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Positive Erfahrungen mit Tiefenpsychologie

ferage_zeichen2x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

alles was ich hier in der Suche über Tiefenpsychologie finden konnte, waren weitestgehend negative Kommentare. Verhaltenstherapie scheint hier im Forum die einzige empfehlenswerte Methode zu sein. Dagegen sprechen ja Studien, die die Wirkung von Tiefenpsychologie bestätigen. Deshalb würde mich mal interessieren, ob es nicht doch Nutzer hier gibt, die mit TP gute Erfahrungen gemacht haben und damit psychische Probleme heilen konnten?

Antworten
JlulKey


Ich denke mal das kommt auf die Art der Erkrankung an. Bei meinen Krankheiten ist nun mal VT das mittel der Wahl.

Ptusteb7lumex65


Es hängt von der Störung ab ob Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie empfehlenswert sind.

Ích habe 80 Sitzungen Verhaltenstherapie hinter mir. Bin mit einer leichten chron.Depression in die Therapie und mit mittelgradigen Depressiven Episode wieder raus. Folglich hatte das ganze bei mir 0 Wirkung. Es war nett, mehr nicht.

Meine erste tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei einem Analytiker hat mich schwer retraumatisiert, das heißt schwer geschadet.

Habe 4 Jahre unter täglich dem Psychotherapietrauma gelitten. Bin dann zurück zu dem Analytiker und habe ihm den ganzen Mist zurückgegeben (bearbeitet). Da wurde es besser.

Bin bei ihm geblieben und ziehe die Psychotherapie jetzt ganz streng nach meinen Bedürfnissen durch. Und siehe da, so kann ich die Sitzungen sehr wirkungsvoll nutzen. Ich nehme nur noch Sitzungen wenn ich ein Problem zu bearbeiten habe und brauche jetzt weniger als ein Hand voll Sitzungen im Jahr.

Diese Vorgehensweise wurde mir in einer PIA empfohlen.

Muss aber dazu sagen, das ich insgesamt schon ca. 160 Sitzungen hinter mir habe.

aCug2x33


Die meisten jüngeren Therapeuten kennen beide Therapierichtungen und wenden sie auch an; auch wenn die Zulassung nur für eine Therapierichtung besteht. Hat jemand vor Hunden Angst, so kann der VT-Therapeut dies wegtrainieren, aber auch schauen woher sie kommt und was sie auflösen kann.

Wie zuvor gesagt wurde, es kommt wesentlich auf die Erkrankung an und welches die Ziele sind.

SMunflZowerx_73


Es kommt auf die Erkrankung an. Die zu erreichenden Ziele. Und die Hintergründe.

Bei manchen Erkrankungen MUSS man einfach lernen, mit der Erkrankung umzugehen. V.a. bei Ängsten. Man kann natürlich jahrelang wunderbar analysieren, und trotzdem NICHTS an der Symptomatik ändern. Verstehen führt halt nicht immer zur Änderung.

Die VT ist schon weit entfernt von der stumpfen Reiz-Reaktions-Konfrontationstherapie. Aucvh die VT beleuchtet Hintergründe. Und die aktuelle "Mindfulness"-/Achtsamkeitswelle geht mittlerweile davon aus, dass ich halt auch nicht alles wegtrainieren lässt. Das dazu.

Aber es gibt halt auch andere Symptome und andere Ziele, wo Tiefenpsychologie wirklich hilfreich sein kann. Oder bspw. im Anschluss an eine VT, wenn die Symptombewältigung bei "klassischen VT-Erkrankungen" klappt, aber Restprobleme bleiben.

Warnen würde ich nach wie vor vor der ganz klassischen Analyse (so mit liegen und der Analytiker deutet nur). Da habe ich in 7 Jahren in meinem Job echt NUR traumatisierte, völlig verunsicherte Menschen erlebt. Einschränkung: Es waren immer ALTE Analytiker (junge werden auch kaum nachkommen, da die echt analytische Ausbildung nur für Millionäre finanzierbar ist. Überspitzt formuliert.)

Die meisten jüngeren Therapeuten kennen beide Therapierichtungen und wenden sie auch an; auch wenn die Zulassung nur für eine Therapierichtung besteht.

Da bin ich anderer Meinung. Je nach Weiterbildungsinstitut wird eher auf anderen Richtungen rumgehackt, als die auch nur ansatzweise zu erläutern! Man lernt die "andere" Richtung dann theoretisch für die Approbationsprüfung, da die für alle gleich ist...

