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Manchmal wünsche ich, ich wäre krank

m~irOi8W0 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll, aber zur Zeit beschäftigt mich das Thema wieder. Es klingt irgendwie total irre ich weiss. Grundsätzlich bin ich ein sehr gesunder Mensch, bis auf die Schilddrüse, aber das ist nicht so schlimm. Ich bekomme einmal im Jahr einen kleinen Infekt, war erst einmal als kleines Kind im Krankenhaus, noch nie in einer Röhre oder irgendeiner Spiegelung. Also erstmal topfit.

Meine Probleme liegen eher innen. Ich habe eine leichte Deppression, eine leichte soziale Phobie, eine schwierige Persönlichkeit und einen niedrigen EQ, wirke gefühlsarm. Also ein eher unangenehmer, schwieriger Mensch, nicht sehr sympathisch, es ist schwer zu mir durchzudringen. Ich bin seit Jahren Single und habe nur eine Handvoll Freunde. Meine Eltern interessieren sich wenig für mich, da es wenig Gemeinsamkeiten gibt. Das Verhältniss ist sehr unpersönlich. Ich bin einsam. Ich hasse das Wochenende, weil ich dann 2 Tage mit niemandem sprechen kann und freue mich auf die Arbeit, weil ich dann wieder Menschen um mich habe (die ich kenne).

Manchmal bin ich der Vorstellung erlegen, das eine Krankheit mir da raushelfen würde. Ärzte die sich um mich kümmern, Freunde und Familie, die mich unterstützen und aufpäppeln. Ein Ziel vor Augen, wieder gesund werden, eine Success Story sozusagen, die den Charakter stärkt. Klingt das verrückt? Es sind ja nur Gedanken, aber es macht mich schon traurig, das ich überhaupt solche Gedanken habe...

Antworten
d*awa}rdochwaxs1991


Ich kenne das. Ich war mal sehr krank, bettlägerig usw...naja, man wird umkümmert, wenn man schlafen will, nimmts einem keiner übel, auch wenn es mitten am Tage ist usw...das negative blendet man da voll aus. Es ist eben bequem, von allem unangenehmen, dass der Alltag so bringt, quasi befreit zu sein..

Der Gedanke ist schon "krank" genug ;-), aber verstehen kann ich dich irgendwie..und da gibts viele, ist ja sogar als psychische Krankheit anerkannt, weiß nur grad den Namen nicht, wenn es so extreme Ausmaße annimmt, dass man sich Krankheiten einbildet usw..

MholliencMhxen


Solche Gedanken spiegeln die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit wieder. So unnormal ist das nicht. Dein Verstand weiß ja, dass Du nicht wirklich krank sein möchtest; Du willst ja nur die Aufmerksamkeit haben, die jemand, der krank ist, halt bekommt. Könntest Du sie anders bekommen, wäre Dir das vermutlich auch recht, oder?

mZiUrix80


Natürlich wäre es mir auch recht, aber es ist einfach so schwierig. Ich hab einfach nicht das Gefühl das es irgendjemanden interressiert.

Mein Leben ist so langweilig, so monoton. Meine ganzen romantischen Jugendträume haben sich nicht erfüllt. Ich habe keine Ziele, Suicid kommt nicht in Frage. Es könnte jetzt 20 Jahre so weitergehen wie es jetzt ist. Arbeiten und durchs Wochenende quälen. Es muss einfach irgendetwas passieren. Irgendwas.

B.raun$esQledeursofxa


Sind deine Arbeitskollegen gleichaltrig oder zumindest annähernd gleichaltrig? Vielleicht ergibt sich da mal eine Verabredung zum Kino oder in eine Bar.

Kannst du vielleicht Kontakt zu alten Schulleuten aufnehmen oder zu Nachbarn, die du nett findest?

Wenn du Lust hast, könntest du auch einen Nebenjob anfangen für's Wochenende. Kann zwar anstrengend sein, aber du wärest Stunden unter Menschen, vielleicht ergibt sich da was freundschaftliches.

1Aes2merOalda1


Ich finde den Gedanken, sich Krankheit zu wünschen, beängstigend. Denn ich bin öfter krank gewesen, habe auch etliche chronische Maläste, und ich habe von jeher nie die Erfahrung gemacht, dass man dann umpäppelt wird. Im Gegenteil, man fällt lästig. Meinen Eltern war ich immer lästig, wenn ich krank war, und das sagten und zeigten sie mir auch. Ich habe erfahren: sei gesund und sorge für Dich selber Esmeralda, denn wenn Du das nicht mehr kannst, bis Du ausgeliefert und lästig.

