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Depressionen - Vor Freunden und Arbeitskollegen versteckt

S>irvCastixc hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

falls mein Beitrag hier nicht rein passt, dann bitte ich dies zu entschuldigen. :)

Also, es geht um folgendes:

Ich bin schon immer ein recht nachdenklicher Typ gewesen, hatte über die Jahre einige Schicksalsschlägr zu verkraften.

Die habe ich eigentlich ganz gut weggesteckt und nach außen hin bin ich eigentlich immer der frohe Kerl, der immer einen dummen Spruch auf den Lippen hat.

Allerdings, wenn ich alleine zuhause bin, bin ich immer total nachdenklich und gar nicht mehr so lustig drauf..

Das hat sich vor ein paar Wochen ziemlich verschlimmert. Ich fühlte mich total ausgelaugt, hatte zu nix mehr Lust, zog mich total zurück und hatte/habe zwischendurch Panikattacken ohne Grund. Und dazu kamen dann noch Schlafstörungen. Daraufhin bin ich dann zum Arzt. Dieser schrieb mich erstmal krank untersuchte mich, machte Blutbilder um körperliche Ursachen auszuschließen und stellte mir Überweisungen für eine Psychotherapie und Psychiatrie aus.

Naja, an Termine ist echt schlecht ran zu kommen und so ging es mir immer schlechter, bis ich jetzt von einem Psychiater einen Termin in 8 Wochen bekommen habe. Das hat mich ziemlich erleichtert.

Die einzigen, die ich eingeweiht habe, waren meine Eltern.. meine Freunde, Arbeitskollegen und auch mein Mitbewohner wussten davon bisher nichts. Ich konnte es bisher gut verheimlichen und wollte es auch so beibehalten. Jetzt schrieb allerdings einer meiner Arbeitskollegen ein paar von meinen Freunden über Facebook an und wollte wissen weshalb ich so lange krank sei und krankgeschrieben bin. Jetzt bin ich ziemlich fertig, weil ich das Ganze erstmal für mich behalten wollte, weil ich auch nicht weiß wie sie reagieren werden..

Nun zu meiner Frage.. soll ich das Ganze aufklären oder für mich behalten? :/

Danke schon mal im Voraus.

Antworten
SZolinYgexr35


Es deinem WG Mitbewohner zu verheimlichen wird wohl kaum möglich sein, der bekommt wahrscheinlich zwangsläufig etwas mit. Schon aus Sicherheitsgründen solltest du mit ihm darüber sprechen.

Was den Rest der Leute, also deine Freunde und Kollegen angeht, muss ich dir leider sagen dass Depressionen im Volksmund als psychische Krankheit gelten. Du würdest mit deinem Outing Reaktionen provozieren die von verständnisvoll, helfend über ignorant bis hin zu vermeidend, verachtend und sozial herabwertend (Beruf, Einkommen) sein können. Wer da wie reagiert kannst du leider unmöglich vorher abschätzen.

Ich habe die Beobachtung gemacht, dass es nicht immer gut ist die Wahrheit über seine persönlichen Verhältnisse bekannt zu geben. Nicht jeder Mensch kann oder will vernünftig mit so einer Information umgehen und die Ergebnisse daraus können recht schnell hässlich werden. Also lass es, das geht nur dein unmittelbares Umfeld (Familie, Partnerin, Mitbewohner) etwas an. Diese solltest du auch zur Diskretion verpflichten. Ich bin der Meinung, wer sich heutzutage öffentlich als Opfer (oder warum und wie auch immer angeschlagen) zu erkennen gibt, der wird auch bald das "Opferstigma" tragen. Niemand wird dich für deine Schwächen respektieren auch nicht deine besten Freunde, denn das passt nicht zu unserer Leistungsgesellschaft.

RqichDard6x1


@ solinger,

die Verstärkung einer Depression bis hin ins schwer Depressive Stadium ist oftmals der Verheimlichung geschuldet. Von daher würde ich raten selektiv mit den engsten Bekannten und Freunden darüber zu reden und sich insbesondere für diese Gespräche schlau zu machen wie eine Depression zu Stande kommt. Das es eben keine psychische Erkrankung sondern eine organische Erkrankung ist.

SuoTlin2gerx35


die Verstärkung einer Depression bis hin ins schwer Depressive Stadium ist oftmals der Verheimlichung geschuldet. Von daher würde ich raten selektiv mit den engsten Bekannten und Freunden darüber zu reden und sich insbesondere für diese Gespräche schlau zu machen wie eine Depression zu Stande kommt. Das es eben keine psychische Erkrankung sondern eine organische Erkrankung ist.

Richard61

Die These halte ich für... ":/ gewagt. Habe ich da was an neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen verpasst oder ist das deine persönliche Meinung?

S irC,astic


So erstmal vielen Dank für die Antworten.

