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Krankenbett-Depression

C'orne:lia5x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich melde mich mal wieder wegen meiner Mutter. Nachdem sie nun seit Wochen in neurologischer Reha ist, hat sich ihr Zustand eher verschlechtert als verbessert. Grund dafür ist eine von der Rehaklinik so genannte Krankenbett-Depression. Die Symptome waren vollständige Essensverweigerung, Apathie und Todeswunsch. Von ihr kam nur noch "ich kann nicht mehr" und ähnliches.

Daraufhin ist ihre Citalopram-Dosis erhöht worden. Das hat wenigstens dazu geführt, daß sie nicht mehr so destruktiv ist und wieder angefangen hat zu essen. Aber statt dessen ist sie jetzt komplett verwirrt. Sie erkennt uns zwar noch, aber sie redet nur wirres Zeug, das offenbar aus dem Langzeitgedächtnis stammt. Sie ist immer noch sehr apathisch, und sie kriegt keinen Gedanken zu Ende geführt. Man kann kaum noch wirklich mit ihr reden.

Können das alles noch Symptome dieser Depression sein? Oder ist es sogar das Citalopram, das Nebenwirkungen in dieser Form verursacht? Könnte es sein, daß sie noch ein zusätzliches Medikament bekommt, um sie sozusagen "ruhigzustellen"?

Antworten
DcieKrvuemi


ganz, ganz schwierige Situation......

Ich kann dir nachfühlen, ich habe meine Mutter im letzten Jahr beerdigt, und wir haben viele Stadien, die du beschreibst, auch hinter uns: Todeswunsch, Essenverweigerung, medikamentöse Beeinflussung etc, nur war meine Mutter 15 Jahre jünger, als deine.

so genannte Krankenbett-Depression. Die Symptome waren vollständige Essensverweigerung, Apathie und Todeswunsch. Von ihr kam nur noch "ich kann nicht mehr" und ähnliches.

mit dem Abstand der Anonymität kann man das auch so sehen: in Anbetracht ihres Alters und der Veränderung ihrer Lebenssituation, und auch der Prognose (gibt es eine realistische Prognose der Reha, was zu erreichen ist?) kann man es auch als verständlichen Wunsch der Mitbestimmung über sein Leben sehen.

wenn die Verwirrtheit erst unter dem Medikament aufgetreten ist, sollte es abgesetzt werden, denn das wäre eine zu heftige Nebenwirkung.

wie ist die Situation: bist du Betreuer? Hat sie eine Patientenverfügung? Wenn du Betreuer bist, müßtest du über jedes Medikament, das sie bekommt, im Vorfeld informiert werden (Ausnahme: Notfallmedikation)

Aufgrund ihrer Situation sollte jemand-falls nicht geschehen- die Betreuung beantragen.

CZorn9eliax59


Glücklicherweise hat meine Mutter schon vor Jahren meinem Bruder eine Betreuungsvollmacht erteilt, offiziell mit Notar und allem Zipp und Zapp. Trotzdem werden die Entscheidungen von uns gemeinsam getroffen, soweit möglich, auch unter Einbeziehung der Wünsche unserer Mutter.

Das Citalopram hat sie bereits vor dem ganzen Krankenhaus-Drama bekommen, auf der Intensivstation wurde es abgesetzt, und dann ist es zu spät wieder angesetzt worden. Als die Krankenbett-Depression auftrat, bekam sie es gerade erst seit 2,5 Wochen wieder, so daß wir das auf die zu kurze Wirkzeit geschoben haben. Die Dosierung wurde dann erhöht... und jetzt, 2 Wochen später, ist sie total verwirrt, aber deutlich kooperativer. Das Schlimme an der ganzen Situation ist, daß sie eigentlich in einem recht guten Zustand aus dem ursprünglichen KH in die Reha verlegt wurde. Wir haben das Gefühl, daß sie dort immer mehr abbaut und arbeiten bereits mit Hochdruck daran, sie verlegen zu lassen. Leider ist der MDK der Krankenkasse da sehr unkooperativ.

Nur um da nochmal Klarheit reinzukriegen: das kann kein Symptom ihrer Depression sein, sondern müßte eine Nebenwirkung des Citalopram sein?

DmieKruxemi


aufgrund ihres Alters kann es auch eine nun auftretende Demenz sein. Wenn sie das Medikament schon länger bekommt, würde ich jetzt nicht unbedingt die Verwirrtheit als primäre Nebenwirkung des Antidepressivums sehen.

Wie war ihr Zustand denn vor der Lungenentzündung?

Cyorn~el>iax59


Vor der Lungenentzündung war sie nicht dement. Sie hatte kleinere Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, was sie gerne mal unter "Leise rieselt der Kalk" abgebucht hat, aber das war keine Demenz. Sie war auch im KH bis auf die Zeit des Erwachens aus dem künstlichen Koma immer klar bei Verstand. Diese völlige Verwirrtheit kennen wir gar nicht von ihr.

Dwie.Kruxemi


Und was sagen die Ärzte dazu, gibt es schlüssige Errklärungen?

Coorn9eliIa59


Ach ja, die Ärzte. Wenn man die denn mal zu sehen oder ans Telefon kriegen würde! Anfragen selbst meines Bruders (Betreuer!) werden irgendwie abgebogen mit blöden Rückfragen, was man denn mit den Blutwerten oder der Medikation wolle, das würden wir doch sowieso nicht verstehen! Mein Bruder hat daraufhin ein paar Takte losgelassen... :=o

Ehrlich, das ist ein echtes Problem in dieser Rehaklinik. Die Ärzte sind samt und sonders aus Rumänien und sprechen bestenfalls gebrochen Deutsch. Die Ärztin, die momentan für meine Mutter zuständig ist, hat ausdrücklich keinen Doktortitel. Angeblich haben "viele der Ärzte" eine psychiatrische Zusatzausbildung, gemerkt haben wir davon leider noch nichts. Nicht mal das psychiatrische Gutachten, das der MDK für die Verlegung angefordert hat, haben sie bisher geliefert!

Ich werde am Montagmorgen hinfahren und versuchen, bei der Visite aus dieser Ärztin ein paar Informationen herauszuholen. Mal sehen...

DlieKKru@emi


ich drücke die Daumen. Das hört sich echt gruselig an.......

CnornelQia5x9


:)z %:| :(v

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