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Lang dauernde Krankheit als Ausrede für Psychiatrie-Aufenthalt?

hRag-ty!sjxa


sie ist frisch in der therapie, natürlich will sie grad nicht, dass es raus kommt. daher finde ich auch, ihr solltet vorerst dabei bleiben, nur allgemein zu sagen, sie sei krank und würde lange ausfallen.

ansonsten redet mit der klinik. das problem ist ja nun kein einzelfall und besprecht mit den therapeuten, wie hier ihre erfahrungen sind.

etwas organisches, langwieriges ohne dauerhafte medikation, komplett ausheilbar und ohne op – sorry, das wird wohl eher nichts.

Iqsabexll


dad

das ist nämlich sicher – unsere Tochter WILL es definitiv so und richtig enge Freundinnen hat sie dort ohnehin kaum

Ich finde noch immer, dass die Grenze beim eindeutigen Lügen liegt.

sunflower schrieb schon davon: ...lieber mutige Abgrenzung und Verzicht auf Details....

Warum ist es Dir so wichtig eine konkrete Krankheit vorschieben zu können?

Rechtlich ist das kein Muß, sowie moralisch auch nicht.

Ginge es um meine Tochter, so wüßte ich genau welchen Menschen aus ihrem, bzw. unserem Umfeld ich davon erzählen würde (könnte) und bei Welchen ich es nicht wollen würde.

Warum gibt es bei Dir/Euch diesen Rechtfertigungsdrang? Etwas vorweisen zu müssen?

Das Eine ist es, dass Eure Tochter nicht will, dass es bekannt wird. Ok. Das sollte man auch respektieren. Nur sollte man ihr nicht zeitgleich vorleben/vormachen, dass es dann ok ist sofort ein Lügenkonstrukt aufzubauen, sondern dass es dann auch andere Möglichkeiten gibt damit so umzugehen, dass sie nicht überall am Pranger steht (oder auch nur das Gefühl, bzw. die Befürchtung hat dies zu tun).

Ich finde es sehr wichtig, gerade bei psychischen Erkrankungen den Willen des Erkrankten zu respektieren, aber gleichzeitig zu auch zu ihm zu sagen "Lügengebilde aufbauen macht Alles nur schlimmer, dann sagen wir lieber gar nichts".

Es ist doch sowieso kompliziert, egal was man nun macht. Allerdings bringt ein Lügengebilde in der Konsequenz für Eure Tochter vor allem Eines: Große Einsamkeit. Je nachdem was für eine Erkrankung sie hat, wenn diese Zeit so wie Du sagst, auf 6-8 Monate beschränkt ist, wird sie danach wieder mit der "realen Welt draußen" konfrontiert sein. Sie wird in dieser Zeit therapiert und denkt danach/dadurch vielleicht ganz anders darüber als jetzt. Doch dann steht sie vor der gelogenen Krankheit – hat also eine ganz andere Ausgangssituation als wenn Ihr Euch einfach bedeckt haltet. Denn dann steht Ihr der Weg offen mit ihrer wirklichen Krankheit doch offen(er) umzugehen, dazu zu stehen.

Zumal mir auch keine rein körperliche Krankheit einfällt (noch nicht mal schwere Erkrankungen wie Krebs oder HIV/Aids) bei denen man ein knappes 3/4 Jahr sozial gesehen völlig weg vom Fenster ist.

Wenn Du weiter darauf beharrst Dich nicht weiter zu äußern, sondern einfach nur ein entsprechendes Krankheitsbild zur Rechtfertigung zu wollen – ok, akzeptiere ich, dann bin ich raus aus dem Faden (bzw. lasse Dich in Ruhe ;-)). Andererseits würden mich Antworten, bzw. weitere Äußerungen schon interessieren.

SNilbmerAmo2ndaDugxe


Wenn sie keine engen Freunde hat – was geht die anderen dann an was sie hat ?

Man könnte natürlich Krebs angeben – der dann geheilt ist – aber es zieht eh alles einen Rattenschwanz nach sich...

I}n-KTog Nxito


Das, was psychisch kranke wollen, ist nach m. E.n. mit vorsicht zu geniessen, siehe mein suizidbeispiel. Und luegen ist generell nicht gut, wenn man das teenies erlaubt.

G\ourmexta


Man könnte natürlich Krebs angeben

Findest du sowas normal? Eine derart schwere Erkrankung zu erfinden, nur damit niemand merken soll, um was es sich wirklich handelt? Es ist m.M. so gut wie sicher, dass durch irgendeinen blöden Zufall die Wahrheit irgendwann rauskommt. Das ist doch nochmal eine Belastung für die ohnehin schon labile Tochter.

Ich würde auch vorschlagen, den Umgang mit der Erkrankung in der Klinik zu besprechen.

Wie gesagt, wir hatten genau den Fall in der Klasse meiner Tochter.