Ich hatte auch gar nicht vor allen davon zu erzählen. Die größte Problematik, die sich für mich gerade ergibt ist, dass mein Arbeitskollege jetzt in meinem Freundeskreis rumgefragt hat, mit denen ich zwischendurch auch freizeittechnisch was gemacht habe, was mit mir los sei und ich jetzt einfach nicht weiß was ich denen erzählen soll. Weshalb ich wochenlang krankgeschrieben bin etc.

Ich hab mir schließlich auch versucht nichts anmerken zu lassen. :/

E<hemali.g er Nu<tzerQ (#4790]13)


@ SirCastic

Jetzt schrieb allerdings einer meiner Arbeitskollegen ein paar von meinen Freunden über Facebook an und wollte wissen weshalb ich so lange krank sei und krankgeschrieben bin.

Was maßt sich dieser Arbeitskollege bitteschön an, Informationen über deine Arbeitsunfähigkeit nach außen zu tragen? Vielleicht solltest du deinen Arbeitgeber darüber informieren und ihn disziplinarisch dagegen vorgehen lassen.

nzevverthe6lesxs


Ist ja die Frage, ob sie sich informieren wollten, weil du es eben nicht so einfach verheimlichen konntest und weil sie sich ebenfalls sorgen. Wie gut ist denn das Verhältnis zu deinen Arbeitskollegen? Sind sie auch eher Freunde für dich oder interessierst du dich für die nicht sonderlich?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man negative Verstimmungen nur schwer geheimhalten kann (auch wenn man immer glaubt, dass die eigene Fassade gut hält). Das Verheimlichen ist aber auch sehr anstrengend. So eine Fassade aufrecht zu erhalten, ist stressig für die Psyche und den Körper und sobald man Lügen auftischen muss, wird es immer schwieriger. Wie wäre es, wenn du einfach zugibst, dass es dir momentan nicht gut geht? Du musst ja nicht sagen, dass du Depressionen hast und zum Psychiater gehst. Ich sage einfach immer "ich habe arg private Probleme, aber mir geht es schon ein bisschen besser". Das reicht den Menschen, mit denen ich engeren Kontakt habe, oftmals schon aus. So wissen sie Bescheid, dass es mir nicht so gut geht, sie müssen sich aber auch keine Sorgen machen.

Freunden würde ich die Wahrheit sagen. Sie sollen ja auch für einen da sein, wenn man sie wirklich braucht. Dass es einem schlecht geht, ist keine Schwäche und Unterstützung tut der Seele mehr als gut. Sie können dich dann leichter ablenken. Du kannst deinen Freunden ja auch sagen, dass sie sich nicht anders dir gegenüber verhalten sollen, weil du es im Griff hast durch Arzt etc.

Vor diesem Problem stehen wahrscheinlich fast alle psychisch Kranke. Ich habe es auch meinen Arbeitskollegen nicht erzählt, sondern nur so, wie oben beschrieben. Ich hatte panische Angst, meinen Eltern davon zu erzählen und meinen Freunden auch. Aber nachdem ich es getan habe, gehts mir deutlich besser. Aber meist kam eh die Antwort "das habe ich schon gemerkt". Dass sie sich anders verhalten danach, konnte ich nie feststellen.

Meine Chefin übrigens weiß, dass ich in ärztlicher Behandlung bin. Das ist dahingehend wichtig, dass sie nicht denkt, ich mache zum Spaß krank.

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen, @:)

nevertheless

H&olabbiene


Ich würde es der WG, den engsten Freunden und evtl. Vertrauten in der Firma erzählen.

Du musst halt bisschen abwägen wie die in der Firma ticken. Eine meiner Kolleginnen und auch ein Freund hat Depressionen. Das da was nicht stimmt habe ich immer gemerkt, man kann es als Außenstehender nur oft schlecht zuordnen. Letztendlich war es für mich einfacher als beide Klartext geredet haben. Somit weis man was los ist und versteht doch besser.

B+i{rne`naTpfxel


ja, trau dich, sags ihnen in ner ruhigen und gemütlichen runde, am besten persönlich, triff dich mit ihnen

sie haben verständnis, aber einer ist immer dabei, der sowas nicht ernst genug ist, der wird dann von den anderen gebremmst, er wird es dann auch verstehen!

glaub mir, ich mache gerade was ähnliches mit!!

Z!wadck44


Ich bin mit dieser Information immer freizügig umgegangen. Erster Grund: Es ist viel leichter, bei der Wahrheit zu bleiben. Zweiter Grund: Wenn man depressiv ist, kann man sich nicht mehr auf sich selbst verlassen, was die Stimmung in naher Zukunft angeht. Beispiel: Du wirst von Freunden eingeladen, freust Dich und sagst gerne zu. Am Tag vor dem Ereignis bekommst Du allein bei dem Gedanken "Einladung" schon Panik und sagst Deine Teilnahme ohne Angabe von Gründen ab. Das kann kein Mensch verstehen - schon gar nicht Deine Freunde, wenn sie Dich längere Zeit kennen. Ich hatte also den Vorzug, dass meine Labilität bekannt war. Wenn ich kommen konnte, hat man sich gefreut, wenn nicht, hatte man Verständnis.