Hängt halt sehr vom Eigeninteresse und Fortbildungsmotivation nach der Weiterbildung ab, was man noch macht. Gibt aber immer wieder auch Therapeuten, die tatsächlich die 2. Richtung auch noch offiziell erlernen.

aQug2x33


Meine Bemerkung hat ihren realen Hintergrund, allerdings hätte ich nicht schreiben dürfen: "die meisten...". Zu

Da bin ich anderer Meinung. Je nach Weiterbildungsinstitut wird eher auf anderen Richtungen rumgehackt, als die auch nur ansatzweise zu erläutern! Man lernt die "andere" Richtung dann theoretisch für die Approbationsprüfung, da die für alle gleich ist...

Hängt halt sehr vom Eigeninteresse und Fortbildungsmotivation nach der Weiterbildung ab, was man noch macht. Gibt aber immer wieder auch Therapeuten, die tatsächlich die 2. Richtung auch noch offiziell erlernen.

Wer genügend lange in der Praxis drin steckt, der kann es sich auch leisten die jeweilige andere Methode kennen zu lernen und dann auch bei Bedarf anzuwenden.

Auf der Strecke bleiben mal wieder die Klienten, die eben wegen dieser "Lagerkämpfe" nicht die bestmögliche Versorgung erhalten.

STunfleowerx_73


Ja, ohne "die meisten" klingt das schon zutreffender. ;-) IN der Weiterbildung sind das nur Grabenkämpfe, am Ende stellt man (idealerweise) fest, dass die "eigene" Methode längst nicht allen Situationen gerecht wird. Ab da macht's dann richtig Spaß. Leider kommt nicht jeder Therapeut zu der Erkenntnis.

Und die Patienten: Wo bleiben die nicht auf der Strecke? Ewige Wartezeiten ambulant, in Akutkliniken oft auch nur finanzgesteuerte Minimalversorgung. Und frustrierte Therapeuten, die nicht ansatzweise so arbeiten können, wie sie es in langer teurer Ausbildung unter miesesten Bedingungen gelernt haben und wie sie gerne arbeiten würden.

Sorry, ich glaube ich schweige jetzt besser. :-X ]:D

aJu`g3233


Gegen diesen Frust könnte die Flucht in die mäßig versorgten Gebiete helfen, Praxisbeteiligung und andere Modelle.

Zumindest außerhalb von Psycho was ganz anderes machen!

fvr?agezWeicxhen29


Hallo,

vielleicht hätte ich noch schreiben sollen, dass es mir bei meiner Frage um tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht und nicht um die klassische Psychoanalyse.

Ich leide unter einem schwachen Selbstvertrauen und starken Selbstzweifeln. Nun stehe ich auf der Warteliste für eine VT und könnte aber ab November schon mit einer TfP starten. Nun frage ich mich, ob die Tiefenpsychologie mir helfen kann ???

Wie läuft das in einer TfP ab? Da sucht man doch nicht nur nach Ursachen und hört auf, soabdld iese gefunden wurden, sondern versucht diese Ursachen auch mit Methoden anzugehen, oder?

Danke!!

S?unf'lowexr_73


Das ist halt der Knackpunkt: So ganz konkrete, handfeste Methoden hat die TfP eher weniger. Das ist eher VT-Gebiet. TfP setzt tendenziell (!) auch eher auf Erkenntnis, auf Ergründung der Gründe. Dann gibt's durchaus Ansatzpunkte für Veränderungen, aber eben nicht "die" Strategienvermittlung. Kommt aber eben auch auf die grundsätzliche Kreativität des jeweiligen Therapeuten an. Ich kenne echt konstruktive TP'ler und ebenso völlig unkreative, die eigentlich nur Abnicken, was der Patient sagt, und die immerselben Floskeln auspacken.

Andererseits (solange Du keine handfeste soziale Phobie hast) sind Deine Probleme halt etwas, was auch Therapieneulinge mit TP angehen können. Das verlangt nicht (wie bei anderen Problemen) nach VT.

Du schreibst Warteliste:

Kennst Du die Therapeuten überhaupt schon, wo Du auf der Liste stehst? Denn letztlich sollte Sympathie mitentscheiden. Wenn Du "nur" auf den Listen stehst, aber noch GAR KEIN Gespräch hattest, solltest Du die Entscheidung vertagen. Es gibt 5 sog. probatorische Sitzungen, da läuft v.a. Diagnostik und Informationssammlung für das Gutachten auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse. Diese Sitzungen dienen aber auch dazu herauszufinden, OB der Therapeut einem liegt. D.h. man kann bis nach der 5. Sitzung (oder bis zur Antragstellung, manche Therapeuten drängen auf eine frühere Entscheidung, weil die Probatoprik schlecht bezahlt wird) entscheiden, ob man die Therapie überhaupt aufnimmt. Bei Unsicherheit sollte man auf den 5 Sitzungen bestehen.

