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Citalopram und dessen Nebenwirkung

d]jKimm-xbo hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich nehme seit letzten Freitag Citalopram. Zunächst soll ich laut Arzt eine halbe Tablette nehmen, also 10mg, nach einer Woche dann auf 20mg erhöhen.

Einnehmen tue ich das Medikament aufgrund einer diagnostizierten Angststörung mit gelegentlichen Panikattacken.

Seit der Einnahme habe ich gewisse Nebenwirkungen, die für ein Antidepressivum normal zu sein scheinen. Die Nebenwirkungen äußern sich so, dass ich zirka zwei Stunden nach der Einnahme unruhiger werde und etwas mehr Angst verspüre. Zudem fange ich an zu zittern. Eine sehr unangenehme Nebenwirkung betrifft meine Männlichkeit... Ich habe Erektionsstörungen.

Meine Fragen an euch:

Sind diese Nebenwirkungen "normal"?

Vergehen diese Nebenwirkungen auch?

Wann vergehen diese Nebenwirkungen?

Sollte ich die Dosis erhöhen trotz dieser Nebenwirkungen?

Aufgrund der verstärkten Angst und Zitterns nach der Einnahme von Citalopram merke ich noch nicht viel von der eigentlichen Wirkung. Ich denke nach fünf Tagen ist es auch noch zu früh um von einer positiven Wirkung zu sprechen.

Danke im Voraus!

Antworten
SXeven.Uof.DNinxe


Eine sehr unangenehme Nebenwirkung betrifft meine Männlichkeit... Ich habe Erektionsstörungen.

Das kommt sogar so oft vor, daß im Beipackzettel ausdrücklich darauf hingewiesen wird. Im Netz wirst Du eine ganze Menge solcher Berichte finden, beispielsweise auch hier: [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/392849/]]

Sollte ich die Dosis erhöhen trotz dieser Nebenwirkungen?

Ich würde sagen, Du sprichst so schnell wie möglich mit Deinem Arzt darüber.

Dir alles Gute!

@:)

H}ybridpX9x9


Das Antidepressiva nicht sofort wirken, sondern es erstmal kurz schlimmer wird, hätte dir dein Arzt sagen können. auch das es libidoprobleme gibt hätte man dir vorher sagen können, da das verdammt oft vorkommt.

Nehme Citalopram selbst, die nebenwirkungen wurden bei mir immer weniger und sind mittlerweile fast weg.

Gruß

d,jibmcm-bxo


Heißt also auch, das die Erektionsstörungen normaler Weise vergehen? Ich habe schon von einer sexualen Dysfunktion gelesen aber ich hoffe und gehe nicht davon aus, dass ich davon betroffen bin.

RkicShardx61


Solltest du mal genau schauen was du einnimmst indem du den Beipackzettel liest.

Citalopram ist ein SSRI , ein Serotoninwiederaufnahmehemmer.

Wie alle SSRI und SRNI haben sie mehr oder weniger Auswirkungen auf die Sexualfunktionen, wie Potenzstörungen Orgasmusschwierigkeiten.

Citalopram hatte bei mir nicht gewirkt, ich hatte nur die Nebenwirkungen.

Nach Umstellung auf Venlafaxin SRNI waren meine psychischen Probleme nach 4 Wochen weg.

Leider die Nebenwirkungen nicht, nur waren die sexuellen Probleme nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei Citalopram.

Es ist aber bei jedem anders, manche spüren auch gar keine Veränderung im sexuellen Bereich nehmen aber dafür immens zu etc..

Grundsätzlich muss man sagen SSRI / SRNI sind unheimlich gut wirksam bei 70 % der Fälle und dann ist das ein Segen und Einschränkungen im sexuellen Bereich nimmt man dafür gerne hin.

Übrigens kann man dann mit Cialis Viagra etc. nachhelfen, die Mittel überlisten die Nebenwirkungen.

dJjimDm-bXo


Den Beipackzettel habe ich natürlich gelesen. Mir war darauß nur nicht ersichtlich geworden, ob die Potenzstörungen während der ganzen Einnahmezeit bleiben oder wie andere Nebenwirkungen nach wenigen Wochen für gewöhnlich wieder verschwinden. Das Citalopram und andere Antidepressiva solche Nebenwirkungen hervorrufen war mir bewusst.

Danke schonmal für eure Anworten :-)

ah-psvychxo


Also ich nehm das Zeug schon mehr als 2 Jahre. Ich spüre schon eine "Unlust"....

aber keine Störung.

Und ja, in den ersten Wochen der Einnahme können sich die Smptome verstärken,

muss aber nicht.

Ich hatte damit keine Probleme.

dsjimqm-bxo


Komisch, bei mir ist es genau anders herum. Ich verspürte Lust aber ich kann nicht wirklich... Aber naja, ich habe jetzt bald eine Woche mit dem Citalopram herum. Ich hoffe, dass das mit den ganzen Nebenwirkungen bald verschwindet und das die gewünschte Wirkung eintritt.

Wisst wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Serotonin-Syndrom auftritt und kann es bei 10mg Citalopram auftreten? weil es ja gehäuft mit anderen (zusätzlichen) Medikamenten vorkommt.

RBicharodx61


Deine Fragen sind schon eher für den Fach/mann/frau.

Meines Wissens ist ein Serotoninsyndrom bei dieser Dosierung eher unwahrscheinlich aber lt. Beipackzettel nicht ausgeschlossen.

Kritisch wirds wenn wie du schreibst sogenannte Verstärker dazu verschrieben werden.

