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Lang dauernde Krankheit als Ausrede für Psychiatrie-Aufenthalt?

SgunflowRerT_x73


@ Juley:

Ja, das ist die Suizid-Doku von Sonntag. Wirklich gut gemacht, nicht reißerisch, beleuchtet alle Perspektiven. Eben auch den Aspekt der Schule. In dem Beispiel positiv, aber auch realistisch.

Nicht alle Mitschüler sind gemeine Monster; vieles hängt davon ab, WIE man es verkauft.

Und sorry, aber 6-8 Monate dauert auch kein Drüsenfieber. Und was ist, wenn sie draußen gesehen wird?

R2otbBär


Eine konkrete Diagnose würde ich vermeiden, lieber irgendwas ganz allgemeines, womit sich nicht viele wirklich auskennen. Imunsystem, Stoffwechselkrankheit/störung...

Oder wie wär es mit Burnout? Kennt jeder und ist kein "richtiger" Makel, einen Psychatrie-Aufenthalt kann man damit locker begründen.

Viel Glück für deine Tochter :-)

DHiEamonxd90


Finde das mit dem Burn out ist eine super Idee :), denn es ist wirklich mitlerweile gesellschaftlich anerkannt als Volksleiden, es wurde ja immer und überall darüber berichtet und erklärt wie du sagst auch die Therapie.

S&unfFlower_e73


Und wenn man genauer recherchiert wird man feststellen: BurnOut ist ein Modebegriff, keinerlei verschlüsselbare Diagnose und letztlich nur eine Form der Depression... VIELE Krankheiten sind ebenso schon "gesellschaftfähig". Angst, Depression, Essstörungen bspw.

R*ot(bär


Ich weiß das Burnout das gleiche wie eine Depression ist, aber viele wissen es eben nicht so genau. Meiner Erfahrung nach wird rein der Begriff Burnout weniger mit "Psycho" assoziiert als der Begriff Depression.

S$unflmow\er_x73


Und wenn die gemeinen Mitschüler gemein sein wollen, drehen sie einem auch aus BurnOut einen Strick.

Hilfreich wäre für die Diskussion, zumindest grob eine Ahnung zu haben, was überhaupt der Anlass für den langen Klinikaufenthalt ist.

Ihsanbell


Ich weiß nicht, wenn dann ist es eher der Begriff "Psychiatrie(aufenthalt)" bei dem Viele schon aufhören weiterzudenken und mit dem Vorverurteilen loslegen. Sie haben dann gleich Bilder von Filmen im Kopf, in denen ja meist nur die wirklich harten Fälle gezeigt werden.

Dass es aber auch hier Abstufungen gibt, wissen Viele nicht, bzw. sie machen sich da keine Gedanken.

Andererseits zeigt der verlinkte Bericht von sunflower auch, dass schon Jugendliche damit umgehen können wenn ihnen etwas Greifbares geboten wird. Wobei ich hier aber auch eine etwas andere Situation sehe, weil es einen konkreten Anlass gab den auch Alle mitbekamen. Es war keine schleichende Krankheit die irgendwann diesen Aufenthalt notwendig machte. Letzteres ist für Außenstehende viel schwerer zu (be)greifen.

Sxunflo:wer_x73


Es ist halt die Frage, ob Außenstehende wirklich NICHTS bemerkt haben. 6-8 Monate KiJu-Psychiatrie erfolgen nicht grundlos. Aber das bleibt wilde Spekulation, weil wir da nichts Genaueres wissen.

Idsabhell


Sunflower

Es ist halt die Frage, ob Außenstehende wirklich NICHTS bemerkt haben. 6-8 Monate KiJu-Psychiatrie erfolgen nicht grundlos. Aber das bleibt wilde Spekulation, weil wir da nichts Genaueres wissen.

So ähnlich meinte ich es ja auch.

In dem ARD-Bericht war es kein 3/4 Jahr, es waren ein paar Wochen so wie ich es in Erinnerung habe. UND ihre Schulkameraden haben schnell mitbekommen, dass da etwas "Komisches" passiert ist.

Aber gehupft wie gesprungen, jetzt mal von mir aus gesehen, ich habe darüber ja anfangs schon geschrieben:

Wenn meine Tochter irgendwelche Probleme hätte die einen längeren Aufenthalt nötig machen – ich würde damit weder hausieren gehen, noch konsequent verschweigen. Ich denke schon, dass ich z.B. der Lehrerschaft Näheres berichten würde, zumindest einem Teil. Wie weiter verfahren wird hängt dann ganz von der Erkrankung, dem Verlauf und natürlich auch meiner Tochter selber ab. Oder auch davon, ob es in der Schule schon auffällige Vorfälle gab so dass die anderen Schüler fragen – das muß man dann jeweils entscheiden.

Näherem Umfeld wie Familie oder enge Freunde, naja, sowas kommt ja nicht von heute auf morgen, diese haben dann im Vorfeld schon genug mitbekommen um nicht aus allen Wolken zu fallen. Und die, die aus den Wolken fallen würden, die haben ja sowieso keinen so engen Kontakt, dass man da unbedingt groß was sagen, bzw. erklären muß.

Also es käme für mich wirklich ganz auf die einzelnen Beziehungen an.

Aber ich weiß definitiv, dass ich nicht mit so einer Hardcorelüge aufwarten würde. Wenn dann, ausweichen oder direkt sagen "Darüber möchte ich mich nicht äußern"

HEasen)rGeicxh


Ich persönlich finde, den Wunsch nach Geheimhaltung sollte man unbedingt respektieren. Jeder hat das Recht auf informationelle Selbstbestimmung - also was man wem von sich preisgibt oder eben nicht.

Allerdings halte ich es da für verkehrt, extra Krankheiten zu "erfinden" - denn dann verstrickt man sich unnötig in Lügengebilde, aus denen man nicht mehr herauskommt und macht nur alles noch schlimmer.

Ich würde ganz einfach sagen, (an Stelle des Mädchens), dass ich ganz einfach nicht darüber reden möchte - nach dem Motto: Wer redet schon gern über seine Krankheiten - und gut ist. Mit der Lehrerin sollte man vereinbaren, dass sie (das Mädchen) mit niemanden über ihre Krankheit reden will und die Lehrerin darüber wachen soll, dass das respektiert wird - allerdings würde ich selbst ihr den wahren Grund nicht verraten, damit sie sich nicht mal verplappert. Das sollte zu respektieren sein.

Zu dem Fernsehbeitrag: Den habe ich gesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ein sogenannter "offener Umgang" nur dort funktionieren kann, wo es in einem einigermaßen harmonischen Umfeld geschieht. - Dies war in dieser Klassengemeinschaft gegeben und somit völlig ok.

Hier in diesem Fall habe ich aber meine Zweifel, ob es in der Klasse so harmonisch zu geht (zumal der TE selbst geschrieben hat, dass die Tochter keine engeren Freundinnen in der Klasse hat), dass eine ganze Klasse über die Krankheit der Mitschülerin informiert werden kann - und das ganze nicht zum ZUSÄTZLICHEN Schaden der Schülerin nach hinten losgeht.

Hier denke ich, ist der Schutz des Mädchens und die Wahrung IHRER Interessen nach Stillschweigen über ihre Krankheit wichtiger als die Neugier der Klassenkameraden.

J*uleCy


Aber ich weiß definitiv, dass ich nicht mit so einer Hardcorelüge aufwarten würde.

:)^ :)=

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