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Lebensgeschichte Borderline Angststörung und Alpträume

eNrdbeebrlillxy hat die Diskussion gestartet


Ich hab keine Ahnung, wie ich anfangen soll. Bislang ist der Personenkreis, der über mich "Bescheid weiß" sehr klein.

Ich leide seid geraumer Zeit unter einer Angststörung, Depressionen und einer instabilen Persönlichkeitsstörung vom B-Typ. Seit dem 12.11.2009 befinde ich mich in Behandlung.

Angefangen hat es mit sexuellem Missbrauch während meiner Schulzeit. Es war in der 9./10. Klasse (2005/2006). Nachdem ich unglaublich froh war, nach meinem Abschluss endlich die Schule verlassen zu können habe ich alles beiseite geschoben, was mich immer belastet hatte und habe ein halbwegst unbeschwertes Leben geführt. Im Feb. 2009 kam dann ein weiterer Schlag: Vergewaltigung.

Danach habe ich "normal" weitergelebt. Leicht vermehrter Alkoholkonsum und ich habe zeitweise ungesund wenig gegessen. Mein BMI lag etwa bei 17....

Später kamen Schlafstörungen. Ich wollte/konnte nicht zur Ausbildung, habe mich durch Energy-Drinks wach gehalten...aber ich hatte alles verdrängt was war.

Irgendwann kam der erste Klinikaufenhalt. Ich habe begonnen, mich selbst zu verletzen. Immer öfter, immer tiefer. Ich wurde entlassen, eingewiesen, entlassen usw. (...)

Während einer Phase, in der ich zuhause war, habe ich mit einem Schulfreund gechattet und plötzlich kamen meine Erinnerungen zurück. Die Erinnerungen waren wieder da.

Dann kam der erste Suizidversuch...ich wurde mit dem RTW abgeholt. Erst Krhs, dann Psychiatrie. Ein suizidversuch folgte dem anderen. Mehrmals haarscharf.

Einer der Aufenthalte dauerte ca 9Monate (geschlossene) inkl. Fixierungen, Zwangsmedis etc. Und duzende anderer Aufenthalte in Psychiatrien. Nie konnte ich reden/wollte ich reden. Bei dem Wort "Vergewaltigung" durchfährt es mich jedes Mal. Ich kann keine Sendungen im TV sehen, in denen Vergewaltigungen vorkommen und ich kann das Wort nicht einmal aussprechen.

Ich bin nicht in der Lage, Gefühle zuzulassen. Mag keine Umarmungen. Habe keine Beziehungen, will einfach nie mehr Geschlechtsverkehr. Der Gedanke widert mich an... Aber ich hätte so gern Kinder. Aber auch eine künstliche Befruchtung kommt nicht in Frage, denn mal ganz ehrlich: Wer würde einer völlig zerschnittenen und psychisch kranken Frau zu einem Kind verhelfen?!

In den letzten Tagen habe ich wieder extrem starke und realistische Alpträume. Ich fürchte mich vor Dunkelheit...Es ist grausam. Manchmal fragt man sich, was besser ist: Zu wissen was war, oder immer zu spekulieren......ich kann es nicht sagen.

Aber was kann ich tun? Ich traue mich allein nicht raus, kann keine Nähe zulassen...und ich komme mir so "kalt" vor. Ich fühle einfach nichts...Nichts außer Angst.

Antworten
rCoatermooxhn


Hallo erdbeerlilly,

ich kann Dir nur mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken. Das Du dies alles erlebt und ausgehalten hast ist kaum zu glauben. Leider kann ich Dir nicht helfen, und ich denke, dass kann nur eine weitere stationäre Therapie, damit irgendwann der Alptraum ein Ende findet. Wenn ich lese, was Dir angetan wurde, wie sehr Dein junges Leben zerstört wurde, es ist unfassbar :°( :°( :°_ .

Ich wünsche Dir übermenschliche Kräfte um Dein Leben trotz allem weiter zu leben und hoffe dass die Zeit kommt, wo Du wieder mit Gefühlen die Welt erleben kannst und vielleicht doch noch einen Partner findest, der Dich vergessen lässt was war.

Lg :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

eUrdbeer>lilxly


Danke, dass ist total lieb von dir! Ich weiß selbst nicht genau, was ich mir davon erhoffe, dass ich einen Teil meiner Geschichte hier gepostet habe. Vielleicht jemanden der ähnliches erlebt hat?! Oder ebenfalls Probleme hat, eine Beziehung einzugehen, realistische Alpträume hat bzw. Schlafstörungen?!?

Eine stationäre Behandlung kommt für mich wohl eher nicht mehr in Frage. Es zieht mich einfach noch mehr runter, triggert in Bezug auf SV bzw. Suizid...