S_ilblerm8ond"auge


@ Gourmeta

Hast du mich jetzt zitiert ? Falls ja dann lies doch bitte alles was ich geschrieben habe, danke

S)unfalTower_7x3


JA, es mögen gute Freundschaften entstehen – oder auch nicht.

Und JA, ein Schutz vor belastenden Faktoren mag sinnvoll sein. Aber KEINE KiJu-Psychiatrie isoliert Kinder heute dermaßen lange. Da gibt's entweder Herausnahme aus der Familie, Familientherapie – oder halt Bewältigung der Probleme, die im Alltag schwierig waren. Einerseits sicherlich geregelte und begrenzte Besuchszeiten, andererseits aber auch Aktivitäten "draußen". Eine Freundin von mir arbeitet bspw. in der KJP als Psychotherapeutin. Erst Jugendstation, aktuell auf einer reinen Essstörungs-Station nur mit Mädels ab 12 Jahren (bis 18). Die machen extrem vie außerhalb: Kirmes, Stadtbummel, therapeutisches Essengehen, Zoo,... Da ist nix mit "Käseglocke". Wenn jemand soweit ist, ist mind. 1 Ausgang pro Woche PFLICHT, um sich der Außenwelt zu stellen. Und die Mädels dürfen ab dem 14. Lj. und Einwilligung der Eltern sogar ALLEIN raus.

Psychiatrie ist kein Knast. Außer wir reden von schwerkranken Jugendlichen, die länger geschlossen untergebracht werden. Aber selbst da sind 5-6 Monate eher eine Ausnahme. Weil es genug Erfahrungen gibt, dass die komplette Isolation NICHTS löst, sondern vielmehr die schrittweise und therapeutisch begleitete Heranführung

@ dad:

Nur weil DEINE Tochter in der AKUTEN Situation (was sind 2 Wochen?!) sollte man diesem Wunsch NICHT blind nachkommen. Sondern halt MIT Kind IN der Klinik besprechen, WIE man damit umgehen kann. Ich sehe es kritisch, dass Du hier NUR nach in Frage kommenden Krankheiten fragst (vergiss' es, gibt es nicht. Außer Du willst sowas wie Tuberkulose ins Spiel bringen!), aber nicht danach, wie man allgemein mit der Situation umgehen sollst.

Derade DIESES Thema sollte man wirklich IN der Klinik ansprechen! Statt Fremde in einem Internetforum eingeschränkt nach Krankheiten zu fragen und somit ggf. auch einen Teil der Problematik Deiner Tochter aufrecht zu erhalten!

Hier weiß keiner, was sie hat und was die Rahmenbedingungen dieser Probleme sind. Sich stumpf und unreflektiert dem Lügenwunsch eines gerade erst akut kranken Kindes unterzuordnen, klingt nach verschüchtertem, verunsicherten Elternteil. IHR tragt aber auch Verantwortung!

Fazit:

Keine Details herausgeben, nur auf längere Krankheit hinweisen. Wer was wissen will und in ein paar Wochen immer noch Interesse hat: Dann abwarten, wie Deine Tochter dazu steht.

Es ist traurig, dass sie offensichtlich aktuell mehr Angst hat als das Bedürfnis, Kontakt zu Leuten "draußen" zu halten. Aber sie wird sich nicht monatelang in der Klinik verstecken können.

Darum: Behandler auf das Problem ansprechen. WISSEN Ärzte & Psychologen überhaupt, DASS sie den Wunsch geäußert hat UND Ihr ernsthaft überlegt, ein komplexes Lügengebäude aufzubauen?! Solche Dinge MÜSSEN Therapiethema sein!!! (Sorry, normalerweise stehe ich nicht auf mehrfache Satzzeichen, aber hier ist es für mich Ausdruck echter Relevanz!).

S}unfl[owerW_7x3


@ Isabell:

:)^ :)= :)z

I%s0aqbe}lxl


Sunflower

Sich stumpf und unreflektiert dem Lügenwunsch eines gerade erst akut kranken Kindes unterzuordnen, klingt nach verschüchtertem, verunsicherten Elternteil. IHR tragt aber auch Verantwortung!

Ganz genau. :)z

Und:

Eine Therapie/ein Klinikaufenthalt (Ausnahmen hast Du ja auch schon angesprochen) ist vor Allem für Eines da: In der "Außen"welt wieder klarkommen zu können – worin da der Sinn einer kompletten Isolation für eine so lange Zeit liegt, erschließt sich mir nicht. Auch wenn ich Laie bin, so wurde ich aufgrund einer langjährigen Angststörung zwar nicht stationär, aber ambulant therapiert und erstes Zeil war immer und immer wieder: Integration in den Alltag und somit auch die sozialen Kontakte.