Von daher wünsche ich mir immer Gesundheit, abgesehen davon, dass Gesundheit mit oder ohne Kümmerung immer der bessere Zustand für einen persönlich ist.

c1hi


Vielleicht kannst du ja irgendwo ein Ehrenamt übernehmen? Oder am Wochenende im Tierheim aushelfen, oder ähnliches. So hast du auch in den langweiligen Tagen menschliche Kontakte.

m1iri8x0


Ich habe ja z.b. schon mit Sport angefangen. Irgendwie scheinen meine Freunde aber keine Lust zu haben da mitzumachen. Also fahre ich alleine Rad oder Inliner, gehe alleine ins Fitness und im Sommer allein zum schwimmen, im Winter in die Therme. Da geht einfach keiner mit. ":/ Im Fitnessstudio bin ich jetzt schon seit fast 2 Jahren und habe es mittlerweile geschafft, das sich 2 Leute mit mir unterhalten. Aber die sind auch nicht immer da.

Mein Freundeskreis ist fleissig am Nestbau und man kriegt sie nur noch mit massiver Terminabsprache und Kalenderabstimmung aus dem Haus. Um da mal jemanden ins Kino zu bekommen braucht es echt Organisationstalent. Man sieht sich fast nur noch an Geburtstagen.

An sehr langweiligen Samstagen gehe ich nachmittags shoppen und abends alleine aus, werde aber selten angesprochen. Das mache ich oft. Ich habe aber auch eine enge Freundin, aber wir sind beide nicht die grossen Telefonierer, treffen uns 1-2 mal die Woche (ein Lichtblick).

Bin viel auf Datingseiten unterwegs, aber sobald es ans eingemachte geht bekomme ich Angst und antworte nicht mehr. Ich bin da irgendwie blockiert. Alt, seit Jahren Single, verbohrt, Keiner-Mag-Mich-Syndrom (wie ätzend!). Ich hätte z.B. so gerne einen Hund, aber ich bin einfach zu selten daheim. Das funktioniert so nicht.

Was Esmeralda sagt stimmt schon auch, ich weiss ja im Grunde das es nicht schön ist krank zu sein. Ich stelle es mir halt für die Psyche heilsam vor, sich aus sowas rauszukämpfen. Wie ein Phönix aus der Asche. Ein Neuanfang. Diesmal besser und stärker. Aber das ist wahrscheinlich einfach sehr naiv gedacht.

Auch der Vorschlag von chi ist gut. Vereine oder Ehrenamt wär sicher eine tolle Sache, aber ich traue mich nicht da hinzugehen. Zu fremden Menschen die sich schon alle kennen. Das gleiche Problem wie bei den Datingseiten.

MOollimenchen


Ich stelle es mir halt für die Psyche heilsam vor, sich aus sowas rauszukämpfen. Wie ein Phönix aus der Asche. Ein Neuanfang. Diesmal besser und stärker. Aber das ist wahrscheinlich einfach sehr naiv gedacht.

Aber meinste nicht, das kannst Du auch anders schaffen? Dich aus der psychischen "Asche" rauskämpfen statt dessen, zum Beispiel?

TMhis7 TwiPligh2t Gxarden


eine leichte soziale Phobie... Ich hasse das Wochenende, weil ich dann 2 Tage mit niemandem sprechen kann und freue mich auf die Arbeit, weil ich dann wieder Menschen um mich habe (die ich kenne).

bezieht sich also auf fremde leute?

warum muss das gleich ne phobie sein? ich mag auch erstmal nicht gerne unter fremden leuten sein und finde das nicht schlimm oder sogar krankhaft...

wenn du gerne mehr aufmerksamkeit und betüddelung möchtest, wie wäre es mit einer kur o.ä.?

mXirki80


@ Mollienchen

Naja, das versuche ich schon so lange, aber es will mir nicht gelingen. Momentan funktioniere ich. Es geht mir nicht schlecht, nicht gut. Ich bin einfach nur da. Es fühlt sich [[http://cdn.acidcow.com/pics/20130923/comics_that_capture_the_frustrations_of_depression_02.jpg so]] an. Die Leute sagen lächel mal wieder und ich lächle.

Ich hatte meinen Arzt sogar mal um eine Überweisung für einen Psychiater gebeten, wo ich auch war. Dieser hat mir nach einem langen Gespräch eine Psychotheraphie empfohlen und eine Liste von Ärzten mitgegeben. Ich habe die komplette Liste durchtelefoniert. Keiner hatte einen Platz frei... Ich mein, ich kenn die Ärzte ja nicht. Wenn dann nur einer einen Platz hat, der mir unsympathisch ist? Einer der seinen Job vielleicht nicht mag und sich insgeheim denkt "Schon wieder so ein simulierender Jammerlappen". Ich war dann abgeschreckt und habe den Versuch aufgegeben. Sogar der Psychiater fragte mich warum ich allein bin und niemanden habe, ich bin doch eine erfolgreiche, schöne, junge Frau. Ich weiss es nicht, es ist komplex.

