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An was leide ich?

G#lis hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich leide seit etlichen Jahren an unerklärlichen Symptomen, die kein Arzt wirklich erklären oder einer bestimmten Krankheit zuordnen kann. Deswegen hoffe ich, dass vielleicht einer von Euch eine Idee hat oder mir weiterhelfen kann.

Angefangen hat alles etwa 2001. Von heute auf morgen hatte ich plötzlich starke Augenschmerzen, die dann jahrelang angehalten haben. Es war ein Druck von außen auf die Augen und ich musste den ganzen Tag an diesen Schmerz und meine Augen denken und hatte das Gefühl, dass mein Umfeld sehen konnte, dass mit meinen Augen etwas nicht stimmte. Ich hatte das Gefühl zu schielen und dachte ich würde mein Gegenüber im Gespräch anstarren. Diese unerträgliche Augenschmerzen haben bis etwa 2006 angedauert. In dieser Zeit habe ich zum ersten Mal Psychopharmaka (Antidepressivum und Neuroleptikum) bekommen und die Schmerzen wurden deutlich weniger, wobei ich aber bis heute nicht weiß, ob die Schmerzen wirklich durch die Medikamente besser wurden oder durch einen anderen Faktor. 2003 kamen noch andere Symptome dazu.

Mir kam plötzlich alles vor wie im Traum. Ich hatte Angst, dass ich mir alles nur einbilde. Auch las ich in dieser Zeit über die Symptome einer Schizophrenie und hatte plötzlich furchtbare Angst auch an einer Schizophrenie erkrankt zu sein. Ich dachte Dinge zu sehen und zu hören, die nicht real waren. Dabei habe ich mir das immer alles nur eingebildet. Deshalb hat auch jeder Arzt den ich aufgesucht habe ganz klar gesagt, dass ich an keiner Schizophrenie erkrankt wäre. Dieses Einbilden Dinge zu sehen und zu hören ging aber nicht weg. Ich habe mir auch eingebildet dass sich Dinge bewegen und konnte nicht aufhören mir diese Dinge einzubilden.

Dann kam ein weiteres Symptom hinzu – körperliche Missempfindungen. Ich spürte plötzlich meinen Körper so komisch, als ob meine Beine beispielsweise irgendwie durcheinander waren und ich machte mir Gedanken über Dinge, die eigentlich ganz automatisch ablaufen, wie zum Beispiel "Fahrradfahren", "Laufen", etc. was mich noch mehr durcheinander brachte.

Zu dieser Zeit stellte ein Arzt bei mir einen erhöhten Prolaktinwert und ein Prolaktinom fest (über eine CT). Als ein anderer Arzt später noch eine CT gemacht hat, konnte das Prolaktinom jedoch nicht mehr erkannt werden (entweder war es nie da oder es war bei dieser Messung einfach nicht zu erkennen).

Das Hauptproblem waren aber nach einiger Zeit meine Gedanken (und genau das ist auch heute noch so). In meinen schlechten Phasen komm ich gedanklich nicht zur Ruhe. Die Gedanken nehmen Besitz von mir, auch im Schlaf kann ich nicht abschalten. Ich merke den ganzen Tag wie ich denke (der Gedankenprozess an und für sich ist belastend aber auch Gedanken wie "Das wird nie mehr besser", "niemand kann mir helfen", "niemand weiß was ich habe"...), nichts lenkt mich ab und es macht mich einfach nur wahnsinnig.

Mit dem Antidepressivum und dem Neuroleptikum ging es mir dann nach 2006 wieder gut, aber auch nicht auf Dauer. Die Ärzte konnten die ganzen Jahre keine Diagnose stellen, vermutet wurde verschiedenes: Zwangsstörung, Angststörung, ADHS, bipolare Störung, affektive Störung, Zwangsgedanken. Medikamente wie Abilify, Risperdal und Cipralex halfen nur kurzzeitig, wenn überhaupt.

Bis Mai diesen Jahres ging es mir einigermaßen gut und dann hat es wieder angefangen. Innerhalb weniger Tage waren die oben genannten Symptome wieder da, sodass ich nach kurzer Zeit freiwillig in die Psychiatrie gegangen bin. Auch dort waren die Ärzte wieder ratlos und haben es zunächst mit Anafranil und Risperdal versucht, was zu keiner Besserung geführt hat. Auch wurde bei mir eine Tavorabhängigkeit vermutet, da in den schlechten Phasen Tavor das einzige Mittel war und ist, dass mir ein wenig Linderung verschafft. Nach einigen Wochen gab man mir als Experiment den Stimmungsstabilisator "Orfiril" (unter gleichzeitiger Gabe von Diazepam) und es ging mir tatsächlich langsam besser. Auch nachdem Diazepam abgesetzt wurde, ging es mir mit der täglichen Einnahme von Orfilril (1500mg) und Risperdal (2mg) bis vor einigen Tagen richtig gut. Ich dachte ich hätte es endlich überstanden und man hätte mit Orfiril das richtige Medikament gefunden. Vor drei Tagen ging es plötzlich wieder los. Von heute auf morgen waren die Symptome (besitzergreifende Gedanken, Körpermissempfinden, Surrealismus, Einbildungen, keine Ablenkungs- oder Entspannungsmöglichkeiten) wieder da und ich kann mich nicht dagegen wehren.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter und brauche nun Eure Hilfe. Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht gar nicht psychisch krank bin, sondern eine hormonelle Störung habe, die meine Psyche beeinflusst (kann das möglicherweise an dem Prolaktinom oder einem anderen Drüsentumor bzw. einer hormonellen Dysregulation liegen?). Was meint Ihr? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen oder Symptome gemacht / gehabt? Habt ihr Tipps für mich oder vielleicht eine Diagnose? Kennt ihr einen guten Arzt bzw. eine Klinik im süddeutschen Raum, die mir helfen könnte(n)?