Je öfter ich in Kliniken war desto schlimmer wurde es. Und die Zwangsfixierungen waren für mich jedes Mal eher eine Retraumatisierung....

...aber rotermohn: nochmal DANKE für die lieben Worte!!!

T<O2FU


:°_ :)* :)* :)* :)* :)* @:)

SvunflXower_7x3


Du hast schwierige Dinge erlebt, das muss man erstmal überstehen! Lasse diese Leistung bitte nicht außer Acht!

Allerdings wäre eine Therapie sicherlich nochmals hilfreich. Bei WIRKLICH erfahrenen Therapeuten. Wo DU DICH gut aufgehoben fühlst. Sowas zu finden ist nicht leicht.

Und manches geht nur stationär. Aber auch hier: Eine GUTE Klinik suchen. Eine gezielte, freiwillige Behandlung in einer spezialisierten Abteilung ist etwas anderes, als sämtliche Zwangseinweisungen etc.!

Ich kann nur aus Sicht einer Behandlerin berichten... Habe aber eine Patientin vor Augen, die auch ganz schlimme Dinge erlebt hat, sich auch massivst verletzte hat. Der geht es momentan wg. schwieriger Lebenssituation (eine Situation, die nichts mit Missbrauch etc. zu tun hat, aber die jeden Gesunden aus der Bahn werfen würde) schlecht. Aber sie kämpft gegen die Aufnahme in die "normale" Psychiatrie, weil sonst der Auffrischungsaufenthalt in der Spezialklinik geschoben werden muss. Da ist sie seit 2 Jahren in Intervallbehandlung – und es hat ihr unglaublich viel gebracht an Kraft, Mut, Besserung, Abgrenzung, Erfüllen eigener Bedürfnisse. D.h. wir kämpfen gerade alle mit ihr darum, dass sie aktuell bspw. nur das Wochenende schafft ohne massive Selbstverletzung, ohne totalen Einbruch. Weil wir als "normale" Psychiatrie eben auch wollen, dass sie die ersehnte Auffrischung machen kann und nicht verschieben muss.

Und die Patientin selber sagt: Ich WILL hier nicht hin, das war nur die Hölle mit den Fixierungen, mit den ganzen Suizidversuchen. Aber ich WILL in die Spezialklinik.

Ich wünsche Dir, dass Du die Hilfe bekommst, die DU brauchst und akzeptieren kannst! :)* Die ist leider oft nicht leicht zu finden, aber: Vielleicht magst Du mal anfangen, Dich umzuschauen!

eBrdbee`r#lillxy


Ich war schon in mehreren Kliniken, auf den unterschiedlichsten Stationen... Aber im Endeffekt war es überall das gleiche. Entweder findet SVV verdeckt statt, oder die Verletzungen werden irgendwann so massiv, dass (aus meiner Erfahrung) viele doch im geschlossenen Bereich "enden".

Ich wünsche der Patientin von der du berichtest jedenfalls unglaublich viel Kraft!!!!! Und dass sie erstmal die nächsten Tage ohne "größeren Schaden" übersteht.

Über Skills brauche ich hier jetzt wahrscheinlich nicht viel zu schreiben, aber in einigen Situationen hilft es mir, wenn ich einen wirklich nassen Langarmpullover anziehe, den ich vorher in eiskaltes Wasser getaucht habe. Evtl. kann man noch JHP-Öl ins Wasser geben. Oder wenn es draußen sehr kalt ist (mit dem nassen Pulli) nach draußen gehen.

Ich weiß, irgendwie ist es auch eine Gesundheitsgefährdung, aber anfangs hats mir geholfen...

Ich weiß nicht, ob sie diesen Skill schon kennt (habs mir selbst ausgedacht...) Aber vielleicht hast du ja irgendwann mal eine Patientin/ einen Patienten der/dem es ein kleines bisschen hilft. Oder vielleicht hilft es schon der Patientin, von der du berichtet hast.

SSunfl!ow:er_73


Es gibt bei den Skills halt unendlich viele Möglichkeiten. Besagte Patientin rangiert eher im Bereich Chilischoten und Ammoniak. Also schon starke Mittel.

Bitte gib' DU aber nicht auf. Und such' weiter Hilfe!

PHuste2blumex65


He erdbeerlilly

ich kenne sex. Mißbrauch seit frühester Kindheit. Die psychischen Folgen bei mir sind etwas anders ausgeprägt, als bei dir.

Trotzdem kann ich nur Sunflower Aussage unterstreichen. Ich habe das ganze aufarbeiten wollen, um die Folgen zu mindern, damit ich unter dem Geschehenen nicht mehr so leiden muss. Und es hat funktioniert.

Diesen Weg kannst du auch gehen. Befasse dich mal mit Traumatherapie.

Sunflower kann dir sicherlich weitere Auskünfte geben, wenn du willst.

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