Die Leute denken "Du bist doch gesund, hast alles, dir gehts doch super, wo ist eigentlich dein Problem?", aber das unsichtbare interessiert sie nicht. Hätte ich eine sichtbare Krankheit würde man mich vielleicht ernster nehmen. Man könnte es therapieren. Aber so kämpfe ich nur gegen Windmühlen. Ich weiss nicht wo ich ansetzen muss. Ich kenne nicht mal das eigentliche Problem. Warum das alles so ist wie es ist.

@ This Twilight Garden

Ja stimmt schon, nicht jeder ist gern unter Fremden, das muss nicht umbedingt gleich eine Phobie sein. Eine Kur wäre glaubich nicht so mein Ding. Betüddelung hört sich so unmündig an, wie als ob man ein krankes Kind verhätschelt. Sowas würde ich überhaupt nicht wollen und mich nicht ernstgenommen fühlen.

Auejessxa


Ich kann Dich mehr als gut verstehen. Mir ging es sogar lange sehr ähnlich.

Hintergrund war dass ich als Teenager eine sehr schlimme Phase hatte - monatelang eine nicht diagnostizierte Krankheit hatte die dazu führte das ich in der Schule usw. nicht funktionierte wie gewünscht. Was natürlich zu einem enormen Druck geführt hat.

Und dann die Diagnose - und auf einmal war der Druck weg, ich habe nur noch Verständnis um mich herum gehabt, es war einfach... so eine Erleichterung kann man sich gar nicht vorstellen.

Tja, aber leider ging es mir irgendwann, dann viel später, als junger Erwachsenen - sehr schlecht - psychisch sehr schlecht, schwere Depressionen, äußerlich war es schlimm (100 Euro im Monat zum Leben + Miete) Da war ich soweit, mir zu wünschen, es möge doch wieder so kommen.... wieder so eine "Erlösung" in Form einer Diagnose.

Das ist natürlich nicht realistisch. Die Krankheiten lösen gar nichts..

Aber ich würde auch raten zum Psychologen zu gehen, denn auch Depressionen und soziale Phobien sind eine "richtige" Krankheit.

Jetzt bin ich im Übrigen wieder krank, meine epileptischen Anfälle sind wieder da - die ich eben nicht mehr hatte. Und heute macht es mein Leben einfach nur sehr viel komplizierter, es löst gar nichts und bringt nur Probleme

Tthis TwiDlightT GQardxen


Ich weiss nicht wo ich ansetzen muss. Ich kenne nicht mal das eigentliche Problem. Warum das alles so ist wie es ist.

deswegen geht man ja in eine therapie. und das man einige monate auf einen platz warten muss ist normal. dienst vlt auch etwas dazu, das nur leute eine theraoie machen, die auch wirklich genug druck haben etwas zu ändern. dann wartet man nämlich die monate ab.

für ein schnelles gespräch zwischendurch bieten z.b. kirchen/sozialpsychologischer dienst etc. auch akut krisengespräche an. du musst dich eben selbst dahinterklemmen, wenn du was ändern willst. wenn nicht, ist der druck nicht stark genug.

M{olldieJn%chexn


@ miri80

Vielleicht solltest Du Dir selbst erstmal zugestehen, dass es Dir psychisch schlecht gehen "darf", obwohl Du rein äußerlich betrachtet ja "alles" hast. Und dass Du gar keine körperliche Krankheit brauchst, um zu beweisen, dass es Dir nicht gut geht. Dass Du es sowieso niemandem beweisen musst.

Aus Deinen Worten klingt nämlich noch viel mit "ich stelle mich bloß an".

Ich kenne das von mir selbst auch. Bevor ich überlegt hatte, eine Therapie zu machen, habe ich oft gedacht "der Therapeut lacht mich bestimmt aus, dass ich mit so 'ner Pillepalle zu ihm komme", "ich nehme jemandem, der es wirklich nötig hat, einen Platz weg" usw.

Als ich nach dem Erstgespräch erfuhr, dass ich sehr wohl ein Kandidat für eine Therapie bin, war allein das schon eine kleine Erlösung. Ich wusste, ich stelle mich keinesfalls an, und während der Therapie habe ich erfahren, dass es sogar "schlimmer" ist als ich vermutet hätte und da mehr in mir brodelt, als ich gedacht habe.

Also, auch wenn es schwer ist, einen Therapieplatz zu finden, solltest Du da dran bleiben.

AFeesNsxa


Vielleicht solltest Du Dir selbst erstmal zugestehen, dass es Dir psychisch schlecht gehen "darf", obwohl Du rein äußerlich betrachtet ja "alles" hast. Und dass Du gar keine körperliche Krankheit brauchst, um zu beweisen, dass es Dir nicht gut geht. Dass Du es sowieso niemandem beweisen musst.

Genau das ist es, was bei mir wohl auch der Grund für diesen seltsamen "Wunsch" war.

Es ist einfach so dass ich mich damals als "faul" empfunden habe weil man mir meine psychische Belastung (oder auch eben die neurologische Belastung) nicht ansah.

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