Antworten
SUeve1n.ofI.Ninxe


Zu dieser Zeit stellte ein Arzt bei mir einen erhöhten Prolaktinwert und ein Prolaktinom fest (über eine CT). Als ein anderer Arzt später noch eine CT gemacht hat, konnte das Prolaktinom jedoch nicht mehr erkannt werden (entweder war es nie da oder es war bei dieser Messung einfach nicht zu erkennen).

Und in all den Jahren wurde diese Diagnose niemals überprüft ??? ?

Da würde ich als erstes einen Endokrinologen aufsuchen.

Es kann schon sein, daß man ein Prolaktinom übersieht (oder eins sieht, wo keins da ist) aber der Prolaktinwert geht nicht so einfach wieder weg. Eine einfache Blutuntersuchung sollte schnell Klarheit bringen.

Wenn es sich jedoch tatsächlich um ein Prolaktinom handelt, dann treibst Du (zumindest mit Risperdal) den Teufel mit dem Beelzebub aus, denn dieses Mittel kann den Prolaktinwert erhöhen.

Gruß

Seven

k ertetnkxele


Auch wenn es nicht sehr ratsam ist in Psychologieforen zu diagnostizieren oder versuchen zu diagnostizieren würde ich seven.of.nine zustimmen als allererstes den Wert nocheinmal genauer beim Endokrinologen zu untersuchen

Deine Symptome, Augenbeschwerden, Traumwelt, Ablenkbarkeit Gedankenenkreisen und Missempfindungen usw. passen sehr auf eine dissoziative Geschichte wie Depersonalisation. Aber auch wenn es das ist erklärt es noch lange nicht dein Problem. Depersonalisation, Derealisation sind Symptome von soooo vielen Störungen usw. Unter anderem auch von hormonellen Störungen Ich nenne diese Schlagworte einfach mal, dass du dich daraufhin mal untersuchen lassen kannst, weil viele Ärzte gleich mit dem Wort Schizophrenie um sich werfen. Für mich war diese Diagnose nach über einem Jahr sehr hilfreich

Dass ein Prolaktinom solche Empfindungen auslösen kann habe ich schon öfter gehört, erklärt aber nicht warum das Diazepam kurz geholfen hat. ??? Naja unbedingt zum Endokrinologen!!!

GVlis


Ich weiß, dass Diagnosen in solchen Foren zu erstellen bzw. danach zu fragen nicht das Gelbe vom Ei ist, aber ich bin einfach nur so verzweifelt und weiß nicht mehr weiter. Ich suche nach neuen Möglichkeiten, nach neuen Dingen auf die ich mich testen lassen kann und soll und suche deshalb hier Rat.

Ich werde zum Endokrinologen und zum Nuklearmediziner gehen und mich durchchecken lassen.

Der erste Prolaktin-Wert, der 2003 bestimt wurde, lag bei 42,48 (Normwert: 5 – 17,5). Drei Jahre später, als der Prolaktin-Wert bei einem anderen Arzt nochmal bestimmt wurde, war er normal.

Als ich in der Psychiatrie war und das Orfilril (1500mg) und Risperdal (2mg) mir Besserung verschafft haben (das Diazepam habe ich nur kurzzeitig genommen und die Besserung lag wohl nicht daran), habe ich gleichzeitig auch noch einen Vitamin B – Komplex zu mir genommen (ist mir heute morgen wieder eingefallen). Diesen Komplex habe ich eine ganze Weile eingenommen und habe aufgehört ihn zu nehmen, als es mir besser ging (ich dachte ja es ginge mir durch Orfiril und Risperdal besser). Vielleicht ging es mir aber nie wegen Orfiril und Risperdal besser, sondern wegen den Vitamin B – Komplex-Tabletten? Wäre das möglich? Kann die Wirkung erst nach einer Weile einsetzen und auch noch nach Absetzen eine Weile (ein paar Wochen) anhalten? Kann man eine Mangelerscheinung (an Vitaminen) auch im Blutbild erkennen, wenn man künstlich die Vitamine zuführt?

k'er7te_nkelxe


Das kann schon sein. Mediziner wissen ja selbst nicht genau warum eigentich Neuroleptika bei Psychosen so gut helfen. Die verändern auf jeden Fall den Stoffwechsel, und nach Jahren Dauereinnahme lässt sich sich sogar eine Veränderung in der Verteilung von grauer und weißer Substanz feststellen.

Was aber Neuroleptika mit dem Vitaminhaushalt anstellen kann ich nicht sagen. Dass auch ein aus dem Gleichgewicht geratener Vitaminhaushalt Störungen hervorrufen kann ist klar. Dass aber eine künstliche Vitaminzufuhr diese reduziert?hmm

Möglich...

Erst mal abwarten, was das Labor sagt. Die Vitaminwerte werden ja bestimmt auch untersucht

Gzlis


Wenn ein aus dem Gleichgewicht geratener Vitaminhaushalt Störungen hervorrufen kann, warum kann dann eine künstliche Zufuhr der benötigten Vitamine diesen nicht wieder in Ordnung bringen? Damit ist zwar nicht die Ursache bzw. das Problem an und für sich behoben, jedoch ist das für mich momentan eher irrelevant. Wichtig für mich ist, dass es mir endlich wieder gut geht und dieser Zustand auf Dauer anhält. Und dafür halte ich mich momentan an jeden Strohhalm, den ich finden kann ...

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