Das ist der Fall wenn das Medikament nicht anschlägt, dann wird z.B. Lithium dazugegeben. Vorher wird aber in aller Regel Venlafaxin probiert, dass statt Citalopram gegeben wird und zusätzlich auf Noradrenalin wirkt.

Wenn das nicht hilft kommt als vorletztes Mittel Lithium und als letztes versucht man die EKT. Elektrokrampftherapie dabei wird unter Narkose das Gehirn unter Elektroschocks gesetzt. Der Stoffwechsel des Gehirns ändert sich darauf hin oftmals zum Positiven ohne Medikamente. Der Leidensdruck muss bei dieser Therapie sehr hoch sein.

Nur mit Citalopram bist du da erst in der untersten Liga. Bei mir waren es bis zu 5 verschiedene Medikamente am Tag, derzeit noch 4. Durch insgesamt 8 Monate Klinikaufenthalt habe ich richtig bedauernswerte Fälle gesehen. Menschen die Suizidversuche hinter sich hatten, da relativiert sich das eigene Leiden. Menschen mit diesem Leidensdruck nehmen für eine Linderung annähernd alle Nebenwirkungen in Kauf, selbst eine EKT. Die Einnahme von Medikamenten würde ich daher erstens in fachkundige Hände (Psychiater, Neurologe) geben und zweitens würde ich sie von meinem Leidensdruck abhängig machen.

d4jimm`-bo


Habe mit meinem behandelden Arzt gesprochen und der meinte, dass ich trotz der Nebenwirkungen eine Erhöhund der Dosis vornehmen sollte. Das habe ich auch getan. Seit Samstag nehme ich also 20mg Citalopram.

Heute sitze ich aber auf der Arbeit und bekomme wieder solch ein Unruhegefühl und plötzlich sogar Angst. Es dauerte schon ein Weilchen mich wieder runter zu bekommen. Hatte dann auch zwischenzeitlich Promethazin genommen. Hat anscheinend dann erst nach 45 Minuten gewirkt. Kurz nach diesem Panikzustand bin ich wieder recht ruhig aber die verstärkte Derealisation bleibt bestehen. Ich hoffe die vergeht mit der regelmäßigen Einnahme von Citalopram?!

a.-Dpsychxo


Ja, das vergeht. Hör nicht soviel in dich rein. Hab ich aber auch erst lernen müssen...

dLjim9m-bo


Echt schlimm... Unfassbar was in einem so vorgehen kann!

RIichaBrdx61


Heftige Nebenwirkungen wie Panik und Angstattacken kommen bei den Wiederaufnahmehemmern in der Einschleichzeit oft vor und vergehen auch wieder.

Ich kannte dies weder von Citalopram noch von Venlafaxin.

Nach einer Umstellung auf Elontril ein Dopaminwiederaufnahmehemmer hatte ich die schlimmsten Panik- und Angstattacken die nur mit Tranquilizer zu ertragen waren.

Nach 4 Wochen und Absetzen der Tranquilizer waren die Nebenwirkungen weg.

Oft bessert sich auch das Potenzproblem, es ist aber immer etwas anders wie vorher.

tJeddyo76


Ich hab Citalopram vor einigen Jahren auch mal kurz genommen – aber es absolut nicht vertragen. Wurde durch das Medikament erst richtig Depressiv und hatte keinen Antrieb mehr – das ist bei Citalopram wohl sehr bekannt. Das Medikament hat wohl was man liest extrem heftige Nebenwirkungen.

Ich würde mir ein anderes Medikament verschreiben lassen.

Als ich das Citalopram dann wieder wegließ und wieder Doxepin nahm – ging es mir schlagartig besser. Keine Nebenwirkungen – nix.

t0sa


Sind diese Nebenwirkungen "normal"?

Citalopram ist antriebssteigernd, was deine Unruhe erklären dürfte.

Nebenwirkungen wie verringerte Sexualfunktion sind ebenfalls durchaus

nicht selten.

Vergehen diese Nebenwirkungen auch?

Das lässt sich nicht so einfach sagen, jeder reagiert anders. Tendentiell

eher nicht, aber vielleicht hast du ja Glück und es gibt sich "von alleine"

nach einigen Wochen wieder.

Es ist gut, dass dein Arzt dich nicht direkt auf die volle Dosis gesetzt hat,

sondern den Pegel langsam aufbaut. Sehr wichtig(!) und leider bei vielen

Ärzten komplett unbekannt: Wenn du Citalopram irgendwann einmal wieder

absetzt, sollte dies langsam und mit Bedacht erfolgen, ansonsten droht ein

SSRI-Absetzsyndrom. Lass dich bloss nicht verleiten, das Zeugs in 2-3 Wochen

auszuschleichen, sondern gehe besser deutlich langsamer vor.

Hab' ich leider selbst bereits zwei Mal hinter mir und kämpfe mittlerweile mit

einer Unverträglichkeit. Das sieht dann so aus:

* höllischer Schwindel

* Kopfschmerzen

* Sehstörungen

* Reizdarm

* Gangunsicherheit (wie komplett besoffen)

* Missempfindungen (Kribbeln an Händen und Füssen)

* Muskel- und Gelenkschmerzen

* Tinnitus

* extreme innere Unruhe

Ich wurde (falsch) auf Winterdepression diagnostiziert und kämpfe

seit mittlerweile 11 Monaten mit den Nachwirkungen. Ich kann da

nur jedem raten, sehr vorsichtig und mit Bedacht vorzugehen.

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