Stationäre Aufenthalte haben grundsätzlich den großen Nachteil, dass Menschen die dazu neigen, sich noch mehr isolieren können, in einer Welt leben können oder sich eine Welt erschaffen können, in der sie sich auf ihre Art "sicher" vor "draußen" fühlen. Und soweit ich weiß, wird es in Kliniken so gehandhabt, dass zwar eine anfängliche Isolation gegeben ist (um "erst mal zur Ruhe zu kommen"), aber sehr bald gegen eine andauernde Isolation hart gearbeitet wird.

Wie ich schon schrieb: Alles Andere ist doch völlig destruktiv, rein nach dem gesunden Menschenverstand? Man geht doch in eine solche Einrichtung um im Alltag wieder zurechtzukommen, oder?

G%our/meta


Falls jemand nachfragt für den "akuten Notfall" sozusagen, kannst du ja ruhig sagen, dass ein längerer Klinkaufenthalt notwendig ist, du dich dazu aber nicht genauer äußern möchtest, es sich aber nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung handelt.

I+sabgell


Gourmeta

Sehe ich auch so.

Deshalb ja meine Frage, warum er für "Alle und Jeden" eine genaue Krankheit braucht....?

J"uley


Man geht doch in eine solche Einrichtung um im Alltag wieder zurechtzukommen, oder?

Richtig. Wobei ich da auch schon verschiedene Vorgehensweisen erlebt habe. In einer Klinik durfte man jedes WE über Nacht nach Hause, was heißt durfte, man musste sogar... Und in einer anderen wo ich 3 Monate war durfte man insgesamt nur 1 mal Zuhause übernachten. Das geht natürlich auch nur, wenn man nicht extrem selbstgefährdend ist, in meiner momentanen Einrichtung bin ich jetzt fast 1 Jahr und ich durfte noch nie bei meinen Eltern übernachten. Aber ich denke so krass wird es bei der Tochter des TE schon nicht sein, oder?

Ich kann Sunflower und Isabell nur Recht geben :)^ :)=

IEsabcexll


Juley

Ich denke, hier kommt es dann auch speziell auf die Erkrankung, bzw. auch auf die Stufe der Erkrankung an und/oder welche Therapieform gewählt wurde?

I@sabe4lxl


PS:

Und natürlich auch, inwieweit oder auf welche Art das Elternhaus involviert, (mit)verantwortlich etc. für die Erkrankung ist. Inwieweit ein Kontakt gut ist oder auch nicht. Das meine ich gar nicht negativ wertend gegenüber den Eltern. Aber z.B. für einen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, der in starker Abhängigkeit seiner Eltern steht, bzw. Eltern hat, die ihn nicht loslassen können...wäre es vielleicht besser ihm bei der Abnabelung zu helfen....wie gesagt, so als Beispiel.

Je nachdem hält der jeweilige Therapeut es für konstruktiv oder eben auch nicht, dass man für gewisse Zeit nach Hause geht.

hLomelxess


Und wie lange denken andere darüber nach, ob sie nun in solcher Klinik war. Haben die schlaflose Nächte? Nö. Das ist mal ne MInute interessant und dann taucht jeder wieder in seinen eigenen Problemen unter.

Tja, schön wärs, ist aber nicht so. Es gibt etliche Leute, die vom Tratsch leben. Das ist für viele der Hauptlebensinhalt: die Unzulänglichkeiten der anderen aufspüren und dann in Grund und Boden abwerten.

Ich wohne hier in einem Haus, da lebt eine Alte, die lebt zu 90% im Flur, die anderen 10% hinterm Türspion. Die lebt vom Haustratsch, und ich die Neue in dem alt eingesessenen Haufen, bin ihr Opfer. Das ist nicht zum aushalten. Ich ziehe wieder weg. Der Alten kommt man nicht bei, die müßte mit Polizei hier rausgeholt werden, damit das Dauermobbing aufhört.

Wirklich ekelerregend.

Und so sind viele Leute. Das Kind der TE könnte zum Daueropfer von solchen tratschabhängigen Schwachköpfen werden. Leider gibt es halt viele, viele Menschen, die nur vom Beleidigen leben, die ohne Opfer nicht auskommen können.

Es gibt auch andere, aber die sind weitaus in der Minderzahl.

Ich würde versuchen, so wenig wie möglich davon public zu machen, dass das Kind 8 Monate in eine Therapie geht, aber bei Nachfrage was und wie usw...würde ich ehrlich sein.

Wenn danach, also nach Entlassung Terror entsteht, dann würde ich umziehen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man Leuten, die so widerwärtig bösartig sind, nicht beikommt. Das würde nur mit Gewalt gehen, Anzeigen usw...aber auch das nicht langwierige Wege. Mit Reden kommt man da nicht weiter, denn diese Hexen wollen ja bösartig sein, das ist ja ihre Absicht, von daher KANN Reden gar nicht helfen. @:) :)* *:)

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