R,ich}ard61


Die These halte ich für... gewagt. Habe ich da was an neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen verpasst oder ist das deine persönliche Meinung?

Depression ist eine Erkrankung des Hirnstoffwechsels und nicht der Psyche. Das Wort Stoffwechsel schon klar aufzeigt das es Physisch und nicht Psychisch ist.

Alle modernen Antidepressiva wirken auf den Stoffwechsel des Hirns, selbst die Elektrokrampftherapie als letztes Mittel wirkt auf den Hirnstoffwechsel.

Es ist für mich als schwer Betroffener immer am Schlimmsten in die Psychoecke gestellt zu werden. Wissen tu ich das schon seit meiner ersten Erkrankung durch Recherche im Internet höre es immer wieder von Fachleuten zuletzt von meinem Oberarzt in der psychiatrischen Lehrklinik der Universität Freiburg.

Wenn es denn ein psychisches Problem sein soll und man immer zu hören kriegt reiss dich doch zusammen ! Warum gibt es in Deutschland dann 10.000 Suizide vornehmlich von Depressiven, die bräuchten doch bloss ihre Psyche zusammenreissen.

Mir hilft z.B. ein SRNI dieses Mittel betäubt nicht macht nicht schläfrig oder aufgeregt es macht nicht abhängig es bewirkt , das die Hirnsynapsen die Botenstoffe Noradrenalin und Serotonin nicht wieder aufnehmen. Dadurch steigt der Botenstoffspiegel wieder auf ein Normalmass an und die Depression ist bei mir weg. Wo bitte ist bei diesem Vorgang die Psyche eingebunden?

Das ist ein organischer Vorgang. Psychisch an der Depression ist nur die Psychotherapie die versucht Verhaltensmuster so zu ändern, dass es nicht mehr zum organischen Problem der Depression kommt. Bzw. kann die Psychotherapie bei einer leichten Depression die organische Erkrankung durchaus heilen, ebenfalls durch Verhaltenstherapien etc.

I9n-K1og >Nito


Zwack....

Meinst du.....;)

Wir haben jemanden bipolar in der familie und dieses staendige absagen nervt nach ein paar jahren nur noch.

Was nicht heisst, dass wir nicht jederzeit sprinhen ,wenn was ist, aber bei anderen besuchen wird sich immer zusammen gerissen, aber bei uns nocht, weil wir ja verstaendnis haben.

Rhic1hardx61


Depression ist eine Erkrankung des Hirnstoffwechsels und nicht der Psyche. Das Wort Stoffwechsel schon klar aufzeigt das es Physisch und nicht Psychisch ist.

Depression wird oft als psychische Krankheit bezeichnet, weil die Symptome psychischer Natur sind. Die Krankheit selbst wird durch organische Stoffwechselprobleme im Hirn verursacht, also organische Ursachen zu einer psychischen Störung führen.

Für mich logisch, weil am eigenen Leib so erfahren , ebenso logisch für die Fachmedizin.

Für Betroffene ist dies ein Riesenunterschied, habe ich einen psychischen Makel oder hat eine organische Krankheit, die jeden treffen kann, diesen psychischen Makel verursacht.

Die Sicht der Gesellschaft auf diese Krankheit ändert sich durch diesen kleinen Unterschied massgebend.

Z{wac/k4x4


@ In-Kog Nito,

ich habe nur meine persönliche Erfahrung wiedergegeben. Die Familie eines psychisch Kranken darf natürlich auch darauf vertrauen, dass der Patient seiner verdammten Pflicht und Schuldigkeit nachkommt, möglichst alles zu tun, um wieder gesund zu werden. Ich habe einen Freund mit bipolarer Störung, der nur zwei- oder dreimal aus dem Ruder gelaufen ist, als er glaubte, er könnte auf seine Arznei verzichten. Rein logisch enthält Dein Beitrag - pardon - einen Denkfehler: Zu vergleichen sind nur Absagen, bei denen die Gastgeber den tieferen Grund kennen, und solche, bei denen sie ihn nicht kennen. Der zweite Fall dürfte für erheblich mehr Irritation sorgen.

TWestrxale


Bei der Arbeitsstelle ist es immer zweischneidig, es gibt ja leider keine Recht auf Verständnis oder Mitgefühl, d.h. man muss auch mit negativen Reaktionen rechnen. Das kann echt in die Hose gehen.

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