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Ständiger Bewegungsdrang/Fluchtimpuls

M`isexrya hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Ich stelle bei mir immer wieder fest, dass ich nicht richtig entspannen oder mich auf etwas konzentrieren kann. Ich muss ständig in Bewegung sein und von dem Ort, wo ich gerade bin, wieder flüchten. Das macht sich im Alltag sehr oft bemerkbar und ist teilweise auch belastend für mich.

An einer Haltestelle kann ich nie mal in Ruhe sitzen und auf den Bus warten. Ich habe dann das starke Bedürfnis, weiterzulaufen, damit ich nicht an einer Stelle bleiben muss. Ich laufe sehr oft eine Haltestelle vor oder zurück, selbst wenn ich dadurch einen Bus verpasse und erst den nächsten kriege, aber Hauptsache, nicht irgendwo still sitzen müssen.

Ich bin immer so rastlos, aber ohne konkretes Ziel, und spüre eine innere Unruhe. Ich möchte z. B. in Geschäfte gehen, aber sobald ich im Geschäft bin, kann ich mich auf die Sachen gar nicht richtig konzentrieren und habe keinen Spaß beim Stöbern, nur wieder diesen Impuls, aus dem Geschäft möglichst schnell zu flüchten, damit ich wieder in Bewegung bin.

Ähnlich ist es beim Sport. Wenn ich im Fitnessstudio auf einem Gerät bin, ist es nicht die Anstrengung, die mich wieder davon runter treibt, sondern ich kann es nicht ertragen, mich die ganze Zeit nur auf einem Fleck und in einem Raum zu bewegen.

Es geht sogar so weit, dass ich lieber allein unterwegs bin als mit anderen, weil ich allein diesen Fluchtimpuls stärker ausleben kann und nicht mit jemandem langsam durch die Stadt schlendern oder für ihn irgendwo länger anhalten muss.

Aber es ist nicht nur draußen so oder wenn ich unter Menschen bin. Auch zuhause habe ich diese Probleme. Ich sitze z. B. an einer Arbeit und habe alle 3 Minuten den Drang, aufzustehen und durch die Wohnung zu laufen, was ich dann auch mache. Ich kann mich gar nicht mal eine Stunde in Ruhe hinsetzen und was arbeiten, sondern stehe ständig sinnlos auf wie unter Strom. Ich kann mich auch nicht richtig entspannen oder länger irgendwo sitzen und z. B. eine Aussicht oder das Wetter genießen. Ich kann nicht mal einen Film im Fernsehen verfolgen, weil ich ständig aufstehen oder irgendwas dabei machen muss, sodass ich im Endeffekt nicht viel davon mitkriege, obwohl ich mir vorgenommen habe, den Film zu verfolgen.

Es kommt mir so vor, als müsste ich durch meinen ständigen Bewegungsdrang Energie verbrauchen, die ich auf anderem Weg nicht verbrauchen kann. Was meint ihr dazu, kennt ihr sowas, findet ihr das schon bedenklich? Kennt ihr Tipps, wie man sich diesen sinnlosen Bewegungsdrang abgewöhnen kann?

Danke @:)

Antworten
SRplitterOse3exle


Hallo Miserya,

ich vermute, das du in der Tat vor etwas wegläufst. Ich hoffe du verstehst das nicht falsch, aber Pferde bauen so ihren Stress ab :) In erster Linie ist das also kein "sinnloser Bewegungsdrang", sondern ein Eigenschutz. Ähnlich wie bei einem Workaholic...

So bald du zur Ruhe kommst, beißen dich deine Probleme in den Hintern. Also wirst du Aktiv, um dich abzulenken.

Du solltest dich aber mit einem Fachmann zusammen setzen, so lange es "nur" ein verpasster Bus ist und ein verpasstes Shopping Erlebnis, obwohl das schon herbe Einschnitte in dein Vergnügen sind. Wenn sich so etwas steigert, kann auch das Ausführen eines Jobs unmöglich werden und das Leben eine Hölle.

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