Wenn Du also noch niemanden kennst: Zum TP'ler gehen, angucken, dann entscheiden. ;-)

@ aug:

Gegen diesen Frust könnte die Flucht in die mäßig versorgten Gebiete helfen, Praxisbeteiligung und andere Modelle.

Es gibt bundesweit nur gesperrte Gebiete. In einigen Regionen werden gerade einzelne Sitze neu geschaffen (in Gesamt-NRW genau 13 Stpck, nur im Kreis Kleve, davon geht aber och ein Teil auf KJP'ler und Ärztliche Psychotherapeuten). Jeder Antag 100€, einige Regionen wie MeckPom verlangen sogar für die Wartelistenaufnahme pro Kreis pro Jahr einen Obolus. Wenn man aber noch Tausende Euro aus der Weiterbildung abzahlt...

Praxisbeteiligung: Halber Kassensitz für 50.000€ aufwärts? Oder Anstellung für ca. 10 Behandlungsstunden pro Woche, wie soll man davon leben? Und wenn es dann in der Region keine Teilzeitstellen oder andere Zuverdienstmöglichkeiten gibt, ist Praxisjob einfach hinfällig. Zumindest ohne Ehemann, der die Miete allein zahlt. ]:D

P}uste/blu4me65


vielleicht hätte ich noch schreiben sollen, dass es mir bei meiner Frage um tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht und nicht um die klassische Psychoanalyse.

Die TFP wird sowohl von tiefenpsychologisch fundierte ausgebildeten Psychotherapeuten wie auch von Analytikern angeboten. Die klassisch analytische Psychotherapie hat ohnehin nur einen Anteil von unter 3 % aller Psychotherapien.

Also reden wir hier ohnehin defakto nur von Verhaltenstherapie und tiefenpsychologischer Therapie, auch wenn sie ein Analytiker durchführt.

Wie läuft das in einer TfP ab? Da sucht man doch nicht nur nach Ursachen und hört auf, sobald diese gefunden wurden, sondern versucht diese Ursachen auch mit Methoden anzugehen, oder?

Die Psychotherapie ist dann zu ende wenn beide, Therapeut und Patient, oder auch nur einer von beiden diese nicht mehr fortsetzen wollen. Oder das Sitzungskontingent ausläuft und keine weiteren Sitzungen beantragt werden oder werden können.

Die Wirkung dieser Methode geht über das Verstehen der Ursache und das Wahrnehmen der dazu gehöhrenden Gefühle. So kommt es zur Verarbeitung im Gehirn und zur Konfliktlösung.

fzrag`eze;ichenx29


Danke für eure Antworten!

Die Wirkung dieser Methode geht über das Verstehen der Ursache und das Wahrnehmen der dazu gehöhrenden Gefühle. So kommt es zur Verarbeitung im Gehirn und zur Konfliktlösung.

Wie kommt es zu der Wahrnehmung dieser Gefühle? Versucht der Therapeut die Gefühle offen zu legen und ganz bewusst zu empfinden, in dem er einen mit Fragen dorthin leitet?

Wenn Du also noch niemanden kennst: Zum TP'ler gehen, angucken, dann entscheiden.

Nein, den VT kenne ich noch nicht persönlich, die TP habe ich nun schon drei mal gesehen und ist mir sympathisch. Die probatorischen Sitzungen sind vor dem möglichen Beginn der VT abgelaufen. Ich muss mich also entscheiden und habe nun Angst, dass sich am Ende herausstellt, dass die TP nicht hilft, aber von der Krankenkasse bewilligt wurde....

fnrag#ezei{chexn29


???

aLug^233


Wenn sich im Behandlungsverlauf der TP heraus stellt, dass diese nicht zum Ziel führen kann sondern VT eher ein Ergebnis bringt, dann ist nach den heutigen Richtlinien Therapeut verpflichtet, die Therapie zu beenden und er sollte den "Charakter" besitzen, VT der Krankenkasse zu empfehlen.

Diese Wechsel sind möglich, oft praktiziert und den Krankenkassen bekannt.

Pjustebllu6me6A5


Wie kommt es zu der Wahrnehmung dieser Gefühle? Versucht der Therapeut die Gefühle offen zu legen und ganz bewusst zu empfinden, in dem er einen mit Fragen dorthin leitet?

Du bist es der seinen Gefühle der jeweiligen Situationen (z.B. Konflikten der Vergangenheit) offen legen und ausdrücken sollte. Es geht um deine Gefühle und nicht um die des Psychotherapeuten.

Möglicherweise musst du erst lernen deine Gefühle zuzulassen und in Worten auszudrücken. Das ist im übrigen in jeder Psychotherapie nötig. Auch in einer VT wirst Du um deine Gefühle nicht herum kommen, wenn diese Erfolg haben soll.

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