und wie lange denken andere darüber nach, ob sie nun in solcher Klinik war. Haben die schlaflose Nächte? Nö. Das ist mal ne MInute interessant und dann taucht jeder wieder in seinen eigenen Problemen unter.

GNour2mexta


Ich würde bei der Wahrheit bleiben. Vielleicht möchten Klassenkameraden deine Tochter besuchen. Wir hatten eine ähnlichen Fall in der Klasse meiner Tochter. Das Mädchen war über Wochen in der Psychiatrie, durfte anfangs keinerlei Kontakt zu Freunden haben, weder telefonisch, noch Internet. Das kam mir damals schon "komisch" vor. Die Mutter hatte übrigens auch erzählt, ihre Tochter hätte einen bösartigen Tumor im Rücken und müsse deshalb in eine Spezialklinik. Kannst du dir vorstellen, wie die gesamte Familie später dastand?

mXauzmxa


Schwierig, einerseits seid ihr ja keinem Rechenschaft schuldig, nur so gar nichts sagen ist auch komisch, regt zu Spekulationen an, wer weiß was dabei rauskommt.

Anderrerseits kann ich auch Eure Befürchtungen nachvollziehen, verstehen.

Aber jetzt eine Krankheit erfinden, ist natürlich auch doof, die ständige Flunkerei belastet ja auch, und was ist wenn sie jemand im Krankenhaus besuchen will, Gute Besserung wünschen.

Was hat sie denn für ein Problem.

iwsabeXllchenx600


6-8 Monate ist lang. Da fällt mir nur ein

schwerer Bruch ein. Vielleicht als 'Kur'?

tZhe-cvavxer


Eigentlich wollte ich ja dasselbe schreiben wie alle mene Vorredner: Erstens kommt die Wahrheit eh irgendwann raus und zweitens ist es einfach wichtig (auch für Deine Tochter) psychische Erkrankungen zu ent-tabuisieren.

Aber aus der Distanz sagt sich natürlich leicht - vielleicht spielt es auch eine Rolle, wie alt sie ist, was für eine Schule es ist und wie die Mitschüler so drauf seind? Wie wäre es, mal mit den Lehrkräften zu reden? Vielleicht kann man das ja in ein Unterrichtsprojekt einbetten? Gerade Psychosen (was ich jetzt bei >6Monaten geplantem Aufenthalt mal vermute) können ja nun wirklich jeden jungen Menschen aus heiterem Himmel treffen...

Jlul/exy


Das erinnert mich an meine ersten Psychiatrie-Aufenthalte... Da habe ich auf Arbeit nur gesagt, dass ich im KH bin. Das war natürlich perfekt für Gerüchte und Spekulationen, von schwanger und Kind verloren bis hin zu Krebs war alles dabei :(v

Ich habe dann irgendwann die Wahrheit gesagt, aber nur wo ich war, nicht was ich hatte.

@ the-caver

Nicht nur bei Psychosen muss man so lange bleiben, bei Essstörungen z. B. auch...

S1mar?agdauxge


Auch ich würde raten, offen damit umzugehen. Die Anzahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen ist sowieso steigend, ich habe öfter mal von diesem oder jenem gehört, dass er/sie auch mal in Therapie war... vor 20 Jahren hätte man das sicherlich nicht so offen gesagt.

Außerdem - wenn sie in die Psychiatrie muss und dann auch für diese lange Zeit, muß es ja einen triftigen Grund geben, und ich könnte mir vorstellen, dass die anderen da schon etwas mitbekommen haben.

Ich finde es wichtig, dazu zu stehen. Man ist nicht gleich verrückt, wenn man in die Psychiatrie muss, aber eine psychische Störung liegt schon vor, warum also Lügenkonstrukte erfinden, die irgendwann sowieso zusammenbrechen?

hCag-tuysjxa


ich vermute mal, es ist kein traumatisierender vorfall vor 2 wochen geschehen, sondern sie ist schon länger krank und nun wurde eine stationäre therapie begonnen. dann werden die mitschüler vermutlich eh schon bemerkt haben, dass etwas nicht in ordnung war.

ein gespräch mit der klasse darüber (enge zusammenarbeit mit dem klassenlehrer), dass sie in einer art kur ist, wo ihr nun geholfen wird, fände ich daher sinnvoller, als sie zusätzlich damit zu belasten, noch ggf. jahre ein lügengebilde aufrecht erhalten zu müssen.

S&andrRa200x6


Und da wundert sich noch jemand, dass psychische Krankheiten in der Gesellschaft ein Tabu sind? Wenn alle begeistert mitmachen und die Besen rausholen und die Teppiche anheben?

Ich finde, es stellt für die Tochter eine viel größere Belastung dar, wenn sie über ihre Erkrankung schweigen und lügen muss, sogar vor engen Freunden. Das kann den ganzen Therapieerfolg wieder beschädigen. Sie hat dann doch das Gefühl, dass sie sich schämen muss für ihren Zustand, für ihre Psyche, ihr Wesen.

Wird das in eurer Familie schon länger so gehandhabt? So nach dem Motto "wenn das die Nachbarn erfahren!!!!"? Ganz schreckliche Mentalität. Zuviel Aufgestautes kommt irgendwann raus, aber nicht besonders kontrolliert.

meaum@a


Wird das in eurer Familie schon länger so gehandhabt? So nach dem Motto "wenn das die Nachbarn erfahren!!!!"? Ganz schreckliche Mentalität. Zuviel Aufgestautes kommt irgendwann raus, aber nicht besonders kontrolliert.

Hey Sandra2006, Du mußt ja nicht gleich so giftig werden, und den TE angreifen.

Auch er muß sich für seine Mentalietät nicht schämen

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